2025/2026 Geographie in der Verantwortung

190. Vereinsjahr

Geographie in der Verantwortung - Forschung trifft Praxis

Zur Vortragsreihe

Die Vorträge zeigen die Vielfalt der Geographie in einer sich wandelnden Welt. Von den Mayas und ihrem Untergang, der Klimakrise in Afrika und der Ahrtal-Katastrophe 2021, der Rolle der Geographie im Schulunterricht sowie dem Vulkanismus in
Indonesien, bis zu tropischen Früchten und Landnutzung in Panama und Bénin, werden auch Szenarien der Zukunft von ausgewiesenen Fachleuten dargestellt. Aspekte einer verantwortungsvollen Geographie für den heutigen und den morgigen Lebensraum der Menschen werden vorgestellt und diskutiert.


15.10.2025

Prof. i.R. Dr. Gerhard Gerold (Georg-August-Universität Göttingen)
Klimawandel und der Untergang von Hochkulturen. Was lehrt uns Geschichte und Geographie?

Der Zusammenbruch alter Hochkulturen wird aufgrund neuer paläoklimatischer Forschungsergebnisse vermehrt in Verbindung mit plötzlichen Klimaveränderungen gebracht. Dargestellt wird aufgrund einer Zusammenschau von archäologischen und paläoklimatischen Erkenntnissen unter Berücksichtigung der damaligen ökonomisch-politischen und religiös-kulturellen Verhältnisse der Kollaps der spätbronzezeitlichen Hochkultur (östlicher Mittelmeerraum) und der Mayareiche. Dabei wird auch ein Vergleich von damaligen und heutigen Umweltkrisen (z.B. Klimakrise, Ernährungskrise) aufgezeigt.


29.10.2025

Prof. Dr. Cyrus Samimi (Universität Bayreuth)
Die globale Klimakrise und Klimagerechtigkeit – ein Blick auf Afrika

Afrika trägt mit seinen Emissionen praktisch nicht zur globalen Klimakrise bei, ist aber von den Konsequenzen stark betroffen, da die Auswirkungen der Erwärmung auf besonders verwundbare Bevölkerungsgruppen treffen. Anderseits verfügen Gesellschaften in afrikanischen Staaten auch über Anpassungsstrategien, die darin begründet sind, dass Unsicherheiten der Lebensverhältnisse oft der Normalfall sind. Als Beispiele sind die mobile Viehwirtschaft, auch in Kombination mit Ackerbau, oder Konzepte von Agroforstwirtschaft zu nennen. Diesen Anpassungsstrategien, die häufig auf flexiblen Nutzungsmustern beruhen, stehen unflexible Institutionen und globale Einflüsse in Afrika gegenüber. Politische Unsicherheiten und Konflikte verschärfen mögliche Anpassungen an den Klimawandel.

12.11.2025

Dr. Johanna Mäsgen (Universität zu Köln)
Klimakrise im Geographieunterricht: Zwischen Notwendig- und (Un-) Möglichkeiten

Im Zuge diverser Krisen steigt auch in Deutschland das Interesse an Ernährungsarmut. Medien berichten zunehmend darüber, dass in unserer wohlhabenden Gesellschaft der Zugang zu Lebensmitteln, die ein gesundes und aktives Leben ermöglichen, nicht für alle selbstverständlich ist. Das ist nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus Gründen der gesellschaftlichen Teilhabe zu problematisieren. In der Berichterstattung hält sich jedoch hartnäckig die Erklärung, dass eine nicht gelingende Ernährung auf individuelles Versagen zurückzuführen ist. Dieser Vortrag lenkt den Blick auf die strukturellen Bedingungen von Ernährung und verdeutlicht, wie gesellschaftliche Positionen und die gebaute Umwelt den Zugang zu Lebensmitteln prägen. Der Vortrag zeigt, wie eine geographische Perspektive dazu beiträgt, den Zugang zu Lebensmitteln umfassend zu verstehen..


26.11.2025

Prof. Dr. Christian Kuhlicke (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, UFZ, Leipzig)
Schwarze Elefanten – oder warum es so schwer ist die Ahrtal-Katastrophe besser zu beheben?

Das Hochwasser 2021 im Ahrtal verursachte außergewöhnliche Schäden: Über 180 Menschen starben, im Ahrtal kollabierten rund 700 Brücken und tausend Gebäude wurden zerstört. Der Vortrag untersucht, ob der Wiederaufbau besser und hochwasserangepasst gelungen ist, und welche sozialen, politischen und finanziellen Faktoren dabei halfen oder hinderlich waren.


14.01.2026

Prof. i.R. Dr. Ulrich Scholz (Justus-Liebig-Universität Gießen)
Auf den Vulkanen Indonesiens

IIn Indonesien gibt es rund 130 Vulkane, darunter zahlreiche aktive. Für immer mehr unternehmungslustige Touristen gilt die Besteigung eines dieser „Feuerberge“ als Höhepunkt ihrer Indonesienreise. Der Referent hat in den vergangen 50 Jahren 18 davon bestiegen, einige mehrere Male und z.T. mit Studierenden im Rahmen von geographischen Exkursionen. Anhand spektakulärer Aufnahmen stellt er die besonders attraktiven und spannendsten Besteigungen dar, etwa die auf den Kerinci (Sumatra), Merapi und Semeru (Java), Rinjani (Lombok), sowie den Krakatau in der Sundastraße. Darüber hinaus wird auf vergangene Katastrophen und auf die bestehenden Gefahren der Vulkane, sowie Nutzungsmöglichkeiten des Umlandes für die lokale Bevölkerung (Fluch oder Segen?) eingegangen.


28.01.2026

Prof. Dr. Meike Piepenbring (Goethe-Universität-Frankfurt a.M.)
Exotische Früchte – ein geographischer Streifzug durch die Tropenbotanik

In den Tropen ist die Vielfalt der Pflanzen deutlich größer als in unseren Breiten. Das gilt auch für die Vielfalt von Früchten, die von Menschen genutzt werden. Wir entdecken gemeinsam exotisches Obst in tropischen Ländern, insbesondere in Lateinamerika (Costa Rica, Panama) und West Afrika (Benin). Besonders überraschen Vertreter der Schmetterlingsblütler (Fabaceae), Palmen (Arecaceae), Maulbeerbaumgewächse (Moraceae) und Bananen (Musaceae), neben zahlreichen weiteren Familien. Zudem möchten wir wissen, wo diese Nutzpflanzen ihren geographischen Ursprung haben, und vor welchen aktuellen Herausforderungen die Obstproduzenten stehen.

04.02.2026

Prof. Dr. Ralf Ludwig (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Wozu Szenarien? Geographische Perspektiven von Zukunft zwischen Utopie und Dystopie

Klimaszenarien sind Projektionen zukünftiger Klimabedingungen, die auf verschiedenen Annahmen über Treibhausgasemissionen, sozioökonomische Entwicklung und technologische Fortschritte beruhen. Diese Szenarien sind wichtige Instrumente zum Verständnis potenzieller künftiger Klimabedingungen und ihrer Auswirkung auf menschliche und natürliche Systeme. Sie sind besonders nützlich bei der Bewertung von hydroklimatischen Extremen – wie Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen -, da sie Aufschluss darüber geben, wie sich diese Ereignisse unter verschiedenen Klimapfaden entwickeln könnten. Dieses Wissen ist von entscheidender Bedeutung, da es den Beteiligten hilft, potenzielle Risiken zu antizipieren, Anpassungsstrategien zu entwickeln und fundierte Entscheidungen zu treffen, um die nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung von Wasserressourcen in einem sich verändernden Klima zu gewährleisten. Der Vortrag beleuchtet die theoretischen Konzepte von (hydroklimatischen) Szenarien und veranschaulicht deren Reichweite, Relevanz und Bedeutung für die integrierte Bewirtschaftung von Wasserressourcen anhand von Best-Case- und Worst-Case-Beispielen aus Nordamerika und Europa.



Weitere Informationen

Veranstaltungsort

Vorträge im Hörsaal H I, Campus Bockenheim, Gräfstraße 52-54 (Zugang über Mertonstraße)

 

Die Vorträge beginnen jeweils mittwochs um 18:15 Uhr im Hörsaal H I, Hörsaalgebäude der Goethe-Universität Frankfurt, Campus Bockenheim, Gräfstraße 52-54 (Zugang über Mertonstraße), 60325 Frankfurt am Main.

Anfahrt

Das Hörsaalgebäude der Goethe-Universität Campus Bockenheim, Gräfstraße 52-54 (Zugang über Mertonstraße) ist zu Fuß von der U-Bahn-Station Bockenheimer Warte (Senckenbergmuseum) zu erreichen (U-Bahn U4, U6, U7; Straßenbahn 16; Bus M32, M36, 50, 75).

Vom Campus Riedberg führt der kürzeste Weg mit der U-Bahn U9 und Straßenbahn 16 via Ginnheim. Eine individuelle Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist mit der RMV-Fahrplanauskunft möglich

Im Umfeld des Campus Bockenheim (Bockenheim, Westend, Palmengarten, Messe) sind nur begrenzt Parkplätze vorhanden.

Eintritt

Mitglieder: frei

Nichtmitglieder: 5 €

Student*innen, Schüler*innen, Rentner*innen, Arbeitslose: 3 €

Schulklassen: nach Anmeldung frei

Lehrerfortbildung

Alle Vorträge sind beim Hessischen Institut für Qualitätsentwicklung (IQ) als Lehrerfortbildung akkreditiert.