Nahostkonflikt: Informationen zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten und aktuelle Hinweise
19. Dezember 2025
Wissenschaftliche Kooperationen mit Wissenschaftler*innen in Israel
Das Präsidium der Goethe-Universität erklärt sich solidarisch mit allen Menschen in Kriegsregionen, die auf furchtbare Weise von den Entscheidungen der jeweiligen Machthaber betroffen sind, Krieg zu führen, anstatt sich für Frieden und Freiheit einzusetzen. Kaum ein Krieg in dieser an furchtbaren Konflikten nicht armen Gegenwart polarisiert so sehr wie der Terror der Hamas am 7. Oktober 2023 und der Krieg in Gaza mit der Zerstörung der Lebensgrundlagen und dem großen Leid der Bevölkerung.
Die Goethe-Universität unterhält seit vielen Jahren wissenschaftliche Beziehungen mit Universitäten und Wissenschaftler*innen in Israel. Das Präsidium ebenso wie Kolleg*innen an Fachbereichen werden seit mehr als zwei Jahren immer wieder aufgefordert, israelische Einrichtungen und Akademiker*innen zu boykottieren, eine Forderung, die auch anderswo in Deutschland erhoben und der in manchen europäischen Ländern nachgekommen wird.
Solche Boykottaufrufe nehmen pauschal Wissenschaftler*innen für die Handlungen der Regierung ihres Landes in Mithaftung. Sie tragen nichts zu Frieden, Gewaltfreiheit und friedlichen Verhandlungen bei, daher lehnen wir sie ab. Wenn Menschen und Institutionen isoliert werden, schwächt dies die Möglichkeiten des Dialogs, schadet dem Widerstand gegen Autokratie und beschneidet Orte der Kritik. Viele israelische Wissenschaftler*innen erheben ihre Stimme für Menschenrechte für alle in der Region, für Demokratie und für eine tragfähige Friedensordnung.
Dafür braucht es Zeit, politischen Willen, Mut und Hoffnung sowie Kooperationen als Orte des Dialogs.
Die Terrorangriffe auf Israel vom 7. Oktober 2023 haben uns zutiefst erschüttert. Als Goethe-Universität verurteilen wir jedwede Form des Terrorismus und menschenverachtende Gewalttaten aufs Schärfste. Unsere Gedanken sind bei den Menschen
vor Ort. Wir stehen an der Seite aller davon Betroffenen, zu denen auch Kolleg*innen, Freund*innen und Mitglieder unserer langjährigen Partnerinstitutionen gehören.
Auch an der Goethe-Universität gibt es Menschen, die durch ihre Herkunft, familiäre oder freundschaftlichen Bindungen unmittelbar und schmerzhaft von den aktuellen Entwicklungen, deren Folgen noch nicht absehbar sind, betroffen sind. Sie sorgen sich um Familienmitglieder, Freund*innen und Bekannte, befinden sich in einem emotionalen Ausnahmezustand und sind durch die aktuellen Nachrichten und Bilder besonders belastet. Diesen Personen sprechen wir unser volles Mitgefühl und unsere Unterstützung aus.
An der Goethe-Universität gibt es weder für Antisemitismus noch für jede Form der Diskriminierung oder des Rassismus einen Raum. Unterschiedliche Wahrnehmungen, Erfahrungen und Narrative können und müssen im Geist wechselseitiger Achtung diskutiert und ausgehandelt werden. Zudem fordern wir Sie auf, uns antisemitische Vorkommnisse jeder Art im universitären Kontext zu melden, damit wir die entsprechenden Maßnahmen in die Wege leiten können: praesident@uni-frankfurt.de
Statements der Goethe-Universität und überregionaler Einrichtungen
Im Leitbild der Goethe-Universität heißt es: „Ihrer wechselvollen Geschichte kritisch verpflichtet, […] wendet sich die Universität gegen Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus." Antisemitismus hat keinen Platz an der Universität und wird nicht toleriert. Ebenso dulden wir keinen Rassismus und pauschalisierende Zuschreibungen gegenüber muslimisch gelesenen Mitgliedern der Universität.
Mit der Antidiskriminierungsrichtlinie hat sich die Goethe-Universität eine Selbstverpflichtung gegeben, jegliche Form von Diskriminierung entschieden zurückzuweisen und sich für einen vertrauensvollen, wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander einzusetzen. Alle sind dafür verantwortlich, in der aktuellen Situation diese Selbstverpflichtung umzusetzen und aktiv jede Form der Diskriminierung und pauschalisierende Zuschreibungen zurückzuweisen und dagegen vorzugehen.
- 28.05.2024 | Eröffnungsrede der Ringvorlesung Antisemitismus durch den Unipräsidenten Enrico Schleiff
- 13.05.2024 I Stellungnahme des Präsidenten zu der nicht angemeldeten Demonstration am 10.05.2024 am Campus Westend
- 26.01.2024 | Holocaust Gedenk-Vorlesung. Veranstaltet vom Fritz Bauer Institut und der Goethe-Universität. Begrüßung durch Uni-Präsidenten Enrico Schleiff
- 15.11.2023 | Statement des Präsidenten der Goethe-Universität in der Senatssitzung am 15.11.2023
- 12.-14.11.2023 | Internationale Konferenz des Buber-Rosenzweig-Instituts „Jüdisch-christliche Nachbarschaften: Dimensionen sozialer, politischer, kultureller und wirtschaftlicher Interaktion“
- 31.10.2023 | Einweihung des Therese-und-Aron-Freimann-Platzes Veranstaltung der Stadt Frankfurt in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Ffm
- 10.10.2023 | Statement zu den Ereignissen in Israel
- 28.02.2024 | Gemeinsam gegen Antisemitismus: Hessens Hochschulen schaffen flächendeckend Anlaufstellen
- 08.12.2023 | Aktionsplan gegen Antisemitismus und Israelfeindlichkeit verabschiedet (KMK)
- 27.11.2023 | Pressemitteilung Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK)
- 15.11.2023 | HRK fordert entschiedenes Eintreten gegen Antisemitismus an Hochschulen – Bekräftigung der Entschließung vom 19.11.2019 im Namen der Mitgliederversammlung
- 19.11.2019 | Entschließung der HRK-Mitgliederversammlung: Kein Platz für Antisemitismus
Überblick zu aktuellen Aktivitäten und Veranstaltungen
Die Webseite Rassismus- und Antisemitismuskritik gibt einen Überblick über aktuelle Aktivitäten und Veranstaltungen (bspw. Symposien, Veranstaltungsreihen, Vorträge) an der Goethe-Universität.
Beiträge aus der Forschung
Erschienen im UniReport Ausgabe 6-2023 vom 07. Dezember 2023
- Wie sähe eine »Erziehung nach Auschwitz« heute aus? Antisemitismus 2023: Zur Situation von Bildungseinrichtungen – ein Essay von Sabine Andresen und Wolfgang Meseth
- Ein Gespräch mit der Islamwissenschaftlerin Armina Omerika und dem Judaisten und evangelischen Theologen Christian Wiese über den Widerhall des Gaza-Konflikts an der Goethe-Universität.
Hinweis auf unsere Beratungs- und Unterstützungsangebote
Falls Sie im Kontext der Universität Diskriminierung erleben oder beobachten, steht Ihnen das vertrauliche Beratungsangebot der Antidiskriminierungsstelle der Goethe-Universität zur Verfügung. Diese Stelle kann sie auch dahingehend beraten, wie die Angelegenheit ggf. bei der Polizei zur Anzeige zu bringen ist.
Die Antidiskriminierungsstelle arbeitet explizit auch zu den Themen Antisemitismus und Rassismus. Sie bietet unter anderem Verweisberatung zu externen Fachstellen oder auf Wunsch auch Unterstützung dabei, Vorfälle bei der Polizei zur Anzeige zu bringen.
Außerdem bietet die Universität verschiedene Anlaufstellen, um besonders belasteten Universitätsmitgliedern in schweren Situationen durch psychosoziale Unterstützung und Beratung zur Seite zu stehen.
Antidiskriminierungsstelle der Goethe-Universität
Die Antidiskriminierungsstelle der Uni bietet Studierenden, Mitarbeitenden und anderen Angehörigen der Universität, die im Kontext der Uni Diskriminierung erleben oder beobachten, vertrauliche Beratung und Unterstützung an.
Psychotherapeutische Beratungsstelle (PBS)
Die Psychotherapeutische Beratungsstelle für Studierende berät alle Studierenden der Goethe-Universität kostenfrei und anonym.
Psychosozialberatung des Studierendenwerks
Ein Team aus erfahrenen Psycholog*innen berät Studierende in der Psychosozialberatung des Studierendenwerks. Das Beratungsangebot ist kostenfrei.
Psychologische Personalberatung
Hier erhalten alle Beschäftigten der Goethe-Universität vertrauliche Beratung und bei Bedarf weiterführende Unterstützung.
Beratungsstellen zum Thema Antisemitismus und Rassismus im Raum Frankfurt
Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen)
Haben Sie einen antisemitischen Vorfall wahrgenommen oder sind Sie selbst betroffen? Dann können Sie sich auch an die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen) wenden.
OFEK Hessen
OFEK Hessen ist der regionale Standort von OFEK e.V. in Hessen. Mit einem eigenen Büro in Frankfurt am Main, einer Hotline und Beratung auf Anfrage bietet OFEK Hessen zielgerichtete Unterstützung bei Antisemitismus vor Ort.
response
Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, ihre Unterstützer:innen oder Zeug:innen eines solchen Übergriffs haben mehrere Möglichkeiten, hier einen Kontakt zu finden.
ADiBe - Antidiskriminierungsberatung in Hessen
ADiBe berät und unterstützt Menschen in ganz Hessen, die Diskriminierung erfahren haben. Kostenlos, vertraulich, barrierefrei, in verschiedenen Sprachen und auf Wunsch anonym.
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