Forum Mathematikunterricht und Didaktik

Das Institut für Mathematikdidaktik der Goethe-Universität Frankfurt am Main veranstaltet Vorträge und Diskussionen für und mit Lehrerinnen und Lehrern. Damit soll der Austausch zwischen Schule und Hochschule verstärkt und ein Beitrag zur Weiterentwicklung des Mathematikunterrichts der Sekundarstufen I und II geleistet werden.

Die Vorträge mit anschließender Diskussion finden jeweils statt am Mittwoch ab 18 Uhr im Hilbertraum (Raum 302, Robert-Mayer-Straße 8). Ab 17:30 Uhr gibt es bei Kaffee und Tee die Möglichkeit zu Gesprächen.

Wenn Sie zukünftig über die Veranstaltungen im Rahmen des Forums Mathematikunterricht und Didaktik informiert werden möchten, können Sie sich hier in unseren E-Mail-Verteiler eintragen.

Aktuelles Programm

23. Oktober 2019 um 18h

Prof. Dr. Anke Lindmeier

(IPN Kiel)

Veranstaltungsort: Robert-Mayer-Str. 8, Raum 302

Mathematisches Argumentieren bei Kindern im Kindergartenalter

Mathematisches Argumentieren ist eine zentrale Arbeitsweise der Mathematik und entsprechend in den Bildungsstandards verankert. Die Entwicklung dieser Fähigkeit ist daher ein wichtiges Ziel des Mathematikunterrichts und es wird angenommen, dass es dazu eines langfristigen, kumulativen Prozesses bedarf. Während es einen umfangreichen Forschungsschwerpunkt zum mathematischen Denken und Beweisen in der Sekundarstufe I und II gibt, fehlen Forschungsarbeiten, die sich auf die frühe Kindheit konzentrieren, weitgehend. Die Frage, was mathematisches Argumentieren bei Kleinkindern bedeuten soll, ist daher noch klärungsbedürftig. Im Vortrag werden zuerst ein anschlussfähiges aber kindgemäßes Verständnis von mathematischem Argumentieren und beispielhafte Anforderungen vorgestellt. Anhand von Bearbeitungen wird veranschaulicht, welche Denk- und Argumentationsprozesse bei Kindern im Kindergartenalter beobachtbar sind. Dabei zeigt sich, dass bei kindgerechten Argumentationsanlässen in geeigneten Formaten kompetente Argumentationsprozesse auftreten, die sich als Anknüpfungspunkt für weitere Lernprozesse anbieten.

06. November 2019 um 18 Uhr

Dr. Katrin Vorhölter (Universität Hamburg)

Veranstaltungsort: Robert-Mayer-Str. 8, Raum 302

Metakognitive Gruppenstrategien im Modellierungs-prozess

Der Nutzen metakognitiver Strategien beim Lösen komplexer Aufgaben ist in der didaktischen Diskussion zur mathematischen Modellierung unbestritten, wenn auch die Forschungsergebnisse widersprüchlich erscheinen. Gründe hierfür liegen einerseites in der Komplexität des Konstrukts und andererseits in den verschiedenen Methoden, die zur Messung metakognitiver Kompetenzen eingesetzt werden. Ferner ist – bezogen auf das Bearbei-ten von Modellierungsaufgaben im Mathematikunterricht – in der Regel nicht nur die individuelle Metakognition, sondern auch die soziale Metakognition relevant. Im Vortrag werden Ergebnisse aus der Interventionsstudie MeMo (Förderung metakognitiver Modellierungs-kompetenzen von Schülerinnen und Schülern) vorgesellt, welche mit 19 Klassen (ca. 500 Schülerinnen und Schüler) der Jahrgangsstufen 9 und 10 im Zeitraum Oktober 2016 bis Juli 2017 durchgeführt wurde. Die Analyse der Selbsteinschätzungen aller Schülerinnen und Schüler zur Verwendung metakognitiver Gruppenstrategien beim Modellieren zeigt, dass sich die verwendeten Strategien in drei unterschiedliche Faktoren unterteilen lassen, deren Entwicklung im Verlauf der Studie im Vortrag detaillierter dargestellt werden.

27. November 2019 um 18h

Prof. Dr. Ana Kuzle

(Universität Potsdam)

Veranstaltungsort: Robert-Mayer-Str. 8, Raum 302

Geometrieunterricht aus Sicht der Schüler: eine explorative Studie hinsichtlich der fundamentalen Ideen und des Unterrichtsklimas

Der Vortrag ist an das „DrawMeEmma“-Projekt (Drawings as external representations of children´s mathematical fundamental ideas and socio-emotional atmosphere in mathematics lessons) angelehnt. Mittels des „DrawMeEmma“-Projektes sollen Kinderzeich-nungen ein reichhaltiges Bild über den heutigen Geometrieunterricht liefern. Im Vortrag werden die fundamentalen Ideen und das Unterrichtsklima im Geometrieunterricht aus theoretischer Sicht und aus Sicht der Schüler_innen der 3.-6. Klassen im Rahmen einer ersten Untersuchung betrachtet. Anschließend werden erste Ergebnisse sowie die Implikationen für die Theorie und Praxis diskutiert.

15. Januar 2020 um 18 Uhr

Prof. Dr. Kristina Reiss

(TU München)

Veranstaltungsort: Robert-Mayer-Str. 8, Raum 302

PISA 2018: Mathematische Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich

PISA, das Programme for International Student Assessment betrachtet im Auftrag der OECD seit nunmehr 20 Jahren, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler in Mathematik, Lesen und den Natur-wissenschaften haben. Dieser internationale Vergleich ist mehr als ein Ranking, sondern kann detailliert Einblicke in spezifische Stärken und Schwächen von Bildungssystemen geben. Was das für das Fach Mathematik und die jüngste Erhebung 2018 bedeutet, soll in diesem Vortrag diskutiert werden.

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