LOEWE-Schwerpunkt

Prähistorische Konfliktforschung: Burgen der Bronzezeit zwischen Taunus und Karpaten

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Sozialmodelle spätbronzezeitlicher Gesellschaften

Den theoretischen Bezugsrahmen für die Rekonstruktion bronzezeitlicher Sozialstrukturen bilden zwei aktuelle Diskurse der Bronzezeitforschung: Zum einen der Verweis auf die ägäische Bronzezeit als Ausgangspunkt einer etappenweise bis nach Mitteleuropa ausstrahlenden Entwicklung der Zentralisierung und Machtkonzentration, kulminierend in der Person eines machtvollen Einzelherrschers bzw. einer „Elite“. Zum anderen ein Diskurs, den man schlagwortartig mit „Beyond Elites“ bezeichnen könnte und der sich gegen eine einseitige Fixierung der traditionellen Bronzezeitforschung auf die Angehörigen von „Eliten“ richtet.

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Bild: Felsbild der Nordischen Bronzezeit aus Taunum, Bohuslän, Schweden (Foto R. Krause)

Stuttgarter psalter  146v zugesch neu

Burgen und Kriegergruppen in der politischen Kultur der Karolingerzeit

Das geschichts-wissenschaftliche Teilprojekt erforscht die Rolle von Kriegergruppen und Befestigungsanlagen im politischen und sozialen Gefüge des karolingischen Europa (8./9. Jh. n. Chr.). Es fungiert als Vergleichspunkt und Gesprächspartner der archäologischen Teilprojekte, wenn es darum geht, aus den archäologischen Befunden heraus gesellschaftliche und kulturelle Formationen zu modellieren.

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Bild: Stuttgarter Psalter (Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, Bibl. fol. 23), ca. 820/30, Saint-Germain-des-Prés, fol. 146v: Illustration zu Ps. 127 (Nisi Dominus)

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Ausgrabungen und Feldprojekte, Prospektion und Fernerkundungen

Römische Kastelle und mittelalterliche Burganlagen prägen noch heute die europäischen Kulturlandschaften. Bislang noch wenig bekannt und erforscht ist hingegen, dass bereits in der Bronzezeit die Menschen mit starken Mauern befestigte Siedlungen bauten. Seit der Wende vom 17. zum 16. Jahrhundert v. Chr. dienten die Befestigungen als Schutz vor Angreifern und gleichzeitig als Machtbasen, von denen aus Territorien und Verkehrswege kontrolliert werden konnten.

Bild: Gipfelplateau des Ipf bei Bopfingen mit Befestigungen der Bronze- und Eisenzeit (Foto R. Krause)

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Vegetationsgeschichte, Landschaftsentwicklung

Im Fokus der paläoökologischen Studien im hessischen Mittelgebirgsraum stehen die Rekonstruktion der Vegetation und Landschaft im Umfeld befestigter Höhensiedlungen. Hierzu werden archäobotanische Untersuchungen im Taunus und im Raum Fulda/Rhön durchgeführt. Ziel ist es, Veränderungen der Landschaft und Landnutzung zu erfassen und damit verbunden wirtschaftliche Grundlagen, Nutzungssysteme sowie die Entnahme von Ressourcen zu erkennen. Die Öffnung oder auch Wiederbewaldung der heute wieder vergleichsweise sehr waldreichen Mittelgebirge und damit die Intensität der Landnutzung im unmittelbaren Umfeld der Burgen, sollen - in Kombination mit geoarchäologischen Untersuchungen – rekonstruiert werden.

Bild: Der Blick vom Bleibeskopf in die Rhein-Main Ebene (Foto L. Bringemeier)

Veranstaltungen und Workshops

Termine

Der nächste Jour fixe findet im Wintersemester statt.

Veranstaltungen

Vom 7.-9. Oktober 2019 findet im PA-Gebäude auf dem Campus Westend die 4. internationale LOEWE-Konferenz statt.