Dr. Lutz Spielberger
Teamleiter IT-Entwicklung bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
Teamleiter IT-Entwicklung bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
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Lutz Spielberger studierte, einschließlich des Promotionsstudiums, von Herbst 1987 bis Frühjahr 1997 Physik an der Goethe-Universität. Sowohl die Diplomarbeit ab 1991 und die Promotion ab 1993 verfasste im Institut für Kernphysik in der Arbeitsgruppe von Prof. Schmidt-Böcking. Beide Arbeiten orientierten sich am damaligen zentralen Thema der Arbeitsgruppe: Der Erforschung von Korrelationseffekten in atomaren Mehrteilchensystemen.
Was ist Ihre aktuelle berufliche Tätigkeit? Wie sind Sie dorthin gekommen?
Seit meinem Abschied aus der Arbeitsgruppe von Prof. Schmidt-Böcking im Sommer 2000 arbeite ich im IT-Bereich der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Dort leite ich ein Team von 12 Software-Entwicklern, wir verantworten die zentralen IT-Lösungen der Auftrags- und Beschaffungsprozesse des Unternehmens. Aktuell leite ich daneben innerhalb eines großen SAP-Transformationsprojektes den Workstream Auftragsmanagement-Prozesse. In einem sogenannten "Greenfield-Ansatz" gestalten wir hier die IT-Unterstützung der Auftragsabwicklung der GIZ von Grund auf neu.
Die IT konnte ich, salopp formuliert, so nebenher in der Arbeitsgruppe erlernen, sowohl auf dem Feld der Systemadministration als auch dem der Programmierung.
Neben der Physik hatten im Institut auch diese Themen mein Interesse geweckt. Insofern orientierte ich mich während einer Post-Doc Zeit in der Arbeitsgruppe zu Folgepositionen sowohl in der Physik als auch in der IT. Dann war die Gelegenheit zum Wechsel in GIZ letztlich ein Zufall.
Was war im Nachhinein besonders nützlich an Ihrem Studium/Ihrer Promotion an der Goethe-Universität?
Die schönste Erinnerung an die Jahre im Institut für Kernphysik ist die Durchführung der diversen Experimentierzeiten. Trotz der dabei inhärent immer vorhandenen Anspannung und der Ermüdung im mehrtägigen, manchmal mehrwöchigem Schichtbetrieb war jedes Experiment ein tolles Erlebnis. Auch deswegen, weil diese nicht nur im heimischen Institut, sondern an zahlreichen Plätzen in Deutschland, dem europäischen und teilweise sogar dem weltweiten Ausland mit unserer eigenen Apparatur stattfanden. Gemeinsam im Team der Arbeitsgruppe bewältigten wir diese Herausforderungen.
Die damit verbundenen Erfahrungen sind die Bücke in mein heutiges berufliches Umfeld: Es ist ganz normal, dass in den Experimenten immer wieder unerwartet und zunächst unverstanden Probleme auftraten. Hier war höchste Analysefähigkeit und maximaler Pragmatismus bei den oftmals sofortig nötigen Lösungen gefordert.
Diese Analysefähigkeit hilft mir heute sehr, dieses Streben nach pragmatischen Lösungen versuche ich heute in mein Umfeld einzubringen.
Gepaart mit Horst Schmidt-Böckings Neugier und seiner Fehlerkultur. Überspitzt sagt er gerne: "Nur aus Fehlern lernt man."
Für mich ist es von keiner hohen Relevanz, die mit den Studieninhalten vermittelten Fachkenntnisse letztlich gar nicht in meine heutige berufliche Tätigkeit einzubringen. Viel wichtiger sind demgegenüber die breiten persönlichen Kompetenzen, die ich diesen Jahren aufbauen konnte. Dazu bot das Studium der Physik und das Umfeld in der Arbeitsgruppe am Institut für Kernphysik beste Gelegenheit.
Was würden Sie Studierenden raten, die einen ähnlichen Berufsweg einschlagen möchten?
Heutigen Studierenden würde ich immer dazu raten, genau solche Erfahrungen zu suchen!
Stand: 01.03.2023