Kindheitsforschung im Elementar- und PrimarbereichIm Arbeitsbereich Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kindheitsforschung im Elementar- und Primarbereich wird das Verhältnis von Pädagogik und Kindheit fokussiert. Dabei werden erstens Prozesse pädagogischer Institutionalisierung als bedeutsam für Kindheit als sozialem, kulturellem und historischem Phänomen verstanden und zweitens Differenz und Ungleichheit als konstitutiv für pädagogische Einrichtungen der (frühen) Kindheit und Lebensweisen von Kindern gefasst.
Aus (de-)konstruktivistischen, kulturanalytischen Theorieperspektiven werden Phänomene wie Migration, Rassismus, Heteronormativität, Intersektionalität, Diskriminierung, Zugehörigkeit und die damit im Zusammenhang stehenden (de-)privilegierenden Effekte zum Gegenstand gemacht. Diese werden in ihrer Bedeutung für Kindheiten, Kindheitsinstitutionen (Kindertagesstätte und Grundschule) und kindliche Lebensweisen analysiert.
Damit verbunden ist die Frage nach der pädagogischen Erzeugung und Bearbeitung von Differenz- und Ungleichheitsverhältnissen im Hinblick auf Prozesse pädagogischer Institutionalisierung und Organisation, pädagogische Normen und Programmatiken, pädagogische Professionalität, Praktiken und Interaktionen im pädagogischen Alltag sowie subjektive Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten (agency) von Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften.
Die qualitativ-empirischen Forschungszugänge des Arbeitsbereichs sind dem Forschungsstil der Ethnographie und der konstruktivistischen Grounded Theory Methodologie sowie dem Anspruch kritisch-reflexiver Wissenschaft verpflichtet. Sie sind damit auch in der Lage Reflexionswissen zu generieren, das, in der Verschränkung von Forschung und Lehre, Studierende für differenzsensibles und diskriminierungskritisches pädagogisches Handeln professionalisieren soll.