Workshop: Kunstbäume in Text und Bild der Vormoderne 2.0. – Kommunikation in ökologischen Verflechtungen 

Der vom 30. Oktober bis 01. November 2025 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main veranstaltete Workshop „Kunstbäume in Text und Bild der Vormoderne 2.0. – Kommunikation in ökologischen Verflechtungen“ setzte die im Februar 2025 an der Humboldt-Universität zu Berlin begonnenen Diskussionen zu vegetabilen Artefakten, Imaginationen und Wissensordnungen der Vormoderne fort. Nachdem im vorangegangenen Treffen zentrale Materialien gesichtet und erste interpretatorische Ansätze erprobt wurden, zielte die Frankfurter Tagung darauf, die Perspektive zu erweitern und ausgehend vom Baum als Natur- wie Kulturphänomen insbesondere die vielfältigen ökologischen, epistemischen und semiotischen Verflechtungen (entanglements) in Texten und Bildern näher zu untersuchen. Anregung bot besonders die Erkenntnis, dass Bäume spätestens seit der Scholastik als Naturdinge zugleich stets Produkte menschlicher ars sind – sie entstehen und funktionieren im Spannungsfeld zwischen anthropogenem Einfluss und naturhaften Wirkkräften.

Impulsgebend für diese Erweiterung war der von Ian Hodder angeregte holistische Ansatz, der die Beziehungssysteme zwischen Dingen, Menschen und Umwelten in ihrer wechselseitigen Bedingtheit in den Blick nimmt. Der Workshop folgte dementsprechend der Leitfrage, wie Bäume in der Vormoderne gedacht, modelliert und funktionalisiert wurden – und wie literarische wie bildkünstlerische Darstellungen diese Kommunikations- und Beziehungsgeflechte sichtbar machen. Im Zentrum standen dabei nicht nur die Relationen zwischen Produzent:innen, Objekten und Rezipient:innen, sondern auch Formen nichtmenschlicher Kommunikation, etwa olfaktorische oder taktile Prozesse, die weit über reine Affordanzen hinausreichen und in vormodernen Texten und Bildern auf spezifische Weise imaginiert wurden. 

Flankiert wurde der Workshop durch zwei öffentliche Formate, die den thematischen Rahmen erweiterten und historische wie kunsthistorische Perspektiven miteinander verbanden. Der Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Hans Aurenhammer im Städel Museum widmete sich der Frage „Kunstbäume oder Naturbäume?“ anhand der Pflanzenphysiologie, Optik und Malereitheorie in Leonardo da Vincis Traktat ‚Über die Bäume und das Pflanzengrün' (Libro di pittura, VI). Eine thematische Führung unter dem Titel „Von Hölzchen auf Stöckchen. Gemaltes und bemaltes Holz bei den Alten Meistern des Städel Museums“ durch Maximilian Nalbach eröffnete darüber hinaus einen praxisnahen Zugang zu kunsthistorischen Materialitäten und Techniken.

Während der zweitägigen Arbeitssitzungen im Eisenhower-Saal des IG-Farben-Hauses wurden in Beiträgen von Anna Chalupa-Albrecht, Clara Marie Kahn, Jan Stellmann, Joana Thinius, Johannes Keller, Julius Herr, Katharina Bedenbender, Larissa Achermann, Marleen Hitschold, Nadine Popst und Sylvia Jurchen unterschiedliche literarische, ikonographische und theoretische Perspektiven auf vegetabile Figurationen diskutiert. Die Bandbreite der untersuchten Beispiele – von der biblischen Genesis-Erzählung über mittelalterliche Diagramme und höfische Erzähltexte bis hin zu frühneuzeitlichen Baum- und Waldkonzepten – zeigte, in welchem Ausmaß Bäume als semantische, narrative und epistemische Knotenpunkte fungieren und wie sie Kommunikationsprozesse zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren modellieren.

Der Workshop eröffnete damit einen interdisziplinären Dialog zwischen Literatur-, Kunst- und Kulturwissenschaften, der darauf zielt, die Plant Studies um historisch fundierte Perspektiven zu erweitern und vormoderne Denkweisen über pflanzliche Agency, Medialität und Ökologie neu zu beleuchten. Die vorliegende Projektdokumentation fasst zentrale Impulse, Diskussionen und Ergebnisse des Workshops zusammen und zeigt, wie sich „Kunstbäume“ als analytische Kategorie produktiv machen lassen, um die ökologischen Verflechtungen vormoderner Wissens- und Imaginationsräume zu erforschen.

Ein ausdrücklicher Dank gilt Annemarie Jeenel (Ruhr-Universität Bochum) für die Impressionen. Darüber hinaus gilt unser besonderer Dank der Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität, deren großzügige finanzielle Unterstützung ein an den thematischen Schwerpunkten ausgerichtetes Rahmenprogramm sowie die Versorgung der Teilnehmenden mit Kost und Logis ermöglichte. Ebenso danken wir der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie der Humboldt-Universität zu Berlin für ihre substantielle Förderung, ohne die die Durchführung und wissenschaftliche Ausrichtung des Workshops in dieser Form nicht denkbar gewesen wäre. 

Beitrag verfasst von Hannah Semrau, Goethe-Universität Frankfurt am Main, den 14. Januar 2026

Mit Impressionen von © Annemarie Jeenel, Ruhr-Universität Bochum

Hessisches Mediävistisches Kolloquium für Promovierende

Im März 2025 fand erstmals das Hessische Mediävistische Kolloquium für Promovierende an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main statt, das von Anna-Dorit Lachmann (JGU Gießen) und Hannah Semrau (GU Frankfurt) geleitet wird. Entstanden ist das Forum aus dem Wunsch heraus, eine Plattform für hessische wie auch assoziierte Promovierende zu schaffen, um gemeinsam über (germanistisch-) mediävistische Promotionsprojekte in Austausch zu treten. Das Kolloquium bietet einen geschützten Rahmen, in dem Vorträge eingeübt und Probleme auf allen Ebenen angesprochen werden können. Ziel ist es, die vielfältigen Themen gemeinsam zu diskutieren, Fragen und Unsicherheiten zu besprechen und die Vernetzung untereinander zu stärken.

In halbjährlichem Turnus ausgerichtet, durften wir das Kolloquium im Oktober 2025 gemeinsam mit Lisa Scharrer (TU Darmstadt) an der Technischen Universität Darmstadt veranstalten. Gerahmt wurde das Treffen durch die Vorstellung des Datenkompetenzzentrums Humanities Education in Research, Data, and Methods (HERMES) durch Anna Schlander und Dr. Ruth Reiche sowie durch den Vortrag von Frau Prof. Dr. Andrea Rapp. Sie eröffnete Raum für eine offene Fragerunde – ganz nach dem Motto: „Promovieren & Ankommen in der Wissenschaft – You can ask me anything!“

Die Promovierenden stellten ihre jeweiligen Promotionsprojekte vor, die sich in unterschiedlichen Stadien befanden: von ersten Ideen über die Arbeitsphase am Projekt selbst bis hin zur Disputation oder gar zur Drucklegung. Dabei schlägt sich die thematische Breite des Faches in den Projektvorhaben nieder: Sie reicht von Editionsvorhaben und literarischen Indiendarstellungen über den Kindermord im deutschen Mittelalter, Nebenfiguren im Artusroman oder die Darstellung von People of Colour in mittelhochdeutschen Erzähltexten bis hin zu Sprachlernwerken der Frühen Neuzeit.

Wie kann man teilnehmen?

Sie promovieren an einer hessischen Universität oder sind über eine Professur in Hessen assoziiert? Dann schreiben Sie gerne eine E-Mail an Anna-Dorit Lachmann (Universität Gießen) und Hannah Semrau (Goethe-Universität Frankfurt). Skizzieren Sie kurz Ihr germanistisch-mediävistisches Promotionsthema und nennen Sie Ihre Erst- oder Zweitbetreuung oder Ihre Anstellung, die in Hessen verortet ist. Wir nehmen Sie dann gerne in unseren Verteiler auf. Das Organisationsteam lädt per E-Mail zum nächsten Kolloquium ein. Wir bitten entsprechend um Vorabanmeldung, sowohl für Vortragsvorhaben als auch für Gasthörer.

Wir freuen uns auf interessierte Promovierende!

Exkursion zum Schloss Beilstein (Baden-Württemberg) der Abteilung für Ältere deutsche Literatur

Im Rahmen des Germanistik-Bachelors und des Masterstudiengangs Deutsche Literatur findet jedes Semester ein altgermanistisches Kolloquium statt, das sowohl von fortgeschrittenen Studierenden sowie von Angehörigen der Abteilung auf allen Qualifikationsstufen (stud. Hilfskräfte, Prä- und Post-Docs, Professor/in) besucht wird. Erstmals wurde in diesem Jahr das Kolloquium als Exkursion unter der Leitung von Prof. Dr. H. Runow und in Kooperation mit Promovierenden der Ludwig-Maximilians-Universität München ausgerichtet. Veranstaltungsort war vom 17.–19. Juli Schloss Beilstein bei Heilbronn (Baden-Württemberg).

Das historistische Schloss bot ein ansprechendes wie produktives Ambiente für den Workshop. Ermöglicht wurde dies durch die großzügige finanzielle Unterstützung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität. Damit war es unserer Abteilung möglich, das klassische universitäre Lehrangebot durch ein praxisnahes Lehrformat zu erweitern.

Die Exkursion wurde inhaltlich von Fachvorträgen mit Präsentationen zu aktuellen Forschungsprojekten bestimmt, wobei ein besonderer Fokus auf der Erschließung noch wenig bekannter und noch nicht gründlich erforschter mittelalterlicher Texte lag. Das konzentrierte Format bot den nötigen Raum für vielfältige Diskussionen u.a. über die Darstellung schwarzer Figuren in der mittelhochdeutschen Erzähldichtung, über Facetten spätmittelalterlicher Lyrik (Heinrich Frauenlob; Michel Beheim; Tagelieder), Heinrichs von Mügeln Der meide kranz, Bibelübersetzungen aus dem Umkreis des Deutschen Ordens, den mittelniederländischen Johan ûz dem virgiere und die Erzählung vom Waldbruder.

Ein Vortrag widmete sich dem laienjuristischen Traktat Belial, der mittelalterliches (römisches) Verfahrensrecht anhand eines Teufelsprozesses gegen Gott vorführt und damit sowohl Recht als auch Heilsgeschichte vermittelt. Der Vortrag bot Anlass für einen Besuch im Stadtarchiv Heilbronn, das eine bislang kaum erforschte, illustrierte Handschrift des Belial aufbewahrt. Dort ermöglichten uns Miriam Eberlein (Archivleiterin) und Sabine Graham (Mitarbeiterin der Wissenschaftlichen Bibliothek) neben der Untersuchung dieser Handschrift auch großzüg Einblick in die weiteren historischen Bestände des Stadtarchivs mit z. T. unikal überlieferten Handschriften und Drucken. Ihnen gilt unser Dank für die angenehme und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre. 

Abgerundet wurde das Programm mit einer Führung durch das urkundlich erstmals im Jahr 741 erwähnte, 1371 zur Reichsstadt ernannte und im späten Mittelalter zum zentralen Handelsplatz gediehene Heilbronn. Die Exkursion war eine gelungene Veranstaltung, die Nachwuchs-wissenschafter*innen die Möglichkeit zur Einübung forschungsbezogener Präsentationspraxis und lebhaftem fachlichen Austausch bot sowie Anstoß zu künftigen Kooperationen gab. Wir danken der Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität für die Teilfinanzierung und dafür, dass sie unserer Veranstaltung einen würdigen Rahmen ermöglicht hat.

Exkursion des Seminars Von „Parzival“ zu „Parsifal“: Wolframs Artusroman und Wagners Bühnenweihfestspiel zu der Burg Wildenberg (Amorbach) 

Am 24. Juni 2025 unternahm das Seminar Von „Parzival“ zu „Parsifal“: Wolframs Artusroman und Wagners Bühnenweihfestspiel (Prof. Dr. Holger Runow und Prof. Dr. Bernd Zegowitz) gemeinsam mit einigen Gästen eine Exkursion zu der Burg Wildenberg (Amorbach im Odenwald), um diesen literaturhistorisch bedeutsamen Ort zu besichtigen.

Die Burg aus der Stauferzeit hat eine besondere Geschichte und wird – wie Wolframs von Eschenbach Parzival zeigt – in dem mittelalterlichen Epos genannt (Pz. 230,12) und zugleich in einen Bezug zu dem Gönnernetzwerk der Burg gesetzt (Pz. 184,4). 

Mit unserer Führerin wanderten wir zu der Burg, erkundeten das Gelände und bestiegen den Bergfried der Burg, während wir die Entwicklung und Geschichte der Burg nachvollzogen.

Bemerkenswert an der Erwähnung der Burg im Parzival ist der Verweis auf eine eindrucksvolle Feuerstelle, der einen Vergleich zu der fiktiv geschilderten Gralsburg entfaltet, wobei hervorzuheben ist, dass die Burg Wildenberg einen Kamin aufweist, der in seinen gewaltigen Dimensionen einzigartig ist und alle zeitgenössischen Feuerstellen an Größe übertrifft.

Darüber hinaus weist die Burg in einem Quader der Pallas-Steinwand die gemeißelten Worte „OWE MVTER“ auf, die unschwer als Zitat aus einer zentralen Stelle der Jugendgeschichte Parzivals zu erkennen sind: ôwê muoter, waz ist got? (Pz. 119,17)

Auch wenn die Herkunft der Worte in der Steinwand umstritten ist, bot der Ort uns die Möglichkeit, die Szenen auf der Gralsburg im Parzival vor Ort zu lesen, zu diskutieren und mit dem dortigen Rezeptionszeugnis zu vertiefen – zweifelsohne ein außergewöhnlicher Rahmen, um ein Seminar abzuhalten und Wolframs Parzival aus einer weiteren Perspektive zu betrachten.

Zum Ausklang kehrten wir im nahegelegenen Miltenberg zu einem Mittagessen ein, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Frankfurt begaben.

Unser Dank gilt dem Förderprogramm LitKultur, das unsere Exkursion ermöglicht hat, sowie Antje Vollmer für ihre kenntnisreiche und inspirierende Vermittlung vor Ort.

100 Jahre Fritz Lang. Die lange Nacht der Nibelungen. Studentische Filmvorführung im Unikino Pupille

Anlässlich des 100dersten Jahrestags von Fritz Langs berühmten Nibelungen-Film organisierten Studierende des ‚Transmedialität: Die Nibelungen in Text und Film‘ Seminars (Prof. Dr. Franziska Wenzel) einen Filmeabend im Unikino Pupille, in welchem die beiden Filme gezeigt wurden.

Die Verfilmung des Nibelungen-Stoffes zeichnet sich durch ihr hohes Maß an Visualität aus, wodurch Literatur zu einem bewegten Gemälde wird. So sind die Anordnungen im Bild und ihre einzigartige Physikalität zu bestaunen; ein Bilderlebnis, welches mit Ton und Text gekonnt verknüpft wird. Die zahlreich erschienenen Zuschauer konnten mit Getränken und Snacks die bildgewaltige Leistung Fritz Langs auf der Leinwand sehen und das mediale Bilderlebnis mitverfolgen. 

Gastgespräch und Gastvortrag mit Dr. Alexandra Urban

Am 1. Juli 2024 kam die Münchener Wissenschaftlerin Dr. Alexandra Urban nach Frankfurt an die Goethe-Universität und führte mit den Studierenden im Rahmen des Seminars Kunst und Gelehrsamkeit: Heinrichs von Mügeln ›der meide kranz‹ ein Gastgespräch.

Gemeinsam diskutierten die Gäste und Studierenden das allegorische Personifikationsgedicht und richteten Fragen an Alexandra Urban. Das Gastgespräch bot viele neue Einblicke in das Thema des Seminars und gab die Möglichkeit bereits gesammelte Eindrücke mit der ausgewiesenen Expertin zu erforschen.

Am gleichen Tag hielt Alexandra Urban abends im altgermanistischen Oberseminar einen Vortrag zum Thema ‚Von der Enzyklopädie zur enzyklopädischen Spruchdichtung. Systematisierungsverfahren naturkundlichen Wissens im Kontext der mariologischen Edelsteinallegorese bei Konrad von Megenberg und Heinrich von Mügeln‘, in welchem sie der Systematik von Edelsteinen und dem naturkundlichen Wissen nachgeht. Dabei thematisierte sie unter anderem den Herstellungsprozess der Marienkrone und die Integration der Edelsteine in ebenjener. So entsteht das Bild der Krone und im Verlauf der Dichtung kann der Fokus auf die Bildebene rücken. In einer anschließenden Diskussionsrunde wurden die Gegenstände vertieft und weitere Blicke auf die Thematik geworfen.

Mittelalterliche Handschriften - Exkursion in die Forschungsbibliothek Gotha

Obgleich mittelalterliche Texte den zentralen Schwerpunkt des Studiums Älterer deutscher Literatur bilden, begegnen uns diese Texte im Studium meist nur in Form aufgearbeiteter Editionen, die wenig Rückschlüsse auf die eigentliche Textform- und Entstehung zulassen.

Im Rahmen einer als Blockseminar angelegten Exkursion wurde der Fokus daher auf die Handschriften selbst gelegt und die seltene Gelegenheit gegeben, originale mittelalterliche Textzeugen einmal ganz nah zu betrachten.

Vorbereitend wurden zunächst in einem eintägigen Workshop die Produktions- und Überlieferungsbedingungen mittelalterlicher Handschriften besprochen, mit selbst geschnitzten Gänsefedern und Tinte verschiedene mittelalterliche Schriftarten erprobt und gemeinsam die Grundlagen von Handschriftenbeschreibungen eingeübt.

Auf der zweitägigen Exkursion nach Gotha wurden wir in der Forschungsbibliothek herzlich aufgenommen. Das Programm begann mit einer Führung durch die historischen Räume des Schloss Friedenstein, als Transition zur wissenschaftlich-technischen Perspektive diente die Sichtung der Digitalisierungswerkstätten, in denen die digitale Aufbereitung mittelalterlicher Textzeugen vorgeführt wurde. In drei Abschnitten mit variierendem thematischen Fokus wurden, auf den ersten und zweiten Tag verteilt, ausgewählte Handschriften präsentiert und gemeinsam analysiert. Als abschließendes Highlight durfte jeder Teilnehmer eine zuvor ausgesuchte Handschrift eigenständig untersuchen, nach einstündiger Arbeit wurden die Ergebnisse dann der Gruppe präsentiert.


Cod. Memb. I 54 (oben) & Cod. Memb. II 70 (unten)

Begriffsreflexionen in Minnesang und Sangspruchdichtung. Historisch-semantische Dimensionen des namen-Denkens

Werkstatt namen-Denken

3./4. November 2022, Goethe-Universität Frankfurt FZHG, IG-Farben-Haus, Raum 1.414

Themenfelder der Werkstatt sind:

a) im Sinne einer ‚klassischen' Begriffsgeschichte diachrone historisch-semantische Begriffsentwicklungen oder auch synchrone semantische Begriffsverschiebungen;

b) im Sinne eines stärker onomasiologischen Ansatzes die Auseinandersetzung mit bestimmten inhaltlichen Konzepten oder Gegenständen und den damit verbundenen Begriffen und Ausdrücken, um damit verknüpfte Wortfelder und Beschreibungsszenarien oder auch ein signifikantes Ausdrucksringen in Minnesang und Spruchsang/Sangspruch zu erfassen;

c) polysemantische Begriffe und deren unterschiedliche Funktionalisierungsmöglichkeiten (z.B. Präfigierungen, Definitionen, Einordnungen);

d) semantisch eindeutige Begriffe und deren semantische Transformationen in der Literatur;

e) die Auseinandersetzung mit ambigen, oszillierend-schillernden Semantiken z.B. im Wechsel von religiösen und weltlichen Kontexten sowie

f) lexikalische Ad-Hoc-Bildungen, Neologismen etc., um der historisch-semantische Innovationskraft zu bestimmen.

Hier geht es zum Programm.

Mediävistisches Kolloquium: Historische Narratologie II - ein Praxistest

In Auseinandersetzung mit erzähltheoretischen Konzepten:

Hartmut Bleumer: Historische Narratologie, in: Literatur- und Kulturtheorien in der Germanistischen Mediävistik, hg. v. Christiane Ackermann, Michael Egerding, Berlin/ Boston 2015,
S. 213–274; Wolf Schmid: Elemente der Narratologie, 3. Aufl., Berlin/ Boston 2014; Matías Martinez (Hg.): Handbuch Erzählliteratur: Theorie, Analyse, Geschichte, Stuttgart/ Weimar 2011,

wollen wir an einem kleinepischen Text, dem "Armen Heinrich" Hartmanns von Aue, die Anwendbarkeit und Praktikabilität der Theorien bzw. Zugriffsweisen erproben. Diskutiert werden u.a eigene Adaptationen der Konzepte.

Organisation: Prof. Dr.Franziska Wenzel, Aurelia Fröhle

Gastgespräch mit Tristan Marquardt/ Alexander Rudolph

Am 12. Juli 2022 stellte der Mediävist und Lyriker Tristan Marquardt (mit bürgerlichem Namen Alexander Rudolph) an der Goethe-Universität Frankfurt den von ihm gemeinsam mit Jan Wagner herausgegebenen Band ‚Unmögliche Liebe' vor. Er gewährte einen inspirierenden Einblick, auf welch vielfältige Weise die renommierten in dem Band versammelten Gegenwartslyriker:innen mittelhochdeutsche Minnelieder ins Neuhochdeutsche übertrugen. In einem offen geführten Gespräch hatten die zahlreich erschienenen Studierenden und Gäste Gelegenheit zu allerhand Nachfragen. Das Gastgespräch fand im Rahmen des von Prof. Franziska Wenzel gehaltenen Lektüreseminars ‚Tagelied und moderne Adaptation' statt.

Einen ausführlichen Bericht über den Abend verfassten die Studierenden Julia Müller und Paula Woreschk.

Organisation: Hannah Semrau, Prof. Dr. Franziska Wenzel

Mediävistisches Kolloquium: Historische Narratologie – eine Methodendebatte

Programm

Abendvortrag (18.00 c.t.):

Coralie Rippl (Zürich): Alteritäre Zeitkonzeptionen mittelalterlichen Erzählens


Interessierte zum Abendvortrag sind herzlich willkommen!


Der Abendvortrag wird über Zoom stattfinden: 

https://uni-frankfurt.zoom.us/j/96596854830?pwd=YVBIQnpBVFhESDYyZ0YzeXVJTG1IZz09

Meeting-ID: 965 9685 4830 / Kenncode: 243499

 

Organisation: Prof. Dr. Franziska Wenzel Anna Chalupa-Albrecht

Kontakt 

Figurationen des Aufbruchs. Suchbewegungen zwischen Notwendigkeit und Kontingenz in Mittelalter und Romantik

Interdisziplinäre Werkstatt an der Goethe-Universität Frankfurt am Main (20./ 21.10.2021)

Bestimmt man die literarhistorische Verwandtschaft zwischen Mittelalter und Romantik nicht primär stoffgeschichtlich, sondern über strukturell analoge Erzählverfahren, so scheinen Bewegungsformen des Aufbruchs und der Suche hier eine prominente Schnittstelle einzunehmen. Erzählungen, die den Aufbruch ins Ungewisse an ihren Anfang setzen, ja diesen gewissermaßen als risikobehaftetes Akzeptieren verschiedener Möglichkeiten des weiteren Verlaufs (d.h. Kontingenz) inszenieren, prägen sowohl den Höfischen Roman der Vormoderne (etwa Erec) wie Erzählungen der Romantik (etwa Franz Sternbalds Wanderungen). Die sich an den Aufbruch anschließende Bewegung der Figur zeigt sich hier als präferierte Form sozialer Interaktion: Der Weg avanciert zum Medium des Aufeinandertreffens, der Begegnung, auf dem die offene Möglichkeit ein Primat gegenüber der Geschlossenheit des zurückgelassenen Raumes einnimmt.

Die Werkstatt diskutiert auf der Basis soziologischer, literaturgeschichtlicher und -theoretischer sowie philosophischer Ansätze poetologische Entwürfe aus beiden Epochen.

Organisation: Prof. Dr. Franziska Wenzel

Konzeption: Michael Schwarzbach-DobsonFranziska Wenzel

Programm

Responsibilisierungsdiskurse der Vormoderne

 Interdisziplinärer Workshop an der Goethe-Universität Frankfurt am Main (12./13.08.2021)​

Der Workshop fragt nach narrativen Mustern und Textstrategien der Responsibilisierung, also danach, wie etwa vormoderne Erzählungen, aber auch didaktische, chronikale oder (rechts-)praktische Texte die jeweils zugrundeliegenden Wert- und Normhorizonte verbindlich machen, Schuldigkeit und Zuständig­keit sowie ggf. Zurechnungsfähigkeit verhandeln und interferierende oder konkurrierende Verantwor­tungsnahmen als solche ausstellen. Insofern die skizzierten Bedingungen für Verantwortlichkeit immer auch Fragen nach Willensfreiheit und Determination, den Grenzen menschlicher Einflussnahme sowie seiner Erkenntnis- und Schuldfähigkeit aufwerfen, versteht sich der Workshop auch als Beitrag zu einer historischen Anthropologie.

Organisation: Dr. des. Maximilian Wick 

Programm

Abstract

Praxistage Schrift (7. und 8. November 2019)

7./8.11.2019

Praxistage Schrift

Konzept und Organisation:

Jennifer Gerber, M.A.
Dr. Martina Wernli

Anmeldung per Mail unter Angabe der Studienrichtung, Semesterzahl sowie besonderer Motivation bis 21. Oktober 2019 an:
j.gerber@em.uni-frankfurt.de
wernli@lingua.uni-frankfurt.de

Bei zu vielen Anmeldungen treffen die Veranstalterinnen eine Auswahl der Teilnehmenden. Die Raumangabe folgt per Mail nach Anmeldung

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Aventiure: Ereignis und Erzählung (5. bis 7. September 2019)

Tagung an der Universität zu Köln

Aventiure

Organisation:

Prof. Dr. Franziska Wenzel
Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik
Ältere deutsche Literatur
Goethe-Universität Frankfurt am Main


Michael Schwarzbach-Dobson
Institut für deutsche Sprache und Literatur I
Universität zu Köln
Kontakt:
michael.schwarzbach@uni-koeln.de

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