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Frankfurter Kinder-Uni

Liebe Kinder-Uni-Fans!

Das war sie, die 23. Frankfurter Kinder-Uni! Wer mit seiner Klasse an einem Morgen oder nachmittags mit Eltern oder Freunden auf den Campus Westend kam, konnte etwas erleben. Es war eine super Woche mit spannenden Vorträgen, engagierten Profs und einem begeisterten Publikum! Wir haben uns sehr über die vielen Kinder-Uni-Studis gefreut. Danke, dass Ihr Eure Neugier und Eure Fragen mitgebracht habt! Wer die Vorlesungen im Nachhinein (nochmal) sehen möchte: In Kürze werden die Videos hier auf dieser Seite bereitgestellt.

In diesem Jahr gab es Vorträge aus der Ethnologie, der Hirnforschung, der Rechtswissenschaft und der Biologie. Eröffnet wurde die Kinder-Uni von Uni-Vizepräsidentin Prof. Viera Pirker, die die Klassen am Montagmorgen im Audimax begrüßte: „Die Kinder-Uni ist eine Hoch-Schule, an der Ihr Kinder die Hauptrolle spielt! Hier gibt es keine Noten, aber jede Menge spannende Fragen.“

Schade, dass die 23. Kinder-Uni schon vorbei ist. Ein kleiner Trost: Bis zur nächsten Kinder-Uni ist es nicht mehr ganz ein Jahr. Am 6. September 2027 heißt es wieder: Hörsaal auf für neugierige Kinder! Wir freuen uns auf Euch!

Euer Kinder-Uni-Team
Anke Sauter, Markus Bernards, Karoline Kullik

Salzblöcke und Riesendonuts

Um die Frage, was genau die Wissenschaft Ethnologie eigentlich erforscht, ging es gleich am Montag in der Vorlesung von Prof. Susanne Fehlings und Dr. Sophia Thubauville. Ihr habt gelernt, dass in der Ethnologie Forscherinnen und Forscher mit Menschen in anderen Ländern zusammenleben, wohnen und arbeiten und so etwas über deren Kultur und Arbeitsweise lernen. Die beiden Ethnologinnen forschen vor allem zu Themen aus dem Bereich Wirtschaftsleben, Sophia Thubauville zur Rolle der Frauen in Äthiopien, Susanne Fehlings über Handelswege im Kaukasus. In ihrer Kinder-Uni-Vorlesung ging es ums Geld: Nicht überall konnte man mit Münzen und Scheinen oder einer Plastikkarte bezahlen, auf der Insel Yap zum Beispiel wurden große Geschäfte mit steinernen Riesendonuts beglichen, und in Äthiopien kostete eine Ziege schon mal mehrere Salzbarren. Das lehrt die Ethnologie: Menschen finden ganz unterschiedliche Lösungen für dieselben Fragen, und es ist interessant, mal den Blickwinkel zu ändern.

Gruppenbild

Gruppenbild mit Vizepräsidentin: Markus Bernards, Milan Folkers, Sophia Thubauville, Susanne Fehlings, Viera Pirker und Anke Sauter.

Uwe Dettmar

Warum muss ich schon ins Bett?

Wie wir im Schlaf lernen und was dabei im Gehirn passiert, darum ging es bei der zweiten Vorlesung am Dienstag: Hirnforscher Prof. Jochen Roeper erklärte den Kinder-Uni-Studis, dass es zwei Formen von Schlaf gibt und wie sie sich unterscheiden: Im „ruhigen Schlaf“ sendet das „Seepferdchen“ (Hippocampus) im Inneren des Gehirns das, was wir am Tag gelernt haben, an die Nervenzellen im Gehirn. Die speichern die Erinnerung – wir lernen also im Schlaf! Die Nervenzellen sind aber nur dann auf Empfang, wenn sie miteinander im Takt sind. Anschaulich wurde das, als das 1000-köpfige Auditorium sich in ein riesiges Gehirn verwandelte und Professor Roeper als Seepferdchen die Informationen „sendete“. Im „wilden Schlaf“ dagegen geht es im Kopf eher chaotisch zu. Da entstehen neue Ideen und Vorstellungen, der Körper ist gelähmt, nur die Augen bewegen sich (REM). Gelernt habt Ihr auch: Plusminus zehn Stunden Schlaf – das ist das richtige Pensum in Eurem Alter. Schließlich gibt es noch mehr zu lernen.

Jochen Roeper mit den beiden Organisatoren

Was ist los nachts im Gehirn? Prof. Jochen Roeper mit den beiden Organisatoren Markus Bernards und Anke Sauter.

Uwe Dettmar

TikTok, YouTube und Insta ohne Grenzen?

Die bunte Welt der sozialen Medien war Thema in Vorlesung Nummer drei am Mittwoch: Prof. Roland Broemel ist Medienrechtler – und selbst begeistert von den Möglichkeiten des Internets. Zuerst warf er aber einen Blick zurück: Wie war das in den Anfängen von Radio und Fernsehen? Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es wenige Geräte, nach Einführung des Fernsehens gab es lange Zeit ein Testbild, wenn die Sendezeit vorbei war, und die Herstellung von Sendungen war technisch sehr aufwendig. Da nur wenige senden konnten, musste das Medienrecht für Vielfalt sorgen: Schließlich sollten alle was davon haben. Heute ist das anders: Auf Youtube, Tiktok und Instagram gibt es unendlich viel zu schauen, hören und lesen. Wie soll man sich da zurechtfinden? Wie wissen, dass man nicht angelogen wird? Und wie schützt man sich vor Bildern, Filmen und Kontakten, die einem nicht guttun? Das ist die schwierige Aufgabe des Medienrechts unserer Zeit. Leider kann es nicht immer helfen. Deshalb betonte Prof. Broemel, dass Kinder nicht allein sind mit ängstigenden Inhalten, dass sie sich Hilfe holen sollen. Am besten, man redet mit Eltern, Freunden oder Geschwistern. Denn man selbst trägt dafür keine Schuld.

Vorlesung von Prof. Roland Broemel

Um TikTok, Instagram und Youtube ging es in der Vorlesung von Prof. Roland Broemel.

Uwe Dettmar

Warum Pflanzen Durst haben

Pflanzen beim Wachsen zuschauen konnte man in der Vorlesung von Dr. Markus Fauth zwar nicht unbedingt, dafür aber beim Wiederaufleben. Gelbes Gras und verdorrte Büsche – ein häufiger Anblick in diesem Sommer. Aber wofür brauchen Pflanzen überhaupt Wasser? Das erklärte der Biologe und Botaniker Dr. Markus Fauth in seiner Vorlesung: für Nährstofftransport, Photosynthese und Wachstum. Er hatte eine Pflanze mitgebracht, deren Blätter ganz schlaff herunterhingen: eindeutig Wassermangel! Da musste schnell gegossen werden. Außerdem hatte Dr. Fauth ein Mikroskop mit angeschlossener Kamera dabei und durchsichtige Kunststoffschläuche. Wer kann die rote Flüssigkeit (Johannisbeersaft) aus einer Flasche durch den Schlauch über die Steigung im Hörsaal hinweg nach oben saugen? Schon für vier Meter muss man sich ganz schön anstrengen! Manche Bäume schaffen es, Wasser in eine Höhe von 120 Metern in die Blätter zu befördern. Höher geht aber nicht. Unter dem Mikroskop konntet Ihr sehen, wie sich die einzelnen Zellen in die Länge strecken. Und nach der Vorlesung hatte sich die fast verwelkte Pflanze fast schon wieder erholt.

Dr. Markus Fauth

Der Botaniker und die Buntnessel: Dr. Markus Fauth erklärte den Kindern, warum Pflanzen eigentlich Wasser brauchen.

Uwe Dettmar

Frankfurter Kinder-Uni

Dr. Anke Sauter & Dr. Markus Bernards

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