ausgerichtet von der Goethe-Universität Frankfurt

GDM Nachwuchskonferenz 2026

während Gültigkeit

Wann: 21.September - 25. September 2026

Wo:  DJH Bad Homburg
Zielgruppe: Early Career Researcher der Mathematikdidaktik
Kosten: 250-300 € (finaler Betrag wird nach dem Anmeldezeitraum bekanntgegeben)

Anmeldungen zur GDM-Nachwuchskonferenz 2026 sind HIER bis 31.05.2026 möglich.

Eingeladene Expert:innen beleuchten aktuelle Forschungsmethoden, methodologische Ansätze und Fragen elementarer mathematischer Lernprozesse vom Elementar- bis zum Hochschulbereich.


Design Experiment, Design Research, Design Science -  Die Mathematikdidaktik und ihre Beziehung zum Forschen und Entwickeln
Prof.in Dr. Susanne Schnelle (Goethe-Universität Frankfurt)

Als Mathematikdidaktiker:innen beforschen wir häufig mathematisches Lehren und Lernen nicht um ihrer selbst willen, sondern mit (un-)mittelbarem Blick auf die Gestaltung von Unterricht, Aufgaben oder digitalen Werkzeugen. Forschung in der Mathematikdidaktik trägt damit nicht nur zur Theoriebildung bei, sondern kann oft zugleich ein Beitrag zur Weiterentwicklung von Praxis leisten.
Der Vortrag nimmt dieses Spannungsfeld zum Ausgangspunkt: Wie versteht sich die Mathematikdidaktik als wissenschaftliche Disziplin zwischen Forschen und Gestalten? Welche Rolle spielt das Design in ihrem Selbstverständnis? Welche methodischen und methodologischen Ansätze ergeben sich daraus? Und welche weiteren Verständnisse von der Mathematikdidaktik als Wissenschaft gibt es noch? 


Qualitative vs. quantitative Forschung? Die Zukunft spricht Mixed Methods!
Prof. Dr.  Benjamin Rott (Universität zu Köln)

Wie kann und soll man in einem fachdidaktischen Forschungsprojekt methodisch vorgehen? Während die einen auf quantitative Methoden (große Fragebogenstudien, raschskalierte Fähigkeitstests etc.) schwören, behaupten andere, dass wahre Erkenntnisse nur im Rahmen qualitativer Forschung (Interviews, Prozessanalysen etc.) gewonnen werden könnten. Wie steht es um diesen Methodenstreit und lassen sich die beiden Positionen nicht – zumindest teilweise – kombinieren im Sinne eines „best of both worlds“? Anhand konkreter Beispiele soll aufgezeigt werden, wie Dissertationsprojekte von Mixed Method-Designs profitieren können.


Verschiedene Forschungsansätze am Beispiel von Bruchrechnung und Arithmetik
Prof. Dr. Gerald Wittmann (Pädagogische Hochschule Freiburg)

Die Suche nach einem zur Forschungsfrage passenden Forschungsansatz erfordert deutlich differenziertere Überlegungen als „quantitiv vs. qualitativ“ oder „Fragebogen vs. Interviews“. So geht es unter anderem auch darum, ob Aufgaben evaluiert, die Fähigkeiten von Schüler*innen erfasst oder der Zusammenhang von Konstrukten beschrieben werden soll. Gleichzeitig gibt es Forschungslinien wie Fehleranalysen oder Interventionsstudien, die zum Teil quer zu den Methoden liegen und mit unterschiedlichen Methoden durchgeführt werden können. Im Vortrag werden verschiedene dieser Forschungsansätze systematisch dargestellt und an gut zugänglichen Beispielen aus Bruchrechnung und Arithmetik erläutert. 



Prüfen wissenschaftlicher Modelle – Chancen und Grenzen quantitativ empirischer Forschung in der Mathematikdidaktik
Prof.in Dr. Karin Binder (Universität Paderborn)

Ein Ziel mathematikdidaktischer Forschung ist es, wissenschaftliche Modelle zu generieren und zu prüfen, wie beispielsweise Modelle zu Konstrukten (wie z.B. zum fachdidaktischen Wissen von Lehrkräften) oder auch Modelle zu Prozessen (wie z.B. Modelle zur professionellen Handlungskompetenz von Lehrkräften oder Erwartungs-Wert-Modelle). Solche Modelle geben (angehenden) Lehrkräften auch eine Orientierung beispielsweise zur Verbesserung der Qualität des eigenen Unterrichts. Im vorliegenden Vortrag wird anhand konkreter Beispiele vorgestellt, wie mithilfe quantitativer empirischer Methoden Modelle evaluiert werden können und welche Chancen aber auch Grenzen dieses Vorgehen hat. 


Die Workshops bilden das zentrale Veranstaltungsformat der Nachwuchskonferenz. Du kannst an bis zu vier Workshops teilnehmen. Da die Kapazitäten begrenzt sind, können bei der Anmeldung nur Präferenzen angegeben werden.


Workshop-Slot 1


Qualitative und quantitative Auswertung von videografierten Prozessen
Prof. Dr. Benjamin Rott (Universität zu Köln)

Im Workshop werden verschiedene Herangehensweisen an videografierte Prozesse vorgestellt (z. B. Arbeit am Transkript vs. am Video; event-sampling- vs. time-sampling-Verfahren) und kritisch diskutiert. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf wissenschaftliche Gütekriterien geworfen. Die Teilnehmenden werden aufgefordert, eigenes (Video-) Material mitzubringen, das in Arbeitsphasen gemeinsam kodiert werden kann.


Interpretative Unterrichtsforschung
Prof.in Dr. Uta Häsel-Weide (Universität Paderborn)

Der Workshop „Interpretative Unterrichtsforschung im Mathematikunterricht" richtet sich an Nachwuchswissenschaftler:innen, die sich für qualitative Analysen von Interaktionen im Mathematikunterricht interessieren. Ausgehend von den Grundlagen der interpretativen Sozialforschung werden methodische und konzeptionelle Zugänge zur Analyse von Unterrichtsinteraktionen vorgestellt und im Workshop praktisch erprobt. Anhand von Fallbeispielen aus dem Mathematikunterricht werden gemeinsam Daten analysiert, Verstehensprozesse und Praktiken beispielhaft rekonstruiert. Der Workshop ermöglicht durch gemeinsame Interpretationen einen Einblick in die Forschungsmethode, diskutiert Chancen und Grenzen sowie Anforderung an Daten und Fragestellungen und gibt einen Überblick über theoretische Rahmungen. Ziel ist es, den Teilnehmenden einen Einblick in die Forschungsmethode für die Planung und Durchführung eigener Projekte zu vermitteln; Vorkenntnisse sind willkommen, aber nicht erforderlich.


Fragebogenkonstruktion und Analyse von Fragebogenbearbeitungen
Prof.in Dr. Stephanie Rach (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)

Fragebögen sind in der empirischen Bildungsforschung ein probates Instrument, um Motivationen, Wahrnehmungen von Lehrprozessen, etc. zu erheben. In diesem Workshop stehen die Konstruktion und der Einsatz von Fragebögen im Mittelpunkt. Sowohl Formulierungsoptionen von Fragebogenitems als auch Auswertungsmöglichkeiten von Fragebogenbearbeitungen werden in den Blick genommen und anhand konkreter Daten diskutiert. Die Qualität von Fragebögen wird anhand klassischer Gütekriterien adressiert. Nach Möglichkeit sollen auch die von den Teilnehmenden bereits entwickelten oder geplanten Fragebögen thematisiert werden. Der Workshop ist in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert und wendet sich vorwiegend an Promovierende mit wenig systematischem Wissen zur Fragebogenkonstruktion.


Künstliche Intelligenz in der Mathematikdidaktik - Forschungsperspektiven für Nachwuchswissenschaftler:innen
Prof. Dr. Sebastian Schorcht (Technische Universität Dresden)

Die Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz stellt die mathematikdidaktische Forschung vor neue Herausforderungen und eröffnet zugleich vielfältige Forschungsperspektiven. Dieser Workshop gibt einen Überblick über zentrale Forschungsfelder und lädt die Teilnehmenden ein, in praktischen Arbeitsphasen eigene Zugänge zu diesem dynamischen Themenfeld zu entwickeln. In einem ersten Impuls wird die mathematische Leistungsfähigkeit von KI-Systemen beleuchtet: Wie lösen Large Language Models mathematische Probleme, und welche Herausforderungen treten auf?. Anschließend erproben die Teilnehmenden selbst verschiedene Prompting-Strategien und analysieren KI-generierte Lösungen zu ausgewählten Aufgaben. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von KI als didaktisches Werkzeug - etwa zur Aufgabengenerierung oder als Feedbacksystem. In Kleingruppen werden Qualitätskriterien für Ki-gestützte Materialien diskutiert und an Beispielen angewendet. Darüber hinaus werden curriculare, ethische und datenschutzrechtliche Implikationen gemeinsam reflektiert: Welche mathematischen Kompetenzen gewinnen oder verlieren an Bedeutung?. Wie verändert sich das mathematische Problemlösen, Argumentieren oder Modellieren?. Welche ethischen Bedenken sind zu berücksichtigen?. Welche Datenschutzgrundlage bietet die DSGVO?. Vorkenntnisse im Bereich Kl sind nicht erforderlich. Zur Vorbereitung lesen Sie die Texte Schönbrodt & Oldenburg (2024) aus „Mathematik im Unterricht", sowie Buchholtz et al. (2024), Platz & Plote (2025), Katter & Barton (2025) aus den MGDM 117 bis 119.


Wissenschaftliches Argumentieren in eigenen Texten
Dr. Anna Vogler (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Der Workshop zum wissenschaftlichen Argumentieren richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen, die ihre argumentativen Fähigkeiten für wissenschaftliche Texte, Präsentationen oder ihr Qualifikationsprojekt weiterentwickeln möchten. Im Mittelpunkt steht die Erarbeitung tragfähiger argumentativer Strukturen, die eine klare, nachvollziehbare und überzeugende Darstellung wissenschaftlicher Inhalte ermöglichen. Der Workshop verbindet grundlegende Konzepte der mathematischen Logik mit kommunikationstheoretischen Ansätzen zum Argumentieren. Die Teilnehmenden lernen, Argumentationslinien zu analysieren, zu strukturieren und zielgerichtet sowie überzeugend aufzubauen. Anhand praktischer Übungen und eigener Beispiele entwickeln die Teilnehmenden Argumentationsgerüste für ihre Beiträge. Ziel ist es, die Teilnehmenden bei der Planung, Strukturierung und Weiterentwicklung ihrer eigenen Forschungsarbeiten zu unterstützen. Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.



Workshop-Slot 2


Grounded Theory - Von Interviewdaten zur Theorie
Prof.in Dr. Maike Vollstedt (Universität Bremen)

Du hast Interviewdaten für Deine Studie erhoben und weißt nicht so recht, wie es nun weitergeht?. Eine Methode der Datenauswertung ist die Grounded Theory. Im Workshop werden wir im ersten, einführenden Teil zunächst theoretische Grundlagen klären. Zentrale Fragen sind dabei: Was ist eigentlich (eine) Grounded Theory?. Wo kommt sie her?. Für welche Fragestellungen eignet sie sich?. Welche Rolle spielt Theorie?. Welche Auswertungsschritte sollen angewendet werden?. Und was ist eigentlich ein Kodierparadigma?. Im zweiten, praktischen Teil wollen wir dann in Partner innenarbeit die Kodierschritte exemplarisch an empirischem Datenmaterial ausprobieren, um ein genaueres Gespür für die und erste Erfahrungen mit der Anwendung der Methode zu bekommen.


Design Research - Was ist das? Wozu mache ich das? Wie gehe ich vor?
Prof.in Dr. Birte Friedrich (Universität Potsdam)

Im Mittelpunkt des Workshops sollen die Fragen der Teilnehmenden zu bzw. die Herausforderungen mit dem Forschungsformat Design Research bzw. Fachdidaktische Entwicklungsforschung stehen, das die Entwicklung von Aufgaben und Materialien sowie die Beforschung deren Einsatz intendiert und dementsprechend sowohl Entwicklungs-anforderungen als auch Forschungsprämissen umfasst. Neben der Auseinandersetzung mit beispielhaften Entwicklungsforschungsprojekten, die sich auf verschiedenen Ebenen (Unterricht, Fortbildungs und Qualifizierung) verorten lassen und unterschiedliche mathematische Inhaltsbereiche (wie verständiges, halbschriftliches Rechnen und Zinsverständnis) oder Fortbildungsgegenstände (wie Sprachbildung im Mathematikunterricht sowie Diagnose und Förderung von Verstehensgrundlagen) adressieren, soll insbesondere ein intensiver Austausch über die Projekte der Teilnehmenden stattfinden.


Wissenschaftliches Schreiben
Prof. Dr. Gerald Wittmann (Pädagogische Hochschule Freiburg)

Im Workshop geht es zunächst darum, den eigenen Schreibtyp zu erkennen und daraus entsprechende Folgerungen für den individuellen Schreibprozess zu ziehen, um diesen produktiv gestalten zu können. Im zweiten Teil des Workshops stehen die unterschiedlichen Formen wissenschaftlichen Schreibens (Vortragskurzfassungen, Publikationen, publikationsbasierte vs. monographische Dissertation) und ihre jeweils spezifischen Anforderungen im Mittelpunkt (z. B. typischer Aufbau, sprachliche Gestaltung, Richtlinien nach APA und DGPs).


Jetzt weiß ich alles, aber wie schreibe ich es auf? - Darstellung von Forschungsergebnissen
Prof. Dr. Andreas Eichler (Universität Kassel)

In einem Promotionsvorhaben sind wesentliche Schritte, Forschungsfragen zu klären, im Falle einer empirischen Vorgehensweise ein Design zu entwickeln und dir Untersuchung selbst durchzuführen und auszuwerten. Hat man das alles geschafft, ist ein weiterer wesentlicher Schritt die eigene Forschung so zu kommunizieren, dass sie von Hörer:innen, Leser:innen wie Gutachter:innen verstanden und möglichst treffend eingeschätzt wird. Das ist sicherlich abhängig von der Güte der Forschung, aber eben auch von der Darstellung der Forschung und ihren Ergebnissen. In dem Workshop sollen daher schrittweise Do's und Dont's der Darstellung von Forschungergebnissen bearbeitet werden. Diese werden sich sowohl auf monographische Dissertationen als auch auf Publikationen in Journals beziehen. Ergänzend sollen auch Vorträge betrachtet werden. Der Workshop wird dabei auf empirisch ausgerichtete Promotionen beschränkt sein.



Workshop-Slot 3


Statistische Methoden: Mein Signifikanztest, mein p-Wert und ich
Prof.in Dr. Karin Binder (Universität Paderborn)

In der quantitativ empirischen Bildungsforschung werden in nahezu allen Artikeln p-Werte, signifikante Testergebnisse und „Sternchen" berichtet, die oft im Zusammenhang mit etwa t-Tests oder Regressionen stehen. Im Workshop wird anhand typischer Forschungsfragen beleuchtet, was statistisch signifikant wirklich bedeutet und welche typischen Fehlvorstellungen mit diesem Konzept verbunden sind. Insbesondere diskutieren wir auch den Zusammenhang zwischen statistischer Signifikanz, der Stichprobengröße und der Effektstärke. Ziel des Workshops ist ein gutes Grundverständnis für Signifikanztests zu erhalten, um Fehlinterpretationen in eigenen Artikeln zu vermeiden und die Bedeutung der Planung der Stichprobengröße zu verstehen.


Rekonstruktion von Vorstellungen bei Schüler:innen und Studierenden - Methodische Einblicke und Reflexionen
Prof.in Dr. Katja Lengnink (Justus-Liebig-Universität Gießen)

In dem Workshop wird der Frage nachgegangen, wie sich tatsächliche Vorstellungen bei Lernenden erheben sowie auf Basis von Bearbeitungsprozessen und -produkten rekonstruieren und darstellen lassen. Dazu wird auf verschiedene Methoden der Erhebung und auch der Auswertung eingegangen (Interviews, lautes Denken und Partnerarbeit auf der Seite der Erhebung sowie Qualitative Inhaltsanalyse und interpretative Verfahren auf der Seite der Rekonstruktion). Es werden drei verschiedene Dissertationsprojekte, die von mir betreut wurden, mit ihren Spezifika zugrunde gelegt und methodisch reflektiert. Dabei wird die methodische Literatur einbezogen und es wird über gelungene Darstellungen der Erkenntnisse gesprochen. Die Teilnehmenden werden soweit möglich die Methoden selbst ausprobieren und die vor- und Nachteile diskutieren.


Qualitative Inhaltsanalyse
Prof.in Dr. Rose Vogel (Goethe-Universität Frankfurt)

Im Workshop sollen spezifische Analysetechniken der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring in einer mathematikdidaktischen Adaption an Beispielen vorgestellt und konkret erarbeitet werden. Im Zentrum stehen zwei qualitative Techniken: die zusammenfassende Inhaltsanalyse und die Kontextanalyse (Explikationsanalyse). Die Analyseschritte der zusammenfassenden Inhaltsanalyse, die eine Reduktion des Datenmaterials zum Ziel hat, münden oft in eine induktive Kategorienbildung. Die Kontextanalyse kann in der mathematikdidaktischen Anpassung beispielsweise dazu genutzt werden, mathematische Konzepte aus dem Datenmaterial zu rekonstruieren. In einem Ausblick wird die dritte Analyseform der qualitativen Inhaltsanalyse, die Strukturierung, die ebenfalls auf dem Grundmodell der qualitativen Inhaltsanalyse beruht, diskutiert.



Workshop-Slot 4


Design Experimente planen und durchführen
Prof.in Dr. Susanne Schnell (Goethe-Universität Frankfurt)

Design Experimente sind ein Forschungsansatz, bei dem innovative Lehr-Lern-Gelegenheiten erprobt und beforscht werden sollen. Sie eignen sich vor allem dann, wenn traditionelle Interviewmethoden nicht ausreichend sind, um Prozesse des Denkens mit und über Mathematik sichtbar zu machen. Vom „Wieso überhaupt?" über das „Wie geht das?" bis zum „Worauf zu achten ist?".


Chancen und Herausforderungen beim wissenschaftlichen Publizieren: Vom „Wieso überhaupt?“ über das „Wie geht das?“ bis zum „Worauf zu achten ist?“
Prof. Dr. Aiso Heinze (IPN Kiel)

Vom „Wieso überhaupt?“ über das „Wie geht das?“ bis zum „Worauf zu achten ist?“ 

Das Publizieren von Forschungsartikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften mit Peer Review ist eine Voraussetzung für eine wissenschaftliche Karriere und für kumulative Dissertationen. Im Workshop werden verschiedene Aspekte des Publizierens sowie Tipps und Tricks zum Vorgehen behandelt. Dabei werden folgende Themen bearbeitet:

  • Bedeutung wissenschaftlicher Publikationen
  • Review-Verfahren, häufige Kritikpunkte in Gutachten, Umgang  damit
  • Publikationsethik (Predatory Journals, KI-Nutzung, Anteile von Autor*innen etc.) 

Bitte beachten: In diesem Workshop geht es nicht um das konkrete wissenschaftliche Schreiben (--> Workshop von Gerald Wittmann).


Philosophische Logik und ihre Anwendung
Prof. Dr. Michael Meyer (Universität zu Köln)

Die Forderung nach einer erhöhten Eigenaktivität der Schüler:innen, u. a. nach dem Entdecken und Begründen mathematischer Zusammenhänge, steht bereits seit langer Zeit im Mittelpunkt des mathematikdidaktischen Interesses. In diesem Workshop erfolgt eine Auseinandersetzung mit den inferentialistischen Grundlagen entsprechender Prozesse in der Tradition des amerikanischen Philosophen Charles Sanders Peirce. Es wird zunächst betrachtet, was eine Entdeckung (betrachtet als Abduktion) ausmacht und welche theoretischen bzw. empirischen Wege es zu ihrer Begründung gibt. Im zweiten Teil des Workshops sollen Entdeckungen (ggf. auch Begründungen) von Schülerinnen unter Nutzung dieser theoretischen Perspektive rekonstruiert werden. Gerne können Sie mir zur Vorbereitung kurze (max. eine Seite) Transkripte zuschicken, in denen Prozesse der Erkenntnisgewinnung rekonstruiert werden können: michael.meyer@uni-koeln.de. Bitte geben Sie kurz an, unter welchen Umständen die Daten erhoben wurden und unter welchen Fragestellungen Sie die Transkripte betrachten.


Methoden der Schulbuchforschung
Prof. Dr. Henning Sievert (Universität Hildesheim)

Im Workshop werden vor dem Hintergrund des aktuellen Forschungsstandes verschiedene Methoden der Schulbuchforschung vorgestellt und an paradigmatischen Studien veranschaulicht. Dabei sind die thematisierten Methoden auch über den engen Kontext des Schulbuches für die Forschung zu weiteren Ressourcen des Mathematikunterrichts relevant (Lernmaterialien, Lehrerhandbücher, Apps, digitale Lernplattformen, intelligente tutorielle Systeme). Die Methoden reichen von der Analyse des Schulbuches selbst über die Untersuchung der Schulbuchnutzung bis hin zur Schulbuchwirkungsforschung. Neben dem Erwerb von Überblickswissen sollen auch eigene Erfahrungen mit Methoden der Schulbuchforschung ermöglicht werden, die spezifisch auf die Interessen der Teilnehmenden ausgerichtet werden.

Im Rahmen der Nachwuchskonferenz kannst du zu deinem Promotionsprojekt im Rahmen einer Einzelberatung oder eines Round Tables durch unsere Expert:innen aus den Workshops beraten werden. 


Einzelberatung 
Du hast die Möglichkeit dein Promotionsvorhaben mit unseren wissenschaftlichen Expert:innen bei einer  Einzelberatung zu diskutieren. Damit wir möglichst allen Interessierten eine Einzelberatung anbieten können, wählen bitte bis zu drei Expert:innen. Alle Workshop-Leitenden stehen für Einzelberatungen

Round-Table
Beim Round Table kannst du dein Forschungsprojekt mit einem Experten bzw. einer Expertin und anderen Teilnehmenden der Nachwuchskonferenz diskutieren. Dafür solltest du eine kurze Vorstellung zu ausgewählten Inhalten bzw. Fragestellungen deines  Promotionsvorhabens vorbereiten. 

Die Nachwuchskonferenz 2026 findet in der Jugendherberge Bad Homburg statt:
Mühlweg 17
61348 Bad Homburg

Die moderne Jugendherberge liegt direkt am malerischen Schlosspark und in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum. Dort stehen Mehrbettzimmer zur Verfügung, auf die die Teilnehmenden aufgeteilt werden. Zudem bietet das Haus ausreichend große Tagungsräume für die gemeinsamen Workshops und Plenumsphasen.

Anreise

Bad Homburg ist sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Vom Frankfurter Hauptbahnhof aus erreichst du mit der S-Bahn (Linie S5) auf direktem Weg den Bahnhof Bad Homburg. Von dort sind es etwa 15 bis 20 Minuten Fußweg zum Tagungshaus. Alternativ können vom Bahnhof aus auch städtische Buslinien in Richtung der Jugendherberge genutzt werden.

Mit dem Auto erreichst du Bad Homburg am besten über die A5 und A661 (Abfahrt Bad Homburg Stadtmitte).
Tipp für das Navigationssystem: Bitte „Meiereiberg“ als Ziel eingeben, um direkt zur Herberge geleitet zu werden. Öffentliche Parkplätze stehen in der unmittelbaren Umgebung der Jugendherberge nur in sehr begrenztem Umfang zur Verfügung.

Die Anmeldung zur GDM-Nachwuchskonferenz 2026 ist vom 01.03.2026 bis zum 31.05.2026 möglich. 

Die Nachwuchskonferenz richtet sich an Personen, die neu im Bereich der Didaktik der Mathematik sind. Das umfasst Promovierende, die bereits ein grobes Promotionsvorhaben haben bzw. bereits über die Orientierungsphase (ca. das erste halbe Jahr) ihrer Promotion hinaus sind. Das umfasst aber auch Post-Docs, die bspw. aus angrenzenden Disziplinen wie Mathematik oder den Bildungswissenschaften in die Didaktik der Mathematik gewechselt sind.

Sollten die Anzahl der Anmeldungen die Kapazität übersteigen, werden wir eine Auswahl treffen (müssen). Wir benachrichtigen dich nach Ende der Anmeldephase, ob du einen Platz erhalten hast.

Die Teilnahmegebühr beträgt 250-300 € und umfasst das Programm, die Unterkunft inkl. Vollverpflegung vor Ort sowie die Teilnahme am Ausflug (ohne Verpflegung) ein. Mit der Benachrichtigung, ob du einen Platz erhalten hast, teilen wir auch die Höhe des finalen Teilnahmebetrags mit.

Eingeladene Expert:innen beleuchten aktuelle Forschungsmethoden, methodologische Ansätze und Fragen elementarer mathematischer Lernprozesse vom Elementar- bis zum Hochschulbereich.


Design Experiment, Design Research, Design Science -  Die Mathematikdidaktik und ihre Beziehung zum Forschen und Entwickeln
Prof.in Dr. Susanne Schnelle (Goethe-Universität Frankfurt)

Als Mathematikdidaktiker:innen beforschen wir häufig mathematisches Lehren und Lernen nicht um ihrer selbst willen, sondern mit (un-)mittelbarem Blick auf die Gestaltung von Unterricht, Aufgaben oder digitalen Werkzeugen. Forschung in der Mathematikdidaktik trägt damit nicht nur zur Theoriebildung bei, sondern kann oft zugleich ein Beitrag zur Weiterentwicklung von Praxis leisten.
Der Vortrag nimmt dieses Spannungsfeld zum Ausgangspunkt: Wie versteht sich die Mathematikdidaktik als wissenschaftliche Disziplin zwischen Forschen und Gestalten? Welche Rolle spielt das Design in ihrem Selbstverständnis? Welche methodischen und methodologischen Ansätze ergeben sich daraus? Und welche weiteren Verständnisse von der Mathematikdidaktik als Wissenschaft gibt es noch? 


Qualitative vs. quantitative Forschung? Die Zukunft spricht Mixed Methods!
Prof. Dr.  Benjamin Rott (Universität zu Köln)

Wie kann und soll man in einem fachdidaktischen Forschungsprojekt methodisch vorgehen? Während die einen auf quantitative Methoden (große Fragebogenstudien, raschskalierte Fähigkeitstests etc.) schwören, behaupten andere, dass wahre Erkenntnisse nur im Rahmen qualitativer Forschung (Interviews, Prozessanalysen etc.) gewonnen werden könnten. Wie steht es um diesen Methodenstreit und lassen sich die beiden Positionen nicht – zumindest teilweise – kombinieren im Sinne eines „best of both worlds“? Anhand konkreter Beispiele soll aufgezeigt werden, wie Dissertationsprojekte von Mixed Method-Designs profitieren können.


Verschiedene Forschungsansätze am Beispiel von Bruchrechnung und Arithmetik
Prof. Dr. Gerald Wittmann (Pädagogische Hochschule Freiburg)

Die Suche nach einem zur Forschungsfrage passenden Forschungsansatz erfordert deutlich differenziertere Überlegungen als „quantitiv vs. qualitativ“ oder „Fragebogen vs. Interviews“. So geht es unter anderem auch darum, ob Aufgaben evaluiert, die Fähigkeiten von Schüler*innen erfasst oder der Zusammenhang von Konstrukten beschrieben werden soll. Gleichzeitig gibt es Forschungslinien wie Fehleranalysen oder Interventionsstudien, die zum Teil quer zu den Methoden liegen und mit unterschiedlichen Methoden durchgeführt werden können. Im Vortrag werden verschiedene dieser Forschungsansätze systematisch dargestellt und an gut zugänglichen Beispielen aus Bruchrechnung und Arithmetik erläutert. 



Prüfen wissenschaftlicher Modelle – Chancen und Grenzen quantitativ empirischer Forschung in der Mathematikdidaktik
Prof.in Dr. Karin Binder (Universität Paderborn)

Ein Ziel mathematikdidaktischer Forschung ist es, wissenschaftliche Modelle zu generieren und zu prüfen, wie beispielsweise Modelle zu Konstrukten (wie z.B. zum fachdidaktischen Wissen von Lehrkräften) oder auch Modelle zu Prozessen (wie z.B. Modelle zur professionellen Handlungskompetenz von Lehrkräften oder Erwartungs-Wert-Modelle). Solche Modelle geben (angehenden) Lehrkräften auch eine Orientierung beispielsweise zur Verbesserung der Qualität des eigenen Unterrichts. Im vorliegenden Vortrag wird anhand konkreter Beispiele vorgestellt, wie mithilfe quantitativer empirischer Methoden Modelle evaluiert werden können und welche Chancen aber auch Grenzen dieses Vorgehen hat. 


Die Workshops bilden das zentrale Veranstaltungsformat der Nachwuchskonferenz. Du kannst an bis zu vier Workshops teilnehmen. Da die Kapazitäten begrenzt sind, können bei der Anmeldung nur Präferenzen angegeben werden.


Workshop-Slot 1


Qualitative und quantitative Auswertung von videografierten Prozessen
Prof. Dr. Benjamin Rott (Universität zu Köln)

Im Workshop werden verschiedene Herangehensweisen an videografierte Prozesse vorgestellt (z. B. Arbeit am Transkript vs. am Video; event-sampling- vs. time-sampling-Verfahren) und kritisch diskutiert. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf wissenschaftliche Gütekriterien geworfen. Die Teilnehmenden werden aufgefordert, eigenes (Video-) Material mitzubringen, das in Arbeitsphasen gemeinsam kodiert werden kann.


Interpretative Unterrichtsforschung
Prof.in Dr. Uta Häsel-Weide (Universität Paderborn)

Der Workshop „Interpretative Unterrichtsforschung im Mathematikunterricht" richtet sich an Nachwuchswissenschaftler:innen, die sich für qualitative Analysen von Interaktionen im Mathematikunterricht interessieren. Ausgehend von den Grundlagen der interpretativen Sozialforschung werden methodische und konzeptionelle Zugänge zur Analyse von Unterrichtsinteraktionen vorgestellt und im Workshop praktisch erprobt. Anhand von Fallbeispielen aus dem Mathematikunterricht werden gemeinsam Daten analysiert, Verstehensprozesse und Praktiken beispielhaft rekonstruiert. Der Workshop ermöglicht durch gemeinsame Interpretationen einen Einblick in die Forschungsmethode, diskutiert Chancen und Grenzen sowie Anforderung an Daten und Fragestellungen und gibt einen Überblick über theoretische Rahmungen. Ziel ist es, den Teilnehmenden einen Einblick in die Forschungsmethode für die Planung und Durchführung eigener Projekte zu vermitteln; Vorkenntnisse sind willkommen, aber nicht erforderlich.


Fragebogenkonstruktion und Analyse von Fragebogenbearbeitungen
Prof.in Dr. Stephanie Rach (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)

Fragebögen sind in der empirischen Bildungsforschung ein probates Instrument, um Motivationen, Wahrnehmungen von Lehrprozessen, etc. zu erheben. In diesem Workshop stehen die Konstruktion und der Einsatz von Fragebögen im Mittelpunkt. Sowohl Formulierungsoptionen von Fragebogenitems als auch Auswertungsmöglichkeiten von Fragebogenbearbeitungen werden in den Blick genommen und anhand konkreter Daten diskutiert. Die Qualität von Fragebögen wird anhand klassischer Gütekriterien adressiert. Nach Möglichkeit sollen auch die von den Teilnehmenden bereits entwickelten oder geplanten Fragebögen thematisiert werden. Der Workshop ist in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert und wendet sich vorwiegend an Promovierende mit wenig systematischem Wissen zur Fragebogenkonstruktion.


Künstliche Intelligenz in der Mathematikdidaktik - Forschungsperspektiven für Nachwuchswissenschaftler:innen
Prof. Dr. Sebastian Schorcht (Technische Universität Dresden)

Die Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz stellt die mathematikdidaktische Forschung vor neue Herausforderungen und eröffnet zugleich vielfältige Forschungsperspektiven. Dieser Workshop gibt einen Überblick über zentrale Forschungsfelder und lädt die Teilnehmenden ein, in praktischen Arbeitsphasen eigene Zugänge zu diesem dynamischen Themenfeld zu entwickeln. In einem ersten Impuls wird die mathematische Leistungsfähigkeit von KI-Systemen beleuchtet: Wie lösen Large Language Models mathematische Probleme, und welche Herausforderungen treten auf?. Anschließend erproben die Teilnehmenden selbst verschiedene Prompting-Strategien und analysieren KI-generierte Lösungen zu ausgewählten Aufgaben. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von KI als didaktisches Werkzeug - etwa zur Aufgabengenerierung oder als Feedbacksystem. In Kleingruppen werden Qualitätskriterien für Ki-gestützte Materialien diskutiert und an Beispielen angewendet. Darüber hinaus werden curriculare, ethische und datenschutzrechtliche Implikationen gemeinsam reflektiert: Welche mathematischen Kompetenzen gewinnen oder verlieren an Bedeutung?. Wie verändert sich das mathematische Problemlösen, Argumentieren oder Modellieren?. Welche ethischen Bedenken sind zu berücksichtigen?. Welche Datenschutzgrundlage bietet die DSGVO?. Vorkenntnisse im Bereich Kl sind nicht erforderlich. Zur Vorbereitung lesen Sie die Texte Schönbrodt & Oldenburg (2024) aus „Mathematik im Unterricht", sowie Buchholtz et al. (2024), Platz & Plote (2025), Katter & Barton (2025) aus den MGDM 117 bis 119.


Wissenschaftliches Argumentieren in eigenen Texten
Dr. Anna Vogler (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Der Workshop zum wissenschaftlichen Argumentieren richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen, die ihre argumentativen Fähigkeiten für wissenschaftliche Texte, Präsentationen oder ihr Qualifikationsprojekt weiterentwickeln möchten. Im Mittelpunkt steht die Erarbeitung tragfähiger argumentativer Strukturen, die eine klare, nachvollziehbare und überzeugende Darstellung wissenschaftlicher Inhalte ermöglichen. Der Workshop verbindet grundlegende Konzepte der mathematischen Logik mit kommunikationstheoretischen Ansätzen zum Argumentieren. Die Teilnehmenden lernen, Argumentationslinien zu analysieren, zu strukturieren und zielgerichtet sowie überzeugend aufzubauen. Anhand praktischer Übungen und eigener Beispiele entwickeln die Teilnehmenden Argumentationsgerüste für ihre Beiträge. Ziel ist es, die Teilnehmenden bei der Planung, Strukturierung und Weiterentwicklung ihrer eigenen Forschungsarbeiten zu unterstützen. Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.



Workshop-Slot 2


Grounded Theory - Von Interviewdaten zur Theorie
Prof.in Dr. Maike Vollstedt (Universität Bremen)

Du hast Interviewdaten für Deine Studie erhoben und weißt nicht so recht, wie es nun weitergeht?. Eine Methode der Datenauswertung ist die Grounded Theory. Im Workshop werden wir im ersten, einführenden Teil zunächst theoretische Grundlagen klären. Zentrale Fragen sind dabei: Was ist eigentlich (eine) Grounded Theory?. Wo kommt sie her?. Für welche Fragestellungen eignet sie sich?. Welche Rolle spielt Theorie?. Welche Auswertungsschritte sollen angewendet werden?. Und was ist eigentlich ein Kodierparadigma?. Im zweiten, praktischen Teil wollen wir dann in Partner innenarbeit die Kodierschritte exemplarisch an empirischem Datenmaterial ausprobieren, um ein genaueres Gespür für die und erste Erfahrungen mit der Anwendung der Methode zu bekommen.


Design Research - Was ist das? Wozu mache ich das? Wie gehe ich vor?
Prof.in Dr. Birte Friedrich (Universität Potsdam)

Im Mittelpunkt des Workshops sollen die Fragen der Teilnehmenden zu bzw. die Herausforderungen mit dem Forschungsformat Design Research bzw. Fachdidaktische Entwicklungsforschung stehen, das die Entwicklung von Aufgaben und Materialien sowie die Beforschung deren Einsatz intendiert und dementsprechend sowohl Entwicklungs-anforderungen als auch Forschungsprämissen umfasst. Neben der Auseinandersetzung mit beispielhaften Entwicklungsforschungsprojekten, die sich auf verschiedenen Ebenen (Unterricht, Fortbildungs und Qualifizierung) verorten lassen und unterschiedliche mathematische Inhaltsbereiche (wie verständiges, halbschriftliches Rechnen und Zinsverständnis) oder Fortbildungsgegenstände (wie Sprachbildung im Mathematikunterricht sowie Diagnose und Förderung von Verstehensgrundlagen) adressieren, soll insbesondere ein intensiver Austausch über die Projekte der Teilnehmenden stattfinden.


Wissenschaftliches Schreiben
Prof. Dr. Gerald Wittmann (Pädagogische Hochschule Freiburg)

Im Workshop geht es zunächst darum, den eigenen Schreibtyp zu erkennen und daraus entsprechende Folgerungen für den individuellen Schreibprozess zu ziehen, um diesen produktiv gestalten zu können. Im zweiten Teil des Workshops stehen die unterschiedlichen Formen wissenschaftlichen Schreibens (Vortragskurzfassungen, Publikationen, publikationsbasierte vs. monographische Dissertation) und ihre jeweils spezifischen Anforderungen im Mittelpunkt (z. B. typischer Aufbau, sprachliche Gestaltung, Richtlinien nach APA und DGPs).


Jetzt weiß ich alles, aber wie schreibe ich es auf? - Darstellung von Forschungsergebnissen
Prof. Dr. Andreas Eichler (Universität Kassel)

In einem Promotionsvorhaben sind wesentliche Schritte, Forschungsfragen zu klären, im Falle einer empirischen Vorgehensweise ein Design zu entwickeln und dir Untersuchung selbst durchzuführen und auszuwerten. Hat man das alles geschafft, ist ein weiterer wesentlicher Schritt die eigene Forschung so zu kommunizieren, dass sie von Hörer:innen, Leser:innen wie Gutachter:innen verstanden und möglichst treffend eingeschätzt wird. Das ist sicherlich abhängig von der Güte der Forschung, aber eben auch von der Darstellung der Forschung und ihren Ergebnissen. In dem Workshop sollen daher schrittweise Do's und Dont's der Darstellung von Forschungergebnissen bearbeitet werden. Diese werden sich sowohl auf monographische Dissertationen als auch auf Publikationen in Journals beziehen. Ergänzend sollen auch Vorträge betrachtet werden. Der Workshop wird dabei auf empirisch ausgerichtete Promotionen beschränkt sein.



Workshop-Slot 3


Statistische Methoden: Mein Signifikanztest, mein p-Wert und ich
Prof.in Dr. Karin Binder (Universität Paderborn)

In der quantitativ empirischen Bildungsforschung werden in nahezu allen Artikeln p-Werte, signifikante Testergebnisse und „Sternchen" berichtet, die oft im Zusammenhang mit etwa t-Tests oder Regressionen stehen. Im Workshop wird anhand typischer Forschungsfragen beleuchtet, was statistisch signifikant wirklich bedeutet und welche typischen Fehlvorstellungen mit diesem Konzept verbunden sind. Insbesondere diskutieren wir auch den Zusammenhang zwischen statistischer Signifikanz, der Stichprobengröße und der Effektstärke. Ziel des Workshops ist ein gutes Grundverständnis für Signifikanztests zu erhalten, um Fehlinterpretationen in eigenen Artikeln zu vermeiden und die Bedeutung der Planung der Stichprobengröße zu verstehen.


Rekonstruktion von Vorstellungen bei Schüler:innen und Studierenden - Methodische Einblicke und Reflexionen
Prof.in Dr. Katja Lengnink (Justus-Liebig-Universität Gießen)

In dem Workshop wird der Frage nachgegangen, wie sich tatsächliche Vorstellungen bei Lernenden erheben sowie auf Basis von Bearbeitungsprozessen und -produkten rekonstruieren und darstellen lassen. Dazu wird auf verschiedene Methoden der Erhebung und auch der Auswertung eingegangen (Interviews, lautes Denken und Partnerarbeit auf der Seite der Erhebung sowie Qualitative Inhaltsanalyse und interpretative Verfahren auf der Seite der Rekonstruktion). Es werden drei verschiedene Dissertationsprojekte, die von mir betreut wurden, mit ihren Spezifika zugrunde gelegt und methodisch reflektiert. Dabei wird die methodische Literatur einbezogen und es wird über gelungene Darstellungen der Erkenntnisse gesprochen. Die Teilnehmenden werden soweit möglich die Methoden selbst ausprobieren und die vor- und Nachteile diskutieren.


Qualitative Inhaltsanalyse
Prof.in Dr. Rose Vogel (Goethe-Universität Frankfurt)

Im Workshop sollen spezifische Analysetechniken der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring in einer mathematikdidaktischen Adaption an Beispielen vorgestellt und konkret erarbeitet werden. Im Zentrum stehen zwei qualitative Techniken: die zusammenfassende Inhaltsanalyse und die Kontextanalyse (Explikationsanalyse). Die Analyseschritte der zusammenfassenden Inhaltsanalyse, die eine Reduktion des Datenmaterials zum Ziel hat, münden oft in eine induktive Kategorienbildung. Die Kontextanalyse kann in der mathematikdidaktischen Anpassung beispielsweise dazu genutzt werden, mathematische Konzepte aus dem Datenmaterial zu rekonstruieren. In einem Ausblick wird die dritte Analyseform der qualitativen Inhaltsanalyse, die Strukturierung, die ebenfalls auf dem Grundmodell der qualitativen Inhaltsanalyse beruht, diskutiert.



Workshop-Slot 4


Design Experimente planen und durchführen
Prof.in Dr. Susanne Schnell (Goethe-Universität Frankfurt)

Design Experimente sind ein Forschungsansatz, bei dem innovative Lehr-Lern-Gelegenheiten erprobt und beforscht werden sollen. Sie eignen sich vor allem dann, wenn traditionelle Interviewmethoden nicht ausreichend sind, um Prozesse des Denkens mit und über Mathematik sichtbar zu machen. Vom „Wieso überhaupt?" über das „Wie geht das?" bis zum „Worauf zu achten ist?".


Chancen und Herausforderungen beim wissenschaftlichen Publizieren: Vom „Wieso überhaupt?“ über das „Wie geht das?“ bis zum „Worauf zu achten ist?“
Prof. Dr. Aiso Heinze (IPN Kiel)

Vom „Wieso überhaupt?“ über das „Wie geht das?“ bis zum „Worauf zu achten ist?“ 

Das Publizieren von Forschungsartikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften mit Peer Review ist eine Voraussetzung für eine wissenschaftliche Karriere und für kumulative Dissertationen. Im Workshop werden verschiedene Aspekte des Publizierens sowie Tipps und Tricks zum Vorgehen behandelt. Dabei werden folgende Themen bearbeitet:

  • Bedeutung wissenschaftlicher Publikationen
  • Review-Verfahren, häufige Kritikpunkte in Gutachten, Umgang  damit
  • Publikationsethik (Predatory Journals, KI-Nutzung, Anteile von Autor*innen etc.) 

Bitte beachten: In diesem Workshop geht es nicht um das konkrete wissenschaftliche Schreiben (--> Workshop von Gerald Wittmann).


Philosophische Logik und ihre Anwendung
Prof. Dr. Michael Meyer (Universität zu Köln)

Die Forderung nach einer erhöhten Eigenaktivität der Schüler:innen, u. a. nach dem Entdecken und Begründen mathematischer Zusammenhänge, steht bereits seit langer Zeit im Mittelpunkt des mathematikdidaktischen Interesses. In diesem Workshop erfolgt eine Auseinandersetzung mit den inferentialistischen Grundlagen entsprechender Prozesse in der Tradition des amerikanischen Philosophen Charles Sanders Peirce. Es wird zunächst betrachtet, was eine Entdeckung (betrachtet als Abduktion) ausmacht und welche theoretischen bzw. empirischen Wege es zu ihrer Begründung gibt. Im zweiten Teil des Workshops sollen Entdeckungen (ggf. auch Begründungen) von Schülerinnen unter Nutzung dieser theoretischen Perspektive rekonstruiert werden. Gerne können Sie mir zur Vorbereitung kurze (max. eine Seite) Transkripte zuschicken, in denen Prozesse der Erkenntnisgewinnung rekonstruiert werden können: michael.meyer@uni-koeln.de. Bitte geben Sie kurz an, unter welchen Umständen die Daten erhoben wurden und unter welchen Fragestellungen Sie die Transkripte betrachten.


Methoden der Schulbuchforschung
Prof. Dr. Henning Sievert (Universität Hildesheim)

Im Workshop werden vor dem Hintergrund des aktuellen Forschungsstandes verschiedene Methoden der Schulbuchforschung vorgestellt und an paradigmatischen Studien veranschaulicht. Dabei sind die thematisierten Methoden auch über den engen Kontext des Schulbuches für die Forschung zu weiteren Ressourcen des Mathematikunterrichts relevant (Lernmaterialien, Lehrerhandbücher, Apps, digitale Lernplattformen, intelligente tutorielle Systeme). Die Methoden reichen von der Analyse des Schulbuches selbst über die Untersuchung der Schulbuchnutzung bis hin zur Schulbuchwirkungsforschung. Neben dem Erwerb von Überblickswissen sollen auch eigene Erfahrungen mit Methoden der Schulbuchforschung ermöglicht werden, die spezifisch auf die Interessen der Teilnehmenden ausgerichtet werden.

Im Rahmen der Nachwuchskonferenz kannst du zu deinem Promotionsprojekt im Rahmen einer Einzelberatung oder eines Round Tables durch unsere Expert:innen aus den Workshops beraten werden. 


Einzelberatung 
Du hast die Möglichkeit dein Promotionsvorhaben mit unseren wissenschaftlichen Expert:innen bei einer  Einzelberatung zu diskutieren. Damit wir möglichst allen Interessierten eine Einzelberatung anbieten können, wählen bitte bis zu drei Expert:innen. Alle Workshop-Leitenden stehen für Einzelberatungen

Round-Table
Beim Round Table kannst du dein Forschungsprojekt mit einem Experten bzw. einer Expertin und anderen Teilnehmenden der Nachwuchskonferenz diskutieren. Dafür solltest du eine kurze Vorstellung zu ausgewählten Inhalten bzw. Fragestellungen deines  Promotionsvorhabens vorbereiten. 

Die Nachwuchskonferenz 2026 findet in der Jugendherberge Bad Homburg statt:
Mühlweg 17
61348 Bad Homburg

Die moderne Jugendherberge liegt direkt am malerischen Schlosspark und in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum. Dort stehen Mehrbettzimmer zur Verfügung, auf die die Teilnehmenden aufgeteilt werden. Zudem bietet das Haus ausreichend große Tagungsräume für die gemeinsamen Workshops und Plenumsphasen.

Anreise

Bad Homburg ist sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Vom Frankfurter Hauptbahnhof aus erreichst du mit der S-Bahn (Linie S5) auf direktem Weg den Bahnhof Bad Homburg. Von dort sind es etwa 15 bis 20 Minuten Fußweg zum Tagungshaus. Alternativ können vom Bahnhof aus auch städtische Buslinien in Richtung der Jugendherberge genutzt werden.

Mit dem Auto erreichst du Bad Homburg am besten über die A5 und A661 (Abfahrt Bad Homburg Stadtmitte).
Tipp für das Navigationssystem: Bitte „Meiereiberg“ als Ziel eingeben, um direkt zur Herberge geleitet zu werden. Öffentliche Parkplätze stehen in der unmittelbaren Umgebung der Jugendherberge nur in sehr begrenztem Umfang zur Verfügung.

Die Anmeldung zur GDM-Nachwuchskonferenz 2026 ist vom 01.03.2026 bis zum 31.05.2026 möglich. 

Die Nachwuchskonferenz richtet sich an Personen, die neu im Bereich der Didaktik der Mathematik sind. Das umfasst Promovierende, die bereits ein grobes Promotionsvorhaben haben bzw. bereits über die Orientierungsphase (ca. das erste halbe Jahr) ihrer Promotion hinaus sind. Das umfasst aber auch Post-Docs, die bspw. aus angrenzenden Disziplinen wie Mathematik oder den Bildungswissenschaften in die Didaktik der Mathematik gewechselt sind.

Sollten die Anzahl der Anmeldungen die Kapazität übersteigen, werden wir eine Auswahl treffen (müssen). Wir benachrichtigen dich nach Ende der Anmeldephase, ob du einen Platz erhalten hast.

Die Teilnahmegebühr beträgt 250-300 € und umfasst das Programm, die Unterkunft inkl. Vollverpflegung vor Ort sowie die Teilnahme am Ausflug (ohne Verpflegung) ein. Mit der Benachrichtigung, ob du einen Platz erhalten hast, teilen wir auch die Höhe des finalen Teilnahmebetrags mit.