Alle Artikel zum Thema Biochemie
News aus dem Fachbereich Biochemie der Goethe-Universität Frankfurt.
News aus dem Fachbereich Biochemie der Goethe-Universität Frankfurt.
Dr. Taniya Chakraborty vom Institut für Biochemie der Goethe-Universität und Dr. Julian Wagner vom Exzellenzcluster Cardiopulmonary Institute (CPI) der Goethe-Universität sowie Josef Shin, MD PhD, von der Universitätsmedizin Mainz sind die drei Finalisten des Boehringer-Ingelheim-Preises 2026, der von der Boehringer Ingelheim Stiftung ausgelobt wird.
Das Protein p53 ist in vielen Krebszellen mutiert, sodass es seine Schutzfunktion vor der Entstehung von Tumoren nicht mehr erfüllen kann. Einem Wissenschaftsteam der Goethe-Universität Frankfurt sowie der Universitäten Marburg, Köln und Zürich ist es jetzt gelungen, eine Art Mini-Antikörper (sogenannte DARPins) zu entwickeln, die p53 im Labor wieder funktionsfähig machen. Die Mini-Antikörper können viele p53-Mutanten stabilisieren und sind daher ein aussichtsreicher Wirkstoffkandidat für eine ganze Reihe von Krebsformen.
Einst galt die „Pille“ als revolutionär, dann wurde sie zum gängigsten Verhütungsmittel, heute sehen Menschen die Kontrazeption mithilfe von Hormonen vielfach kritisch. Ein Forschungsteam der Goethe-Universität und ihrer Kooperationspartner am Universitätsklinikum Bonn (UKB) und der Ludwig-Maximilians-Universität München hat jetzt das Projekt PREVENT zur Entwicklung nicht-hormoneller Verhütungsmittel gestartet. Die Forschenden wollen ein Verfahren zur Entwicklung neuartige Wirkstoffe zur Empfängnisverhütung bei Frau und Mann etablieren. PREVENT wird vom Bundesforschungsministerium bis 2029 mit 3 Millionen Euro gefördert.
Werden schwere DNA-Schäden nicht repariert, hat dies dramatische Folgen für die Gesundheit von Zellen und Geweben. Eine Studie unter Leitung von Forschenden der Goethe-Universität Frankfurt als Teil der Rhein-Main-Universitätsallianz zeigt: Der Ausfall eines zentralen DNA-Reparaturenzyms namens SPRTN verursacht nicht nur genetische Schäden. Darüber hinaus werden auch chronische Entzündungen ausgelöst, die den Alterungsprozess beschleunigen und zu Entwicklungsstörungen führen. Die Ergebnisse verbessern das Verständnis der seltenen Erbkrankheit Ruijs-Aalfs-Syndrom und könnten Ansätze für therapeutische Interventionen eröffnen.
Zellen bilden ständig neue Proteine und bauen nicht mehr benötigte ab. Für den Abbau nutzen die Zellen überwiegend das Ubiquitin-Proteasom-System (UPS), wo Proteine mit Ubiquitin markiert und zu einem „Schredder“ weitergeleitet werden, dem Proteasom. Zentral ist dabei das Enzym E3-Ligase, das als „Makler“ fungiert und die Markierung der abzubauenden Proteine vermittelt. Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt hat nun erstmals einen systematischen Katalog aller menschlichen E3-Ligasen und ihrer Beziehungen zueinander erstellt und 40 von ihnen als potenzielle Akteure in neu entstehenden Wirkstoffklassen wie den PROTACs identifiziert, die etwa in der Krebstherapie eingesetzt werden.