Der Roll-Out sollte insbesondere die dauerhafte
Nutzung des innerhalb des Projekts erstellten Selbstlernkurses sichern. Dazu
wurde der Selbstlernkurs inhaltlich und methodisch optimiert. Die Lerneinheiten
wurden in einem intensiven Überarbeitungsprozess stärker aufeinander abgestimmt
und inhaltlich geglättet. In jeder der 12 Lerneinheiten wurde das formative
Assessment ausgebaut, indem zusätzliche Selbsttests zum Lernerfolg umgesetzt
wurden. Zentral war auch die stärkere narrative Einbindung der Figur Shelly in
den Kurs, um dem Prinzip des Anchored Instruction noch besser Rechnung zu
tragen. Dafür wurde direkt auf den Projektergebnissen der vorherigen
Förderphase aufgebaut, indem studentisches Feedback aus der Erprobung im
Seminar im WiSe 2023/24 zur Grundlage genommen wurde.
Ein wichtiger Roll-Out-Meilenstein war die erneute
Einbindung des Selbstlernkurses in eine reguläre Lehrveranstaltung. Im SoSe
2025 kam das entwickelte Lehr-/Lernszenario in einem blended learning-Setting
zum Einsatz und konnte damit erneut aufwändig getestet werden. Mit dem eigens
konzipierten Kurs konnte die überarbeitete Version des Selbstlernkurses in der
Hochschullehre Anwendung finden und weiteres wertvolles studentisches Feedback
eingeholt werden. Zudem wurde eine quantitative Evaluation zum Learning Design
und dem Selbstlernkurs durchgeführt, um die Ergebnisse zu sichern und einen
fundierten Beleg für die Wirksamkeit der entwickelten, praxisorientierten
Lehr-Lern-Aktivitäten einzuholen.
Das ist sicher eine Stärke des EKG-Partnerships und
für den internen Roll-Out an der Goethe-Universität entscheidend: Der Kurs ist
zukünftig weiterhin für Lehrveranstaltungen nutzbar und bildet damit ein
nachhaltig entwickeltes digitales Angebot, das in geschichtsdidaktischen
Veranstaltungen (Übungen/Aufbauseminare „Medien“, spezifische Seminare,
Vorlesung) eingesetzt werden kann.
Schließlich wurde das entwickelte Learning Design
adaptiert, um eine Lehrkräftefortbildung inhaltlich zu konzipieren und den Kurs
so auch „fertigen“ und praktizierenden Lehrkräften zugänglich zu machen.
Passend dazu steht die finale Version des
Selbstlernkurses nun sowohl auf OLAT als auch auf Moodle zur Verfügung, wodurch
sowohl die eigenen Studierenden (die OLAT nutzen) als auch (hessische)
Lehrkräfte (die Moodle nutzen) sowie andere Interessierte erreicht werden.
Somit erfüllt der Kurs nun den Anspruch, in allen drei Phasen der
Lehrkräftebildung (Hochschulstudium, Vorbereitungsdienst/Referendariat, Fort-
und Weiterbildung während der Berufstätigkeit) zur Anwendung kommen zu können.
Folgende Vernetzungsaktivitäten wurden initiiert:
Außerdem fanden informelle Gespräche mit
Vertreter:innen anderer (Teil-)Fächer an der Goethe-Universität statt, in denen über
die Übertragbarkeit des Kurses in andere Kontexte diskutiert wurde.
Die Vernetzungsaktivitäten sollten das Angebot
bekannt machen, zur breiten Nutzung motivieren und gegebenenfalls einen
Transfer einzelner Module in anderen Fachdidaktiken ermöglichen. Interesse
wurde dabei gerade an einer hochschuldidaktischen Handreichung (inklusive
Literaturliste) zur eigenen Umsetzung des praxisorientierten Prüfungsformats
Videoerstellung geäußert. Bei den Gesprächen in den Diskussionen im Rahmen der
Vernetzungs-Aktivitäten erwies sich, dass dem EKG-Projekt grundsätzlich viel
Potenzial hinsichtlich einer Übertragung in andere Fächer zugesprochen wurde
(v.a. bei den allgemeinen Modulen zu Erklärvideos), hier allerdings die
Ressourcen und finanziellen Mittel zur Verfügung stehen müssten, um eine
fundierte Adaption zu gewährleisten.
Bei der Übung im SoSe 2025 wurde im Rahmen einer
Exkursion außerdem die Expertise des Medienprojektzentrums Offener Kanal
Offenbach als außeruniversitärer mediendidaktischer Kooperationspartner
eingebunden. Diese Kollaboration hat es ermöglicht, insbesondere die
technischen Kenntnisse der teilnehmenden Studierenden im Hinblick auf
Videoproduktion zu verstärken. Thematisch wurde außerdem ein Licht auf das
Thema KI geworfen, indem Studierende mit KI-Tools ein eigenes Erklärvideo
erstellten. Das lässt hoffen, dass die Studierenden in künftigen
Lehrsituationen als Multiplikatoren dienen und das Gelernte in den regulären
Schulunterricht übertragen.
Das Ziel, die Plattform noch bekannter zu machen
und intern sowie extern für deren Nutzung zu werben, bleibt auch über die
Projektlaufzeit hinaus bestehen.
Der Selbstlernkurs wurde bereits während der
Entwicklung zweimal in der Hochschullehre eingesetzt und auf Grundlage des
Feedbacks der Studierenden überarbeitet und erweitert. Die frühe Einbindung von
Studierenden hat zur Entwicklung richtungsweisend beigetragen. Der Kurs konnte
so studierendenzentriert gestaltet werden. Damit kann er als „good
practice“-Beispiel für die Entwicklung von Lehrangeboten dienen, bei denen die
Adressaten ernst genommen und eingebunden werden. Den Kurs noch während der
Entwicklung bereits in der Hochschullehre anzuwenden, brachte außerdem wichtige
Erkenntnisse zur (Weiter-)Entwicklung und Schwerpunktsetzung. Nicht nur konnte
gezielt Feedback zu einzelnen Lerneinheiten und Methoden im Selbstlernkurs
eingeholt werden, sondern es wurden auch allgemeinere Bedarfe von Studierenden
berücksichtigt, die vorher nicht klar im Fokus standen, etwa der Wunsch nach
mehr Interaktivität im Kurs, der sich in einer verstärkten Lernstandsabfrage
durch diverse Quizzes niederschlug, aber auch die Notwendigkeit, den Kurs
besser in einer Lernumgebung zu situieren, was zur Entwicklung der Figur Shelly
im Sinne des Anchored Instruction Ansatzes führte.
Daneben erwies sich das (Teil-)Prüfungsformat „Videoerstellung“ als vielversprechend. Es wurde erstmals in diesem Kontext getestet. Die eingereichten Produkte haben die Wirksamkeit der entwickelten Maßnahmen bezeugt. Eine „kreative“ und produktionsorientierte Aufgabe (=Entwicklung eines eigenen Erklärvideos) als Teil einer Modulprüfung fand auch bei den Studierenden viel Zuspruch.
Prof. Dr. Josef Memminger
Projektleitung
FB 08 Philosophie und Geschichtswissenschaften
Telefon:+ 49 (0)69 798 32640
E-Mail: memminger@em.uni-frankfurt.de
Alexander Schlepper
Projektmitarbeiter