DIVERSITY-TAG 2021

Teaser diversity 2021 formatiert 4

Diversity Tag 2021

Alle für eine Hochschule für Alle: Gemeinsam für eine diskriminierungskritische Hochschule
Interaktiver Diversity Tag 18. Mai 2021 14-18 Uhr

Der diesjährige Diversity Tag am 18. Mai 2021 mit dem Titel ‘Alle für eine Hochschule für Alle: Gemeinsam für eine diskriminierungskritische Hochschule’ führt das Gesprächzum Thema Antidiskriminierungsarbeit an Hochschulen aus dem letzten Jahr weiter und vertieft dieses mit Blick auf das Thema ‘Partizipation’:

Wie können Vielfalt und Antidiskriminierungsarbeit gelebt und aktiv mitgestaltet werden?

Diversität und Diskriminierung hängen eng miteinander zusammen. Die Wertschätzung von Vielfalt soll mit engagierter Antidiskriminierungsarbeit einherlaufen. Was dies mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Instrumente und Strukturen wie auch Akteur*innen bedeutet, soll in diesem interaktiven Format gemeinsam in ersten Schritten erarbeitet werden.

Zentrales Anliegen ist es, individuelle wie auch kollektive Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Alle Angehörigen der Goethe-Universität sind herzlich eingeladen!

Der Diversity-Tag wird ausgerichtet von der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) und dem Gleichstellungsbüro.

Die Anmeldung ist hier möglich!


Diversity Tag 2021

Programm

Programm


14:00 Grußwort 

Prof.in Dr.in Christiane Thompson, Vizepräsidentin für Lehre, Studium, Weiterbildung, Goethe-Universität Frankfurt

14:30 Input ‘Antirassismusarbeit und Partizipation an Hochschulen’

Dr. Aki Krishnamurthy, Referentin für Antirassismus und Empowerment, Projekt EmpA, Alice Salomon Hochschule Berlin

15:15 Arbeitsräume

17:00 Ergebnissicherung im Plenum

18:00 Ende

Die Anmeldung ist hier möglich!

Rückfragen – auch zum Thema Barrierefreiheit - an Ma.Moser@em.uni-frankfurt.de oder Kanbicak@em.uni-frankfurt.de

Arbeitsräume

Arbeitsräume


1: Instrumente der Antidiskriminierungsarbeit mit Leben füllen

Was besagt die Antidiskriminierungsrichtlinie? Und für wen ist sie da? Wer kann sich auf sie berufen - und wie?

Gemeinsam mit Jana Arnold, Referentin der Antidiskriminierungsstelle der Goethe-Universität Frankfurt, sollen in diesem Arbeitsraum diese und ähnliche Fragen in Bezug auf die verschiedenen Instrumente der Antidiskriminierungsarbeit an der Goethe-Universität erklärt werden und Möglichkeiten zur Förderung einer diskriminierungskritischen Hochschule gemeinsam diskutiert werden. Es soll vermittelt werden, dass alle Angehörigen der Hochschule die Möglichkeit haben ein für alle erfolgreiches und diskriminierungsarmes Studier- und Arbeitsumfeld mitzugestalten. Jede*r kann dazu beitragen, dass alle Angehörigen der Goethe-Universität Wertschätzung erfahren und erfolgreich studieren und arbeiten können.

Zielgruppe: Alle Angehörigen der Universität.

2: Diversitätsreflexive (digitale) Lehre

Der Lehr- und Lernraum von Hochschulen ist oftmals auf das Bild eines “Normalstudierenden” ausgelegt: Weiß, männlich, ledig, finanziell abgesichert, jung und ohne körperliche oder psychische Beeinträchtigungen. Neben unterschiedlichen Wissensständen oder Lernpräferenzen bringen Studierende aber auch ungleiche Lebensbedingungen und Erfahrungen mit, die das Studieren erschweren können (z.B. aufgrund von geschlechtlicher Vielfalt, Herkunft, Familienverpflichtungen, Behinderung etc.).

In diesem Arbeitsraum wollen wir uns damit beschäftigen wie Lehre diskrimininierungskritisch gestaltet werden kann, um der gesellschaftlichen Realität von Diversität an unserer Hochschule gerecht zu werden. Auf der Grundlage von Inputs von Lynn Mecheril (haw-Hamburg) und Christoph Trüper (GU-Frankfurt) lenken wir insbesondere den Blick auf Diskriminierungsrisiken der digitalen Lehre in der aktuellen Pandemie und erarbeiten gemeinsam Handlungsoptionen.

Zielgruppe: Alle Angehörigen der Goethe-Universität, insbesondere Lehrende und Studierende sind eingeladen diesen Raum mit ihren Erfahrungen aktiv mitzugestalten.

3: Intervention und Empowerment im Seminarkontext

Laut der zweiten universitätsweiten Studierendenbefragung von 2018 findet Diskriminierung an Hochschulen hauptsächlich im Seminarkontext statt. Der Umgang mit Diskriminierungserfahrungen im Seminarkontext ist nicht nur auf einer persönlichen Ebene sehr kräftezehrend und schwierig, sondern auch auf struktureller Ebene. Was kann ich tun? Ist das überhaupt Diskriminierung? Sollte ich etwas sagen oder werde ich dann schlechter benotet? An wen kann ich mich vertrauensvoll wenden? Dies sind nur einige von vielen Fragen, die in akuten Situationen aufkommen.

Dieser Arbeitsraum soll ein Ort für Austausch sein, um Erfahrungen zu teilen und gemeinsam über Unterstützungs- und selbstorganisierte Beratungsstrukturen zu sprechen. Beratend und unterstützend begleitet wird dieser Raum von Kyra Beninga (Asta Goethe-Universität Frankfurt), vom BIPoC-Referat der Universität zu Köln, vom BIPoC-Referat der Alice Salomon Hochschule Berlin, vom Referat für Feminismus der Goethe-Universität und der Rosa Liste (Goethe-Universität).

Zielgruppe: Studierende.

Rückfragen – auch zum Thema Barrierefreiheit - an Ma.Moser@em.uni-frankfurt.de oder Kanbicak@em.uni-frankfurt.de

Mitwirkende

Mitwirkende


Referent*innen:

Dr. Aki Krishnamurthy
Referentin für Antirassismus und Empowerment, EmpA
https://www.ash-berlin.eu/internationales/empa-empowerment-an-der-ash-berlin/

Prof.in Dr.in Christiane Thompson
Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Vizepräsidentin für Lehre, Studium, Weiterbildung, Goethe-Universität Frankfurt
https://www.uni-frankfurt.de/57660656/Prof_in_-Dr_-Christiane-Thompson


Beitragende:

Jana Arnold
Referentin im Gleichstellungsbüro, Antidiskriminierungsstelle
https://www.uni-frankfurt.de/85679884/Mitarbeiter_innen_des_Gleichstellungsb%C3%BCros 

Kyra Beninga
Vorstandsmitglied des AStA Goethe-Universität Frankfurt
https://asta-frankfurt.de/gremien/asta/vorstand/vorstand

BIPoC-Referat ASH-Berlin
https://asta-ash.eu/bpoc-referat/

BIPoC-Referat Uni Köln
https://bipoc.uni-koeln.de/

Lynn Mecheril
Projektmitarbeiterin für Antidiskriminierung und Diversity, Stabsstelle Gleichstellung, an der HAW Hamburg
https://www.haw-hamburg.de/hochschule/hochschuleinheiten/gleichstellung/arbeitsbereiche/diversity/

Referat für Feminismus der Goethe-Universität
https://asta-frankfurt.de/gremien/asta/referate/referat-fuer-feminismus

Rosa Liste, Goethe-Universität
https://www.facebook.com/RosaListeFrankfurt/%C2%A0

Christoph Trüper
Referent für Inklusion bei der Inklusionsbeauftragten der Goethe-Universität 
https://www.uni-frankfurt.de/86369754/Kontakte


Alle für eine Hochschule für Alle: Gemeinsam für eine diskriminierungskritische Hochschule

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Grußwort der Vizepräsidentin Prof. Dr. Christiane Thompson

Grußwort der Vizepräsidentin Prof. Dr. Christiane Thompson

Diversität stellt weniger ein abstraktes Konzept dar, als vielmehr die Vielfalt an Lebenssituationen, die in einer Gemeinschaft aufeinander treffen und diese prägen und gestalten. Im Zentrum der Diversity Policies der Goethe-Universität stehen daher Wahrnehmung und Wertschätzung der Vielgestaltigkeit von Menschen und ihren Lebenssituationen und das Anliegen, diesen als Hochschule gerecht zu werden. Diversität wird nicht als Herausforderung oder Problem,  sondern als Gewinn für die Gemeinschaft, insbesondere im Kontext gemeinsamen Lernens und Forschens, verstanden.

Antidiskriminierungsstelle

Aufgaben und Ziele

Die Antidiskriminierungsstelle ist Teil des Gleichstellungsbüros und arbeitet als Beratungs-, Vermittlungs- und Fachstelle. Unser Ziel ist es, betroffene Personen im Umgang mit Diskriminierungserfahrungen zu unterstützen und Diskriminierung abzubauen.

Die Angebote der Antidiskriminierungsstelle sind vielfältig und beinhalten Einzelfallberatung, Veranstaltungen und Fortbildungen für Studierende und Mitarbeitende der Goethe-Universität. Selbstverständlich werden alle Beratungsgespräche vertraulich behandelt. Des Weiteren bieten wir Menschen, die Diskriminierungserfahrungen gemacht haben, die Vermittlung und Begleitung zu Beratungs- und Selbsthilfeorganisationen an.

Kontaktieren Sie uns gerne per Mail.  Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Antidiskriminierungsstelle.

Charta der Vielfalt

Charta der Vielfalt

„Die Charta der Vielfalt ist eine Arbeitgeberinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen. Sie wurde im Dezember 2006 von vier Unternehmen ins Leben gerufen und wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, unterstützt.

Ziel der Initiative ist es, die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Arbeitswelt in Deutschland voranzubringen. Organisationen sollen ein Arbeitsumfeld schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiter_innen sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht und geschlechtlicher Identität, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.

Das Herzstück der Initiative ist eine Urkunde (hier im Wortlaut). Sie ist die Charta der Vielfalt im wörtlichen Sinn und eine Selbstverpflichtung der Unterzeichnenden, Vielfalt und Wertschätzung in der Arbeitswelt zu fördern. Über 3.400 Unternehmen und Institutionen mit insgesamt 13,3 Millionen Beschäftigten haben die Charta der Vielfalt bereits unterzeichnet und kontinuierlich kommen neue Unterzeichner_innen hinzu.

Träger der Initiative ist seit 2010 der gemeinnützige Verein Charta der Vielfalt e. V. . Er nahm 2011 unter der Schirmherrschaft von Dr. Angela Merkel seine Geschäfte auf.“

https://www.charta-der-vielfalt.de/ueber-uns/ueber-die-initiative/


Zum Thema: Empfehlungen aus dem Gleichstellungsbüro

#unboxingdiscrimination

#unboxingdiscrimination

Die Antidiskriminierungskampagne #unboxingdiscrimination (Deutsch: Diskriminierung enthüllen) nimmt das Thema von Ausschlüssen und Vorurteilen an der Universität zu Köln in den Blick, um zu sensibilisieren und persönliche Erfahrungen von Hochschulangehörigen zu sammeln.

Unter folgendem Hashtag finden Sie ein Video, in dem einige der gesammelten Erfahrungen zu Diskriminierung im Rahmen der Kampagne geteilt werden. Akteur*innen aus dem Bereich Antidiskriminierung lesen diese vor: #unboxingdiscrimination

Inhaltswarnung: Auf den folgenden Seiten werden verschiedene Diskriminierungserfahrungen veröffentlicht und somit ggf. diskriminierende Äußerungen reproduziert.

#unboxingdiscrimination (uni-koeln.de)

Ethik und Behinderung

Ethik und Behinderung

Buch: Sigrid Graumann & Katrin Grüber: Ethik und Behinderung - Ein Perspektivwechsel 


Dass Menschen nicht aufgrund ihrer Behinderung benachteiligt werden, sondern gleichberechtigt teilhaben sollen, ist ein in der Verfassung wie im öffentlichen Bewusstsein als Prinzip fest verankerter politischer Grundsatz. Was aber heißt „Behinderung“? Was begründet die Norm, auf deren Grundlage beurteilt wird, wer „behindert“ ist? Wie kann ein gutes Miteinander angesichts von radikal verschiedenen (nicht-)behinderten Handlungsmöglichkeiten und unumgänglichen Unterstützungsbedarf gelingen? Und welche Rolle sollten die immensen Möglichkeiten der modernen Medizin diesbezüglich spielen? Solchen Fragen widmet sich dieser vielstimmige Band aus Sicht der säkularen Ethik, der Beiträge aus unterschiedlichsten professionellen Perspektiven und Lebenslagen aufnimmt. Er zeigt, wie bedeutend ethische Orientierung in diesem Feld ist, und er verdeutlicht einmal mehr, dass ein Nachdenken über Behinderung zugleich ein aussichtsreicher Ausgangspunkt für die Reflexion über große Fragen des menschlichen Lebens sein kann – allgemein und für alle.

Sigrid Graumann, Katrin Grüber u.a. (Hrsg.): Ethik und Behinderung: Ein Perspektivwechsel. Campus-Verlag, Frankfurt am Main, 2004 (200 Seiten).


Christoph Trüper (Referent Inklusion)

exit RACISM

exit RACISM

Buch: Tupoka Ogette: exit RACISM


Das Buch ist aus meiner Sicht Pflichtlektüre für alle weißen Menschen, die sich mit dem Thema Antidiskriminierung und Rassismus auseinandersetzen möchten. Die Diversity-Trainerin Tupoka Ogette bietet seit Jahren Antidiskriminierungs-Workshops an. Diese Erfahrungen hat sie für ihr Buch genutzt: Sie nimmt die Leser*innen mit auf eine Reise der Bewusstwerdung eigener Privilegien, indem sie interaktive Aufgaben stellt. Gleichzeitig bringt sie ihre Perspektive als Schwarze Frau und Mutter zweier Schwarzer Kinder in Deutschland ein und erläutert wichtige aktuelle Begriffe sowie die Geschichte von Rassismus. Die Leser*innen erhalten auf diesem Weg Anregungen für eine langfristige rassismuskritische Auseinandersetzung und für die Veränderung des eigenen Alltagshandelns. Nach der Lektüre ist es nicht mehr möglich, die eigene Verantwortung abzustreiten oder rassistische Vorfälle und Strukturen schweigend hinzunehmen oder auszublenden.

Tupoka Ogette: exit RACISM. 5. Auflage. Unrast-Verlag, Münster, 2019 (136 Seiten). Auch als Hörbuch verfügbar


Katrin Springsgut (Stellv. Leitung des Gleichstellungsbüros (Abwesenheitsvertretung), Referentin Gleichstellung)

Rabbit-Proof Fence

Rabbit-Proof Fence

Film: Rabbit-Proof Fence: Trailer


Als studierte Filmwissenschaftlerin schlägt mein Herz natürlich für das Kino, und auch bei der Frage nach einer Empfehlung zu den Themen Diskriminierung und Antidiskriminierung denke ich zuerst an die große Leinwand. Da das Kino - und insbesondere Hollywood - seine Underdogs liebt, ist die Liste empfehlenswerter Filme über Diskriminierung schier endlos. Blockbuster wie Harry Potter oder Disney-Filme wie Kiss the Frog erzählen die Selbstbehauptungsgeschichten ihrer geknechteten Held*innen für den Mainstream und gut zu verdauen, aber es finden sich auch unzählige Beispiele, die erschreckender, wachrüttelnder und schonungsloser verfahren: Man denke an beeindruckende Beispiele wie La HaineBoys Don't CryDistrict 9 oder Get Out

Ein weniger bekannter Film, der mich persönlich sehr berührt hat und den ich daher gern empfehle, ist Rabbit-Proof Fence. Basierend auf der realen Geschichte von Molly und Daisy Craig, gewährt der Film einen Einblick in die kaum bekannte Geschichte der Stolen Generations in Australien. Interniert als sogenannte Mischlingskinder - der Vater ein weißer Wanderarbeiter, die Mutter eine Aborigine - gelingt den Mädchen die spektakuläre Flucht und der beschwerliche Walkabout entlang des Zauns, der das Land zerteilt. Er wird zur Hilfestellung bei der Orientierung und zum Symbolbild gleichermaßen für Grenzen, Gefangenschaft und die gewaltsame Zerrissenheit.


Dr. Vera Cuntz-Leng (Referentin Öffentlichkeitsarbeit)

Rassismus aus Wörtern

Rassismus aus Wörtern

Buch: Susan Arndt, Nadja Ofuatey-Alazard (Hrsg.): Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk.


Passend zu dem diesjährigen Themenschwerpunkt Antidiskriminierung möchte ich das Nachschlagewerk „Wie Rassismus aus Wörtern spricht“ empfehlen. Das knapp 800 seitige Buch gleicht einem Lexikon des kolonialen Sprachgebrauchs. Wörter wie „Afrika“, „Antike“, „Europa“ oder „Kultur“ erzählen die Geschichte eines weißen, kolonialistischen und rassistischen Denkens, welches sich zu einem festen Wissensarchiv etabliert hat und durch diese Begriffe konserviert wird. Durch die Aufarbeitung der historischen Hintergründe einzelner Wörter soll eine Art Erinnerungsarbeit geschaffen werden und der Raum für die Selbstermächtigung unterschiedlicher vom Kolonialismus betroffener Gruppen eröffnet werden. Auch politische Konzepte wie „kritisches Weißsein“, „Schwarz“ und „People of Color“ sind deshalb nachzuschlagen. Für kleine Abwechslungen sorgen die Gedichte und zum Teil (je nach Perspektive) sehr lustigen sowie persönlichen Beiträge der Autor*innen.

Susan Arndt, Nadja Ofuatey-Alazard (Hrsg.): Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Unrast-Verlag, Münster, 2019 (786 Seiten).


Dilara Kanbiçak (Referentin Diversity Policies)

Say My Name

Say My Name

Projekt: Say My Name - Playlist auf Youtube / Instagram


Ich empfehle das Projekt Say My Name, ein Video und Social Media-Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung und der Kooperative Berlin.
In der Reihe Say My Name sprechen junge Frauen* auf Youtube über Fragen der Identität und Diskriminierungserfahrungen und gegenseitige Unterstützung. Es lohnt sich besonders auch dem Instagram Kanal Say My Name zu folgen, der lustige, kritische und bestärkende Inhalte teilt und auf dem regelmäßig Begriffe aus dem Fachdiskuss rund um Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit erklärt werden.


Jana Arnold (Referentin Antidiskriminierung (Antidiskriminierungsstelle))

Tupodcast

Tupodcast

Podcast: Tupoka Ogette: Tupodcast - Link


Tupodcast ist ein Podcast der Anti-Rassismustrainerin, Aktivistin undAutorin Tupoka Ogette. Was gibt es zu hören: Gespräche zwischen Schwarzen Frauen* übers (Über-)Leben, Lieben, Entdecken, (Er-) schaffen, (Er-) kämpfen, (Er)-erforschen Inspirieren und Schreiben. Es wird gesprochen über Widerstand und Heilung, über Trauer und Hoffnung. und über Rassismus und Empowerment.


Sara Schlichting (Referentin Familien-Service)

Unsichtbare Frauen

Unsichtbare Frauen

Buch: Caroline Criado-Perez: Unsichtbare Frauen


Caroline Criado-Perez ist eine britische Journalistin, Autorin, Feministin, Aktivistin und Trägerin des britischen Ritterordens OBE. Bekannt wurde sie als Mitbegründerin der Website The Woman’s Room. 2013 initiierte sie eine erfolgreiche Kampagne gegen die Bank of England bezüglich der Abschaffung von Frauenbildern auf Geldscheinen.
Ihre jüngsten Publikationen beschäftigen sich mit den Verzerrungen gerade auch wissenschaftlicher Datenerhebungen, deren Wissenslücken die kontinuierliche und systematische Diskriminierung von Frauen bedingen und weiter verschärfen. In ihrem Buch „Unsichtbare Frauen“ macht sie anhand verschiedener Beispiele aus dem Alltags- und Arbeitsleben von Frauen, aus der Medizin, der Konstruktion und dem öffentlichen Raum deutlich, wie infolge der fehlenden Daten über den weiblichen Körper und die Lebenswirklichkeit von Frauen vielfach Entscheidungen getroffen und Produktentwicklungen vorangetrieben werden, die an den Bedürfnissen von Frauen vorbei gehen. Sichtbar wird dabei auch, dass durch die unreflektierte Anwendung der wenigen und männlich dominierten Daten Frauen systematisch diskriminiert werden – quer durch alle Lebensbereiche und mit z.T. tödlichen Folgen. Frauen mit Herzinfarkt werden schlechter behandelt, weil sie oft untypische - das heißt, nicht-männliche - Symptome zeigen. Kugelsichere Westen für Polizist*innen passen nicht richtig über den weiblichen Oberkörper und Schutzmasken nicht richtig über die Gesichter von Frauen. Spracherkennungssoftware versteht hohe Stimmen schlechter, Kartendienste zeigen nur die schnellsten Routen, aber nicht die sichersten. Schneeräumdienste räumen die Straßen für den Autoverkehr, der überwiegend von Männern genutzt wird, Gehwege und Bushaltestellen, die vorwiegend von Frauen genutzt werden, bleiben schneebedeckt. Crashtest-Dummys orientieren sich am männlichen Prototyp, Frauen haben deshalb ein bis zu 71% höheres Verletzungsrisiko bei Autounfällen. Die Liste der Beispiele ist schier endlos. Criado-Perez plädiert so eindringlich dafür, mehr geschlechtsspezifische Daten zu erheben und sich nicht mehr nur mit dem männlichen Prototyp (weiß, jung, gesund) zufrieden zu geben: Frauen sind keine Abweichung, und sie sind auch keine kleinen Männer; sie machen die Hälfte aller Menschen aus und sollten auch genauso gleichwertig und -würdig behandelt werden.
Kritisch lässt sich anmerken, dass sie in ihrer Betonung des Unterschieds zwischen Männern und Frauen übersieht, dass biologisches wie soziales Geschlecht ein Spektrum sind, inklusive nicht-binärer und trans Menschen.
Das Buch ist ambitioniert und akribisch recherchiert, voller nützlicher Studien und Statistiken und damit eine Fundgrube an Argumenten für eine geschlechtergerechte Gestaltung der Welt.
Absolut lesenswert!

Caroline Criado-Perez: „Unsichtbare Frauen“: Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert. btb Verlag, München, 2020 (497 Seiten).


Ulrike Schneider-Gladbach (Stellv. Zentrale Gleichstellungsbeauftragte (ATM))