Forschungsprojekte

Laufende Forschungsprojekte

Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe. Historisch-kritische Ausgabe seiner Werke, Schriften und Briefe

[Bockenheimer Landstr. 133, Hauspostfach 112]

Erich Wolfgang Korngold Werkausgabe

[Bockenheimer Landstr. 133, Hauspostfach 165]

Gluck-Gesamtausgabe, Arbeitsstelle Frankfurt am Main

[Rostocker Straße 2, Hauspostfach 206]

Finanzierung durch das Akademienprogramm bis 31.12.2023

​Conservation and Digitisation of the Musical Archive of Rádio Nacional de São Tomé e Príncipe
Finanzierung durch die Gerda Henkel-Stiftung bis 2026
Digitalisierung und Audio-Emulation Notenrollensammlung »DUCARTIST«
Finanzierung durch die Georg und Franziska Speyer'schen Hochschulstiftung
Erinnerungskultur der Frankfurter Musikwissenschaft – Der Nachlass Helmuth Osthoff

Erinnerungskultur der Frankfurter Musikwissenschaft – Der Nachlass Helmuth Osthoff

Der Nachlass von Helmuth Osthoff, der von 1938–1963 Direktor des Instituts für Musikwissenschaft und Universitätsmusikdirektor der Goethe-Universität Frankfurt war, ging als Schenkung an das Institut für Musikwissenschaft. Im Rahmen eines Forschungsprojekts wird sein Wirken in Frankfurt während und nach der Zeit des Nationalsozialismus und damit ein wichtiger Abschnitt der Instituts- und Universitätsgeschichte aufgearbeitet. 

Osthoffs Rolle als Musikwissenschaftler im nationalsozialistischen Regime war nicht unbedeutend, was nur wenige Daten im Anschluss erhellen mögen: Am 15. Juli 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP, gehörte bald dem NS-Dozentenbund an und war stellvertretender Leiter des Auslandsamtes des NS-Studentenbundes. 1938 war er Teilnehmer der musikwissenschaftlichen Tagung im Rahmen der Reichsmusiktage und hielt einen Vortrag über „Das Besetzungsproblem in der Musik des Barockzeitalters“. Bekannt ist zudem, dass er zeitweise enge Verbindungen zu Herbert Gerigk, dem Leiter der Hauptstelle Musik bei Alfred Rosenberg hielt. Jenseits dieser äußeren Daten jedoch ist sein Wirken, sind sein Handeln als Hochschulpolitiker, die politischen Implikationen seiner musikwissenschaftlichen Perspektiven sowie seine Netzwerke während und nach der Zeit des Nationalsozialismus vielfach im Dunkeln geblieben, was sich durch eine Auseinandersetzung mit dem Nachlass ändern soll. Enthalten sind darin neben Notenmaterial zu eigenen Kompositionen und Manuskripten zu eigenen Schriften unter anderem eine Vielzahl an Vorlesungs- und Vortragsmanuskripten, handschriftliche und maschinenschriftliche Briefe von bekannten Persönlichkeiten wie Hermann Ambrosius, Lotte Anton, Rudolf Binding, Gustav Brecher, Edward Dent, Gerhard Frommel, Wilhelm Furtwängler, Kurt Hessenberg, James Kwast, Carl Orff, Willi Schuh und Franz Strauss, ein Briefwechsel mit dem musikwissenschaftlichen Kollegen Arnold Schering, Fotoalben und Notizkalender, aber auch noch vieles mehr.


Das Institut für Musikwissenschaft der Goethe-Universität löst damit ein Desiderat der Rückschau auf und Selbstreflexion über seine (musik-)politische Vergangenheit ein. Das Projekt schließt an das interdisziplinäre Forschungsfeld der Memory Studies an und flankiert thematisch passend die Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung, die 2026 in Frankfurt stattfinden wird (https://www.uni-frankfurt.de/176658317/GfM_Tagung_2026). Die Tagung widmet sich inhaltlich „Gedächtnisinstitutionen und Gedächtnismedien der Musik“ und bietet die Gelegenheit, die Vergangenheit des Instituts selbst zu thematisieren. 


Kontakt:
Prof. Dr. Magdalena Zorn

​Conservation and Digitisation of the Musical Archive of Rádio Nacional de São Tomé e Príncipe

Funded by Gerda Henkel Foundation (2025-2026), this project aims to conserve and digitise around 2000 magnetic audio tapes with traditional and popular music from São Tomé and Príncipe recorded between the mid 1960s and the beginning of the 2000s by Rádio Nacional de São Tomé e Príncipe (RNSTP). The so-called “Arquivo Musical" collection and its copies in the “São Tomé" collection, in short the Musical Archive, are part of a wider audio archive stored at RNSTP in the capital of São Tomé. Without intervention, these tapes risk permanent loss. Despite holding significant cultural and historical value, not only for São Tomé and Príncipe, but for a wider community of music researchers, they remain difficult to access. Capturing the history of music and lyrics in different local Creole languages as well as transatlantic and African networks of cultural exchange during and after Portuguese colonial rule, this collection can serve as a key resource for studying the transformations surrounding the nation's independence in 1975. To the broader public of São Tomé and Príncipe, this project promises enhanced access to and visibility of its local cultural heritage. RNSTP takes this project over in collaboration with Prof. Dr. Barbara Alge from Goethe University Frankfurt. Further institutions involved: International Library of African Music (Rhodes University, South Africa), ABK Stuttgart (Germany) and The African Music Archive (AMA, Johannes Gutenberg University Mainz, Germany).

Notenrollensammlung »DUCARTIST«

Das Institut für Musikwissenschaft besitzt eine Sammlung von Notenrollen für Selbstspielklavier der Frankfurter Musik-Werke-Fabrik J. D. Philipps & Söhne. Bei der 964 Einheiten umfassenden Sammlung dürfte es sich um den weltweit größten geschlossenen Bestand von Künstlerrollen der Firma Philipps handeln; der Verkaufskatalog DUCARTIST umfasste insgesamt 1879 Titel. Die DUCARTIST-Rollen stammen aus der Zeit zwischen 1908 und 1912 und enthalten überwiegend Werke der europäischen Kunstmusik vom Barock bis zur frühen Moderne. Die klassisch-romantische Klaviermusik ist mit Beethoven, Schumann, Chopin und Liszt am stärksten vertreten.  

Die Rollen enthalten Einspielungen namhafter Pianisten und Pianistinnen, darunter Ferruccio Busoni, Eugen d'Albert, Camille Saint-Saëns, Arthur Friedheim, Alfred Cortot oder Arthur Schnabel. Auch Frankfurter Künstler wie der am Hoch'schen Konservatorium lehrende Willy Rehberg sind prominent vertreten. Von besonderer Bedeutung ist der hohe Anteil international renommierter Pianistinnen, darunter Teresa Carreño, Germaine Schnitzer, Norah Drewett, Wynne Pyle, Berthe Marx-Goldschmidt oder die aus Frankfurt stammende und an der Juilliard School wirkende Lonny Epstein.

Die Sammlung wurde 2023/24 durch die Firma Faszination Pianola komplett digitalisiert. Wir danken der Georg und Franziska Speyer'schen Hochschulstiftung für die großzügige Unterstützung.

Mit Unterstützung der Georg und Franziska Speyer'schen Hochschulstiftung erfolgte am 2025 als zweiter Schritt die Audio-Emulation der Notenrollensammlung.

Das Institut ist auch im Besitz eines Selbstspielklaviers der Firma Feurich, das 2019 durch eine Zuwendung der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung aufwendig restauriert werden konnte.

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Magdalena Zorn

Weiterführende Informationen sind über das Portal Sammlungen der Goethe-Universität zu finden.

Abgeschlossene Projekte

Melodram-Edition »Lenardo und Blandine«
Freischütz Digital
OPERA – Spektrum des europäischen Musiktheaters in Einzeleditionen