FB 10 | Niederländisch | Veranstaltungsreihe Niederländische Sprache und Kultur AKTUELL

Wintersemester 2019/20

Im Wintersemester 2019/2020 sind einige Veranstaltungen Niederländisch Teil der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) geförderten "Kleine Fächer-Wochen". In diesem Rahmen werden die Autorenlesung am 4. Dezember und das Konzert vom 31. Januar gefördert.

Am 7. November 2019 gehen die beiden Übersetzerinnen Bettina Bach (Tommy Wieringa) und Eva Profousová (Jáchym Topol) über ihre Autoren und deren Werke ins Gespräch. Ort: Campus Westend - Casinogebäude 1.812

Die Romane Santa Rita des Niederländers Tommy Wieringa und
Ein empfindsamer Mensch des Tschechen Jáchim Topol überschneiden
sich auf interessante Weise – in beiden geht es um
Menschen, die von der Politik und aufgrund ihres Lebensraums
an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.
Wieringas Held Paul Krüzen lebt an der niederländischdeutschen
Grenze und betreibt einen Internethandel mit Militärdevotionalien,
sein Leben spielt sich vorwiegend zwischen Kneipe
und Bordell ab. Die Figuren von Topols groteskem Roman leben
zwar nur ein paar Kilometer von der Hauptstadt entfernt,
dennoch ist ihre Welt – Schrottplatz, Bordell, Kohlenschiff,
Kneipe – genauso eigen wie die der niederländischen Figuren.
Auch die Sprache, in der die beiden Autoren ihre „abgehängten“
Helden porträtieren, ist weit von jeder Norm entfernt.
Tommy Wieringa und Jáchim Topol sind beide in ihren Heimatländern
und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte und
vielgelesene Autoren.
An diesem Abend tauschen sich die beiden erfahrenen Übersetzerinnen
Bettina Bach und Eva Profousová über Inhalt und Vorgehensweise
beim Übersetzen aus. Zur Veranschaulichung werden
sie aus ihren Übersetzungen vorlesen.

Am 21. November 2019 (19 Uhr) liest der flämische Autor Jonathan ROBIJN aus seinem Roman "Congo Blues" (Cossee/Nautilus) vor. Die Lesung ist zweisprachig. Ort: Campus Westend - Casinogebäude 1.812

Der Autor Jonathan Robijn (*1970) hat mit seinem 2017
erschienenen Congo Blues einen kurzen, subtilen Roman über
die Auswirkungen der belgischen kolonialen Vergangenheit
vorgelegt.
Mit leisen Tönen schildert er den Alltag des Jazzpianisten
Morgan im Brüssel der achtziger Jahre. Nach dem Tod seiner
Freundin Angela führt Morgan ein ruhiges, unaufgeregtes Leben
und hat sich mit seinem einsamen Schicksal abgefunden.
Bis an einem kalten Neujahrsmorgen auf höchst ungewöhnliche,
aber selbstverständliche Art und Weise die junge, quirlige
Simona bei ihm einzieht und nach einiger Zeit genauso
mysteriös aus seinem Leben verschwindet. Aufgewühlt durch
ihre gemeinsamen Gespräche über Congo und Zaire, neue Bekanntschaften
und vergessen geglaubte Erinnerungen macht
sich Morgan auf die Suche nach seiner Herkunft und Identität
und muss dabei kreuz und quer wie ein Detektiv durchs
Land reisen. Stilsicher gelingt es Robijn, dem Leser nichts zu
verraten und auch am Ende kann dieser nur ahnen, wie die
Geschichte abgelaufen ist und in welcher Beziehung Simona
und Morgan zu einander stehen.
Jonathan Robijn arbeitete von 2003 bis 2011 für die Organisation
„Ärzte ohne Grenzen“ und stieß während eines Einsatzes
in Burundi 2007 auf das Material, das zu dieser Geschichte
führte. Es ist, nach einem Band mit Erzählungen, sein erster
Roman, der sowohl in Belgien und den Niederlanden als auch
in Deutschland viel Lob von der Literaturkritik geerntet hat.

Am Mittwoch, den 4.12.2019 (19 Uhr s.t.) kommt der niederländische Roman- und Theaterautor Martin Michael DRIESSEN. Er wird, zusammen mit seinem deutschen Übersetzer Gerd BUSSE sein Buch "Rivieren" auf Niederländisch und Deutsch vorstellen. Im anschließenden Gespräch wird auf einschlägige Übersetzungsprobleme eingegangen. Die deutsche Übersetzung "An den Flüssen" erscheint am 22.08.2019 bei Wagenbach. Die Veranstaltung findet im Renate v. Metzler-Saal (Raum 1.801) im Casinogebäude auf dem Campus Westend statt. Der Eintritt ist frei. Es sind zwei Büchertische vorgesehen.

Der gebürtige Niederländer Martin Michael Driessen (*1954) hat über
20 Jahre als Theaterregisseur und -übersetzer an fast allen großen
deutschen Theaterhäusern gearbeitet. Seit 2006 lebt er wieder in den
Niederlanden und veröffentlicht seitdem regelmäßig preisgekrönte
Romane und Erzählungen. Der Novellenband Rivieren aus 2016 (An den
Flüssen, 2019) erhielt den hochdotieren ECI-Literatuurprijs sowie den
Inktaap, einen Preis, der von Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren
verliehen wird.
Zwei der drei Novellen in Rivieren (dt. Flüsse) spielen in Frankreich, eine
in Deutschland. Protagonist ist jeweils ein Fluss. In „Fleuve sauvage“
macht ein älterer, dem Alkohol verfallener Schauspieler eine mehrtägige
Kanufahrt über die Aisne in Nordfrankreich, mit dem Ziel, seine
Alkoholsucht in den Griff zu bekommen. Aber es läuft anders, als geplant…
„Die Reise zum Mond“ beginnt um 1900 in Franken, als noch
Baumstämme über die Flüsse Rodach, Main und Rhein nach Amsterdam
geschickt wurden, und endet kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, als diese
jahrhundertealte Floßfahrt Geschichte wurde. In „Pierre und Adèle“
sind die Landsitze zweier seit Generationen verfeindeter Familien durch
einen Fluss voneinander getrennt. Diese Grenze ist schier unüberwindbar.
Fast noch mehr als der Inhalt, bestechen der souveräne Stil und der
nahezu archaische Sprachgebrauch des Autors.
Bei der Veranstaltung, die im Rahmen der „Kleine Fächer-Wochen“
stattfindet, wird der Autor nicht nur aus seinem Werk lesen, sondern
auch mit dem Übersetzer von An den Flüssen diskutieren.
Gerd Busse (*1956) ist ein renommierter Übersetzer niederländischer
Literatur und in Deutschland vor allem durch die Übersetzung von
Voskuils siebenbändigem Werk Das Büro bekannt geworden.

Am 31. Januar 2020 kommt die vollzählige Musikgruppe "Lennaert & De Bonski's" zum dritten Mal an die Goethe-Universität , diesmal im Rahmen des Programms "Die Lange Nacht der Kleinen Fächer". Voraussichtlicher Anfang: 21 Uhr. Ort: Campus Westend - IG-Farben-Bau 411

Lennaert Maes & die Bonski`s sind zum dritten Mal zu Gast an der
Goethe-Universität. Wer sie die letzten beiden Male erlebt hat, wird
sie sicher auch diesmal nicht verpassen wollen. Und wer sie noch nicht
erlebt hat, darf sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen.
Sänger und Gitarrist Lennaert Maes sowie Andrei Bonski (Stimme,
Geige, Mandoline, Gitarre, Keyboard) und Chris Bonski (Stimme,
Kontrabass und Schlagzeug) machen seit zehn Jahren Lieder für
Anderssprachige, die spielerisch und singend Niederländisch lernen
wollen. Mittlerweile haben sie diese Methode in zehn Ländern an
ca. 25.000 begeisterten Zuschauern erprobt.
Zweifellos die lustigste Art für ein erstes Rendezvous mit der
niederländischen Sprache!
Im Rahmen der „Langen Nacht der kleinen Fächer“ können Sie
außerdem noch viele andere Sprachen kennenlernen.
Eintritt frei!

http://www.bonski.be/