Zur Forschung des Fachbereichs


Moderne Gesellschaften sehen sich tiefgreifenden sozialen Wandlungsprozessen sowie Reformprozessen des Bildungssystems gegenüber. „Pluralisierung“, „Ökonomisierung“, „demographischer Wandel“ – damit sind nur einige Phänomene bezeichnet, welche von der Erziehungswissenschaft erforscht werden. Ihr kommt die Aufgabe zu, gesellschaftliche Realität hinsichtlich ihrer Formgebung bzw. Bedeutung für pädagogische Prozesse zu erfassen und damit einhergehende Fragestellungen zu bearbeiten, wie z.B. die Ermöglichung gesellschaftlicher Teilhabe und Interessensvertretung sowie Möglichkeiten lebenslangen Lernens. Die Frankfurter Erziehungswissenschaft widmet sich in eben diesem Sinne einer Erforschung sozialer und pädagogischer Welten – unter der Maßgabe ihrer kritischen und empirischen Analyse und dem Anspruch ihrer politisch-praktischen Gestaltung. Die Forschungsarbeit am Fachbereich zielt auf die folgenden Bereiche: 

Die Forschungsprojekte am Fachbereich repräsentieren eine große Vielfalt empirischer Fragestellungen, Adressaten und Institutionen, sowie regionaler (z.B. Stiftungen der Stadt Frankfurt am Main), nationaler (z.B. DFG, VW-Stiftung) und internationaler Drittmittelgeber (z.B. EU).

Die Forschungsarbeit des Fachbereichs ist zugleich „grundlagentheoretisch“, d.h. begrifflich-systematisch, wie auch empirisch „anwendungsorientiert“ und damit im engeren Bezug auf pädagogische Praxisvollzüge ausgerichtet. Die Pluralität und wechselseitige Ergänzung quantitativer und qualitativer methodischer Herangehensweisen der Frankfurter Erziehungswissenschaft haben sich in den letzten Jahren gleichermaßen auf hohem Niveau entwickelt, was ihre Wahrnehmung in der Scientific Community ebenso wie in Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft verstärkt hat. Die Mitglieder des Fachbereichs bringen ihre Expertise in Sachverständigenkommissionen, in wissenschaftlichen Beiräten, Gutachtertätigkeiten und Expertengruppen auf Landes- wie Bundesebene ein. Themen wie z.B. „Unterrichtsqualität“, „Inklusion“, „Übergänge in den Beruf“, „Altern“ oder „Kinderarmut“ haben zu einer größeren internationalen Sichtbarkeit der Frankfurter erziehungswissenschaftlichen Forschung geführt.

Die Forschungsstärke des Fachbereichs Erziehungswissenschaften zeigt sich auch an der Einwerbung von Drittmitteln, die in den letzten Jahren erheblich gesteigert werden konnte. So liegt der DFG-Anteil an Forschungsförderung deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Neben den „klassischen“ Förderinstitutionen wie DFG, EU, Bundes- bzw. Landesministerien sind auch nationale und internationale Stiftungen sowie die Beteiligung am IDeA-Programm (LOEWE) zu nennen. Darüber hinaus existieren zahlreiche Kooperationen und Beteiligungen an Modellprojekten, die besonders für den Wissens- und Forschungstransfer in der Region von Bedeutung sind.


Forschungsnetzwerk Inklusion

Das Forschungsnetzwerk Inklusion stellt einen seit Anfang 2014 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main bestehenden Verbund von Wissenschaftler*innen dar, der das Themenfeld der inklusiven Bildung aus sehr unterschiedlichen bildungswissenschaftlichen Perspektiven bearbeitet. Diese Gruppe deckt u.a. die Felder der Frühpädagogik, der Pädagogik der Elementar- und Primarstufe, der Sekundarstufe, der Sozialpädagogik und Familienforschung, der Erwachsenenbildung wie auch der Migrationspädagogik, der Ungleichheitsforschung, der Biographieforschung, der Diagnostik, der Disability Studies und der Sonderpädagogik ab.

Konzeptuelle und theoretische Orientierungen des Forschungsnetzwerkes Inklusion sowie eine Übersicht laufender und geplanter Forschungsvorhaben können dem Rahmenpapier „Forschungsschwerpunkt Inklusion“ entnommen werden.