Warum, wie und unter welchen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen lernen Kinder, Jugendliche und Erwachsene? Welche biographischen Hintergründe und individuellen Voraussetzungen bringen sie mit? Wie und in welchen Einrichtungen können sie in ihren Lern- und Bildungsbemühungen von professionellen Pädagog*innen unterstützt und begleitet werden? Welche theoretischen Überlegungen und pädagogischen Konzepte bilden dabei die Grundlage? Und schließlich: wie lassen sich Lern- und Bildungsprozesse wissenschaftlich erforschen? Auf diese und viele andere Fragen gibt der Bachelorstudiengang Erziehungswissenschaft eine Antwort. In insgesamt 15 Modulen befasst er sich mit Erziehungs-, Lern- und Bildungsprozessen über die gesamte Lebensspanne hinweg. Dabei bildet er gleichermaßen die Breite des Faches Erziehungswissenschaft wie ein spezifisches Frankfurter Profil ab. So machen sich Studierende zunächst mit Grundlagenwissen über erziehungswissenschaftliche Theorien und Forschungsverfahren vertraut, beschäftigen sich mit der Geschichte von Bildung und Erziehung sowie mit pädagogisch-professionellem Handeln in verschiedenen außerschulischen Berufsfeldern. Danach wählen sie ihren Schwerpunkt aus drei Lebensaltern aus und vertiefen die bisher erworbenen Kenntnisse. Hinzu kommen Praktika und Lehrveranstaltungen aus benachbarten Fachdisziplinen, etwa der Soziologie und der Pädagogischen Psychologie.
Das Frankfurter Profil zeigt sich in einem starken Forschungsbezug, der nicht nur in eigenen Modulen zu Forschungsmethoden zu finden ist, sondern sich quer durch alle Lehrangebote zieht, außerdem in einem thematischen Schwerpunkt „Umgang mit Differenz“ (am Beispiel sozialer Lage, Geschlecht, Migration, Behinderung), vor allem aber in dem Konzept der „Pädagogik der Lebensalter“. In zwei Modulen, den „berufsfeldbezogenen Studien“, beschäftigen sich die Studierenden hierbei mit den Lebensaltern Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter und den darauf bezogenen Organisationen/Institutionen, Adressaten sowie Handlungs- und Interventionsformen.
Das Konzept der „Pädagogik der Lebensalter“ ermöglicht es, sowohl das Individuum als Adressat von Bildung und Erziehung als auch das gesamte Erziehung- und Bildungswesen mit seinen vielfältigen Institutionen und Handlungsformen in den Blick zu nehmen. Darüber hinaus können dadurch auch aktuell diskutierte erziehungswissenschaftliche Themen in die Studieninhalte einbezogen werden.