Dr. Timo Rouget

Promotion: Filmische Darstellungen des Lesens

Beginn: 2015

Abgeschlossen: 2020

Prädikat: summa cum laude


Es gibt in der Filmgeschichte zahlreiche sinnliche Lektürebegegnungen, die bisher noch keine Forschungsarbeit untersucht hat. Timo Rouget schließt dieses Desiderat, indem er Ordnungsprinzipien in das genuin intermediale Phänomen „Lesen im Film“ bringt. Die Zuschauenden erhalten bei literarisch-ästhetischen Leseszenen eine Reihe von visuellen und auditiven cues – Hinweisreize des Films – mit denen sie Rückschlüsse auf das innere Leseerlebnis der filmischen Figuren ziehen können. Indizien für die Intensität einer Leseerfahrung können der Titel eines Textes, die Mimik einer/s Lesenden, der Leseort oder die Verbalisierung eines Lesemotivs liefern. Darüber hinaus erfüllt das filmische Lesen eine Reihe von unterschiedlichen Funktionen, die einerseits in die Kulturgeschichte des Lesens eingeordnet werden können und andererseits filmeigene Ausprägungen verkörpern. Die Hauptthese, die anhand einer Fülle von Beispielen aus filmphänomenologischer Perspektive hergeleitet und begründet wird, lautet: Lesende Figuren können selbst eine ästhetische Erfahrung machen, deren filmische Darstellung wiederum bei den Zuschauenden selbst eine ästhetische Erfahrung auszulösen vermag.  Die Studie schließt damit nicht nur eine Lücke im medienwissenschaftlichen und lesesoziologischen Forschungsdiskurs, sondern leistet gleichzeitig einen originären Beitrag zur gegenwärtigen Debatte um die ästhetische Erfahrung.




Filmische Leseszenen. Ausdruck und Wahrnehmung ästhetischer Erfahrung. Berlin: de Gruyter 2021.

Rezensiert von:

 Würdigung als herausragende Arbeit des Fachbereichs 2 an der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz.).