Seminar für Judaistik

Gegenstand des Faches Judaistik sind Sprachen, Geschichte, Religion und Kultur der Jüd*innen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Konkret bedeutet dies eine Beschäftigung mit den vielfältigen Erscheinungsformen des Judentums, seinen Kontinuitäten und Wandlungen (einschließlich seiner Verflechtungen mit anderen Kulturen) in den verschiedenen Epochen und geographischen Räumen.

Besondere Schwerpunkte bestehen im Frankfurter Seminar für Judaistik im Bereich der Kulturgeschichte der europäischen Juden vom Mittelalter bis in die Neuzeit. 

Neben der Möglichkeit, Judaistik im Haupt- und Nebenfach auf Bachelor und Master zu studieren, gibt es in Frankfurt den Studiengang Jüdische Geschichte und Kultur. Dieser vermittelt Grundwissen über das Judentum als Kultur und Religion, Kenntnisse der jüdischen Geschichte, insbesondere in Europa, sowie grundlegende Sprachkenntnisse in Hebräisch und einer weiteren jüdischen Sprache. Der Studiengang richtet sich vor allem an Historiker*innen, aber auch an Studierende anderer geisteswissenschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Fächer mit kultur-historischem Interesse, die sich thematisch mit dem Judentum auseinandersetzen möchten.

Studium


Aktuelles

EXKURSION KÖLN

EXKURSION KÖLN

Das Seminar für Judaistik veranstaltet am 14.07.2022 eine ganztägige Exkursion nach Köln. Die genauen Uhrzeiten werden noch bekannt gegeben.

In Köln besuchen wir das Lapidarium der Ausgrabung des mittelalterlichen jüdischen Viertels, wo uns der Leiter der Archäologischen Zone, Michael Wiehen, Funde aus der derzeit nicht zugänglichen Ausgrabung vorstellen wird. Danach besuchen wir die Ausstellung "In die Weite. Aspekte jüdischen Lebens in Deutschland" im Kolumba Museum. Desweiteren werden wir die Bibliothek "Germania Judaica" besuchen, deren Leiterin Dr. Ursula Reuter uns diese Fachbibliothek zum deutschen Judentum vorstellen wird.

Zur Teilnahme können sich alle Studierenden mit Hebraicum bis zum 25. Mai per Email bei Prof. Elisabeth Hollender anmelden. Ihre Teilnahme an der Exkursion wird finanziell bezuschusst. Die Selbstbeteiligung beträgt maximal 17,50 Euro. Von Studierenden wird erwartet, dass sie vor der Exkursion mindestens einmal das Jüdische Museum Frankfurt oder das Museum Judengasse besucht haben, um einen Vergleich mit der Ausstellungskonzeption im Kolumba-Museum zu haben.

VORTRAG

VORTRAG

The Jewish Passover in Christian Hands: Johann Rittangel’s Diatribe against Joseph Scaliger and Louis Cappel

Joanna Weinberg (Oxford)

24.05.22, 16-18 Uhr

Casino 1802, Campus Westend 

Early modern Christian scholars were fascinated by the rituals and texts of the Passover and inexorably drawn to examine the connection between the Last Supper and its Jewish counterpart. ‘A remarkable debate’ on this topic erupted between two preeminent Protestant scholars: Louis Cappel of Saumur and Buxtorf the younger of Basel. An eminent Hebraist, Johann Stephan Rittangel (1606-1652), professor extraordinary of Koenigsberg who had already published a German and Latin translation of the Haggadah (the liturgy for Passover eve) intervened in this debate. The examination of Rittangel’s recently discovered pamphlet which was written in Hebrew and addressed to the Curators and Burgomasters of the Dutch Republic offers a new perspective on this heated discussion. Rittangel’s approach is philological, eschewing the more usual theological or historical arguments that characterize this heated debate.

 

 

Bio

Joanna Weinberg is Professor Emerita in Early Modern Jewish History and Rabbinics at the University of Oxford.

EXKURSION ANTWERPEN

EXKURSION ANTWERPEN

Nach zwei Jahren Coronapause, fuhr das Seminar für Judaistik im Juni 2022 endlich wieder auf Exkursion! Dieses Mal ging es nach Antwerpen in Belgien, Heimat einer der größten jüdischen Gemeinden Europas. Hier ist Jiddisch noch eine lebendige Sprache bei den ultraorthodoxen Chassiden, die das Stadtbild im Jüdischen Viertel mit seinen zahlreichen Synagogen nahe des Bahnhofs prägen. Aber die Bedeutung der Stadt für die jüdische Geschichte und Kultur geht weit bis ins Mittelalter und in die Frühe Neuzeit zurück: Hier dominierten Juden lange den Diamantenhandel und es wurden hebräische Bücher in der Druckerei der christlichen Familie Plantin-Moretus gedruckt. Während der Shoah wurden belgische Juden im nahegelegenen Mechelen im Sammellager Kazerne Dossin interniert, um in die polnischen Konzentrations- und Vernichtungslager transportiert zu werden. Heute leben in Antwerpen wieder sowohl aschkenasische als auch sefardische Juden und an der Universität werden vom Institut für Jüdische Studien hebräische und jiddische Sprachkurse sowie Seminare zu jüdischen Themen angeboten.

VORLESUNGSVERZEICHNIS

VORLESUNGSVERZEICHNIS

Das kommentierte Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 2022/23 ist jetzt hier online.

SEMINARBIBLIOTHEK

SEMINARBIBLIOTHEK

Unsere Seminarbibliothek steht wegen der Vorbereitung des Umzugs des Seminars auf den Campus Westend leider weiterhin nicht zur Verfügung. Bitte sprechen Sie Ihre Dozent*innen zu Sonderregeln für Abschluss- und Hausarbeiten an.

GRATULATION

GRATULATION

  • Wir gratulieren Friederike Schöpf zur erfolgreichen Einreichung und Verteidigung (am 13.06.22) ihrer Doktorarbeit „Purity without Borders? Purity Concerns in the Early Jewish Diaspora during the Second Temple Period regarding the Case of Tall Zira'a, Northern Jordan". Die Arbeit wurde am Seminar für Judaistik eingereicht.
  • Das Seminar für Judaistik gratuliert seiner Mitarbeiterin Anna Busa zur erfolgreichen Einreichung und Verteidigung (am 28.06.21) ihrer Doktorarbeit „Midrash Pirqa de-Rabbenu ha-Qadosh in popular anthologies from the Cairo Geniza“. Die Arbeit wurde in einem Cotutelle-Verfahren am Seminar für Judaistik der Goethe-Universität Frankfurt sowie der École Pratique des Hautes Études Paris eingereicht. 

EAJS

EAJS

Auf dem 11. EAJS Kongress, der vom 15.-19. Juli 2018 in Krakau stattfand, wurden Prof. Elisabeth Hollender als Präsidentin der EAJS und Dr. Annelies Kuyt als Treasurer der EAJS gewählt.

Die EAJS (European Association for Jewish Studies, https://www.eurojewishstudies.org) ist der europäische Dachverband für Judaistik/Jüdische Studien. Ihre Ziele sind die Stärkung und Unterstützung von Forschung und Lehre von Judaistik/Jüdischen Studien an Universitäten in ganz Europa. Die Vereinigung wurde 1981 gegründet, inzwischen hat sie über 1200 Mitglieder aus mehr als 30 Ländern. Prof. Elisabeth Hollender gehört seit 2014 dem Executive Committee der EAJS an und bemüht sich in dieser Funktion um internationale Nachwuchsförderung und die Kooperation zwischen Studiengängen in Europa.

Am 16.-20. Juli 2023 wird der 12. Kongress der EAJS in Frankfurt stattfinden.