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EVOLVE: Zum Zusammenhang von Sprachwandel und Sprachverarbeitung — eine Studie zur Verarbeitung des Spanischen und Portugiesischen als Herkunftssprachen

Dieses Projekt setzt sprachliche Variabilität in Herkunftssprachen in Beziehung zu Sprachwandelprozessen. Konkret wird die Hypothese untersucht, wonach attestierte Muster und Wege von Sprachwandel die Verarbeitungsprofile von Herkunftssprechern vorhersagen können. Um diese Hypothese zu überprüfen werden Online-Experimente zur Sprachverarbeitung zweier Phänomene aus dem Bereich der Objektrealisierung durchgeführt: klitische Dopplung im Spanischen und Nullobjekte im Portugiesischen. Wir vergleichen Herkunftssprecher der europäischen Varietäten des Spanischen und Portugiesischen mit Sprechern lateinamerikanischer Varietäten, für die in Hinblick auf die entsprechenden Phänomene angenommen wird, dass sie diachronisch weiter vorangeschritten sind: Rioplatense Spanisch und Brasilianisches Portugiesisch. Unsere Forschungsergebnisse werden zu einem besseren Verständnis der Sprachkompetenz spanischer und portugiesischer Herkunftssprecher beitragen und gleichzeitig einen Beitrag zur Erforschung diachronischer und dialektaler Variation im Spanischen und Portugiesischen leisten. Wir untersuchen, ob Herkunftssprecher des europäischen Portugiesischen in Deutschland diachronisch innovative Muster in der Verarbeitung von Nullobjekten zeigen. Dazu werden ihre Verarbeitungsprofile mit denen von Sprechern des europäischen (Braga) und brasilianischen Portugiesischen (Rio de Janeiro) verglichen. Für mehr Information klicken Sie bitte hier.


Die Verarbeitung von nicht-kanonischen Wortstellungen im Italienischen

Dieses Projekt untersucht die Verarbeitung von nicht-kanonischen Wortstellungen in Italienischen. Mithilfe von Leseexperimenten, untersuchen wir, inwiefern die Verarbeitung von nicht-kanonische Wortstellungen schwerer als die Verarbeitung von kanonischen Wortstellungen ist, und welche Faktoren diese Schwierigkeit bei monolingualen und bilingualen Sprechern beeinflussen. Für die monolingualen Sprecher, untersuchen wir, ob es eine Korrelation zwischen dem Erwerbszeitpunkt einer Struktur und dem Schwierigkeitsgrad ihrer Verarbeitung gibt. Für die bilingualen Sprecher, berücksichtigen wir die Rolle der Sprachkompetenz und sprachübergreifender Einflüsse. Wir fokussieren uns auf die Verarbeitung von postverbalen Subjekten im Zusammenhang mit verschiedenen Verbklassen. 

Kontakt: Andrea Listanti


Referenzstrategien in bilingualen Geschichten

Dieses Projekt will Aufschluss geben über Variationsmuster in der Verarbeitung von Prominenz-Strukturen. Mithilfe von Eye-Tracking-Experimenten untersuchen wir, wie deutsch-italienisch und deutsch-englisch bilinguale Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren morphosyntaktische und pragmatische Informationen während des narrativen Lesens integrieren. Wir erwarten, dass sich die bilingualen Kinder dahingehend voneinander unterschieden, wie sensitiv sie auf morphosyntaktische und pragmatische Informationen in der Verarbeitung von Diskurs reagieren. Als mögliche Faktoren für diese Variation untersuchen wir die Rolle sprachübergreifender Einflüsse, Unterschiede in Bilingualitätsprofilen und die individuellen kognitiven Fähigkeiten der Kinder. (in Zusammenarbeit mit Christiane Bongartz, Universität zu Köln im Rahmen des SFBs 1252 „Prominence in Language“).

Kontakt: Jacopo Torregrossa