Im Zentrum des Roll-Outs von ANGEL
– Assisted Network Group e-Learning stand die strategische, institutionelle
Verankerung eines seminarintegrierten CITAVI-Trainingsformats in den
geisteswissenschaftlichen Studiengängen der Goethe-Universität. Ziel war es,
ein nachhaltiges Schulungskonzept zu etablieren, das über die Projektlaufzeit
hinaus Bestand hat, systematisch in bestehende hochschuldidaktische Strukturen
integriert werden kann und langfristig zur Förderung akademischer Schreib-,
Recherche- und Argumentationskompetenzen beiträgt.
Nach Abstimmung mit mehreren
Fachzentren (u. a. Zentrum Geisteswissenschaften, Interdisziplinäres Kolleg
Hochschuldidaktik, studiumdigitale, Universitätsbibliothek) wurde im Laufe des
Projektverlaufs entschieden, das Format zentral im Schreibzentrum der
Goethe-Universität zu implementieren. Diese Entscheidung resultierte aus
der Analyse organisatorischer Schnittstellen, personeller Ressourcen und
institutioneller Synergien und stellte sich als besonders tragfähig heraus. Das
Schreibzentrum verfügt über ein bewährtes System seminarintegrierter
Schreibformate und entsprechende Expertise in der Qualifizierung von
Peer-Tutor:innen. Es bietet somit ideale Voraussetzungen für die nachhaltige
Fortführung des ANGEL-Konzepts.
Im Rahmen der
Transferaktivitäten wurden die ursprünglichen Materialien auf eine kürzere
Trainingseinheit angepasst, ein Schulungssystem für Peer-Tutor:innen entwickelt
sowie erste Schulungen und interne Präsentationen durchgeführt. Perspektivisch
ist der offizielle Start des ANGEL-Angebots am Schreibzentrum zum
Wintersemester 2025/26 vorgesehen. Das Konzept wurde bereits erfolgreich in
mehreren Seminaren an unterschiedlichen Fachbereichen der Goethe-Universität
angewandt.
Verantwortlich für
Konzeptentwicklung und Koordination sind Prof. Dr. Annette Langner-Pitschmann
(langner-pitschmann@em.uni-frankfurt.de) und Maria C. Müller
(maria.mueller@em.uni-frankfurt.de).
Im Verlauf der Projektlaufzeit
war die gezielte und kontinuierliche Vernetzung mit hochschulinternen
Akteur:innen ein zentraler Erfolgsfaktor für die Verstetigung und Skalierung
von ANGEL. In mehreren Etappen fanden Austausch- und Kooperationsgespräche mit
dem Zentrum Geisteswissenschaften, dem Interdisziplinären Kolleg
Hochschuldidaktik, dem Hochschulrechenzentrum, studiumdigitale sowie
insbesondere dem Schreibzentrum statt. Der Austausch diente nicht nur der
Dissemination des didaktischen Designs, sondern ermöglichte auch eine fundierte
Abstimmung zur curricularen Integration, zur technischen Umsetzung sowie zur
Frage geeigneter Schulungsstrukturen.
Besondere Bedeutung kam dem
kollektiven Entscheidungsprozess hinsichtlich der zukünftigen institutionellen
Verortung von ANGEL zu. Die Entscheidung zugunsten des Schreibzentrums fußt auf
inhaltlichen und strukturellen Übereinstimmungen – insbesondere dem Fokus auf
Peer-basierte, seminarintegrierte Formate zur Förderung wissenschaftlicher
Schreib- und Recherchekompetenzen. Im Zuge dieser Vernetzung entstand eine
kooperative Planung des Transferprozesses, inklusive der Konzeption eines
Schulungssystems für Peer-Tutor:innen, der inhaltlichen Adaption der
Materialien sowie der internen Dissemination.
Als besonders gelungen zeigte
sich die frühzeitige und kontinuierliche Partizipation studentischer
Tutor:innen. Deren Rückmeldungen trugen maßgeblich zur Optimierung der
Trainingssequenzen bei und stärkten die Anschlussfähigkeit des Konzepts an die
Bedarfe der Zielgruppen. Zudem bewährte sich die offene Haltung der Fachzentren
gegenüber Transferideen, was den Zugang zu Strukturen erleichterte und
tragfähige Kooperationen ermöglichte.
Im Verlauf des Projekts ANGEL haben sich zwei Aspekte als besonders wirksam und übertragbar erwiesen, die exemplarisch als Good Practice gelten können.
Erstens
hat sich die systematische Einbindung von Peer-Tutor:innen als
außerordentlich erfolgreich erwiesen. Bereits in der Entwicklungsphase des
seminarintegrierten CITAVI-Trainings wurden Tutor:innen aktiv in die Erprobung,
Reflexion und Weiterentwicklung der Materialien eingebunden. Ihr Feedback zu
Verständlichkeit, Umsetzbarkeit und Passung in realen Lehrkontexten war nicht
nur differenziert und konstruktiv, sondern trug wesentlich zur Optimierung der
Inhalte bei. Durch die Perspektive der studentischen Akteur:innen konnten
Inhalte klarer strukturiert, didaktisch zugänglicher gestaltet und besser auf
die Lernrealität angepasst werden. Die dadurch gewonnene Authentizität stärkte
wiederum die Motivation der Teilnehmenden.
Zweitens hat sich der partizipative Transferprozess zwischen ANGEL und den beteiligten Fachzentren als besonders tragfähig erwiesen. Anstelle einer top-down-Zuweisung wurde im Rahmen eines multiperspektivischen Entscheidungsprozesses gemeinsam mit den relevanten Akteur:innen ausgelotet, welche institutionelle Anbindung für ANGEL mittel- und langfristig sinnvoll ist.
Im
Rahmen der durchgeführten Seminare und Tutorien wurden sowohl qualitative
Rückmeldungen als auch spontane Kommentare von Studierenden, Tutor:innen und
Lehrenden gesammelt. Diese Rückmeldungen geben Einblick in die Wahrnehmung und
Wirkung des ANGEL-Formats:
„Endlich mal ein Seminar, in dem das Schreiben nicht isoliert, sondern im Austausch mit anderen passiert. Das Peer-Feedback hat mir enorm geholfen.“
Student, Seminar
Terror und Theologie (SoSe 2023)
„Ich hätte nie gedacht, dass ein Literaturverwaltungsprogramm so viel Struktur in meine Denkprozesse bringen kann. Dank Citavi arbeite ich jetzt viel fokussierter.“
Studentin der
Theologie (WiSe 2023/24)
„Die Materialien
sind klar, verständlich und praxisnah.
Besonders die Templates für Gliederung und Exposé nehme ich in meine
künftigen Tutorien mit.“
Studentische
Hilfskraft nach Citavi-Schulung
„Das ANGEL-Konzept
hat unsere Lehrpraxis entlastet und zugleich die Eigenständigkeit der
Studierenden gestärkt. Eine echte Bereicherung.“
Wissenschaftliche
Mitarbeiterin am Fachbereich 07 Katholische Theologie