Arbeitsbereich Erziehung, Politik und Gesellschaft

Arbeitsbereich Erziehung, Politik und Gesellschaft

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Die systematische Reflexion des Verhältnisses von Erziehung, Politik und Gesellschaft bildet den Lehr- und Forschungsschwerpunkt dieses Arbeitsbereichs. Gefragt wird nach den Aufgaben, Ausgestaltungsmöglichkeiten und -weisen öffentlicher Erziehung in der modernen Gesellschaft unter den Bedingungen ihres Wandels. Gegenstandsbezogen rücken

  • demographische Veränderungen (z.B. Migration/Flucht, Generation) und
  • gesellschaftliche Transformationen (z.B. soziale Ungleichheit, Postkoloniale Konstellationen, Digitalisierung, Transnationalisierung) sowie
  • bildungspolitische Reformanliegen (z.B. Inklusion, Bildungsstandards, Politische Bildung)

in den Fokus von Forschung und Lehre. Untersucht werden in diesem Zusammenhang die pädagogischen Formen und Ordnungsbildungen, in denen sich Erziehung realisiert.

Neben dem Erziehungssystem wird am Arbeitsbereich „Erziehung, Politik und Gesellschaft“ auch die Erziehungswissenschaft zum Gegenstand der Reflexion. Mit dem Ziel der disziplinären Selbstaufklärung wird nach den Einfluss- und Durchdringungsverhältnissen von erziehungswissenschaftlicher Wissensproduktion und pädagogischen sowie bildungspolitischen Wertpräferenzen gefragt.

Systematisierungsmöglichkeiten des hier skizzierten Lehr- und Forschungsprogramms beziehen sich auf unterschiedliche Beobachtungsebenen:

  • die Mikroebene (z.B. Interaktionen in pädagogischen Kontexten),
  • die Mesoebene (Organisationen des Erziehungssystems) sowie
  • die Makroebene (z.B. das Verhältnis von Erziehungs- und Wirtschaftssystem in Form der Thematisierung von Ökonomisierungstendenzen oder das Verhältnis von Erziehungswissenschaft, Politik und Pädagogik im Spanungsfeld und Wissenschaftsautonomie und Wissenschaftsrelevanz/-nützlichkeit/-anwendbarkeit). 

Erkenntnis- und wissenschaftstheoretisch von zentraler Bedeutung ist im Arbeitsschwerpunkt eine differenztheoretisch informierte Perspektive auf den Gegenstand. Der Arbeitsbereich „Erziehung Politik und Gesellschaft“ wurde geleitet von Prof*in Dr. Isabell Diehm und wird geleitet Prof. Dr. Wolfgang Meseth.

Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Themenfeld einer „Erziehung nach Auschwitz“ (Adorno), die erziehungswissenschaftliche Erforschung ihrer schulischen und außerschulischen Praxis sowie die pädagogische Rezeption und Wirkung der von Theodor W. Adorno geprägten Formulierung bis heute. Dafür ist das „Lehr- und Forschungsforum ‚Erziehung nach Auschwitz‘“ Teil des Arbeitsbereichs. Themen und Arbeitsfelder des LuF sind

  • interdisziplinäre und international vergleichende Forschung zu den Themen Erziehung nach Auschwitz, Holocaust Education, Erinnerungskultur,
  • Professionalisierung von angehenden Lehrkräften und Pädagog:innen für schulische und außerschulische historisch-politische Bildung,
  • Aufklärung über die Ideologie des Nationalsozialismus, ihre besondere indoktrinatorische Ausprägung im NS-Erziehungssystem sowie ihr „Nachleben“ (Adorno) in den Erziehungssystemen der Nachfolgestaaten,
  • Herausforderungen einer transnationalen Holocaust-Erinnerung und um eine „Erziehung nach Auschwitz“ in der Gegenwart (so insbesondere demographischer Wandel (Generationenwechsel und Migration/Flucht), Sterben der Zeitzeug:innen, Medialisierung und Transnationalisierung von Holocaust-Erinnerung, postkoloniale Konstellationen, Antisemitismus und Rechtspopulismus sowie die hohen Lernziele, die mit der Vermittlung der NS-Geschichte verknüpft sind).

Näheres zu Themen, Projekten, Veranstaltungen, Publikationen etc. erfahren Sie auf der Website des LuF.

Prof. Dr. Wolfgang Meseth | Nicole Stelter (Administration) | Susanne Thimm | Jonas Riepenhausen