Die Allgemeine Erziehungswissenschaft analysiert und reflektiert Sozialisations-, Erziehungs- und Bildungsprozesse in ihrer gesellschaftlichen und historischen Dimension und ihrer systematischen Bedeutung. Sie vermittelt grundlegende Begriffe, Theorien und Methoden zur Analyse unterschiedlicher pädagogischer Felder und Problemstellungen. Sie führt ein in ihre methodologischen Hintergründe, empirischen Voraussetzungen und in die Methoden erziehungswissenschaftlicher Forschung. Auf diese Weise werden die Studierenden nicht nur mit professionellen Anforderungen vertraut gemacht, sondern auch in die disziplinären Perspektiven und ihre wissenschaftlichen Grundlagen, Traditionen und Methoden eingeführt.
Die systematische Reflexion des Verhältnisses von Erziehung, Politik und Gesellschaft bildet den Lehr- und Forschungsschwerpunkt dieses Arbeitsbereichs. Gefragt wird nach den Aufgaben, Ausgestaltungsmöglichkeiten und -weisen öffentlicher Erziehung in der modernen Gesellschaft unter den Bedingungen ihres Wandels. Gegenstandsbezogen rücken
in den Fokus von Forschung und Lehre. Untersucht werden in diesem Zusammenhang die pädagogischen Formen und Ordnungsbildungen, in denen sich Erziehung realisiert.
Neben dem Erziehungssystem wird am Arbeitsbereich „Erziehung, Politik und Gesellschaft“ auch die Erziehungswissenschaft zum Gegenstand der Reflexion. Mit dem Ziel der disziplinären Selbstaufklärung wird nach den Einfluss- und Durchdringungsverhältnissen von erziehungswissenschaftlicher Wissensproduktion und pädagogischen sowie bildungspolitischen Wertpräferenzen gefragt.
Systematisierungsmöglichkeiten des hier skizzierten Lehr- und Forschungsprogramms beziehen sich auf unterschiedliche Beobachtungsebenen:
Erkenntnis- und wissenschaftstheoretisch von zentraler Bedeutung ist im Arbeitsschwerpunkt eine differenztheoretisch informierte Perspektive auf den Gegenstand. Der Arbeitsbereich „Erziehung Politik und Gesellschaft“ wurde geleitet von Prof*in Dr. Isabell Diehm ✝ und wird geleitet Prof. Dr. Wolfgang Meseth.
Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Themenfeld einer „Erziehung nach Auschwitz“ (Adorno), die erziehungswissenschaftliche Erforschung ihrer schulischen und außerschulischen Praxis sowie die pädagogische Rezeption und Wirkung der von Theodor W. Adorno geprägten Formulierung bis heute. Dafür ist das „Lehr- und Forschungsforum‚Erziehung nach Auschwitz'“ Teil des Arbeitsbereichs. Themen und Arbeitsfelder des LuF sind
Näheres zu Themen, Projekten,Veranstaltungen, Publikationen etc. erfahren Sie auf der Website des LuF.
Prof. Dr. Wolfgang Meseth | Nicole Stelter (Administration) | Susanne Thimm | Jonas Riepenhausen
Besondere Aufmerksamkeit kommt dem Verhältnis von Subjektivierung und Bildung im Kontext von Geschlechterverhältnissen sowie –ordnungen und deren Transformation zu. Für den empirischen Zugang zu entsprechenden Fragestellungen stehen rekonstruktive Verfahren wie etwa Interviews, diskurstheoretische Ansätze und ethnographische Beobachtungen im Mittelpunkt.
Prof. Dr. Bettina Kleiner | Dr. Tamara Ehmann | Dr. Alyssa Niccolini | Dr. Eva Reuter | Sophia Schorr | Michelle Simon (Administration)
Der Arbeitsbereich „Theorie und Geschichte von Bildung und Erziehung“ befasst sich mit pädagogischen Theorieformationen von der Antike bis zur Gegenwart, die in ihrer Reichweite und Geltung einer kritischen Diskussion zugänglich gemacht werden. Besondere Aufmerksamkeit erhalten erstens die gleichermaßen grundlegenden wie unauflösbaren Problemstellungen pädagogischer Theorie, welche das pädagogische Denken von Anbeginn bestimmen: darunter das Machtproblem in der Erziehung, das Verhältnis von Individualität und allgemeiner Vernunft im Bildungsgedanken, die Negativität pädagogischer Prozesse etc. Diese Problemstellungen werden bearbeitet auf der Grundlage philosophischer und gesellschaftstheoretischer Referenzdiskurse zu Subjektivität, Praxis und Sozialität. Die Theorien und Geschichte der Bildung und Erziehung werden zweitens im Kontext (bislang kaum ausgeschöpfter) kulturwissenschaftlicher Bezüge diskutiert. Kulturtheorien wie die cultural studies, die Psychoanalyse oder auch macht- bzw. diskursanalytische Ansätze werden daraufhin befragt, was sie für eine Analyse pädagogischer Phänomene und eine produktive und interdisziplinär orientierte Verknüpfung von Theorie und Empirie beitragen können.
Prof. Dr. Christiane Thompson (Head) | Anke Kathrin Engemann M.A. | Estella Ferraro, M.A. (Elternzeit) | Lenz Koppotsch | Sara Rreshka | Joscha Thiele | Johanna Weckenmann, M.A. | Michelle Simon (Administration)
Die Professur ist ausgerichtet an einer systematischen Erforschung und Einordnung digitalisierter Lern- und Bildungswelten. Diese Ausrichtung auf eine systematische Analyse orientiert sich unter Einbezug sämtlicher Lebenszeiten an einer Pädagogik der Lebensalter. Dazu zählen theoretische und empirische Analysen von Handeln, Sozialität und Subjektivität mit und durch digitale(n) Medien und Dateninfrastrukturen. Erziehungswissenschaftliche Grundlagen von Lehren und Lernen, Wissen, Erziehung, Bildung und Sozialisation werden in der Ausrichtung mit der qualitativ-rekonstruktiven Erforschung digitaler Lebenswelten und Praktiken in ein reflexives Verhältnis gebracht.
Prof. Dr. Denise Klinge | Nikolas Fexon | N.N. (Administration)