Das Studium der Geschichte zielt auf einen Gegenstand, der weder unmittelbar erfahrbar ist noch abgeschlossen vorliegt. Vielmehr muss er, ausgehend von den Erfahrungen, Problemen und Orientierungsbedürfnissen einer jeden Gegenwart, immer aufs Neue konstituiert und erschlossen werden. Dies erfordert ein hohes Maß an begrifflich-methodischer Bewusstheit (Kritik); zugleich zwingt es zur Reflexion und Relativierung des eigenen Standpunkts. Wissenschaftliche Arbeit führt hier zu einer Bewusstwerdung des eigenen Orts.
Gegenstand der Geschichtswissenschaft sind die Zeugnisse menschlichen Handelns, Leidens und Denkens, die von einer Gegenwart als bedeutsam angesehen werden. Für deren Erschließung bedient die Historie sich eines Instrumentariums hochdifferenzierter und immer neuer wissenschaftlicher Methoden. Zeitlich gliedert die Geschichtswissenschaft sich in die Alte Geschichte (8. Jh. v. Chr.-6. Jh. n. Chr.), in die Mittlere (5.-16. Jh.) und in die Neuere Geschichte (16. Jh. bis in die Gegenwart). Räumlich umfasst sie alle Kontinente und Kulturen, wobei sich in Frankfurt am Main ein Schwerpunkt in der Geschichte Mittel- und Westeuropas herausgebildet hat.
Systematisch unterteilt die Geschichtswissenschaft ihren Gegenstand nach verschiedenen Erkenntnisinteressen in Ideengeschichte, Politikgeschichte, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Wissenschaftsgeschichte, Geschichte der Religion u.a.m. Angesichts der Methodenvielfalt der historischen Fächer ergibt sich bereits daraus eine interdisziplinäre Anlage des Studiengangs.
Das „Frankfurter 4+1 Modell“ sieht ein vierjähriges BA-Studium vor, in dem das Hauptfach durch zwei Nebenfächer ergänzt wird. So bieten sich den Studierenden mehr individuelle Kombinationsmöglichkeiten, die wiederum zu mehr Synergieeffekten zwischen den einzelnen Disziplinen führen. Der Master ist dafür auf ein Jahr verkürzt.
Der Studiengang ist so konzipiert, dass die Studierenden alle Epochen in verschiedenen Studienabschnitten kennenlernen, bevor Sie sich gegen Ende auf ein Themengebiet ihrer Wahl spezialisieren.
Durch die starke Forschungsausrichtung der Geschichtswissenschaft in Frankfurt gibt es ein reiches Lehrangebot, das aktuelle Projekte einbindet und damit den Studierenden Einblicke in den Prozess wissenschaftlichen Arbeitens und auch früh eigenes Forschen ermöglicht.