Gefahrstoffe

Pikt gefahrstoffe

Was sind Gefahrstoffe?

Stoffe oder Stoffgemische können giftig, reizend, ätzend, brennbar, brandfördernd, explosionsfähig oder umweltgefährlich sein. Außerdem können sie die Atemwege oder die Haut sensibilisieren, Krebs erzeugen, die Fortpflanzung gefährden sowie das Erbgut verändern oder die Gesundheit auf andere Weise gefährden.
Stoffe oder Gemische, die eine oder mehrere solcher Eigenschaften haben, sind Gefahrstoffe.

Um die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten bei allen Tätigkeiten mit Gefahrstoffen nicht zu beeinträchtigen oder die Gefährdung so gering wie möglich zu halten, hat der Arbeitgeber das Arbeitsschutzgesetz zu beachten und zusätzlich die nach der Gefahrstoffverordnung erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen.
Beschäftigte dürfen Tätigkeiten mit Gefahrstoffen erst aufnehmen, nachdem eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wurde und die erforderlichen Schutzmaßnahmen ergriffen worden sind.

Die Rechtsgrundlage für den Umgang mit Gefahrstoffen bilden
- das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG),
- die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV),
- Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS), z.B. TRGS 526 Laboratorien
- das Regelwerk der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV Vorschriften, Regeln etc.)


Sicherheitsdatenblatt, Kennzeichnung, Gefahrstoffverzeichnis

Pikt achtung

Für Gefahrstoffe muss der Hersteller/Lieferant dem gewerbsmäßigen Anwender Sicherheitsdatenblätter bereitstellen. Sicherheitsdatenblätter liefern alle wichtigen Informationen zu den Gefahren, die von einem Stoff oder Stoffgemisch ausgehen, sowie zur sicheren Verwendung.


Gefahrstoffe sind auf Ihrer Verpackung und im Sicherheitsdatenblatt mit Gefahrenpiktogrammen, Signalwort („Gefahr“ oder „Achtung“), Gefahrenhinweisen, sogenannten H-Sätzen und Sicherheitshinweisen, sogenannten P-Sätzen gekennzeichnet.

Auf Grundlage des Sicherheitsdatenblattes und unter Berücksichtigung der spezifischen Verwendung des Gefahrstoffes muss er Arbeitgeber schriftliche Betriebsanweisungen zum sicheren Umgang mit Gefahrstoffen erstellen und die Beschäftigten anhand dieser unterweisen.
Sicherheitsdatenblätter und Betriebsanweisungen müssen den Beschäftigten zugänglich sein.

Verwender von Gefahrstoffen müssen ein Verzeichnis der verwendeten Gefahrstoffe (Gefahrstoffverzeichnis) mit folgenden Mindestangaben erstellen und regelmäßig aktualisieren: 
1. Bezeichnung des Gefahrstoffs,
2. Einstufung des Gefahrstoffs oder Angaben zu den gefährlichen Eigenschaften mit Verweis auf das Sicherheitsdatenblatt
3. Angaben zu verwendeten Mengenbereichen,
4. Bezeichnung der Arbeitsbereiche, in denen Beschäftigte dem Gefahrstoff ausgesetzt sein können.

Die Goethe-Universität bietet zur zentralen Erfassung der Gefahrstoffe das Lager- und Katastersystem für Chemikalien - kurz CLAKS (LCI SYSTEMS GmbH) - an.

Der CLAKS WebClient bietet Labormitarbeitern und Gefahrstoffbeauftragten nicht nur eine einfache Möglichkeit Gefahrstoffe zu erfassen (Gefahrstoffkataster zu erstellen), sondern noch weiter nützliche Anwendungen: 

  • Überblick der Bestände
  • Lagerortkartei
  • Beschriftung von Gebinden
  • Sicherheitsdatenblätter
  • Inventur
  • uvm. 

Zudem werden umfassende Informationen zu Substanzen, Derivaten und Ersatzstoffen geliefert. Für weitere  Informationen und zur Hilfe bei der Einrichtung von CLAKS wenden sie sich bitte an uns: arbeitsschutz@uni-frankfurt.de.


Allgemeine Schutzmaßnahmen

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Der Arbeitgeber darf die Beschäftigten erst dann Tätigkeiten mit Gefahrstoffen aufnehmen lassen, nachdem er eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt und die erforderlichen Schutzmaßnahmen ergriffen hat.
Wenn möglich, sind Gefahrstoffe oder Verfahren durch nicht oder weniger gefährliche zu ersetzen.


Gefährdungen der Beschäftigten sind auszuschließen bzw. durch geeignete Schutzmaßnahmen auf ein Minimum zu reduzieren.

- Dabei ist folgende Rangfolge zu beachten:

  1. Geeignete Verfahren, emissionsfreie/-arme Verwendungsformen sowie geeignete Arbeitsmittel und Materialien (Stand der Technik),
  2. Kollektive Schutzmaßnahmen technischer Art an der Gefahrenquelle, wie z.B. geeignete Absaugung, sowie angemessene Be- und Entlüftung und geeignete organisatorischer Maßnahmen,
  3. Individuelle Schutzmaßnahmen, u.a. die Bereitstellung/Verwendung persönlicher Schutzausrüstung (PSA).


- Alle verwendeten Stoffe und Gemische müssen identifizierbar sein.
- Gefahrstoffe müssen mit ausreichenden Informationen über Einstufung, Gefahren und zu beachtende Sicherheitsmaßnahmen gekennzeichnet sein.
- Beschäftigte dürfen in Arbeitsbereichen, in denen sie Gefahrstoffen ausgesetzt sein können, keine Nahrungs- oder Genussmittel zu sich nehmen.
- Gefahrstoffe dürfen nicht in Lebensmittelbehältern, nur übersichtlich geordnet und nicht in unmittelbarer Nähe von Arznei-, Lebens- oder Futtermitteln aufbewahrt oder gelagert werden.


Besondere Schutzmaßnahmen

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Bei Tätigkeiten mit krebserzeugenden, keimzell-mutagenen oder reproduktionstoxischen Gefahrstoffen der Kategorie 1A oder 1B sind besondere Schutzmaßnahmen nach § 10 GefStoffV zu ergreifen.
Außerdem ist ein aktualisiertes Verzeichnis (Expositionsverzeichnis) über die Beschäftigten zu führen, die diese Tätigkeiten ausüben, wenn die Gefährdungsbeurteilung eine Gefährdung der Gesundheit oder der Sicherheit der Beschäftigten ergibt.


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