Ab dem Sommersemester 2026 eröffnet sich mit dem Masterstudiengang „Particle Accelerator Science“ ein neues und einzigartiges Studienangebot der Rhein-Main-Universitäten (RMU): Studierende können an der Goethe-Universität Frankfurt, der TU Darmstadt und der JGU Mainz gleichzeitig und gezielt Beschleunigerwissenschaften studieren. Die gesamte Breite dieser Zukunftstechnologie wird dabei mit einer internationalen und vor allen Dingen interdisziplinären Ausrichtung gelehrt: neben Physik-Modulen können die Studierenden auch ingenieurswissenschaftliche Lehrveranstaltungen besuchen und werden so bestmöglich auf eine Tätigkeit in Forschung oder Industrie vorbereitet. Ein besonderes Highlight: der Abschluss wird von allen drei Partneruniversitäten verliehen.
Aktuelles aus der Goethe-Universität 03.12.2025
Die DFG hat zwei wichtige Forschungsverbünde mit starker Beteiligung von Frankfurter Physikerinnen und Physikern verlängert: für den SFB/Transregio 211 „Stark wechselwirkende Materie unter extremen Bedingungen“ werden in der dritten Förderphase rund 10 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Co-Sprecherin des Verbundprojekts von Goethe-Universität Frankfurt, TU Darmstadt und Universität Bielefeld ist Professorin Hannah Elfner vom Institut für Theoretische Physik. Die rund 100 beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen zusammen das Verhalten von Materie unter Bedingungen, wie sie z.B. kurz nach dem Urknall vorherrschten, um unter anderem besser zu verstehen, wie sich das Universum entwickelt hat.
Ebenfalls in die dritte Förderphase geht es für den an der Universität Kassel koordinierten SFB 1319 „ELCH – Extremes Licht zur Analyse und Kontrolle molekularer Chiralität“. Aus dem Institut für Kernphysik sind Professor Reinhard Dörner, Professor Sebastian Eckart und Dr. Markus Schöffler beteiligt. Fokus des Verbundprojekts ist die Erforschung und Steuerung von Chiralität einzelner Moleküle in der Gasphase auf Quantenebene mithilfe von intensiven, zeitaufgelösten Lichtimpulsen.
Wie bereits schon im Vorjahr wurde Gerhard Hummer, Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysik und Professor am Institut für Biophysik der Goethe-Universität, auch in 2025 mit sechs weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Goethe-Universität als einer der meistzitierten Forschenden weltweit ausgezeichnet. Die Auswertung der "Highly Cited Researchers" des "Web of Science" listet Forschende, welche mit ihren Veröffentlichungen eine besonders hohe Sichtbarkeit erzielt haben. Professor Hummer wurde hierbei in der Kategorie "Cross Field" ausgezeichnet. Dies bedeutet, dass seine Veröffentlichungen nicht nur in seiner eigenen Fachdisziplin, sondern auch von Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fächern zitiert wurden.
Aktuelles aus der Goethe-Universität 14.11.2025
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professor Luciano Rezzolla vom Institut für Theoretische Physik hat eine neue Methode entwickelt, um zu überprüfen, ob Schwarze Löcher Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie oder bisher unbestätigten exotischen Gravitationstheorien folgen. Mithilfe hochauflösender Schattenbilder und umfangreicher Computersimulationen analysierten Forschende der Goethe-Universität Frankfurt und des Tsung-Dao Lee Instituts in Shanghai das Verhalten von Materie und Magnetfeldern in der gekrümmten Raumzeit um Schwarze Löcher. Die Auflösung aktueller Teleskope ist derzeit zwar noch zu gering, um verschiedene Schwarze Löcher zu unterscheiden, durch einen Vergleich synthetischer Bilder konnten das Forschungsteam jedoch abschätzen, welche Auflösung zukünftig notwendig sein wird, um die von Einstein vorhergesagten Schwarzen Löcher von anderen Theorien zu unterscheiden. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht.
Aktuelles aus der Goethe-Universität 05.11.2025
Am 6. November 2025 wurden fünf herausragende Physiker*innen im frühen Karrierestudium mit den erstmals vergebenen „Wilhelm und Else Heraeus Research Fellowships“ ausgezeichnet - unter ihnen auch Professor Sebastian Eckart vom Institut für Kernphysik, der zu Wechselwirkungen von Laserlicht mit einzelnen Atomen und Molekülen forscht. Die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung richtet mit dieser neuen Förderlinie ihren Fokus auf herausragende Nachwuchswissenschaftler*innen, die durch kreative und innovative physikalische Forschung auffallen. Besonders ist: die Stiftungsförderung in Höhe von 100.000 Euro über zwei Jahre steht den ausgezeichneten Personen im Rahmen ihrer Forschungstätigkeiten zur freien Verwendung zur Verfügung. So soll ein größtmögliches Maß an wissenschaftlicher Freiheit und Innovation ermöglicht werden.
Die Forschungsgruppe QUAST („Quantitative Räumlich-Zeitliche Modellierung von Materie mit Elektronischen Korrelationen“) wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für eine zweite Förderperiode verlängert. Sprecherin des internationalen Forschungsverbunds, der sich über eine Förderung in Höhe von fünf Millionen Euro freuen darf, ist Professorin Roser Valentí vom Institut für Theoretische Physik. Ziel der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die in der Forschungsgruppe zusammenarbeiten, ist die Entwicklung einer Theorie der elektronischen Struktur kondensierter Materie, die räumliche und zeitliche elektronische Korrelationen in Materialien berücksichtigt, um somit topologische und dynamische Phänomene in korrelierten Materialien besser zu verstehen. Für die zweite Förderperiode steht nun der Aufbau einer übergreifenden Plattform im Fokus, mit welcher die topologischen und dynamischen Phänomene zuverlässig modelliert werden sollen.
Ein Forschungsteam um Professor Luciano Rezzolla vom Institut für Theoretische Physik hat bedeutende Erkenntnisse darüber gewonnen, wie schwarze Löcher relativistische Jets erzeugen. Diese Jets sind extrem energiereiche Strahlen, die sich mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aus dem Zentrum eines schwarzen Lochs entladen und dabei enorme Mengen an Energie freisetzen. Mithilfe eines neu entwickelten numerischen Codes fanden die Forschenden heraus, dass die Umwandlung der Rotationsenergie der schwarzen Löcher, welche zur Entstehung der Jets führt, in Wechselwirkung mit starken Magnetfeldern und der sogenannten magnetischen Rekonnexion steht. In diesem Prozess lösen und rekonfigurieren sich die Magnetfeldlinien, wodurch magnetische Energie freigesetzt und Teilchen mit negativer Energie erzeugt werden. Die spannenden Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal Letters veröffentlicht.
Aktuelles aus der Goethe-Universität 06.10.2025
Für seine richtungsweisenden Arbeiten zu THz-Emission durch Bloch-Oszillationen, zu THz-Fotodetektoren, THz-Metamaterialien sowie THz-Festkörperdetektion und -Bildgebung wurde Professor Hartmut Roskos vom Physikalischen Institut von der International Society of Infrared, Millimeter, and Terahertz Waves als Preisträger des Kenneth J. Button-Preises 2026 ausgewählt. Der Kenneth J. Button-Preis ist eine der renommiertesten Auszeichnung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Infrarot-, Milimeter- und Terahertz-Wellen forschen, und wird im kommenden Jahr in Salt Lake City auf der International Conference on Infrared, Milimeter, and Terahertz Waves verliehen werden. Weitere Informationen zum Kenneth J. Button-Preis finden Sie unter folgendem Link.
Spannende Forschungsergebnisse aus der Physik "zum Greifen" nah: das können die Besuchenden des Frankfurter Science Centers Experiminta in der neuen Ausstellung zu schwarzen Löchern erleben, welche gemeinsam mit Professor Luciano Rezzolla vom Institut für Theoretische Physik entstanden ist. Die komplizierte Grundlagenforschung, welche für die Aufnahme der berühmten Bilder von Sagittarius A* nötig war, wird hier in einer anschaulichen Informationsreihe für die Öffentlichkeit verständlich aufbereitet. Ganz im Einklang mit dem Leitbild der Goethe-Universität, die als eine von Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern gegründete Bildung- und Forschungseinrichtung stets den Dialog mit der Gesellschaft sucht.
Aktuelles aus der Goethe-Universität 08.08.2025
Einem gemeinsamen Team von Forschenden der Goethe-Universität Frankfurt, dem Max-Planck-Institut für Kernphysik Heidelberg, der Universität Hamburg, dem European XFEL sowie weiteren Partnern ist es gelungen, erstmals die quantenmechanische „Nullpunktbewegung“ in einem mittelgroßen Molekül (Iodpyridin) sichtbar zu machen. Dank des COLTRIMS-Reaktionsmikroskops, welches in der Arbeitsgruppe für Atomphysik des Frankfurter Instituts für Kernphysik entwickelt wurde, konnten die Forschenden zeigen, dass Atome selbst bei extrem tiefen Temperaturen nicht stillstehen, sondern stets in einer strikten Choreografie „tanzen“. Die Messung dieser „Nullpunktbewegung“ ist ein wichtiger Schritt zum Verständnis fundamentaler Quantenprozesse. Veröffentlicht wurden die Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift Science.
Aktuelles aus der Goethe-Universität 08.08.2025
Zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen aus der Gruppe von Professorin Camilla Hansen aus dem Institut für Angewandte Physik haben am Nordic Optical Telescope auf dem Roque de los Muchachos auf La Palma umfangreiche Forschungsdaten für Ihre Master- bzw. Doktorarbeiten gesammelt. Das Observatorium liegt auf über 2.400 Metern Höhe und zählt aufgrund der geringen Lichtverschmutzung auf La Palma zu den weltweit besten Standorten für astronomische Forschung. Ziel der Messungen war es unter anderem, die chemische Zusammensetzung von Sternen besser zu verstehen, um so Rückschlüsse auf die Entstehung von Elementen in der Anfangszeit des Universums ziehen zu können. Zusätzlich wurde mithilfe des radioaktiven Schwermetalls Thorium das Alter von Sternen bestimmt, wofür das Licht der Sterne in einzelne Wellenlängen zerlegt wurde. Diese Methode gibt Hinweise auf die Entstehung und die Entwicklung der Himmelskörper.
Aktuelles aus der Goethe-Universität 24.06.2025
Als neuer Vorstand Wissenschaft verstärkt Professor Roger Erb zum 01.07.2025 die Leitung der Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“. Mit seiner Expertise in der Lehrkräftebildung und im Hochschulmanagement wird der Didaktikprofessor, Dekan des Fachbereichs Physik und ehemaliger Vizepräsident für Lehre der Goethe-Universität Frankfurt die Stiftung und ihre Ausschüsse unter anderem bei der Auswahl, Evaluation und Qualitätssicherung der geförderten Projekte unterstützen und den Austausch mit den Hochschulen pflegen. Der Schwerpunkt der Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ liegt in der Förderung von Projekten zur Verbesserung von Studium und Lehre an deutschen Hochschulen, wodurch bundesweit wichtige Impulse für neue und innovative Lehrformate gesetzt werden.
Aktuelles aus der Goethe-Universität 20.06.2025
Das Graduiertenkolleg „iMOL – Interfacing Image Analysis and Molecular Life Science“ unter der Leitung von Professor Achilleas Frangakis vom Institut für Biophysik kann sich freuen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Fördermittel in Höhe von rund sechs Millionen Euro für eine zweite Förderphase bewilligt. Seit 2021 bildet das interdisziplinäre Kolleg Nachwuchswissenschaftler*innen an der Schnittstelle von Physik, Lebenswissenschaften und Informatik aus. Im Zentrum steht die Analyse komplexer Bilddaten aus der Licht- und Elektronenmikroskopie – mit einem breiten Methodenspektrum und insbesondere dem Einsatz neuronaler Netzwerke. Das Programm gliedert sich in drei Forschungsbereiche: Mikroskopietechnologie, spannende Anwendungen in den Lebenswissenschaften sowie ausgefeilte Bildverarbeitung. Besonderer Wert wird dabei auf die interdisziplinäre Ausbildung von Ingenieur*innen und Lebenswissenschaftler*innen gelegt – an der Nahtstelle zwischen Technologie und biowissenschaftlicher Forschung.
Als erster Professor am neu gegründeten Center for Critical Computational Studies (C3S) hat Nico Wunderling zum 15. April seinen Dienst angetreten. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Dynamik von interagierenden Kippelementen und planetarer Stabilität im Kontext globaler Erwärmung. Für die Modellierung der Kippelemente und zum Verständnis dieser hochaktuellen und gesellschaftlich relevanten Themen nutzt Professor Wunderling, der von Hause aus Physiker ist und vor seinem Wechsel an die Goethe-Universität Frankfurt am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) tätig war, auch physikalische Methoden. Aus diesem Grund freut sich der Fachbereich Physik besonders, dass Professor Wunderling im Wintersemester 2025/26 ein neues Wahlpflichtmodul zum Thema „Computational Earth System Sciences – From Tipping Points to Earth Resilience“ für die Studierenden des Fachbereichs anbieten wird.
Auch in diesem Jahr wird es wieder spät. Die von
Studierenden der Goethe-Universität organisierte „Night of Science“ findet am
13.06.2025 statt. Bis 5 Uhr früh finden dann Vorträge und Führungen am Campus
Riedberg statt – zahlreiche Stände mit kulinarischem Angebot und spannenden
Informationen runden das Programm ab.
Der Fachbereich Physik beteiligt sich erneut umfangreich an
der Veranstaltung. So gibt es einen Vortrag zu modernen Themen der
Experimentalphysik – mit dem aussagekräftigten Titel „Rumms-Wumms-Schmackes“
(Prof. Henner Büsching). Geradezu poetisch wird es bei dem Vortrag „Goethe und
die Farben“ (Prof. Roger Erb). In weiteren Vorträgen werden Themen der
Astrophysik, der Welt der Kristalle oder der Biophysik behandelt. Führungen
durch das Kristalllabor, das Labor des Instituts für Kernphysik und eine
Besichtigung des Teilchenbeschleunigers FRANZ ergänzen das Programm.
Das Programmheft und alle Informationen zur Night of Science
finden Sie auf der Website des Vereins.
Die Spannung war groß bei der großen Pressekonferenz der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), bei der die Entscheidung über die Anträge zur Exzellenzinitiative verkündet werden sollte. Und die Hoffnungen des Fachbereichs wurden erfüllt: Die Goethe-Universität erhält mit dem Verbundantrag SCALE einen neuen Exzellenzcluster. SCALE steht für „Subcellular Architecture of Life“ und befasst sich mit der zellulären Architektur, das heißt dem Zusammenspiel von Einzelmolekülen und Molekülkomplexen in Zellen. Mithilfe hochkomplexer Simulationen der Vorgänge innerhalb von Zellen wollen die Beteiligten Wissenschaftler*innen unser Verständnis erweitern, wie Zellen wirklich „funktionieren“.
Ein Forschungsschwerpunkt des Instituts für Angewandte Physik der Goethe-Universität Frankfurt ist normalerweise die Beschleunigung von elektrisch geladenen Teilchen. Gemeinsam mit dem GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung und der TU Darmstadt haben Forschende des Instituts nun jedoch erstmals erfolgreich ein Experiment durchgeführt, bei welchem Teilchen nicht beschleunigt, sondern abgebremst wurden. Mithilfe der neuen HITRAP-Abbremsanlage war es möglich, künstlich hergestellte hochgeladene Ionen, die nur wenige oder gar keine Elektronen enthalten, eingehend zu untersuchen. Die hier gesammelten Daten helfen unter anderem beim Verständnis der Quantenelektrodynamik, welche die Wechselwirkungen zwischen Licht und Materie beschreibt. An der Entwicklung der für den Betrieb der Abbremsanlage erforderlichen IH- und RFQ-Strukturen waren maßgeblich Forschungsteams um die beiden Professoren Ulrich Ratzinger und Alwin Schempp vom Institut für Angewandte Physik der Goethe-Universität beteiligt.
GSI-Pressemitteilung 19.05.2025
Der Fachbereich Physik der Goethe-Universität Frankfurt begrüßt Ralph Aßmann als neuen Kooperationsprofessor. Der auf dem Gebiet der Beschleunigerphysik international ausgewiesene Experte leitet den Bereich „Beschleunigerbetrieb und -entwicklung (ACC)“ am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, einem wichtigen Partner des Fachbereichs Physik. In dieser Funktion ist Professor Aßmann nicht nur verantwortlich für den Betrieb der bestehenden Beschleunigeranlagen, sondern auch für die Integration und Inbetriebnahme der sich derzeit im Bau befindlichen internationalen Teilchenbeschleunigeranlage FAIR. Für die Studierenden des Fachbereichs ermöglicht Professor Aßmann in der Lehre somit wertvolle Einblicke in die wissenschaftliche Praxis.
Ein internationales Forschungsteam, darunter 53 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt, kann sich freuen: dieses Jahr werden ihre Kollaborationen für ihre bahnbrechenden Experimente am CERN mit dem mit 3 Millionen Dollar dotierten "Breakthrough Prize" ausgezeichnet. Unter den Preisträgern ist auch Professor Harald Appelshäuser vom Institut für Kernphysik, der mit seinem Team einen bedeutenden Beitrag zum Erfolg des ALICE-Experiments geleistet hat. Durch die Erneuerung der zentralen Spurendriftkammer des ALICE-Detektors war es möglich, die Kollisionen von schweren Ionen am LHC mit fast hundertfacher Geschwindigkeit aufzuzeichnen. Die hierbei gesammelten Forschungsdaten helfen beim Verständnis des sogenannten Quark-Gluon-Plasmas, aus dem unser Universum kurz nach dem Urknall bestand.
Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt und des Hamburger Forschungszentrums DESY hat eine neue Methode entwickelt, mit welcher Moleküle mithilfe von Röntgenstrahlen in Echtzeit untersucht werden können. Durch die Weiterentwicklung des sogenannten Coulomb-Explosion-Imaging, bei welchem Moleküle mit intensiven Röntgenimpulsen bestrahlt werden, ist es erstmals möglich, Abbildungsverfahren auf medizinisch und biologisch relevante Moleküle anzuwenden. Dank des neuen Verfahrens konnte nachgewiesen werden, dass sich das Molekül 2-Thiouracil, welches zu einer Gruppe von Wirkstoffen gehört, die unter anderem als Immunsuppressiva oder Zyostatika genutzt werden, unter Einfluss von UV-Strahlung verändert und möglicherweise das Risiko für Hautkrebs erhöht. Die Erkenntnisse des Forschungsteams wurden unter der Erstautorenschaft von apl. Prof. Till Jahnke vom Institut für Kernphysik in Nature Communications veröffentlicht.
Wie kann spannender und effektiver Physik-Unterricht gelingen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Professor Thomas Wilhelm vom Institut für Didaktik der Physik. Besonders herausfordernd sind für Wilhelm dabei die Alltagsvorstellungen von physikalischen Konzepten, welche Schüler*innen mit in den Unterricht bringen. In der Regel weichen diese jedoch stark von der physikalischen Realität ab. Mithilfe digitaler Medien wie z.B. Tablets entwickeln Wilhelm und sein Team neue Unterrichtskonzepte, mit denen Lehrkräfte diesen Herausforderungen im Unterricht begegnen können. Durch die Übernahme der empirisch geprüften Unterrichtskonzepte in die Schulcurricula kann der Physik-Unterricht somit nachhaltig verbessert werden.
Der mit 20.000 Euro dotierte PRACE HPC Excellence Award 2024 wurde am 05. Februar 2025 an Luciano Rezzolla, Professor am Institut für Theoretische Physik und Senior Fellow am Frankfurt Institute for Advanced Studies, verliehen. Die Auszeichnung ehrt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, welche mithilfe von "high performance computing" (HPC) wegweisende Forschungsergebnisse erzielen. So konnten die faszinierenden Bilder des Schwarzen Lochs M87* und ihre physikalische Bedeutung nur mithilfe von Hochleistungsrechnern ausgewertet werden. Der Preis wird durch die europäische Initiative PRACE verliehen, welche die Rechenleistung von Hochleistungsrechnern in 25 Ländern bündelt.