Das Fach Neues Testament versteht sich als theologische und kulturwissenschaftliche Disziplin. Es untersucht die biblischen Schriften sowohl in ihrem historischen Entstehungskontext als auch im Blick auf ihre Bedeutung und Rezeption in der Gegenwart. Im Zentrum steht die Frage, wie religiöse Kommunikation Welt erschließt – damals wie heute.
Historisch werden die neutestamentlichen Texte im vielfältigen kulturellen Raum des antiken Judentums, des Hellenismus und des Römischen Reiches verortet. Politische, soziale, wirtschaftliche und religionsgeschichtliche Bedingungen werden ebenso berücksichtigt wie hellenistische und römische Einflüsse. Die Lehrveranstaltungen vermitteln hierfür grundlegende Kenntnisse zur antiken Geschichte und Religionskultur.
Zugleich richtet sich der Blick auf die Wirkungsgeschichte der biblischen Schriften: von der Alten Kirche und der Kanonbildung über die Aufklärung bis in die Gegenwart. Dabei werden auch heutige Rezeptionsformen in Literatur, Kunst, Musik, Film und digitalen Medien einbezogen.
Das Fach arbeitet interdisziplinär, u. a. mit Religionswissenschaft, Philosophie, Geschichte, Literatur- und Sozialwissenschaften. Ziel ist es, eine theologisch reflektierte und kulturell sensible Lektüre biblischer Texte zu fördern und so einen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog in einer pluralen Welt zu leisten.