Kommune inklusiv

Evaluation des Modellprojekts der Aktion Mensch

Dauer: 2017-2023

Projektleitung: Prof. Dr. Dieter Katzenbach & Prof. Dr. Hendrik Trescher (Uni Marburg)

Projektförderung: Aktion Mensch

Projektmitarbeit: Sophie Marie Ebe, Moritz Fehl

Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts „Kommune inklusiv“ soll auf drei Ebenen die Wirkung des Projekts auf den jeweiligen Sozialraum untersuchen.

Ebene 1 des Vorhabens sieht die Wirkungsanalyse des Gesamtprozesses (Evaluierung der Leistungsmodule) vor und Ebene 2 die Wirkungsanalyse des Vernetzungs- und Umsetzungsprozesses in den fünf ausgewählten Sozialräumen (Sozialraum-Monitoring und Sozialraumanalyse). Methodisch wurde diesbezüglich ein Mixed-Methods-Design entwickelt, das quantitative und qualitative Sozialforschungsmethoden miteinander verschränkt. Für die Ebenen 1 und 2 zeichnet Prof. Trescher (Philipps Universität Uni Marburg) hauptverantwortlich. 

Die wissenschaftliche Begleitung auf Ebene 3, die von Prof. Katzenbach geleitet wird, beschäftigt sich mit der Perspektive der Menschen vor Ort auf ihre Einbindung in die Kommune. Dabei sind Sie von unterschiedlichen Formen der Ausgrenzung bedroht oder betroffen. Hier geht es auf der Einzelfallebene darum, von den Personen selbst Genaueres über ihre Lebenslagen und möglichen Diskriminierungen zu erfahren. Dazu werden zum Beispiel Senior*innen, Geflüchtete und Menschen mit Behinderungen befragt. Mithilfe qualitativer Interviews dokumentiert die wissenschaftliche Begleitung deren Erfahrungen im Verlauf des Projekts. 

Es sind vor allem folgende Fragen von Interesse:

  • Wie geht es den Menschen vor Ort, die von Ausgrenzung bedroht oder betroffen sind?
  • Wie wirken sich die durch Kommune Inklusiv initiierten Veränderungen auf diese Menschen aus?
  • Welche Schlüsse lassen sich aus diesen Erfahrungen für die Umsetzung von Inklusion ziehen?

Im Sommer 2020 startete ein zusätzliches Teilprojekt auf Ebene 3. Es untersucht die Lebenslage von Menschen mit einem komplexen Unterstützungsbedarf und deren Sicht auf ihre Teilhabe am Leben im Sozialraum. Die Perspektive von Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf findet bislang wenig Beachtung und stellt sowohl die Praxis als auch die Forschung regelmäßig vor Herausforderungen. Um sich dieser Sichtweise anzunähern, werden teilnehmende Beobachtungen und Interviews bei verschiedenen Leistungserbringern unter folgenden Fragestellungen durchgeführt:

  • Wie stellt sich die Lebenssituation von Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf hinsichtlich der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft dar?
  • Welche Bedeutung hat die institutionelle Rahmung bei der Gestaltung sozialraumorientierter Arbeit und Angebote für den jeweiligen individuellen Lebenszusammenhang?