Thema

Akteure des Sports – Agenda der Bildung

Diversität ist eine zentrale Herausforderung der Sportpädagogik als Wissenschaftsdisziplin und praktisches Handlungsfeld. Die Akteur*innen des Sports könnten unterschiedlicher nicht sein – z. B. in ihren motorischen Voraussetzungen, ihren Motiven oder Haltungen, die sie beim Spielen, Bewegen und Sporttreiben zeigen. Sich mit Unterschieden pädagogisch zu befassen bedeutet, zu forschen und zu diskutieren, wie formale und non‐formale Strukturen gedacht und schließlich gestaltet werden können, sodass möglichst viele Akteure des Sports eine Agenda der Bildung erfahren und damit Sport als Element geglückter Lebensführung nutzen können. Während Schüler*innen durch Unterricht per se als Bildungsempfänger*innen angesprochen werden sollten, sind im Sportverein, in der Sozialarbeit oder in kommerziellen Kampfsport‐ oder Tanzschulen Bildungsansprüche nicht curricular geregelt und personalisiert. Dennoch wird Bildung fast in allen Kontexten eines organisierten Kinder‐ und Jugendsports als pädagogisches Bonmot lanciert (vgl. Balz, Bindel & Kuhlmann, 2018). In formalen, non‐formalen und informellen Strukturen muss über Bildungspotenziale und ‐konzepte nachgedacht werden. Wie können Schüler*innen, Förderbedürftige und Spitzenathlet*innen, Skater*innen oder Tänzer*innen einen Sport vorfinden, der in der Lage ist, zu bilden? Und worin unterscheiden sich die Bildungsansprüche, ‐potenziale und ‐konzepte?

Die Sektionstagung versteht sich im Jahr 2020 als Plattform, um über Bildung im Sport zu diskutieren – nicht per se als Zentralkategorie, sondern mit der Frage: Welche Agenda der Bildung für welche Akteure des Sports? Es könnte um eine städtische oder kommunale Agenda gehen, Bildungsräume für informell Sporttreibende betreffend. Themen sind aber auch non‐formale Strukturen oder die Frage nach der Bildung in einer sportbezogenen Sozialarbeit. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Jugendleistungssport gerichtet. Hier bietet unsere Tagungsstätte an einer Eliteschule des Sports und Eliteschule des Fußballs – die Carl‐von‐Weinberg‐Schule Frankfurt – den passenden Hintergrund. Selbstverständlich erhält aber auch der Schulsport mit seinen curricular fixierten Bildungszielen die nötige Aufmerksamkeit. Eingereicht werden können Symposien, Arbeitskreise, Einzel‐ und Posterbeiträge bis zum 15. Januar 2020.


Balz, E., Bindel, T. & Kuhlmann, D. (2018). Pädagogische Erwartungen an den Sportverein. In D. Jaitner & S. Körner (Hrsg.), Soziale Funktionen von Sportvereinen: revisited (S. 57‐72). Berlin: Lehmanns Media.