Berufsbild der Bioinformatik

Bioinformatikerinnen und Bioinformatiker arbeiten an der Schnittstelle zwischen Biologen, Chemikern, Medizinern und Pharmazeuten. Denn Forschung im Bereich der Lebenswissenschaften findet längst nicht mehr nur im Labor statt. Die ungeheuren Datenmengen, die etwa beim Entschlüsseln von menschlichem, tierischem oder pflanzlichem Erbgut entstehen, müssen verarbeitet und miteinander in Beziehung gesetzt werden, um sie nutzbar zu machen. Das ist Aufgabe der Bioinformatikerinnen und Bioinformatiker.

Bioinformatikerinnen und Bioinformatiker arbeiten vornehmlich in der Forschung, entweder an Universitäten oder anderen Forschungseinrichtungen, wie Max-Planck-Instituten, Helmholtz-Instituten, Leibniz-Instituten oder in Forschungsabteilungen der Industrie, insbesondere der pharmazeutischen Industrie, Biotechnologie-Firmen und der chemischen Industrie.

Wichtig ist zu wisen, dass insbesondere die Industrie Wert auf den Abschluss der akademischen Ausbildung mit der Promotion legt. Deshalb ist es empfehlenswert nach einem ausgezeichneten, sehr guten oder auch guten Studienabschluss ein Promotionsstudium aufzunehmen.

Ebenfalls möglich ist die Tätigkeit bei EDV-Dienstleistern oder bei Datenbank- und Softwareanbietern im naturwissenschaftlichen Bereich. Typische Tätigkeitsbereiche sind meist Sequenz- und Genomanalyse, Systembiologie, Softwareentwicklung oder Datenanalyse.

Bioinformatikerinnen und Bioinformatiker entwickeln und testen Software mit unterschiedlichen biologischen Daten, zu denen Informationen über Gene, Proteine, Stoffwechselvorgänge, neurologische Prozesse, Signalwege oder ganze Ökosysteme gehören. Dabei ist ein wichtiger Aspekt dieses Berufsfeldes die Anwendung stochastischer und statistischer Methoden, ebenso wie Methoden der Künstlichen Intelligenz. Je nach Einsatzbereich entwickeln Bioinformatikerinnen und Bioinformatiker auch Software zur 2D-, 3D- und 4D-Simulation sowie Visualisierung biochemischer Prozesse oder sind an der Entwicklung von innovativen Robotik-Systemen beteiligt, die beispielsweise zur Automatisierung von Screeningverfahren eingesetzt werden.

Bioinformatikerinnen und Bioinformatiker fungieren als wichtige Verbindungsstelle zwischen Biologie, Chemie, Pharmazie, Medizin und Informatik, denn sie verstehen die jweiligen Fachsprachen der anderen Fächer. Mit eigens entwickelten Anwendungen werden beispielsweise Analysen des Erbgutes überwacht oder biologische Prozesse simuliert.

Allgemeine Fachbeschreibung

Die Bioinformatik ist eine junge, sich rasant entwickelnde Wissenschaft im Grenzgebiet von Informatik und Biologie, Medizin, Mathematik, Chemie und Physik. Sie entwickelt computergestützte Methoden, um aktuelle Forschungsaufgaben in der Biologie und Medizin zu lösen. Das umfaßt sowohl die Analyse von DNS-, RNS- und Proteinsequenzen als auch die Analyse von Proteinstrukturen und deren Komplexe und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten in komplexen Systemen (Systembiologie). In der modernen Arzneimittelentwicklung (Drug Design), ebenso wie bei der Entwicklung neuer Therapien, ist die Bioinformatik nicht mehr wegzudenken.

Die Bioinformatik stellt einen eigenständigen Wissenschaftszweig dar. Synergien bestehen nicht mehr nur darin, daß der Biologe moderne Methoden der Datenverarbeitung einsetzt und der Informatiker in der Biologie interessante Anwendungsgebete seiner Arbeit findet. Vielmehr sind zwischen beiden Disziplinen Grenzgebiete entstanden, die weder der einen noch der anderen Disziplin zuzurechnen sind.

Frankfurter Besonderheiten

Der konsekutive 3-jährige Bachelor Bioinformatik mit dem 2-jährigen Master Bioinformatik qualifiziert erfolgreich für den Beruf des Bioinformatikers in der Forschung und Industrie.

Absolventinnen und Absolventen des Bioinformatik-Studiengangs verfügen über ein solides Grundwissen in den Disziplinen Biologie und Informatik und sind in der Lage, beide Wissensgebiete zu vernetzen.

Im Beruf sind Absolventinnen und Absolventen des Bioinformatik-Studiengangs in der Lage, Aufgabenstellungen in den unterschiedlichen Anwendungsfeldern der Bioinformatik zu bearbeiten, entsprechende Software-Systeme zu entwickeln und Projekte zu leiten.

In Frankfurt werden sowohl die Biologie als auch die Informatik gleich intensiv im Studium behandelt, bevor die Bioinformatik vermittelt wird. Schwerpunkte der Ausbildung sind die Sequenzanalyse und die Theoretische Systembiologie. Dabei wird von einer breiten Biologie und einer exzellenten Informatik an der Goethe-Universität und den vielen Forschungsinstituten sowie den Industriestandorten in Frankfurt und Umgebung profitiert. 

Wir weisen darauf hin, dass sich die Prüfungsmodalitäten in den einzelnen Fachbereichen unterscheiden, insbesondere in Bezug auf die Anmeldungen zur Prüfung.
Für Module des Fachbereichs Informatik und Mathematik (FB 12) müssen Sie sich für jede Prüfung anmelden, im QIS (für schriftliche Prüfungen) oder im Prüfungsamt (für mündliche Prüfungen).
Für Module des Fachbereichs Lebenswissenschaften (FB 15) sind Sie automatisch angemeldet.
Bitte, informieren Sie sich zu Details in der Studienordnung. .

Weiterbildung

Während des Studiums wird ein breites theoretisches und praktisches Grundlagenwissen in der Bioinformatik vermittelt, hinzu kommt Basiswissen in der Biologie und Informatik, sowie Teilaspekte der Chemie, Mathematik und Physik.

Diese Ausbildung bildet die Grundlage für ein späteres Master- und/oder Promotionsstudium.

Die Bioinformatik verknüpft die Theorie mit der Anwendung, um z. B. große komplexe Systeme zu verstehen.

Tätigkeitsfelder

Der Bachelorstudiengang Bioinformatik ist fächerübergreifend angelegt und vermittelt sowohl experimentelle, empirische und theoretische Fähigkeiten in der Biologie als auch praktische und theoretische Fähigkeiten in der Informatik. An das Bachelorstudium schließt sich in der Regel ein Masterstudium, vorzugsweise der Bioinformatik, an. Die Arbeitsmöglichkeiten sind vielfältig. Bedingt durch die gleichwertige Ausbildung in Biologie und Informatik sind neben den unterschiedlichsten Bereichen der Bioinformatik ebenso Tätigkeiten in der Biologie sowie Informatik vorstellbar. Empfehlenswert ist nachfolgend die Promotion im Fach Bioinformatik.

Neben einer Karriere in Forschung und Wissenschaft, der eine Promotion vorausgehen muß, sind Bioinformatiker in der Industrie stark nachgefragt. Auch in der Industrie arbeiten Bioinformatiker meist forschungsnah. Unsere Absolventen sind z. B. bei großen Chemie-, Life Science- und Software-Firmen tätig. Ob als IT-Consultant, Systemberater oder Investigator – alles ist möglich.

Voraussetzungen

Das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife oder eine durch Rechtsvorschrift oder von der zuständigen Stelle als gleichwertig anerkannte Hochschulzugangsberechtigung (vgl. §63 Hess. Hochschulgesetz).

Im Rahmen des Studiums ist es notwendig, englischsprachige Originalliteratur verstehen zu können. Gute Englischkenntnisse sind daher notwendig und müssen, soweit sie nicht zu Studienbeginn vorhanden sind, parallel zum Studium erworben werden. Sie sind jedoch nicht Studienvoraussetzung.

Für die Aufnahme des Studiums der Bioinformatik sind, neben Interesse an Fragestellungen der Biologie und einer Bereitschaft zu praktischem Arbeiten, Kenntnisse in Physik, Chemie und Mathematik erwünscht, sowie Neugierde und Freude an der wissenschaftlichen Arbeit.

Praktika

Während des Studiums müssen bioinformatische, biologische und informatische Praktika absolviert werden. Weiterhin werden Fähigkeiten zur Führungskompetenz und zum Teammanagement erlernt.

Bewerbung

Der Bachelor-Studiengang ist zulassungsbeschränkt. Der Studienbeginn ist nur zu einem Wintersemester möglich. Die aktuellen Bewerbungs- und Zulassungsinformationen sowie die Bewerbungsunterlagen der Universität erhalten Sie unter www.bewerbung.uni-frankfurt.de oder im Studien-Service-Center unter Tel. 069 / 798 - 38 38.

Die ausgefüllten Bewerbungsunterlagen müssen mit einer beglaubigten Kopie des Abiturzeugnisses beim Studierendensekretariat bis zum 15. Juli eines Jahres eingereicht (Posteingang) eingereicht werden.

 

Studienaufbau

Der Bachelorstudiengang Bioinformatik ist modular aufgebaut. Ein Modul ist eine in sich abgeschlossene Lehr- und Lerneinheit mit definierten Inhalten, die sich über ein oder zwei Semester erstrecken kann.

CP (credit points): kennzeichnen den studentischen Arbeitsaufwand für ein Modul, der in der Regel tatsächlich notwendig ist, um die jeweiligen Anforderungen zu erfüllen und das Lernziel zu erreichen. Ein CP entspricht einem studentischen Arbeitsaufwand von 30 Stunden. Für ein Vollzeitstudium sind pro Semester im Durchschnitt 30 CP vorgesehen. SWS: Semesterwochenstunden

 

 

Auf einen Blick

Abschluss

Bioinformatik B. Sc. - Bachelor of Science

Studiendauer

Der Studienordnung liegt eine Regelstudienzeit von 6 Semestern zugrunde.

Studienbeginn

Jährlich zum Wintersemester

Zulassungsbeschränkung

Der Studiengang ist universitätsintern zulassungsbeschränkt