Bastian Bergerhoff
Kämmerer und Personaldezernent der Stadt Frankfurt am Main
Kämmerer und Personaldezernent der Stadt Frankfurt am Main
Geboren am 15.09.1968 in Frankfurt am Main. Abitur und Zivildienst in Frankfurt am Main. Studium der Physik und Mathematik in Frankfurt am Main und Heidelberg, anschließend Promotion in Physik in Heidelberg, danach Post-Doc an der TU München. Im Jahr 2000 Wechsel in die IT-Branche, dort bis 2021 in unterschiedlichen Vertragsverhältnissen und Positionen. Seit September 2021 Stadtkämmerer und Dezernent für Finanzen, Beteiligungen und Personal der Stadt Frankfurt am Main.


Warum haben Sie sich für ein Physikstudium (an der Goethe-Universität Frankfurt) entschieden?
Ich war von "Fragen an die Natur" begeistert - das trieb mich zur Physik. Und ich bin Frankfurter, da lag die Goethe-Uni nahe. Im Studium habe ich dann festgestellt, dass beides die richtigen Entscheidungen waren. Ich habe den Studienabschnitt in Frankfurt (damals noch am Campus Bockenheim) sehr genossen.
Was waren besondere Herausforderungen im Studium und wie haben Sie diese gemeistert?
Nach 20 Monaten Zivildienst zwischen Abitur und Uni war ich gut vorbereitet auf den Bruch zwischen Schule und Hochschule - der ist größer als man oft denkt. In Sachen Wohnung hatte ich großes Glück, das war für viele schwierig. Insofern war die Mathe-Vorlesung Montags um 8 Uhr eine Herausforderung - und insgesamt der Umgang mit der formalen Freiheit auf der einen Seite und den vielen spannenden und komplexen Inhalten auf der anderen Seite. Ich habe zum Glück schnell andere Studierende gefunden, mit denen ich mich austauschen und motivieren konnte - und auch die Abende genießen.
Was ist Ihre aktuelle berufliche Tätigkeit? Wie sind Sie dorthin gekommen?
Aktuell bin ich für die Finanzen, die Tochterunternehmen und das Personal der Stadt Frankfurt am Main verantwortlich (Kämmerer und Personaldezernent, sozusagen CFO und Arbeitsdirektor). Das ist ein Wahlamt, ich bin von der Stadtverordnetenversammlung gewählt. Der Weg war verschlungen: Studium und Forschung in Physik, anschließend gut 20 Jahre IT und ehrenamtliche Politik, dann seit 2021 Berufspolitiker.
Was haben Sie im Physikstudium gelernt, dass Ihnen noch heute im Berufsleben hilft?
Analytisches Denken in komplexen Systemen, schnelles Erfassen von relevanten Zusammenhängen, sichere Kommunikation und Auftreten vor Gruppen. All das hilft mir - dabei durchaus auch Sicherheit im Umgang mit Zahlen, z.B. ein Gefühl dafür, wie viel eine Milliarde wirklich ist.
Was würden Sie Studierenden raten, die einen ähnlichen Berufsweg wie Sie wählen möchten?
Der Weg in die IT war einigermaßen planbar und naheliegend, zumal es damals noch nicht viele "echte" Informatiker:innen gab. Der Weg in die Politik ist nicht planbar. Generell kann ich Physik als ein sehr vielseitiges Studium empfehlen - und vor allem würde ich immer empfehlen: Macht Dinge, die euch wirklich begeistern. Motivation und Offenheit für Neues ist die wichtigste Voraussetzung. Bleibt dran wenn es mal mühsam ist. Und schaut über den Tellerrand, denn: "Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt"!
Stand: 08.01.2026