Thementage Sult // Hunger

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Am 23. und 24.4.2015 finden zwei Veranstaltungstage zum Thema Sult // Hunger statt. Das extraordinäre Programm ersetzt den normalen Unterricht am Institut. Als Nachklang wird es zwei weitere Vorträge am 22. und 24.6.2015 geben. 

Knut Hamsuns Roman Sult [dt.: Hunger] aus dem Jahre 1890 spielt eine herausragende Rolle, nicht nur in der skandinavischen, sondern auch in der europäischen Geschichte fiktionalen Erzählens. Das oftmals als „erster moderner Roman“ bezeichnete Werk setzte sowohl ästhetisch als auch thematisch neue Maßstäbe: Der unter einem extremen Hunger leidende, namenlose Protagonist gewährt dem Leser durch die damals experimentelle Erzählform des Bewusst-seinsstroms vielschichtige Einblicke in das ambivalente Verhältnis zwischen Körper und Geist, Faktizität und Wahrnehmung, Stadt und Individuum, Hunger und eine stets nur als Möglichkeit gedachte Sättigung.

Das Programm dieser Thementage setzt drei Schwerpunkte:

1. Vorträge und Workshops, die in den regulären Lehrveranstaltungen vor- und nachbereitet werden, zum Roman selbst sowie zu seiner Entstehungs- und Wirkungsgeschichte.

2. Auseinandersetzung mit der kongenialen Verfilmung durch den dänischen Regisseur Henning Carlsen von 1966, die ihrerseits zu den bedeutendsten Beiträgen zu einem spezifisch skandinavischen Modernismus der Nachkriegsjahre gehört.

3. Aktualisierung des Themas Hunger im Hinblick auf die Gegenwartsliteratur als Teil eines radikal-postmodernen Identitätsdiskurses. Lesen und vortragen wird der dänische Autor und Performancekünstler Nielsen, der sich ähnlich wie Hamsun zu seiner Zeit, nunmehr aber im Rahmen einer als performativer Biographismus oder Reality Hunger bezeichneten Hauptrichtung der Gegenwartsliteratur nochmals dem Thema Hunger und dem Verhältnis von Literatur und Leben stellt.

Programm April - Programm Juni

Weitere Informationen bei Marlene Hastenplug und Espen Børdahl!