WABE stellt eine
Transferleistung von den Natur- in die Geisteswissenschaften dar. In der
Roll-Out-Phase sollte das Learning Design daher in neue Lehr-Lern-Kontexte
übertragen werden. Ziel war es, ein Kooperationsnetzwerk mit naheliegenden
Fachbereichen und Universitäten aufzubauen.
Dabei ging es nicht nur um die
Integration in neue Umfelder, sondern auch um die Anpassung an die Bedürfnisse
der Partnerinstitutionen. Gleichzeitig sollte ein kreatives Austauschnetz
entstehen – mit dem Learning Design im Mittelpunkt. Dafür wurde WABE weiterentwickelt:
weg vom reinen Selbstlern-Tool, hin zu einem digitalen Helfer, der sich
flexibel in unterschiedliche didaktische Konzepte integrieren lässt. Nun stehen
beide Nutzungsoptionen nebeneinander.
Durch Kooperationen mit den
Universitäten Bonn, Bochum, Bayreuth, Frankfurt und Darmstadt entstand ein
bundesweites Netzwerk. Der Transferprozess konzentrierte sich auf drei
Bereiche:
Diese drei Felder wurden nicht getrennt, sondern in engem Zusammenhang gedacht. Ihre gleichzeitige Entwicklung war zentral für den erfolgreichen Transfer des Learning Designs in neue Kontexte.
Einstiegsvernetzung
im Fachbereich:
Durch ein
erstes Vernetzungstreffen im August 2024 wurde das neue
Team WABE von Beginn an mit dem angesiedelten Fachbereich eng verzahnt.
Vertreter*innen der Tutorien, Lehrende, WABE-Mitarbeitende und das Zentrum
Geisteswissenschaften waren vertreten, um zu zeigen, dass die Arbeit an WABE
weitergeht. Besonders die Vernetzung zu den studentischen Tutor*innen war
essenziell für die Maßnahme „WABE für Tutorien“ im Januar 2025, durch die das
Learning Design in die begleitenden Peer-to-Peer-Lehrformate weiter integriert
werden sollte.
Weitergehende
Vernetzung im Fachbereich:
Dieser
Startschuss trug schnell Früchte. Bereits im September 2024 wurde
WABE in die Lehrplanung von Dr. Maximilian Wick und Dr.
des. Anna Chalupa-Albrecht integriert und es konnte ein Austausch
angeregt werden. Beflügelt durch den WABE-Tag im August, wurde mit beiden eine
partizipative Content-Schleife getestet. Auf Zuruf wurden neue Inhalte passend
zum Seminar von Dr. Wick erstellt. Ähnlich entstand auch eine Verbindung
zwischen dem von Dr. des. Anna Chalupa-Albrecht bespielten Lernkurs Mithode
Inc. und dem Learning Design WABE. Beide Lerntools konnten einander
dabei synergetisch bereichern.
Im November
2024 versuchte WABE erstmals die Vernetzung in die Historischen
Sprachwissenschaften. Ziel war es die vermeintlich barrierearmen
Teilfachbereiche der Germanistik von WABE zu überzeugen.
Vernetzung
über DigiTeLL:
Im Verlauf
des Septembers fanden erste Vernetzungen mit den
Beratungsstrukturen rund um DigiTeLL statt. Sie sollten den Rahmen unseres
Vorhabens mit kritischem Blick verfolgen. WABE nahm unter anderem an Beratungen
des Büros für Chancengerechtigkeit zu Fragen der Inklusion, Barrierefreiheit
und Sprachsensibilität, an Beratungen zur didaktischen Aufbereitung der
Selbsttest-Funktion und an Beratungen zu Evaluationsmöglichkeiten unserer
Maßnahmen teil. Auch von technischer Seite ließ sich WABE beraten und vernetzte
sich mit studiumdigitale und nutzte die bestehenden
Verbindungen zum Zentrum Naturwissenschaften und s.o.l.i.d.
Zur
internen Vernetzung nahm WABE an zahlreichen DigiTeLL –
Veranstaltungen teil, die viel Raum zur Vernetzung sowohl mit anderen
Partnerships als auch mit externen Interessierten boten. Beispielsweise:
Neben
DigiTeLL-Veranstaltungen nahm WABE auch am Workshop für s.o.l.i.d.-Learning
Designs teil. Dort kam es zu einem sehr fruchtbaren Austausch mit der HS
Geisenheim. In Geisenheim wird die s.o.l.i.d.-Anwendung namens Planty2Learn
eingesetzt. Der Kontakt und gemeinsame Austausch über Problemkonstellation im
Learning Design war äußerst gewinnbringend für die Weiterentwicklung von WABE.
Im Rahmen des Feldes Sichtbarkeit schaffen wurden erste Kontakte zum Team der studentischen Tagung Narrating Truth (23. Oktober 2024 - 25. Oktober 2024) und dem Fachschaftsrat MaRS der Ruhr-Uni-Bochum geknüpft. Durch die Vernetzung erhielt WABE eine Gelegenheit für sich zu werben und einen eigenen Werbeslot in den Pausen einzunehmen. Durch den Initialkontakt angeregt kam es zum Austausch mit den Studentischen Initiativprojekten der Lehr-Lern-Forschung in Bochum.
Im Vorfeld kam es bereits zur Vernetzung mit Vertreter*innen des Fachbereichs der germanistischen Mediävistik und des Sonderforschungsbereich Virtuelle Lebenswelten. In einem kooperativen Digital Humanities Workshop der Fachbereiche für Early Career Researcher konnte WABE sein Werbematerial in einer Informationsmappe zusammen mit den Wissenschaftskommunikationsformaten von Pergament und Mikrofon, den Studentischen Initiativprojekten und der Werbung der besagten Tagung Raum geben.
Die zeitgleiche Vernetzung mit dem Centre for Medieval and Renaissance Studies (CeMaRS) war ein entscheidender Schritt für die weitere Vernetzung. Mit dem Bochumer Mittelalterzentrum öffneten sich gleichermaßen neue Zielgruppen aus unterschiedlichen vormoderneaffinen Fächern. Diese fanden sich in Form von Lehrenden, Studierenden und Promovierenden des Graduiertenkollegs 2945 bei der WABE-Präsentation im CeMaRS-Werkstatt-Format ein. Durch das Zusammenbringen verschiedener Interessierter entstanden wiederum Termine zum persönlichen Feedback mit Verantwortlichen des Bochumer Selbst-Lern-Kurses NeLi und der Leitung des Bochumer germanistischen Tutorienprogramms. Beide Termine lieferten wichtige Impulse für Anwendungs- und Zukunftsperspektiven von WABE.
Zudem lieferten Kollegiat*innen des DFG-Graduiertenkollegs 2945 eigenständig Anwendungsfälle für einen fachfremden Einsatz von WABE am Beispiel ihrer eigenen Promotionsprojekte. Diese Impulse gaben hervorragend wieder, was wir uns von einem langfristigen Transfer und der Adaptionsfähigkeit des Learning Designs erhofft hatten.
Im selben Zeitraum versuchte WABE auch in Bochum eine Kontaktaufnahme zu den Historischen Sprachwissenschaften. Diese gelang auf Umwegen.
Nach der ersten Kontaktaufnahme mit Mittelbauvertretenden der Älteren Germanistik in Bonn, war schnell klar, dass die Kontakte auf der professoralen Ebene weitergeführt werden sollten, weil großes Interesse an einer Zusammenarbeit bestand. Auch die Modulbeauftragte für den Studieneingangsbereich wurde zeitnah in die weitere Planung eingebunden. Aus mehreren gemeinsamen Besprechungsterminen erwuchs das Format der WABE-Online-Masterclass. Es kam zu einem universitätsübergreifenden Vorstellungstermin des Learning Designs mit Vertretern der Fachbereiche ÄDL beider Universitäten. Neben der Vorstellung von WABE erwuchs hieraus ein Austauschformat der Fachbereiche, welches Modellcharakter für die Transferplanung einnehmen sollte. Im Anschluss an die WABE-Online-Master Class wurde eine Testphase in Bonner Seminaren eingeleitet, in der Lehrende ihre eigenen didaktischen Konzepte mit WABE anreichern konnten. Ob dies als „kleines Helferlein“ oder Selbst-Lern-Angebot umgesetzt würde, war dabei unerheblich. Die Evaluation der Testphase verlief positiv. Aus diesem vorbildlichen Transfer auch eine längerfristige Kooperation erwachsen zu lassen ist Ziel des Transferkonzepts.
Die intensive Vernetzung mit den Kolleg*innen in Bonn lieferte den Impuls zur weiteren Vernetzung mit der Universität Bayreuth. Besonders eine Person ist dort bekannt für seine Affinität gegenüber digitalen Vermittlungswegen in der germanistischen Mediävistik. Nach einer ersten Kontaktaufnahme kam es zu einem Austauschtermin diesmal im kleinen Kreis. Die Person zeigte sich offen in die Testphase zum Einsatz von WABE einzusteigen. In der nachgelagerten Evaluation wurde der motivierende Charakter des Learning Designs hervorgehoben.
Auch aus Bayreuth kamen wiederum Empfehlungen für weitere Kontakte unter anderem zur IU Internationale Hochschule. Eine Grundlage für ein Netz wurde gelegt. Bislang wurden diese Kontakte nicht ausgeschöpft, um die Testphase übersichtlich zu halten.
Überraschend wechselten sich die Seiten als es zu Beginn des Sommersemesters 2025 zu einer Kontaktaufnahme einer Mitarbeiterin des Bereichs Mediävistik und Computerphilologie der TU Darmstadt kam. Das WABE-Team wurde für einen Vorstellungstermin in einem Seminar der Fachbereichsleitung angefragt. Die Vorstellung übernahm Dr. des. Julius Herr. WABE wurde hier in einem Seminar getestet und unmittelbar mit den Lernenden evaluiert. Der Impuls wurde von einer Mitarbeiterin der Deutschen Literaturgeschichte mit Schwerpunkt Mittelalter/Frühe Neuzeit der Universität Gießen gegeben. Sie hatte sich auf dem Hessischen Mediävistischen Kolloquium für Promovierende für WABE ausgesprochen. Hierdurch wurde die Kontaktaufnahme des Fachbereichs aus Darmstadt zu WABE initiiert.
Der Kontakt zu Mitarbeitenden der ÄDL an der Bergischen Universität Wuppertal konnte hergestellt werden. Durch die Kontaktaufnahme sollte ein Prozess nach Bonner Vorbild initiiert werden. Dieser konnte leider nicht vollständig umgesetzt werden.
Der Prozess einen Transfer in einem strukturkonservativen Fach anzugehen ist kniffelig. Eine Happy Lesson Learned ist besonders die stufenweise Kontaktaufnahme. Der Erstkontakt zu Mittelbauvertreter*innen hat sich häufig als gewinnbringend herausgestellt, um die Lehr-Lern-Umgebung besser zu verstehen und einen Weg zu ebnen, wenn Potenziale erkannt wurden.
Außerdem hat sich der offene Umgang, Austausch und die Adaptionsbereitschaft von WABE als vorteilhaft herausgestellt. Der neue flexible Umgang mit dem Tool wurde angenommen. Dabei spielt die Blickverschiebung im Transferkonzept eine entscheidende Rolle. Die Happy Lesson Learned dahinter: Immer die Bedürfnisse des transfernehmenden Partners mitdenken. So wird ein Learning Design für Externe schneller und nachhaltiger annehmbar und neue universitätsübergreifende Teamvorhaben können angegangen werden.
“Die Selbstlerntests
wirkten auf die Studierenden motivierend, sich selbstverwaltet mit der
Plattform auseinanderzusetzen.” (Lehrende*r)
„Allgemein
wirklich tolles Projekt! Sehr innovativ und spannend, gerade auch für die Studierenden,
die Einblicke in eine Form von Lexikographie bekommen können und deren Arbeit
dann für andere fruchtbar gemacht werden kann.“ (Lehrende*r)
„WABE
hat mich dazu angeregt, mich selber einmal mehr mit der Grammatik und ihrer
Entwicklung bis zum Nhd. zu beschäftigen. Das hat großen Spaß gemacht.“
(Studierende*r)
„Ich
habe WABE zum Nachschlagen einzelner Wörter genutzt, es hat mir geholfen Texte
zu übersetzen und besser zu verstehen.“ (Studierende*r)
“Der
Object-Based-Learning-Ansatz ist ein interessanter neuer Weg das Lernen zur
Historischen Semantik anzugehen.” (Lehrende*r)
Dr. des. Anna Chalupa-Albrecht
Projektleitung
FB 10 Neuere Philologien | Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Ältere deutsche Literatur
Telefon: +49 (0)69 798 32690
Patrik Hover
Projektmitarbeiter
FB 10 Neuere Philologien | Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Ältere deutsche Literatur