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Altorientalische Philologie

Wichtige Informationen auf einen Blick

Abschluss: Bachelor (Nebenfach)Unterrichtssprache: DeutschStudienbeginn: Winter- und SommersemesterZulassung: ZulassungsfreiFachkombination: Kombi-Bachelor (Nebenfach)Regelstudienzeit: Abhängig vom gewählten HauptfachAuslandssemester: Optional

Aufbau und Inhalte

Die Altorientalische Philologie ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Kulturen des Alten Orients (ohne Ägypten) auf textlicher Grundlage; sie umfasst somit die Kulturräume Altmesopotamien, Altsyrien, Altanatolien und Altiran. Der zeitliche Rahmen reicht von der Entwicklung der Keilschrift, des (mutmaßlich) ältesten Schriftsystems der Welt, um die Wende vom vierten zum dritten vorchristlichen Jahrtausend bis in die Zeit um Christi Geburt, als die Keilschrift von den aramäischen und griechischen Alphabetschriften endgültig verdrängt wurde. Während dieser annähernd drei Jahrtausende war die Keilschrift das bedeutendste Schriftsystem Vorderasiens, das für die Wiedergabe einer Vielzahl von Sprachen verwendet werden konnte und das – namentlich wegen seiner Verwendung für das Akkadische als weithin anerkannter Handels-, Verkehrs- und Diplomatensprache – über die genannten Kulturräume hinaus auch auf benachbarte Kulturkreise – denjenigen Altägyptens und des ägäischen Raumes – ausstrahlte.

Die Altorientalische Philologie ist eine vergleichsweise junge Wissenschaft. Erst seit etwa 150 Jahren sind akkadische Keilschrifttexte lesbar, die in Sumerisch, Hethitisch und den übrigen Keilschriftsprachen abgefassten Dokumente sind gar erst seit wenigen Jahrzehnten verständlich. Die aus dem Bereich des Alten Orients bekannten Sprachen sind die durchweg ältesten Vertreter einiger der größten Sprachfamilien: Neben den der Gruppe der semitischen Sprachen angehörenden Idiomen Akkadisch, Eblaitisch, Amurritisch und Ugaritisch sind mit dem Altpersischen, Hethitischen, Luwischen und Palaischen Sprachen der indogermanischen Familie bekannt. Darüber hinaus sind Texte und Textpassagen in mehreren weiteren Sprachen erhalten, deren Einordnung noch nicht restlos geklärt ist (Hurritisch, Urartäisch) bzw. die offensichtlich isoliert sind (Elamisch, Hattisch, Kassitisch, Sumerisch). Unter all diesen Sprachen ragen das Akkadische, das Sumerische und das Hethitische aufgrund der Quantität und Qualität der bekannten Textzeugnisse deutlich heraus. Das Akkadische als die am längsten und breitesten überlieferte sowie am besten bekannte Keilschriftsprache steht im Mittelpunkt des Studiums.

Studienverlauf

1. – 3. Semester

Einführungsphase
  • Einführung in die Geographie und Chronologie des Alten Vorderen Orients
  • Einführung in das Akkadische, Schriften des Alten Orients, Akkadische Texte

4. – 5. Semester

Vertiefungsphase
  • Sprachen des Alten Orients, Geschichte / Geisteskultur

5. – 6. Semester

Wahlpflichtphase

Ein Modul aus einem der folgenden Bereiche: 

  • Vertiefung der Akkadisch-Kenntnisse
  •  Einführung in eine Altorientalische Zweitsprache
  • Grundkenntnisse der Vorderasiatischen Archäologie
  • Freies Studium

Das Fach beschäftigt sich gleichermaßen mit der sprachlichen Erschließung der Texte wie mit den sich aus diesen Texten ergebenden Fragestellungen zu Geschichte und Chronologie, Religion, Literatur, Wirtschaft, Gesellschaft, Recht, Wissenschaft und Technologie sowie anderen Bereichen der Kulturen des Alten Orients. Demzufolge ist die Altorientalische Philologie keine rein philologisch geprägte Wissenschaft, sondern vielmehr ein Fach ungewöhnlicher Breite, das Berührungs- und Überschneidungspunkte mit zahlreichen anderen Disziplinen aufweist, von denen hier stellvertretend die Alttestamentliche Wissenschaft, Rechtsgeschichte, Indogermanische und Vergleichende Sprachforschung und Semitistik genannt seien. Besonders enge Berührungspunkte bestehen zur Vorderasiatischen Archäologie, die sich mit den materiellen Hinterlassenschaften der altorientalischen Kulturen, auch mit den schriftlosen Epochen und Räumen, auseinandersetzt. Auch wissenschaftsgeschichtlich bestehen engste Verbindungen zwischen beiden Fächern, da sie sich in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg voneinander trennten.

Das Studium der Altorientalischen Philologie ist daher eine ideale Ergänzung zum Schwerpunkt Vorderasiatische Archäologie, und umgekehrt bietet sich für Schwerpunktstudierende der Altorientalischen Philologie insbesondere das Nebenfach Vorderasiatische Archäologie an.

Der Nebenfachstudiengang Altorientalische Philologie vermittelt grundlegende Fachkenntnisse in und einen grundlegenden Überblick über die Disziplin Altorientalische Philologie. Im Mittelpunkt des Studiengangs steht dabei das Erlernen der Keilschrift sowie (wenigstens) einer altorientalischen Sprache, wobei hier das Akkadische als Lingua franca die erste Stelle einnimmt. Ziel ist es, den Studierenden die Fähigkeit zu einer kritischen Beurteilung und Anwendung der betreffenden Lese- und Sprachkompetenzen zu vermitteln. Darauf aufbauend sollen Einführungs- und Lektürekurse die Interpretation von Keilschrifttexten eröffnen, die für die Erschließung der altorientalischen Kulturen essenziell und auch für Nachbarwissenschaften relevant sind.

Weitere Informationen zum Nebenfach Altorientalische Philologie finden Sie auf der Seite des Fachbereichs.

Studienordnung

Die Studienordnung regelt Aufbau, Struktur und Inhalt des Studiengangs sowie das Prüfungswesen. Sie ist Grundlage Ihres Studiums an der Goethe-Universität.