Michael Raske neunzig Jahre
Fast dreißig Jahre lang (1973–2001) hat Michael Raske die Professur für Religionspädagogik am Fachbereich Katholische Theologie der Goethe Universität innegehabt. In dieser Zeit hat er viele Studierendengenerationen geprägt, aber auch den Geist des Fachbereichs. Es ist keine Floskel, sondern die treffende Bezeichnung des tatsächlichen Lebens- und Lehrprogramm Raskes, dass für ihn immer der Mensch im Zentrum gestanden hat und steht: dass in den abstrakten Prozessen der Institution Universität stets auch die Namen der Beteiligten und ihre Verdienste präsent sind; dass ehemalige Mitglieder des Fachbereichs und Menschen, die ihm freundschaftlich verbunden waren, nicht vergessen werden, sondern ihr Gedächtnis gepflegt wird; dass die Schwachen gestärkt werden und denen im Schatten Anerkennung zuteil wird. So ist sein Wirken von einer umsichtigen humanen Aufmerksamkeit bestimmt; sie hat vielleicht seine Entscheidung für das Priesteramt mit beeinflusst; sie hat sicher auch dabei mitgewirkt, dass er sein Interesse für Fragen systematischer Theologie bald schon hin zur praktischen Theologie erweitert und dort seinen wissenschaftlichen Schwerpunkt gelegt hat. Diese umsichtige humane Aufmerksamkeit hat sein theologisches Arbeiten geprägt und leitet genauso auch Michael Raskes Zugehen auf die Menschen, sein Nachfragen und Zuhören. Nicht zuletzt hat sie Ausdruck gefunden in seinem nachhaltigen Engagement im und für den Forschungs- und Lehrschwerpunkt „Theologie interkulturell“ des Fachbereichs. Noch viele Jahre über seine Emeritierung hinaus, solang es die Gesundheit eben zugelassen hat, hat Raske dem Fachbereich als Zelebrant für die Semestergottesdienste und andere Gelegenheiten zur Verfügung gestanden.
In Dankbarkeit und Freude gratuliert der Fachbereich Katholische Theologie der Goethe Universität Michael Raske zu seinem neunzigsten Geburtstag!