Internationale Studierende, die ihr Studium an der Goethe-Universität und den Berufseinstieg in Deutschland erfolgreich gemeistert haben, verfügen über wertvolle Erfahrungen und Informationen zum Leben und Studieren, von denen aktuelle internationale Studierende profitieren können. Die sogenannten Alumni fungieren als Vorbilder und unterstützen mit hilfreichen Tipps bei der Orientierung im Studium, auf dem Weg zu einem erfolgreichen Studienabschluss und der Vorbereitung auf den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt. Im Netzwerk Goethe Alumni International werden die Kontakte zu ehemaligen internationalen Studierenden der Goethe-Universität geknüpft und gepflegt.

Go to ENGLISH VERSION - Alumni testimonials 


1. Nutzen Sie das Angebot der Goethe-Universität: Workshops, Orientierungsprogramme, Mentoring-Programme, Beratungsangebote, Schreibzentrum, usw.. Nehmen Sie sich die Zeit, zu recherchieren, was die Universität zu bieten hat!

2. Scheuen Sie sich nicht, sich auf Stellen zu bewerben! Auch wenn Sie nicht alle Voraussetzungen für die Bewerbung erfüllen, trauen Sie sich, Ihre Unterlagen einzureichen! 

3. Sammeln Sie, schon von Beginn Ihres Studiums an, Erfahrungen durch Minijobs, Studentenjobs, Praktika und Freiwilligenarbeit!

4. Erweitern Sie Ihr soziales Netzwerk und suchen Sie sich eine Mentorin oder einen Mentor, der Erfahrung mit dem Arbeitsleben in Deutschland hat!

5. Nehmen Sie sich Zeit für Ihr persönliches Branding! Die Nutzung von Plattformen wie LinkedIn oder Xing ist sehr wichtig, um Ihre Chancen bei der Stellensuche zu erhöhen.

6. Suchen Sie Stellen nicht nur auf Jobsuchmaschinen. Suchen Sie auch auf den Webseiten der jeweiligen Arbeitgeber! Trauen Sie sich auch eine Initiativbewerbung zu schicken!

7. Bereiten Sie rechtzeitig die notwendigen Unterlagen vor! Informieren Sie sich über die Ansprüche in Deutschland, z. B.  wie Sie Ihren Lebenslauf und Ihr Bewerbungsschreiben richtig verfassen!

8. Aktualisieren Sie Ihren Lebenslauf regelmäßig, z. B. mit neuen Fachkompetenzen, neuen Sprachen, neuen gesellschaftlichen Aktivitäten! Entwickeln Sie Ihre Kompetenzen ständig weiter!

9. Wenn Sie abgelehnt werden, lassen Sie sich nicht entmutigen! Fragen Sie nach, warum Sie nicht genommen wurden, und versuchen Sie, diese Aspekte bei den nächsten Bewerbungen zu verbessern!

10. Bewerben Sie sich bei mehreren Arbeitgebern, aber schicken Sie nicht an alle die gleichen Unterlagen! Nehmen Sie sich die Zeit dafür, jeden potenziellen Arbeitgeber gründlich zu recherchieren, um genau herauszufinden, was er verlangt und was Sie ihm bieten können! 

Erfahrungsberichte

In den Erfahrungsberichten erzählen die Alumni international, warum sie in Frankfurt an der Goethe-Universität studiert und wie sie das erste Semester erlebt haben. Sie berichten von ihren persönlichen Höhepunkten und Tiefpunkten im Studium und wie es nach ihrem Abschluss für sie weiterging.

Weitere Berichte

"Gerade das Wissen und das Verständnis für Land und Menschen macht die Bereicherung aus"

Die Mongolei und DDR unterhielten - bis zur Deutschen Einheit - aufgrund der gemeinsamen sozialistischen Systeme enge Beziehungen; in dieser Zeit haben viele mongolische Studenten in der DDR studiert. Unter anderem aus diesem Grund ist Deutschland für die Mongolen ein sehr geschätztes Land. Auch derzeit ist Deutschland der drittgrößte Handelspartner der Mongolei und genießt insgesamt ein sehr hohes Ansehen.

Ich wollte - nach meinem Bachelorstudium der "Internationalen Beziehungen" in der Mongolei - im Ausland studieren und kam mit 21 Jahren zum Studium nach Deutschland. Ein persönlicher Grund für meine Entscheidung für Deutschland als Studienort war, dass in Deutschland keine Studiengebühr zu zahlen waren/sind. Dieser Aspekt war für mich sehr wichtig, weil meine Eltern mich nur sehr eingeschränkt bzw. kaum finanziell unterstützen konnten. Ich habe mich von der Mongolei aus an einigen Universitäten in Deutschland beworben und hatte aber dabei keine konkreten Vorstellungen von den Örtlichkeiten. Inzwischen liebe ich die Stadt und auch die Goethe-Universität Frankfurt, schon wegen ihrer Internationalität und da ich dort meine ersten Auslandserfahrungen gemacht und über 10 Jahre gelebt habe.

Nach dem Bestehen der Deutschen Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) habe ich das Studium aufgenommen. Das erste Semester habe ich als besonders herausfordernd empfunden. Sehr viele neue Wörter kennengelernt, die nicht in den gängigen Wörterbüchern erklärt wurden bzw. nicht zu finden waren. Aufgrund meiner damals schlechten Deutschkenntnisse hatte ich mir nicht zugetraut, auf die deutschen Studierenden zuzugehen und Freundschaften zu schließen. Aber trotz der Herausforderungen fand ich es spannend und war stolz, an einer solchen Universität in einer schönen Stadt studieren zu dürfen.

Was mich in meinem Studium gefördert und mich in vielfacher Hinsicht (akademisch, persönlich wie sozial) geprägt hat, war, dass ich im Lehrstuhl von Frau Prof. Ogorek als studentische Hilfskraft mitarbeiten durfte. Das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde und die Chancen, mich weiterzuentwickeln, haben meine Persönlichkeit gestärkt und gefördert. Ein besonderer Erfolg in meinem Studium war, dass ich 2007 den DAAD-Preis als beste ausländische Studierende an der Goethe-Universität bekommen habe. Diese Auszeichnung hat mich sehr motiviert.

Die schwerste Zeit, die ich während meines Studiums zu durchleben hatte, lag in meinem persönlichen Umfeld. Aufgrund der plötzlichen Diagnose einer schweren Erkrankung bei meinem Vater kehrte ich für ein Urlaubssemester in die Mongolei zurück. Nur wenige Monate nach der Diagnose ist mein Vater verstorben. Dieses tiefgreifende Erlebnis in meinem Leben hat sich auf mein Studium ausgewirkt und verzögerte meine Examensvorbereitungsphase für einen längeren Zeitraum.

Die größte Herausforderung, die mich über meine Studienzeit bis zum heutigen Tag begleitet, ist die Komplexität der deutschen Sprache, die - zumindest wenn man diese als Erwachsene erlernt - eine sehr schwierige Sprache ist. Da teile ich die Auffassung von Mark Twain über die deutsche Sprache voll und ganz :-) / Nachzulesen in seinem Aufsatz "Die schreckliche deutsche Sprache". Ich hätte mir hier eine größere Auswahl von ausgebauten Deutschkursangebote für ausländische Studierende, insbesondere zum Schreiben von wissenschaftlichen Texten gewünscht.

Während meines Studiums habe ich zu keinem Zeitpunkt an das Aufhören oder an den Abbrechen des Studiums gedacht, auch wenn ich aufgrund der fremdsprachlichen Barriere und der Einschränkungen oft Momente der Verzweiflung oder Hilflosigkeit empfand. Zum einen hatte ich mir den Studienabschluss als ein wichtiges Ziel gesetzt, zum anderen wollte ich den Abschluss schaffen, um später u.a. meine Familie unterstützen zu können. Ich war und bin immer noch sehr dankbar für die Ausbildung und für die Chancen, die mir in Deutschland geboten wurden.

Wenn ich mein Studium noch einmal von vorne beginnen könnte, würde ich viel mehr Zeitungen lesen und mehr mit und vor Menschen sprechen, um sprachlich (schneller) selbstsicherer zu werden und weniger Hemmungen zu haben.

Beim Einstieg in den Beruf hatte ich neben den aufenthaltsrechtlichen Schwierigkeiten, Unsicherheiten bei Auswahlverfahren im Assessment Center und Vorstellungsgesprächen festgestellt, die zum einen sprachlich bedingt waren. Zudem machen nicht selten Smalltalks, das Auftreten in Vorstellungsgesprächen, bestimmte Ausdrucksweisen im informellen Austausch einen Unterschied bei der Auswahl der Bewerber. Ausländische Absolventen, die diese Anforderungen zum Teil nur ansatzweise beherrschen, sind hier im Nachteil.

Ich habe unter den o.g. Umständen viele Bewerbungen geschickt und Auswahlverfahren durchgemacht. Ich hatte in Bezug auf meine Tätigkeit sehr konkrete Vorstellungen und es klappte nicht sofort. Dennoch haben mir diese Erfahrungen aus den (vorherigen) Vorstellungsgesprächen später viel geholfen. Man muss einfach unermüdlich dran bleiben und nicht nur auf Jobsuchmaschinen suchen, sondern z.B. regelmäßig auf den Webseiten des jeweiligen Arbeitgebers schauen. Auch Vorstellungsgespräche mit Freunden zu simulieren und zu üben, können hilfreich sein.

Ich habe während meines Studiums einige (Pflicht-)Praktika gemacht. Zudem hatte ich mich gesellschaftspolitisch und ehrenamtlich engagiert. Zu nennen sind: Engagements in der Gewerkschaft ver.di (Jugendgruppe für Auszubildende und Studierende). Dabei habe mich z.B. für die Erhöhung des Stundenlohns für studentische Hilfskräfte an den Universitäten des Landes Hessen eingesetzt und gemeinsam mit Gewerkschaften diese erfolgreich durchgesetzt.

Ich habe mich langjährig beim Frankfurter Rechtshilfekomitee e.V., der seit 40 Jahre für ausländische Mitbürger/innen kostenlose Rechtsberatung gibt, als Mitglied und ehrenamtliche Mitarbeiterin engagiert. Darüber hinaus hatte ich mich im Autonomen Referat für ausländische Studierende im AStA der Universität Frankfurt engagiert und Beratungen durchgeführt sowie Aktionen und Veranstaltungen organisiert.

Den internationalen Studierenden würde ich gerne mit auf dem Weg geben, dass sie sich während ihres Studiums so früh wie möglich auch mit den politischen und gesellschaftlichen Fragen dieses Landes beschäftigen und sich damit auseinander setzen. Tageszeitungen zu lesen, da diese nicht nur helfen, die Sprachkenntnisse zu verbessern, sondern auch um mit Menschen ins Gespräch zu kommen und die Mentalität, die gesellschaftlichen Probleme der Deutschen und die Kultur kennenzulernen. Nicht wenige internationale Studierende konzentrieren sich hingegen ausschließlich auf die Lerninhalte des Studiums und nehmen wenig von der Gesellschaft und den Menschen hierzulande wahr. Der Grund hierfür kann u.U. sein, dass sie schnell ihr Studium abschließen und in ihre Heimat zurückkehren wollen. Aber gerade das Wissen und das Verständnis für Land und Menschen macht die Bereicherung aus. Zudem ist dies hilfreich, auch die Studieninhalte und gesellschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.

Bedingt u.a. durch die sprachliche Barriere sollten sich die internationalen Studierende oft doppelt so stark anstrengen, um vergleichsweise Leistungen wie die Bildungsinländer zu erbringen. Gerade dies macht die internationalen Studierenden in der Regel stark.

"Während meines ersten Semesters in Deutschland hatte ich noch Zweifel"

Nach Deutschland gekommen bin ich zunächst durch ein Stipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdient (DAAD). Bei der Auswahl der Universität hat sich die Goethe-Universität als meine erste Wahl anhand drei wesentlicher Kriterien (Nähe am Business, Internationalität, Schwerpunkt Finanzen) herauskristallisiert.

Das erste Semester: Ich erinnere mich an die erste Vorlesung in Finanzen - durch die Fenster des Raums konnte man die wunderschöne Frankfurter Skyline mit all den Banken überblicken, was natürlich sehr motivierend für mich als WiWi-Student mit Schwerpunkt Finanzen/Management war. Insgesamt hat mich der ganze Campus Westend mit seinen modernen Anlagen am Anfang sehr beeindruckt.

Besonders herausfordernd war die erste Klausurenphase, da das Format der Klausuren in Deutschland von dem, was ich von meinem Bachelor-Studium kannte, deutlich unterschiedlich war. Während meines ersten Semesters in Deutschland hatte ich noch Zweifel, ob alle Herausforderungen, die mit einem Studium im Ausland, einhergehen, genügend Mehrwert für mich bringen würden, da ich vor dem Beginn meines Masters in Frankfurt schon ein für die nationalen Verhältnisse gutes Jobangebot und insgesamt kein schlechtes Leben in meiner Heimat hatte. Nur ein halbes Jahr nach dem Studienbeginn in Frankfurt habe ich die Möglichkeit bekommen, als Praktikant bei einer globalen Management-Beratung zu arbeiten und dabei an großen Projekten bei international agierenden Banken mitzuwirken, was in meiner Heimat und mit meinem Bachelor-Abschluss nicht möglich gewesen wäre. Dies war für mich die Bestätigung, dass sich das Master-Studium lohnt.

Ein Höhepunkt war dann als auch noch nach einer Vorlesung mein Professor in Unternehmensfinanzierung meinte, dass ich zu seinen besten Studenten aus den letzten Jahren gehöre. Er hat mir im letzten Semester angeboten, dass ich mich als Tutor in einem Bachelor-Kurs engagiere.

Für meinen Berufseinstieg waren die Karriere-Events, die am Campus stattfinden, äußerst hilfreich, um den ersten Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern herzustellen. Man kann einerseits die Unternehmen besser kennen lernen und andererseits besteht die Möglichkeit, dass man die Kontaktdaten relevanter Manager / HR-Mitarbeiter bekommt, was später bei der Bewerbung sehr hilfreich sein könnte. Dass sich die Goethe-Universität an einem der wichtigsten Finanzstandorte Europas befindet, stellt einen enormen Vorteil für die Studierenden (insb. im Bereich Finanzen) dar. Durch die Nähe am Business bestehen zahlreiche Möglichkeiten, dass man noch während des Studiums als Werkstudent / Praktikant wertvolle Erfahrung sammelt. Meine Praktika waren entscheidend für meinen erfolgreichen Start in die Berufswelt.

Mein Rat für internationale Studierende: Erstens - Informieren Sie sich! Es sollte internationalen Studenten bewusst sein, dass sich das Studium in Deutschland in wesentlichen Aspekten vom Studium in der Heimat unterscheiden könnte. Vor diesem Hintergrund ist es sehr wichtig, dass man sich insbesondere am Anfang über die organisatorischen / administrativen Pflichten des Studierenden (e.g. Anmeldepflichten) ausführlich informiert. Besuchen Sie das International Office / den Lehrstuhl / das Career Center und stellen Sie alle Fragen, die Sie haben. Fragen Sie insbesondere nach relevanten Informationsquellen, damit Sie sich selber danach die benötigten Informationen beschaffen können.

Zweitens - Respektieren Sie die Unterschiede und halten Sie sich an die Regeln - man befindet sich letztendlich in einem (noch) neuen Umfeld und man soll die Regeln, die da herrschen, respektieren und befolgen.

Drittens - seien Sie aktiv und suchen Sie ständig den Kontakt zu den anderen. Sprechen Sie die Person an, die neben Ihnen sitzt (so habe ich einen meiner besten Freunde kennen gelernt). Nutzen Sie das Sportangebot der Universität aktiv aus - beim Sport / Tanzkursen lernt man sehr einfach neue Leute kennen.

Viertens - bleiben Sie nicht nur unter Leuten aus Ihrer Heimat. Vergessen Sie nicht, dass man an der Goethe-Universität die Möglichkeit hat, Leute aus der ganzen Welt kennenzulernen - verpassen Sie das nicht.

"Man kann sagen, ich habe gleichzeitig Jura studiert und die Sprache gelernt."

Da ich einen Hochschulabschluss mit Auszeichnung im Bereich der Rechtswissenschaft in Russland erworben hatte, entschied ich mich für das juristische Studium in Deutschland, weil das Thema der internationalen deutsch-russischen Beziehungen für mich immer interessant war. Weltbekannt ist, dass die deutschen Abschlüsse sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt versprechen. Während der Schulzeit in Russland habe ich auch Deutsch gelernt und die Sprache hat mir immer gut gefallen. An der Goethe-Uni habe ich den Sprachkurs für die DSH-Prüfung besucht, um den Hochschulzugang zu erwerben. Nach der bestandenen DSH-Prüfung, bin ich in Frankfurt geblieben und habe mein Jurastudium angefangen.

Das erste Semester war schwer für mich, weil das Jurastudium eine selbständige Planung eigener Zeit voraussetzt. Das System des Studiums in Deutschland weicht sehr vom russischen ab, deshalb musste ich mich schnell umschalten können. Mit der Sprache war es auch nicht einfach, weil das Jurastudium natürlich hinsichtlich der Sprache sehr anspruchsvoll und umfangreich ist und ein überdurchschnittliches Sprachniveau verlangt. Man kann sagen, ich habe gleichzeitig Jura studiert und die Sprache gelernt. Ich kann mich auch erinnern, dass ich ständig die deutschen und die russischen Gesetze miteinander verglichen habe, um die Parallelen zu finden und dadurch mir ein bisschen den Lernprozess zu erleichtern.

Ein besonderer Erfolg war, dass ich die erste Klausur nach ziemlich kurzer Zeit in Deutschland trotz der komplizierten Sprache bestanden habe. Als ausländische Studierende bekommt man keinen Rabatt für die bessere Bewertung. Danach habe ich geglaubt, dass ich die weiteren Klausuren auch bewältigen kann. Abgesehen davon, ist es mir gelungen schnell alle Scheine zu erwerben, um den Freischuss für die erste juristische Prüfung mitschreiben zu dürfen.

Die Vorbereitung für das erste Staatsexamen war auch eine besondere Herausforderung, man darf sie nicht unterbrechen, damit man den gelernten Stoff nicht vergisst. Sogar wenn die Übungsklausuren bei der Vorbereitung für das Examen nicht so gut ausgefallen sind, wie ich erwartete, musste man trotz der Kritik des Korrektors neue Kräfte finden, weiter zu lernen und wieder die Übungsklausuren zu schreiben.

Ja, es gab die Momente als ich mein Studium abbrechen und in die Heimat zurückkehren wollte. Aber wenn ich mich daran erinnert habe, wie viel Kraft ich bereits ins Studium investiert habe und der Gedanke, wenn ich jetzt abbrechen würde, wäre dann alles vergebens, was ich bisher gemacht habe: die Sprache lernen, arbeiten parallel zum Studium, alle bereits erworbenen Scheine?! Das hat mich von dieser Entscheidung abgehalten.

Könnte ich mein Studium noch einmal von vorne beginnen, dann würde ich so früh wie möglich anfangen die eigenen Zusammenfassungen für jedes Rechtsgebiet zu schreiben, weil es mir gut bei der Vorbereitung geholfen hat.

Hilfreiche Praxiserfahrung konnte ich während meines Studiums als studentische Hilfskraft bei einer russischen und danach bei einer deutschen Rechtsanwaltskanzlei sammeln. Ich erstellte Entwürfe der Schriftsätze an Gerichte und Mandanten und holte in Eigenverantwortung die dafür notwendigen Informationen ein.

Ich würde internationalen Studierenden empfehlen, die kritische Bewertung der Leistung nicht persönlich zu Herzen zu nehmen, sondern mit der Kritik konstruktiv umzugehen und weiter zu machen. Versuchen Sie auch die Kontakte mit den deutschen Studierenden aufzunehmen, ohne zu warten, dass jemand auf sie zuerst zugeht. Genieren Sie sich nicht um Hilfe zu bitten und seien Sie selbst hilfsbereit.

",,,the biggest achievement for me was to be able to submit my Master Thesis within 2 months."

The Goethe-University has a very good reputation and is situated in the heart of Frankfurt. That was one of the several reasons, why I wanted to study in Frankfurt - it would be easier to work and study at the same time. Although there are no tuition fees, the quality of education is very high and the university's network with the industry allows to get hands on inputs from industry practitioners coming as guest lecturers from firms like PWC, Mckinsey, IBM, Merck, P&G, Deutsche Bank, BaFin and other big names.

I remember my first semester and how it was challenging to find an accommodation, get the hang of the demanding courses and to socialize with the classmates at the same time. But we were all in it together and could support each other in many ways. The program management organized regular meetings with everyone to see whether there is any way they could help the students settle down which was great.

I guess the biggest achievement for me was to be able to submit my Master Thesis within 2 months, as I had to start my full time job as soon as possible. I appreciate greatly the help of my Academic Supervisor as well as the universities openness to conduct my Master Thesis in cooperation with a firm in the consulting field.

My biggest challenge was to reconcile work, studies and as well social activities together. The flexibility of the program however gave me a lot of freedom to schedule everything fitting to my professional and personal aspirations.

The university is quite large and offers various kinds of support to international students, be it with the immigration office, with finding accommodations or career advice. In my opinion, the only problem is that the information is decentralized and as an international student, it might be difficult to navigate through the wide range of university support offerings.

At the end of my Master-Program, four months before my graduation, I got several job offers. I applied on my own after having gathered all the information from the career service. Also networking during my working student employment helped a lot.

During my Master, I worked as a working student at two different companies, at IPC GmbH and at Sopra Steria Consulting. I also conducted my Master Thesis at Sopra Steria as a Strategy Consulting project. All of them were in Frankfurt.

I wish all the new international students lots of luck and success in their studies and future employment. Never lose motivation and always be determined and focused! Constant networking and perseverance is crucial to being successful.

"Diese Zeit an der Goethe-Universität wird lange mit euch bleiben"

In Ungarn waren die angebotenen Masterstudiengänge in meinem Studienbereich (internationale Studien) sehr EU-geprägt, so dass ich für die Weiterentwicklung meines beruflichen Horizonts auf jeden Fall etwas Anderes wollte. Ich durfte schon während des Gymnasiums ein Jahr als Austauschschülerin in Deutschland verbringen - diese Zeit in Deutschland hat mich sehr geprägt. Deshalb entschied ich mich dazu, für meinen Master zurück zu kehren.

In Bezug auf mein erstes Semester war der Orientierungstag meines Studiengangs die allererste Erinnerung, die ich habe. Der Rundgang am wunderschönen Campus Westend und in Frankfurt... Ich habe die Personen kennengelernt, mit denen ich später auch gerne Zeit verbrachte. Ich erinnere mich auch daran, wie sehr ich mich gefreut habe, dass ich meinen Stundenplan alleine zusammenstellen durfte – im meinen Bachelorstudium war er für uns schon vorbereitet. Natürlich war ich sehr schnell von den zahlreichen Angeboten überfordert, jedoch freute ich mich sehr auf die Vielfalt der Seminare.

Eine besondere Herausforderung war mein Perfektionismus. Wenn ich etwas sage, sollte das bitte richtig, gut formuliert und kompetent sein. Dies hat dazu geführt, dass ich bei den Seminaren Hemmungen beim Sprechen hatte – ist es jetzt Dativ, Akkusativ, Genitiv, ist es jetzt grammatisch gesehen ein korrekter Satz? Gerade im ersten Semester hatte ich öfters das Gefühl, dass ich mein Wissen und Fachkenntnisse nicht kompetent kommunizieren kann und sitze deshalb nur still während des Seminars. Bei Hausarbeiten und schriftlichen Aufgaben ist man öfters darauf zugewiesen, dass irgendjemand trotz sorgfältiger Vorbereitung Korrektur liest. In Ungarn war ich selber diejenige, die den anderen gerne geholfen hat, und jetzt war ich plötzlich diejenige, die Unterstützung benötigte. An diesen Tagen wollte ich wirklich in meine Heimat zurückkehren und lieber dort, mit mehr Erfolg studieren. Das war, wie ich bald merkte, eine sehr kontraproduktive Grundeinstellung. Ich habe mich dann immer freundlicherweise daran erinnert, dass Veränderung und Weiterentwicklung immer außerhalb meiner Komfortzone passieren. Ich musste wirklich bei jedem Seminar diese Hemmung überwinden und mich selbst davon überzeugen, dass meine Kommilitoninnen und Professoren mich auch dann gut verstehen, wenn mal eine Präposition nicht stimmt. Es war jedoch manchmal unheimlich schwer, diese "Sprechangst" – die ich auf meiner Muttersprache nicht habe – zu bekämpfen.

Aber für den Fall, dass ich mein Studium noch einmal von vorne beginnen könnte, würde ich zuerst das Schreibzentrum besuchen und erlernen, wie die Erwartungen an deutschen Universitäten aussehen, wie man eine gute Hausarbeit konzipiert und wie das wissenschaftliche Vorgehen aussieht.

Zum Glück gab es im Studium ganz viele besondere Ereignisse, über die ich mich freuen durfte und auf die ich stolz sein kann. Im 3. Semester wurde ich in die Förderung durch das Deutschlandstipendium aufgenommen, eine positive Bestätigung, die mir sowohl professionell als auch persönlich sehr viel brachte. Mein Deutschlandstipendium hat mir z.B. die Teilnahme an der größten Model United Nations Konferenz der Welt, an der National Model United Nations Konferenz in New York ermöglicht. Es lag mir immer besonders am Herzen, bei verschiedenen Model United Nations Konferenzen mitzuwirken. Im Zuge dieses Engagements wurde ich für die MainMUN Konferenz an der Universität ausgewählt und durfte als Chairperson die Generalversammlung mit 120 Delegierten leiten. Obwohl ich am Anfang noch wegen der Größe des Komitees Angst hatte, bin ich dieser Aufgabe mit großer Freude nachgegangen. Der persönliche Höhepunkt meines Studiums erfolgte jedoch, als ich den DAAD-Preis für herausragendes Engagement internationaler Studierender erhielt – eine Auszeichnung, die mich bis zum heutigen Tage sehr prägt.

Mein Berufseinstieg ging ziemlich unkompliziert: ich wurde nach dem Praktikum übernommen. Aus diesem Grund empfehle ich es sehr, während des Studiums sehr gezielt und zielorientiert nach einer passenden Praktikumsstelle zu suchen. Sollte es doch nicht die richtige Arbeitsstelle sein, kann man sich während der Praktikumszeit vernetzen oder sich mit erfahrener Kollegen über Karrieremöglichkeiten/Perspektiven austauschen.

Außerdem rate ich internationalen Studierenden: Zum erfolgreichen Studium gehören meiner Meinung nach nicht nur die eingebrachten Leistungen, die Vorlesungen und Seminare, die ihr besucht – es ist auch genauso wichtig, was ihr nebenbei für eure persönliche Entwicklung selber macht. Diese Zeit an der Goethe-Universität wird lange mit euch bleiben. Nun ist es wichtig, wie ihr dieses Kapitel des Lebens selber schreibt. Findet ihr ein Ziel, ein Anliegen, wofür ihr euch wirklich unermüdlich engagieren und einsetzen könnt - dann werdet ihr wirklich aktiver Teil dieser universitären Gemeinschaft und neben den scheinbar unendlichen Stunden in der Bibliothek auch Erinnerungen und Erfahrung sammeln, die euch noch Jahre, Jahrzehnte später begleiten werden.

"Ich mag Frankfurt sehr, denn von allen Städten in Deutschland ähnelt sie meiner Geburtsstadt Nairobi am ehesten"

Ich bin nach Deutschland gekommen um mein Freiwilliges Soziales Jahr zwischen Schule und Studium zu absolvieren. Die Entscheidung für die Goethe Uni war insofern rein zufällig, als das ich zum Zeitpunkt der Bewerbung in der Nähe wohnte. Insofern war es keine bewusste und gezielte Entscheidung für die GU sondern eine, die sich aus meiner damalige Lebenslage ergeben hat. Dennoch war die Entscheidung richtig, denn bald nach meine Annahme lernte ich, dass die GU deutschlandweit eine der besten Unis für Soziologie/Politikwissenschaften ist. Zudem mag ich Frankfurt sehr, denn von allen Städten in Deutschland ähnelt sie meiner Geburtsstadt Nairobi am ehesten, vor allem wegen der Skyline und der Internationalität.

Das erste Semester war aufregend und spannend, sehr viel hat sich in meinem Leben und meinem Umfeld verändert, und ich musste sehr schnell selbständig werden um alles gut organisiert zu bekommen: Umzug, Stundenplan, Nebenjob, Engagement, Visum etc.

Ich habe während meines Studiums ein Praktikum im Haus am Maiberg, eine Akademie für soziale und Politische Bildung in Heppenheim gemacht. Zwischen meinem Bachelor und Master habe ich dann noch bei dem Entwicklungspolitische Netzwerk Hessen (Frankfurt) und im Deutschen Bundestag durch Praktika spannende Praxiserfahrungen gesammelt. Neben meinem Studium habe ich mich regelmäßig bei STUBE Hessen, das Forum Entwicklungspolitik (ESG/KHG) und bei der Organisation Kenianischer Studierender in Hessen engagiert. Letztere Organisation habe ich mitgegründet.

Herausforderungen im Studium waren, dass ich hin und wieder Finanzierungsprobleme hatte, da ich kein Bafög oder Stipendium bekommen habe. Ich habe die ganze Zeit nebenbei gearbeitet um mein Studium zu finanzieren, auch wenn ich ab und an Unterstützung aus dem privaten und universitären Umfeld bekommen habe. Ich bin ich heute stolz, dass ich mein Studium mehr oder weniger selbst finanziert habe, aber es war nicht immer einfach. Auch deswegen habe ich relativ lange studiert. Ich habe mir die Zeit genommen, um mich selber kennenzulernen und über den Sinn des Lebens nachzudenken.

Wenn ich mein Studium noch einmal von vorne beginnen könnte, wäre ich mutiger was Stipendien angeht. Ich habe gedacht, dass ich nicht gut genug bin. Der Spruch "Probieren geht über Studieren" trifft bei Stipendien absolut zu, denn das schlimmste was passieren kann, ist eine Absage.

Besondere Höhepunkte gab es natürlich auch: 1. Mein Abschluss, natürlich!
2. Den (dotierten!) DAAD Preis für hervorragende Leistungen von ausländischen Studierenden im Jahr 2013
3. Die Reise nach New York City im Rahmen des Studiums mit dem National Model United Nations der GU, eine spannende und sehr horizonterweiternde Erfahrung.

Mein Rat für internationale Studierende: Seid Mutig, ihr seid mehr als (nur) gut genug. Geht euren Träumen nach und fragt, wenn ihr Hilfe braucht, sprecht Menschen an die euren Traumberuf ausüben oder die spannende Projekte, Firmen, Filme, Startups, Stiftungen etc auf die Beine gestellt haben. Fragen kostet nichts, und ihr werdet staunen, was daraus erwachsen kann (Praktika, Jobs, lebenslange Freundschaften, Kooperationsprojekte etc.).

"Ein besonderer Erfolg war für mich der Tag, als ich ein Deutschlandstipendium bekommen habe"

Während meines Bachelorstudiums in Moskau, habe ich ein Austauschsemester in Deutschland gemacht und an der Technische Universität in Dresden studiert. Das Studium und die Methoden haben mir sehr gefallen, deswegen wollte ich meinen Master unbedingt in Deutschland absolvieren. Das quantitative Managementprogramm an der GSEFM hat mich deswegen sehr interessiert, weil es einen sehr starken mathematischen Schwerpunkt hatte und eine Möglichkeit bot, parallel zum Master auch ein PhD-Studium zu belegen.

Das Studium an der Goethe Universität war seit den ersten Tagen sehr anspruchsvoll und gleichzeitig sehr spannend, da man jede Woche Problem-Sets abgeben musste. Dadurch und durch den sehr internationalen Studiengang hatte ich sehr schnell Anschluss gefunden. Gleichzeitig hatte ich eine gute Möglichkeit, deutsche Kultur besser zu verstehen, da ich mit meinen Kommilitonen oft unterwegs war und viele typische deutsche Sachen, wie die Straßenfeste und den Weihnachtsmarkt erlebt habe.

Ein besonderer Erfolg war für mich der Tag, als ich ein Deutschlandstipendium bekommen habe. Es war für mich eine große Freude und Anerkennung, da ich erst vor ein paar Wochen nach Deutschland gekommen bin und in einem neuen, fremden Land war.

In meinem Bachelor waren die meisten Prüfungen mündlich und für ein Teil der Note hat immer die Arbeit während des Semesters gezählt. Deswegen war es für mich sehr schwierig, wieder schriftliche Prüfungen schreiben zu müssen, in denen die komplette Note nur von einer Stunde Prüfung abhängt.

Am Anfang fand ich es sehr schwierig mit der deutschen Bürokratie (z.B. GEZ, Auslandsamt) zurechtzukommen. Dazu war es für mich am Anfang schwierig zu verstehen was die Professoren von Studierenden erwarten. Obwohl alle Kurse auf Englisch waren, haben die Professoren deutsche Methoden benutzt, um die Seminararbeiten und Klausuren zu bewerten, was man als ausländische Studierende nicht kennt. Erst ab dem zweiten Jahr habe ich mich mehr mit unterschiedlichen Angeboten für Studierende vertraut gemacht und einige Workshops für internationale Studierende absolviert.

Auch in schwieriger Zeiten habe ich nie darüber nachgedacht, zurückzukehren. Ich wusste, dass ich in Deutschland viel interessantere Projekte in der Arbeit haben könnte und dass ich hier in einigen Branchen arbeiten kann, in denen ich in Russland, gerade als Frau, nicht tätig werden könnte.

Ich glaube, jeder lernt von seinen Fehlern. Ich denke, wenn ich mal wieder mit dem Studium anfangen sollte, würde ich mich viel besser mit der Arbeitsweise und dem Bewertungssystem im Voraus vertraut machen.

Nach dem Abschluss habe ich mich viel für verschiedene Positionen beworben und oft war es schwierig, weil man wochenlang keine Antwort bekommen hat. Meinen ersten Job habe ich aber über Xing gefunden, wo ich von einem Berater angeschrieben wurde. Deswegen würde ich empfehlen, in Sozialen Medien präsent zu sein, da man oft über Netzwerke einen guten Job finden kann.

Um Praxiserfahrung zu sammeln habe ich an der Goethe Universität als wissenschaftliche Hilfskraft gearbeitet, da man es sehr gut mit Studium kombinieren kann. Als ich Deutschlandstipendiatin war, war Union Investment mein Förderer. Mein Interesse zu Kapitalmärkten war geweckt und ich war als Praktikantin 6 Monate lang im Portfoliomanagement tätig.

Internationalen Studierenden möchte ich mitgeben, dass man immer offen für neue Herausforderungen sein sollte, da sich die Welt um uns herum ständig ändert. Als junge Absolventen haben wir den Vorteil, weil wir schnell neue Sachen oder Programme lernen können. Dazu sollten wir als internationale Studierende flexibel bleiben, da man sich oft in der Arbeit in einer anderen Kultur oder einem anderen Arbeitsstil befindet und man sich anpassen muss.

"Freunde werden hier zur Familie"

Ich wollte immer woanders studieren und eine neue Sprache lernen, sowie eine neue Kultur kennen lernen. Ein Teil meiner Familie lebt in Deutschland und das hat meine Entscheidung leichter gemacht.

Im ersten Semester war ich sehr unsicher, ob ich bleibe oder nicht, weil ich Heimweh hatte. Aber ich fand gute Freunde, die mich unterstützt haben, meinen Weg in der Uni zu finden. Es war nicht einfach, selbständig den Stundenplan zu gestalten, aber das Gute daran ist, dass ich mich darüber informieren konnte, wie mein Studium funktioniert. Ich war mehrmals in Beratungen, um zu fragen, wie ich am besten den Stundenplan oder die Seminare belegen muss.

Mein besonderer Erfolg war das Erreichen der ersten Staatsprüfung und hier war für mich besonders schön, dass meine Eltern zu meiner Abschlussfeier aus Ecuador kommen konnten, um diesen Erfolg mit mir zu feiern. Den nächsten Erfolg habe ich vor kurzem mit der zweiten Staatsprüfung erreicht.

Die Sprache war eine große Herausforderung, aber ich habe es nicht zu gelassen, dass die Sprache ein Hindernis repräsentiert. Ich erkannte früh, dass ich die deutsche Sprache beherrschen musste, um meine Ziele hierzulande zu erreichen. Deshalb habe ich schon am Anfang fleißig gelernt: Vokabeln und Grammatik. Man sollte darüber hinaus keine Angst haben, Fehler zu machen, bspw. wenn man redet. Das Lernen einer so fremden Sprache ist ein langer Prozess, bei dem man sich stets zutrauen muss, zu sprechen. Wie es so schön heißt: Die Übung macht den Meister.

Neben dem Studium habe ich gearbeitet, um mein Studium zu finanzieren und das war auch manchmal viel, aber ich kann stolz auf mich sein, dass ich es trotzdem geschafft habe.

Was für mich schwer war, war mein Heimweh - vor allem im Winter, der sehr kalt und dunkel ist. Aber ich fand andere Studierende, die dasselbe wie ich durchmachten und wir haben gemeinsam mehr unternommen. Das hat mir geholfen.

Wenn ich noch einmal das Studium von vorne beginnen könnte, würde ich nichts daran ändern. Während meines Studiums habe ich an einer Integrierten Gesamtschule gearbeitet und viel Praxiserfahrung gesammelt.

Ich würde internationalen Studierenden der Goethe-Universität empfehlen, dass sie nicht aufgeben sollen, egal ob der Weg kompliziert oder schwer aussieht. Wenn sie in etwas nicht sicher sind oder Fragen haben, sollen sie immer zu einer Studienberatung gehen. Freunde werden hier zur Familie. Dadurch geht nicht unbedingt das Heimweh weg, aber mit Freunden wird der Weg hier in Deutschland deutlich leichter.

"Als ich vor 8 Jahren nach Frankfurt gekommen bin, hätte ich mir nicht vorstellen können, in wenigen Jahren an einer deutschen Hochschule zu studieren."

Ich bin im Jahr 2009 als Au-pair Mädchen direkt nach Frankfurt gekommen. Die Stadt hat mich mit ihrer Vielfältigkeit bezaubert. Bereits als Au-pair begegnete ich internationalen Studierenden, die mir vom Studium in Deutschland bzw. vom Studieren an der Goethe-Universität berichteten. Da ich das deutsche Hochschulsystem nicht kannte, informierte ich mich umgehend und entschied mich - dank der Unterstützung meiner ehemaligen Gastmutter und der meines Mannes - für ein Studium in Deutschland. Bei meinen Recherchen zu den Studienangeboten gefiel mir bei den Erziehungswissenschaften die Tatsache, dass ich viel forschen konnte.

Im ersten Semester habe ich mich als internationale Studierende dank der Einführungsveranstaltung (für internationale Studierende) sicher gefühlt, weil ich dort Menschen kennengelernt habe, die ebenfalls nicht nur neu in der Uni-Welt sondern auch in dem Land waren. Eine meiner ersten Erinnerungen an das erste Semester an der Uni bezieht sich auf die Einführungsveranstaltung meines Fachbereiches. Diese fand eine Woche nach der Einführungsveranstaltung für internationale Studierende statt. Dabei wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt, um gemeinsam mit den Tutoren den Stundenplan für das erste Semester zu erstellen. Da ich meinen bereits bei der Einführungsveranstaltung für internationale Studierende erstellt hatte, konnte ich eine Kommilitonin mit Rat und Tat unterstützen. Sie war sehr dankbar und fragte mich woher ich das alles wissen würde. Genau in dem Moment bestätigte sich für mich die Bedeutung der Einführungsveranstaltung für internationale Studierende und  der dabei gewonnenen Kenntnisse.  

Als internationale Studierende war es für mich eine Herausforderung, das deutsche Hochschulsystem zu verstehen und die Unterschiede zwischen Seminaren und Übungen zu begreifen. Man wird mit vielen Ängsten (bzgl. Sprache, Finanzierung, Hochschulsystem, u.a.) konfrontiert und jeder muss sich selbst diesen Ängsten stellen, um weiter zu kommen. Bei den Gruppenarbeiten, Referaten und Hausarbeiten habe ich bald gelernt, dass ich doch in der Lage war, einen Beitrag zur Gruppenarbeit bzw. zum kollegialen Austausch zu leisten. In den Seminaren konnte ich oft nicht begreifen, warum ich einen Satz oder einen Text anders verstanden und interpretiert hatte als meine (deutschen) Kommilitonen. Ich dachte, ich wäre nicht gut genug um mit ihnen mithalten zu können und würde dementsprechend keine Arbeit schreiben können. Bei der Fertigstellung meiner ersten Hausarbeit konnte ich dann endlich verstehen, dass ich aufgrund meiner Herkunft, Kultur, Sprache und Sozialisation andere Erfahrungen, Blickwinkel und Denkmuster habe.

Als ich vor 8 Jahren mit Grundkenntnissen der deutschen Sprache nach Frankfurt gekommen bin, hätte ich mir nicht vorstellen können, in wenigen Jahren an einer deutschen Hochschule zu studieren. Dennoch habe ich es geschafft, als internationale Studierende sowohl mein Bachelor- als auch mein Master-Studium der Erziehungswissenschaften mit sehr guter Gesamtnote abschließen zu können. Damit verbunden war ein besonderer Höhepunkt für mich als ich aufgrund meiner guten Noten das Studienabschlussstipendium für internationale Studierende erhielt. Besonders positiv war die Tatsache, dass mich meine (deutschen) Kommilitonen bei Fragen und Unklarheiten unterstützt hatten und dadurch ein gegenseitiger Austausch entstehen konnte.

Mein Berufseinstieg hat gut geklappt: Dank der Pädagogik-Messe, die jedes Jahr vom Fachbereich Erziehungswissenschaften organisiert wird, hatte ich die Möglichkeit, viele Träger kennenzulernen, die im pädagogischen Bereich tätig sind. Bei der Messe hatte ich als Studentin die Möglichkeit, mit Mitarbeitern und Leitungskräften diverser Einrichtungen zu reden und mich über die Arbeitsweise und Konzeption der jeweiligen Träger bzw. Einrichtungen zu informieren.

Mein Rat für internationale Studierende: Glaubt an euch selbst, an eure Fähigkeiten und Fertigkeiten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass jeder von uns eine innere Stimme hat, die uns dazu bewegt, nicht aufzugeben und immer das Beste von sich zu geben. Denkt immer daran, dass die meisten Anstrengungen auch belohnt werden.

Außerdem würde ich den internationalen Studierenden das Kompass-Programm und die studienbegleitenden Kurse des International Office ans Herz legen, weil sie die Begegnung mit der akademischen Wissenschaftssprache in der Fremdsprache erleichtern. Das Schreiben wissenschaftlicher Texte in einer Fremdsprache bedarf einer gewissen Beherrschung komplexer grammatikalischer Zusammenhänge, die sich nicht einfach von den muttersprachlichen Sprachkompetenzen übertragen lassen, weil jede Sprache von einem spezifischen, interkulturellen Aspekt gekennzeichnet ist, der zu ihrer Einzigartigkeit beiträgt: muttersprachliche Ausdrucksformen und Redewendungen lassen sich nicht eins zu eins übersetzen. Es geht nicht darum die Muttersprache zur Seite zur legen, sondern das Besondere der deutschen Sprache zu entdecken und diese anzuwenden.

"Die erste Note 1 war für mich als Nichtmuttersprachlerin ein besonderer Erfolg"

Nach der Schule habe ich in Litauen an einer belarussischen Universität im Exil Journalismus studiert und mich politisch in meiner Heimat engagiert. Während meines Studiums habe ich eine Möglichkeit bekommen hier in Frankfurt bei der Commerzbank ein Praktikum zu absolvieren. Nach dem Studium war es für mich klar, unter anderem auf Grund der zugespitzten politischen Lage in meiner Heimat, dass ich in Belarus zu dem Zeitpunkt keine Zukunft habe, aber auch in dem politischen Bereich nicht mehr arbeiten möchte und kann. Ich wollte mich für die Menschen einsetzen. So habe ich eine Möglichkeit für Ausländer gefunden, in Deutschland mich beim Roten Kreuz zu engagieren. Ich habe 1,5 Jahre im Sonderpädagogischen Zentrum St. Vinzenzstift mit Kindern mit Behinderungen gearbeitet und gelebt. Es war eine ausschlaggebende Zeit für mein Leben und es war für mich klar, dass ich im pädagogischen Bereich weiter arbeiten möchte. So fiel die Entscheidung wieder zu studieren. Da ich aus privaten Gründen vor hatte in der Region um Frankfurt zu bleiben, habe ich mich unter anderem an der Goethe-Universität beworben und eine Zusage bekommen.

In meinem ersten Semester in Frankfurt war es sehr schwierig sich erstmal zu orientieren. An meiner ersten Universität war das Studium anders strukturiert. Der Stundenplan war vorgegeben, es gab eine feste Gruppe aus 20 Studierenden, man musste selber weniger organisieren. An der Goethe Universität musste ich mich erstmal zurechtfinden und mit den ganzen Online Systemen wie OLAT und LSF zurechtkommen. Ich hatte Glück, dass ich nicht zusätzlich mein soziales Umfeld aufbauen musste. Meine Noten waren im ersten Semester auch schlechter, als in den späteren Semestern. Es hat gedauert bis ich alles verstanden habe. Auf der anderen Seite fand ich es gutdass man die Freiheit hatte selber zu entscheiden, welche Seminare man besuchen möchte und kann. Ich konnte mein Studium sehr gut mit einer Teilzeitarbeit kombinieren. Ich fand es auch gut, dass es viele internationale Studierende gab. Man wurde ganz normal von Mitstudierenden wahrgenommen und ich habe viele verschiedene Menschen kennen gelernt, mit denen ich noch heute in Kontakt bin.

Die erste Note 1 war für mich als Nichtmuttersprachlerin ein besonderer Erfolg und natürlich das erfolgreiche Abschließen der Bachelorarbeit. Eine besondere Herausforderung waren, wie ich bereits beschrieben habe, die Systeme OLAT und LSF. Die haben einige Zeit und Nerven gekostet. Eine weitere Herausforderung für mich war der Kontakt mit dem Fachbereich Geschichtswissenschaften. Ich habe als Wahlfach die Seminare und eine Vorlesung von diesem Fachbereich genommen, weil ich mich für die Geschichte interessiere. Es war aber eine Katastrophe, weil der Fachbereich schlecht organisiert ist. Die Mitarbeiter sprechen miteinander nicht, die einen akzeptieren die Scheine der anderen nicht, obwohl sie alle zu einem Fachbereich gehören. Meine Hausarbeit und mein Schein wurden verloren. Die Erwartungen einiger Professoren waren viel höher, als die Qualität der Inputs. Ich hätte mir generell mehr Informationen über die Rahmenbedingungen von Seminaren oder zusätzliche Angebote für Studierende gewünscht. Würde ich noch einmal mit dem Studium von vorne beginnen, würde ich mich besser über Dozenten und Rahmenbedingungen informieren, um hier nicht viel Zeit zu verlieren

Ich habe meinen heutigen Arbeitgeber bereits zwei Jahre vor dem Studium kennengelernt und während des Studiums dort als studentische Aushilfe gearbeitet. Nach dem Studium wurde ich als Vollzeit-Fachkraft übernommen.

Ich würde internationalen Studierenden empfehlen, viele soziale Kontakte zu knüpfen, das Studium ernst zu nehmen und sich immer Hilfe zu holen, wenn etwas unklar ist. Es erleichtert das Studium. Außerdem ist es aus meiner Sicht empfehlenswert bereits während des Studiums praktische Erfahrungen in dem zukünftigen Arbeitsumfeld zu sammeln, damit man die Inhalte des Studiums besser versteht, aber auch nach dem Studium leichteren und schnelleren Zugang zu dem Arbeitsmarkt hat. Ich wünsche euch viel Erfolg und vor allem Spaß im Studium!

"Seid offen und seid international"

Ich wollte schon immer nach Deutschland, da ich bereits im Kindergarten die deutsche Sprache und die deutsche Kultur kennenlernen durfte. Die Goethe-Uni habe ich mit Hilfe meiner Bekannten aus Hessen und durch meine Recherche ausgewählt. Die Stadt hat mich sehr angesprochen, da ich davor noch nie in einer Großstadt gewohnt habe. Außerdem fand ich das Mentorenprogramm und die Einführungswoche der Goethe-Uni sehr ansprechend.

Das erste Semester war sehr spannend und ereignisreich für mich. Ich habe viele tolle und interessante Persönlichkeiten kennengelernt und mit meinen neuen Freunden konnte ich mich in Frankfurt schnell einleben. Die Uni war auch sehr spannend und – obwohl ich damals noch nicht wirklich verstanden habe, wie alles funktioniert – war ich sehr glücklich mit meiner Wahl.

Worauf ich sehr stolz bin ist das autonome Tutorium, was ich mit meinem Kommilitonen geleitet habe. Es hat sehr viel gebracht, mich in das Thema „Lucid Dreaming“ reinzufuchsen, nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Durch diese Möglichkeit habe ich zahlreiche motivierte Studenten kennengelernt, mit vielen habe ich noch heute Kontakt.

Während des Studiums habe ich außerdem zwei Pflichtpraktika absolviert, im Bereich Gehirnforschung und Suchtberatung, und immer als Werkstudent gearbeitet. Das war super, beim Max-Planck Institut habe ich den Arbeitsalltag von den Forschern kennengelernt, auch habe ich mich als Recruiter ausprobiert. Diese Erfahrungen haben mich weitergebracht und sind auch heute sehr wertvoll für mich – mein Berufseinstieg war aufgrund dieser Referenzen einfacher.

Herausforderungen gab es natürlich auch: Da ich neben dem Studium viel arbeiten musste, um das Studium zu finanzieren, hatte ich oft finanzielle Schwierigkeiten und konnte vieles nicht machen, was für meine Kommilitonen selbstverständlich war. Jetzt im Nachhinein bin ich sehr dankbar, dass ich gearbeitet habe und diese Erfahrungen sammeln konnte.

Außerdem hat mir am Anfang ein Überblick im Studium gefehlt und dass mir jemand sagt, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn ich mein Studium nicht in der Regelstudienzeit schaffe. Die Prüfungsanmeldung und –abmeldung war oft schwierig oder bürokratisch. Ansonsten fand ich die Uni sehr flexibel und war sehr zufrieden.

Daran gedacht aufzuhören habe ich definitiv nicht. Ich hatte FreundInnen in meinem Heimatland, die das gleiche Studium gemacht haben, aber nicht in Deutschland. Die Unterschiede waren sehr groß und ich hatte mehr Möglichkeiten, meine praktischen Kenntnisse zu vertiefen. Ansonsten fand ich die Solidarität und Akzeptanz in Deutschland super – das kennt man in Ungarn nicht immer so.

Mein Rat für internationale Studierende: Es ist okay, wenn eure Grammatik nicht perfekt ist. Was zählt ist 110% zu geben, aber auch gleichzeitig das Leben als Student zu genießen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Kontakte zu schließen und Freunde zu finden. Engagiert euch an der Uni, probiert vieles aus, macht mit und helft anderen, die Hilfe brauchen. Außerdem seid offen und seid international. Bestimmt ist es schön, wenn man mit Bekannten aus dem Heimatland rumhängt, aber Diversity ist alles. Nur so lernt man alle Aspekte kennen und findet tolle Freundschaften an der Uni.

"Für mich war es sehr hilfreich spannende Bereiche zu finden, die für Einheimische nicht interessant sind"

Nach Frankfurt gekommen bin ich, weil ich mich in Deutschland selbst beim Studium finanzieren konnte. In Frankfurt hatte ich bereits Freunde, daher die Johann Wolfgang Goethe-Uni.

Im ersten Semester habe ich Soziologie studiert. Ich fand es langweilig und fühlte mich, durch die Dozenten bzw. durch die von ihnen vorgeschlagenen Themen für mich, in die Migrantenrolle gedrängt.

Ein besonderer Höhepunkt war daher, dass ich für das Psychologiestudium zugelassen wurde.

Eine Herausforderung war die deutsche Sprache. Erst habe ich den Veranstaltungen nicht folgen können. Danach wurde ich nicht verstanden, unter anderem durch meinen starken Akzent. Trotzdem habe ich nie daran gedacht aufzuhören und in mein Heimatland zurückzukehren.

Während dem Studium, habe ich immer meist mehrere Jobs gehabt, nach dem Vordiplom meist Hilfskraftstellen und in der Sozialarbeit (JVA, Sozial-Psychiatrie, Einrichtungen für Drogenabhängigkeit, DIPF, Uni).

Mein Berufseinstieg lief folgendermaßen: Ich habe meinen ersten Job in der Uniklinik der Goethe-Uni bekommen. Hierzu waren für mich meine früheren Praktika und Hiwi-Tätigkeit unter anderem in der Uniklinik hilfreich. Ich wurde übernommen. Ausschlaggebend für die Einstellung waren jedoch meine Statistikkenntnisse, die ich nicht zuletzt im Rahmen meiner Diplomarbeit in der Abteilung der Methodenlehre bzw. im DIPF (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung) erworben habe. Ich fand den Job in der Uniklinik sehr interessant, abwechslungs- und lehrreich.

Mein Tipp für internationale Studierende: Für mich war es sehr hilfreich spannende Bereiche zu finden, die für Einheimische nicht interessant sind und mich in diesen Bereichen zu qualifizieren (Statistik, Forensik, Arbeit mit älteren Menschen). Zudem habe ich mich nicht vom „Mainstream“ an der Uni beeinflussen lassen. Ich habe das Studium der Psychologie gewählt, da ich schon als Kind mit Jung, Freud etc. beschäftigt war. Trotz der „Propaganda“ der Verhaltenstherapie habe ich nun als psychoanalytisch orientierte Psychotherapeutin deutlich mehr Niederlassungschancen, aufgrund des Überschusses an Verhaltenstherapeuten. Daher würde ich diese zwei Strategien als Ratschlag geben.

„Ausländischen Studierenden würde ich empfehlen, wirklich offen zu sein und über den Tellerrand zu schauen“

Ich habe das Abitur in 2001 mit Schwerpunkt Sozialwissenschaft und Philosophie in meinem Heimatland Elfenbeinküste gemacht und im Anschluss habe ich Anglistik bis zum Vordiplom studiert bevor ich 2004 nach Deutschland kam. Schon während meiner Schulzeit war ich gesellschaftlich engagiert und hatte zahlreiche Ämter inne. Später an der Universität in Abidjan bin ich immer weiter politisch engagiert geblieben und bin schon sehr früh auf Führungspositionen aufgestiegen. Ich war hungrig nach Wissen und wollte aus Politik einen Beruf mit Struktur machen, und wollte mich dementsprechend mit gesellschaftlicher Prozesse und Struktur akademisch befassen. Dies erklärt den Schritt mich außerhalb des Landes weiter zu qualifizieren, da das Angebot einfach nicht zur Verfügung stand. Die Entscheidung für Deutschland und nicht Frankreich, was aufgrund der Sprache einfacher wäre, liegt dran dass in Deutschland der Weg zum Studium der Politikwissenschaft frei ist und nicht elitär wie in Frankreich. Zweitens, wenn man in einem Land studiert, möchte man sich von Modellen aus diesem Land prägen lassen, dafür gilt Deutschland als Modell für Demokratie, Ordnung, Innovation und eine langfristige inklusive ökonomische Entwicklung. Das wollte ich als Erfahrung sammeln.

Eine Herausforderung war der soziale Aspekt. Schwierig damals war der Zugang zu Kommilitonen. Jeder war für sich allein oder in kleinen Gruppen, die sich meistens aus der Abiturzeit kannten. Es war wirklich schwierig sich in Gruppen zu finden und von anderen zu lernen. Mein Grundstudium habe ich "solo" durchgezogen.

Ich habe mich während des Studiums ehrenamtlich viel engagiert. Bei der ESG, KHG aber auch bei viele Organisationen wie Brot für die Welt und habe einen Verein mitgegründet. Ich habe mehrere Praktika bei der GIZ in Kongo und Benin gemacht. Außerdem habe ich weitere Kurzzeit-Praktika bei verschiedenen Denkfabriken in Österreich und England absolviert.

Ich kann den Prozess meiner Masterarbeit über Nachhaltigkeit in der Kakaoerzeugung in der Elfenbeinküste als Höhepunkt im Studium betrachten. Es ging darum aufzuzeigen, wie ein Nachhaltigkeitskonzept in Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Elfenbeinküste sich entwickeln und implementieren lässt. Im Laufe der Arbeit konnte ich an von der Bundesregierung wichtigen Gremienarbeit, wie das Forum Nachhaltiger Kakao, teilnehmen und Input bringen. Die Masterarbeit wurde mit sehr gut bewertet und ich bin in Anschluss mit dem DAAD-Preis des besten ausländischer Student 2014 der Goethe-Universität Frankfurt ausgezeichnet worden.

Aber wenn ich noch einmal von vorne beginnen könnte, würde ich mehr Zeit in der Bibliothek verbringen und die verschiedene Angebote wie Auslandssemester nutzen.

Mein Rat für internationale Studierende: Ausländischen Studierenden würde ich empfehlen, wirklich offen zu sein und über den Tellerrand zu schauen. Es ist wichtig, dass sie sich wirklich sehr bald in die deutsche Gesellschaft und das System des Denkens integrieren. Nur dadurch werden sie ihr eigenes Netzwerk durch Engagement aller Art aufbauen und viele Schwierigkeiten überwinden. Ich freue mich, dass es an der Goethe-Universität viele Möglichkeiten für ausländische Studenten gibt. Sie sollten diese einmalige Chance nutzen, um später auf dem Arbeitsmarkt entweder in Deutschland oder in ihren Heimatländern konkurrieren zu können.

"Ich musste mein Studium komplett alleine finanzieren"

Ich habe in meiner Heimat Germanistik studiert. Während des Studiums habe ich mir immer gewünscht nach Deutschland zu fliegen, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern und die deutsche Kultur besser kennen zu lernen. Nach dem Abschluss meines Erststudiums habe ich geschafft nach Deutschland zu fliegen. Als ich das erste Mal Frankfurt besucht habe, habe ich sehr schnell bemerkt, dass ich in diese Stadt verliebt war. Als ich das erste mal die Goethe Universität besichtigt habe, wusste ich schon, dass ich mein Zweitstudium anfangen und genau an der Goethe-Universität studieren wollte.

Das erste Semester war eine besonders schwierige Zeit in meinem Leben, sodass ich das Studium als „Ersti“ nicht richtig realisieren konnte und ich habe wenige Erinnerungen an das Studium. Ein paar Monate vor dem Anfang meines Studiums an der Goethe Universität war Krieg in meiner Heimat. Meine Familie hat direkt im Kriegsgebiet gewohnt. Sie sollten unser Zuhause verlassen und ein Dach über dem Kopf in einem anderen Teil von Georgien suchen. Dementsprechend konnte ich keine Unterstützung von der Familie bekommen. Ganz im Gegenteil, ich musste neben dem Studium hart arbeiten und meine Familie unterstützen.

Als ein Höhepunkt meines Studiums betrachte ich die Abgabe meiner Bachelorarbeit. Ich war richtig stolz auf mich und überglücklich, dass ich trotz der vielen Schwierigkeiten und Herausforderungen geschafft habe, mein Studium abzuschließen.

Ein besonderer Erfolg war für mich, dass ich dank dem Internationalen Office der Goethe Universität in der Abschlussphase meines Studiums ein DAAD-Stipendium bekommen konnte, d.h. ich hatte finanzielle Sicherheit und ich konnte mich komplett auf das Studium konzentrieren.  

Eine besondere Herausforderung war für mich, dass ich neben dem Studium viel gearbeitet habe. Ich musste mein Studium komplett alleine finanzieren, deswegen musste ich neben dem Studium einige Nebenjobs haben.

Im Bachelor-Studium hat mir gefehlt, einen freien Rahmen für die Gestaltung des eigenen Studiums zu haben. Damit meine ich, auch als Bachelor-Student eine Möglichkeit zu haben, Seminare und Vorlesungen nach eigenen Interessen auszuwählen und manchmal Seminare für die Orientierung im Fachgebiet ohne Benotung belegen zu können. Im Master-Studium ist es anders. Das Master-Studium ist schon anspruchsvoll. Man kann eigener Schwerpunkt setzen und dementsprechend das Studium nach eigenen Interessen gestallten

Ich habe nicht darüber nachgedacht mein Studium aufzuhören und in mein Heimatland zurück zu gehen, denn es war mir von Anfang an bewusst, welche Schwierigkeiten und Probleme auf mich zukommen könnten. Ich habe immer nur daran gedacht, wie ich diese Probleme lösen könnte.

Wie ich schon erwähnt habe, habe ich während des Bachelorstudiums sehr viel in verschiedenen Bereichen gearbeitet, unter anderem vor allem als pädagogische Hilfskraft im Kindergarten, als Publikumsbetreuerin im Museum, als Altenpflegerin in Altenheim.

Am Ende meines Bachelorstudiums habe ich ein zweimonatiges Pflichtpraktikum bei einer Versicherungsgesellschaft in der Abteilung Personalentwicklung gemacht. Nach dem Abschluss des Pflichtpraktikums bin ich in derselben Abteilung als Werkstudentin übernommen worden, wo ich fast zwei Jahre tätig war. Jetzt arbeite ich als studentische Hilfskraft in der Abteilung der Arbeits- und Organisationspsychologie der Uni-Gießen.

Liebe internationale Studierende der Goethe- Universität, versucht euch nicht zu sehr unter Leistungsdruck zu setzen. Genießt ihr euer Studium und behaltet eure Ziele vor den Augen. Es ist schön an der Goethe-Uni studieren zu können.

"Das Abschlussstipendium der Goethe-Universität hat mir geholfen, mein Studium besser zu Ende zu bringen."

Ich wollte mein in Wien angefangenes Studium der Philosophie in Frankfurt am Main fortsetzen. Die Gründe dafür waren rein fachimmanent. Obwohl ich bereits seit einigen Jahren an mehreren Universitäten im Ausland eingeschrieben war, hatte ich in meinem ersten Semester Probleme mit der bürokratischen Organisation. Ich hatte alle meine Hausarbeiten wegen eines Problems bei der Anmeldung zunächst nicht abgeben können. Im Nachhinein kann ich jetzt noch sagen, dass das erste Semester des Masters im Fach Philosophie deutlich arbeitsaufwendiger ist, als die folgenden drei. Ich habe bereits im ersten Semester Kontakte mit Kommilitonen und Dozenten geknüpft, die für die gesamte Zeit des Studiums bis heute entscheidend waren. Was mir noch auffiel, war die allgemeine Methodik bei den von mir besuchten Lehrveranstaltungen: im Vergleich zu dem Institut, wo ich vorher studierte, wurden hier die Lehrveranstaltungen so konzipiert, dass die eigene Teilnahme an der Gestaltung derselben eine größere Rolle spielten.

Ich denke, dass der Höhepunkt meines Studiums meine Abschlussarbeit war. Ich hatte während der Zeit ihrer Verfassung ein Stipendium für internationale Studierende von der Goethe-Universität bekommen und dies hat mir ermöglicht, mich ruhiger allein auf die Arbeit konzentrieren zu können.

Außer den erwähnten organisatorischen Problemen im Studium bereitete die allgemeine Organisation neben dem Studium Schwierigkeiten (Jobben, Wohnungssuche, Umzug). Die Stadt Frankfurt, aus Wien kommend, ist auch etwas gewöhnungsbedürftig.

Wenn ich mein Studium nochmal von vorne beginnen könnte, würde ich vermutlich im ersten Semester nur zwei der drei Lehrveranstaltungen, die im Modell des idealen Studien-Ablaufs für das erste Semester vorgesehen sind, besuchen. Für mich war die Zeit zu knapp, um in den Ferien drei auf verschiedene Themen beruhende Hausarbeiten gleich ernsthaft zu verfassen.

Unmittelbar nach meinem Studium habe ich mich für eine Promotion an der Goethe-Universität entschieden. Da es keine Stellenangebote dafür gab (was ein großes Problem für Alumni von Studienrichtungen bietet, denen auf dem Arbeitsmarkt wenig angeboten wird), habe ich mich für Stipendien beworben. Auf eine Gewährleistung des Stipendiums warte ich aktuell noch.

In Deutschland gibt es zurzeit Gleichstellungen verschiedener Art für AusländerInnen. Die internationalen Studierenden sollten dies im Blick behalten und davon profitieren. In meinem Fall war es wie erwähnt ein Abschlussstipendium der Goethe-Universität, das mir geholfen hat, mein Studium besser zu Ende zu bringen.

"Es war sehr schwierig, aber aufgeben wollte ich auf keinen Fall."

Nach Deutschland bin ich gekommen, weil ich hier mehr Chancen für meine Zukunft sah. Ich habe mich deutschlandweit beworben und einen Platz in Frankfurt und in Stuttgart bekommen. Da ich in Frankfurt bereits ein paar Freunde hatte (ich war im Austauschcamp in Butzbach), habe ich mich für diese Universität entschieden.

Meine Erinnerung an das erste Semester sind meine erste Klausur und die Hausarbeit. Ich war von einem ganz anderen System und einer anderen Sprache überfordert. Es war sehr schwierig, aber aufgeben wollte ich auf keinen Fall. Außerhalb des Studiums habe ich viele Freunde kennen gelernt, vor allem aus der Kultur- und Musikszene und habe selbst in verschiedenen Clubs Konzerte gespielt. Das war eine gute Entspannung für mich.

Eine besondere Herausforderung war das große Latinum zu bestehen. 3 Semester lang gab es nichts anderes in meinem Leben außer dieser Sprache. Danach lief alles wie geschmiert. Besonders angenehm war meine erste Hausarbeit mit "1,3". Ich glaube, für alle Ausländer bedeutet die gute Note viel mehr als nur eine Note. Als Höhepunkt gilt natürlich mein Abschluss.

Was mir an der Uni fehlte war der Teamgeist. Es gab keine feste Gruppe, mit welcher wir das ganze Studium durchziehen. Man erkannte ab und zu mal bekannte Gesichter, aber mehr war es nicht - mindestens für mich. Es ist schade, dass ich kaum Freunde aus der Uni habe. Der Gedanke aufzuhören war aber ausgeschlossen. Das Studium hat viel Spaß gemacht. Außerdem kostete es so viel Mühe und Zeit, dass es nicht vernünftig wäre, aufzuhören. Ich bin dran gewöhnt, an meinem Ziel zu halten.

Für meinen Berufseinstieg haben mir die Veranstaltungen des Kompass-Programms geholfen, mich richtig zu bewerben: Lebenslauf korrekt zu erstellen, Motivationsschreiben richtig zu verfassen und zu lernen, was man beim Vorstellungsgespräch beachten muss. Den Job habe ich trotzdem erst nach 14 Monaten gefunden. Nach ca. 300 Bewerbungen deutschlandweit habe ich angefangen, die Firmen direkt anzurufen, und mein erster Anruf war da, wo ich jetzt knapp ein Jahr lang arbeite. Die Schwierigkeiten gab es mit der Ausländerbehörde und Arbeitsagentur: mein erster Antrag auf Verlängerung des Aufenthaltes wurde abgelehnt, da der Kunsthistoriker laut Arbeitsagentur über 3500€/Mo. verdienen muss (auf die Summe kommt vielleicht einen Anwalt oder Arzt, aber nicht ein Kunsthistoriker direkt nach dem Studienabschluss). Mein Arbeitsvertrag wurde mehr oder weniger angepasst und ich habe den zweiten Antrag gestellt. Auf die Rückmeldung von der Ausländerbehörde warte ich seit September immer noch...

Mein Tipp für internationale Studierende: Knüpft während des Studiums so viel wie möglich Kontakte in der Branche. Ohne "Vitamin B" ist es schwierig weiter zu kommen. Besucht die externen Veranstaltungen und sucht schon mal während des Studiums einen potenziellen Arbeitsplatz

"Die Vielfalt der Angebote an Kursen und die vielen Möglichkeiten hatten mich begeistert und überzeugt."

An die Goethe-Universität bin ich gekommen, weil ich die Idee sehr attraktiv fand, in einer internationalen Stadt wie Frankfurt zu studieren. Der gute Ruf der Goethe-Universität und ihr sehr gutes Ranking waren für mich eine weitere wichtige Motivation gewesen, um die Goethe-Uni zu wählen. Die Vielfalt der Angebote an Kursen und die vielen Möglichkeiten, welche die Stadt und die Universität anbot, hatten mich begeistert und überzeugt.

Meine Erinnerungen an das erste Semester sind sehr positiv. Alles war neu und sehr spannend, ich lernte viele neuen Menschen aus einem internationalen Umfeld kennen. Ich habe langsam die Stadt und die Uni-Frankfurt schätzen und lieben gelernt.  Und.. für das erste Mal in meinem Leben hatte ich im Winter - 20 Grad erlebt!!

Besondere Herausforderungen gab es dann auch: Wenn man zugleich arbeitet und studiert, kann es stressig werden. Und nebenbei hatte ich so viel wie möglich versucht, das breite Angebot an Kursen, kulturellen Veranstaltungen usw. wahrzunehmen. Das Work-Life-Study-Balance war manchmal stressig gewesen. Von Tiefpunkte kann ich nicht wirklich sprechen, die zwei Studienjahre an der Goethe-Universität waren ausschließlich sehr positiv. Vielleicht kurz vor der Abgabe der Masterarbeit erlebte ich einen Tiefpunkt, da ich einfach viel zu viel zu tun hatte. Alles lief aber super, vor allem dank der ausgezeichneten Professoren, die an der Uni tätig sind und immer bereit sind, die Studierenden zu helfen (so war meine Erfahrung). Die Freizeit war zu wenig, weil ich mich eher auf einer professionellen Entwicklung konzentriert habe. Das war aber richtig, und ich würde es wieder so machen. Ich habe niemals darüber nachgedacht mein Studium hier zu beenden.

Die Auszeichnung mit dem DAAD-Preis war für mich ein sehr großer Erfolg gewesen, worüber ich immer noch sehr stolz und der Goethe-Universität dankbar bin. Dass ich es geschaffen hatte, während des Studiums vielen unterschiedlichen professionellen Erfahrungen zu sammeln, betrachte ich als ein großes Erfolg und es nutzt mir immer noch im Leben.

Praxiserfahrungen habe ich in vielen verschiedenen Institutionen gesammelt (Arbeiten, Praktika, Mentoring).

Mein Rat für internationale Studierende: Immer für neue Erfahrungen und Leute offen bleiben. Versuchen, von dem Studium das meiste zu lernen. Nicht nur aus Unterrichten, sondern auch von studienbegleitenden Erfahrungen. Die vielen kulturellen Angebote der Uni und der Stadt wahrnehmen, es bereichern einem.

"Ich stellte eines Tages fest, ich war stolz, dort studieren zu können."

Ich bin damals nach Deutschland gekommen, weil ich gerne das Land und die Sprache kennenlernen wollte. An die Goethe-Universität bin ich gekommen, weil ich aufgrund der Familie nicht woanders studieren konnte. Auch, weil ich nach meinem Umzug nach Frankfurt eines Tages das IG-Farbenhaus besucht habe. An dem Tag hat sich der Traum in mir wieder geweckt, irgendwann dort Romanistik studieren zu können.

Das erste Semester war aufregend, jedoch sehr unpersönlich und etwas chaotisch. Keiner wusste richtig, was im Semester zu tun war, die Räumlichkeiten waren schwer zu finden, man musste sogar oft zwischen Westend und Bockenheim wechseln und rannte von Ort zu Ort, von Raum zu Raum, fragte sich durch und kam oft spät zum Unterricht (Ich wählte absichtlich die 3. Person "man", weil es mir nicht nur so ging, sondern vielen Studenten und nicht nur den ausländischen).

Besondere Herausforderungen waren die sprachlichen Anforderungen, aber auch die Hausarbeiten (mit denen ich im Leben nichts zuvor zu tun hatte). Ich bin der Meinung, dass die Techniken und die Wissenschaftssprache in einem der Einführungsseminaren beigebracht werden sollte (mit Anerkennung der Credits) und viel öfters im Unterricht oder in Tutorien eingeübt und überwacht werden sollte. Die Verwaltung hätte organisierter sein können, einheitlicher. So habe ich beispielsweise ein Semester verloren, weil ich die Studienfächer austauschen wollte.

Besonders schön finde ich den Campus Westend. Er ist sehr modern, grün und freundlich. Auch das IG-Farbenhaus-Gebäude fand ich sehr schön und fühlte mich wohl dort. Ich stellte eines Tages fest, ich war stolz, dort studieren zu können.

Die Jobsuche verläuft leider bisher nicht so positiv. Es erweist sich für mich als schwierig, nach einem Philologie Studium einen Job zu bekommen. Nicht zuletzt, weil ich im Deutschen nicht muttersprachlich bin. Im Bereich der Romanistik ist es in Frankfurt nicht leicht, einen Job zu bekommen.

Mein Rat für internationale Studierende: Sich mit Gleichsprachigen auszutauschen. Ich fand die hispanoamerikanische Gruppe sehr interessant, nicht nur aufgrund der Angebote, sondern auch weil wir oft wichtige Sachen voneinander erfahren haben. Außerdem, sollten sich vom Anfang an in den jeweiligen Fachbereichen informieren, WAS sie GENAU im Studium ablegen sollten, um nichts Unnötiges zu belegen (wie ich oft von Studenten gehört habe). Der Besuch von Schreibseminaren würde ich dringendst empfehlen! Sowohl die vom Schreibzentrum im Westend, als auch vom ISZ in Bockenheim.

"Ein Höhepunkt in meinem Studium war das Semesterstipendium der Goethe Universität"

Die Goethe Universität hat mich auf Grund ihres Renommees, der Bandbreite an Studienfächern und der Tradition als Studentenstätte angezogen.

Der Anfang meines Aufbautudiums war eine Phase des Zurechtfindens im Bezug auf die Räumlichkeiten, die Studienfächer und überhaupt das Konzept des Studierens in Deutschland, das zu meinem Heimatland Serbien, wo ich meinen ersten Studienabschluss gemacht habe, unterschiedlich war. Da ich in Deutschland ein Aufbaustudium im Anschluss auf mein Studium in Serbien gemacht habe, war es besonders interessant zu beobachten, wie sich die Studienkonzepte in den zwei europäischen Ländern unterscheiden bzw. überschneiden. Besonders herausfordernd war das Konzept des Studiums, wo man nicht mit festen Kommilitonen in eine Studiengruppe eingeteilt war und somit einen beständigen Kreis an Wegbegleitern hatte, wie ich das davor aus meinem Heimatland gewohnt war. In Deutschland war durch die immer wechselnden Vorlesungen und Kommilitonen, das Studium ziemlich individualistisch und nüchtern. Die Studienberatung war nicht im Detail ausgerichtet auf ausländische Studenten, die einen anderen Background und andere Unterrichts- und Lernmethoden mit sich brachten.

Es war nicht immer einfach in der Studienberatung entsprechende Informationen zu bekommen, wo man ansetzen kann, um das alte Wissen mit dem neuen aufzustocken. Die Vergleichbarkeit der Lernstoffe und Inhalte aus dem alten und neuen Studiensystem - war nicht immer kompatibel.

Ein Höhepunkt in meinem Studium war das Semesterstipendium der Goethe Universität: Es war eine besondere Anerkennung für meine erbrachten Studienleistungen und eine Ehre für mich es zu erhalten. Wenn ich mein Studium heute noch einmal von vorne beginnen könnte, würde ich mehr das Internet zur Informationsbeschaffung nutzen. Damals waren die Seiten, das Agbeot, die Inhalte und Nutzung des Internets nicht so ein alltäglicher Bestandteil des Studentenalltags wie sie es heute sind. Dieser Aspekt hat sich zwischenzeitlich zum Positiven weiterentwickelt.

Bei meinem Berufseinstieg in Deutschland musste ich viele Hürden meistern. Ich habe parallel zum Studium und einige Jahre danach in Marketing- und PR-Agenturen gearbeitet, um später auf Kundenseite in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Marketing in der Finanzbranche tätig zu werden. In der Phase der Jobsuche, habe ich um die 350 Bewerbungen geschrieben. Trotz des steinigen Weges, mit befristeten Verträgen und ohne Anspruch auf staatliche Unterstützung, habe ich es dennoch geschafft  immer eine Stelle zu finden bis ich mich letztendlich zu einem der größten Arbeitgeber Deutschlands im Finanzsektor durchgearbeitet habe. Ein starker Wille, Durchsetzungsvermögen, Optimismus und eine Prise Glück waren entscheidend dafür.

Meine Tipps für internationale Studierende: Nie den Kopf hängen lassen, die vielen Weiterbildungs- und Netzwerkmöglichkeiten, Beratungs- und Stipendienangebote nutzen. Offen für neue Bekanntschaften sein und sein Ziel nie aus den Augen verlieren. Die Studienzeit soll man auch genießen. Und auch wenn es mal anstrengend wird, durchhalten oder Hilfe und Rat an der Uni suchen. Es lohnt sich und zahlt sich schließlich aus! Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

"Die Goethe Universität zählt zu den besten Universitäten in Deutschland"

Deutschland ist für sein Bildungssystem weltweit bekannt. In meinem Land ist es bekannt, dass man mit einem deutschen Abschluss hervorragende Chancen am internationalen Arbeitsmarkt hat. Außerdem bietet Deutschland ein hohes Niveau in der Lehre und Forschung an. Die Goethe Universität zählt zu den besten Universitäten in Deutschland. Das Studium der Informatik an der Goethe-Universität Frankfurt ist gut organisiert. Man bekommt einen Überblick über alle Themen, die für die Informatik wichtig sind. Persönlich war ich an der technischen Informatik interessiert. Die Goethe-Informatik bietet die Möglichkeit an, sich in diesem Bereich zu vertiefen. Deswegen habe ich mich dafür entschieden.

Herausforderungen gab es natürlich einige. Ich habe Deutsch in Freiburg gelernt. Mein Umzug (wegen Studium) von Freiburg nach Frankfurt war schwer. Es war nicht so leicht am Anfang, ein Zimmer in einem Wohnheim zu bekommen. Meine Konzentration auf das Studium war dadurch beeinträchtigt. Erst im Sommer konnte ich mich richtig auf das Informatik-Studium konzentrieren. Die Zeit war sehr wichtig für mich. Gleichzeitig wollte ich eine gute Ausbildung bekommen. Eine gute Ausbildung für mich bedeutet, dass ich Programmiererfahrung und solide Fachkenntnisse im Bereich Informatik erwerbe. Ich musste meine Ziele mit einer minimalen Zeit erreichen. Das war für mich eine Herausforderung. Ich musste sehr fleißig lernen.

Im Masterstudium habe ich zwei Ziele gesetzt. Zum einen wollte ich für den Master Informatik zwei Spezialisierungen kombinieren. Zum anderen wollte ich Programmiererfahrung sammeln. Das Erreichen der beiden Ziele war für mich ein Erfolg.

Während meines Studiums habe ich als studentische Hilfskraft beim Goethe-Zentrum für wissenschaftliches Rechnen gearbeitet. Dort habe ich meine erste Programmiererfahrung gesammelt. Dann habe ich meine Masterarbeit bei einem Unternehmen absolviert. Nach der Masterarbeit habe ich auch als Werkstudent gearbeitet. Die gesammelte Erfahrung hat mir den Berufseinstieg sehr stark erleichtert.

Mein Rat für internationale Studierende: Man muss zielorientiert und organisiert sein. Selbstverständlich muss man sehr fleißig sein. Auf dem Weg zum Erfolg gibt es immer Hindernisse. Man muss geduldig sein. Man soll nicht schnell aufgeben.

"Ja, es ist nicht das wichtigste, womit man viel Geld verdient, sondern wie man glücklich sein und Leistung bringen kann"

Meine Familie war in Deutschland aber das war nicht der einzige Grund, warum ich nach Deutschland gekommen bin. In meinem Heimatland war damals ein Kopftuchverbot an den Universitäten. Ich wollte aber unbedingt studieren und dennoch mit meiner Glaubenspraktizierung nicht aufgeben. Deswegen war es für mich eine große Freude in einem Land zu studieren, wo ich völlig frei bin und so akzeptiert werde ganz wie ich bin.

Das erste Semester war für mich nicht unbedingt erfolgreich :-) Mein Deutsch war noch sehr unzureichend und ich konnte die Vorlesungen überhaupt nicht verstehen. Fachbücher zu lesen war für mich eine echte Qual, weil ich mindestens drei Wörter in jedem Satz nachschlagen musste. Meine Kommilitonen haben eine Seite gelesen und es schnell verstanden, bis ich drei Sätze dekodiert habe. Also musste ich viel mehr Zeit fürs Lernen investieren als sie. Keinen einzigen Schein machen zu können hat mich im ersten Semester auch sehr demotiviert um ehrlich zu sein. Zum Glück bin ich eine strebsame Person und habe nicht aufgegeben :-)

Den Höhepunkt meines Studiums habe ich da erlebt, wo ich mich am Rande des Aufgebens befand. Ja, ich war sehr nah zum Abschluss und wollte mit dem Studium aufhören. Ich bin eine praktische Person und für mich war es einfach sehr schwer alles theoretisch behandeln zu müssen. Nach dem mein Professor (in theoretischer Informatik) mir empfohlen hatte, lieber etwas Anderes zu studieren, war es wahrscheinlich normal in eine Depression geraten zu sein; insbesondere dann, wenn man fünf Jahre hinter sich hat. Da ist die Studentenberatung (ich weiß nicht mehr, wie der Name der Abteilung damals genau hieß) der Goethe Universität als rettender Engel aufgetreten. Eine erfahrene Studentin hat mir da genau zugehört und gesagt: "Hey, du hast bisher alles sehr gut geschafft, mach weiter und bring es zum Ende". Zusammen mit ihr haben wir ein Ziel- und Lernprogramm für mich erstellt. Dann habe ich ein Praktikumsplatz außer Haus gefunden und dort mein besonderes Werk aufgebaut: Eine web-basierte Datenbankapplikation, was mich überaus motivierte. Das war ein besonderer Erfolg für mich etwas Konkretes hervorzubringen!

Eine besondere Herausforderung für mich war, dass wir in den großen Sälen mit 200 Menschen Vorlesungen gehabt haben. Es ist nicht wie in der Schule; du bist nur ein Name auf einer Liste. Noch dazu haben mich meine unzureichenden Deutschkenntnisse sehr blockiert. Dadurch habe ich nicht nur Themen verpasst, sondern ich war auch immer mehr davon zurückgehalten Fragen zu stellen. Ich musste mir also alles nachhaltig selbst aneignen. Aber das hat mir auch neue Fähigkeiten erbracht: Recherchieren und selbst lernen...

Mir hat es während meines Studiums am meisten gefehlt, mir den Weg gezeigt zu bekommen. Ich glaube das ist insbesondere für internationale Studenten sehr wichtig. Ja, es wäre schön gewesen, wenn ich es rechtszeitig erzählt bekommen hätte, wie ich mein Studium planen und im Allgemeinen vorgehen sollte: dass ich beispielsweise unbedingt ein Nebenjob oder irgendein Praktikum in meinem Fach in der Arbeitswelt ausüben sollte, wo ich am besten lernen könnte. Ich habe zwar danach alles durch meine eigenen Erfahrungen und Anforderungen gelernt, aber es war meistens zu spät. Dadurch habe ich viel Zeit verloren. Deswegen finde ich es sehr sehr schön, dass diese Erfahrungsberichte für internationale Studierenden zur Verfügung stehen. Ich hoffe, dass ich dadurch auch meinen Beitrag leiste. Außerdem hat es mir sehr gefehlt eine vertraute Lerngruppe zu haben. Damals war ich etwas schüchtern und brauchte einfach Unterstützung von Fachkräften. Vielleicht wäre es schön, den Studenten anzubieten bei der Bildung von Lerngruppen zu helfen.

Ich habe niemals daran gedacht in mein Heimatland zurückzukehren, weil meine Familie in Deutschland war. Aber ja, aufzuhören und lieber mit etwas anderem von Null anzufangen habe ich wohl gedacht. Was mich damals daran gehindert hatte, war meistens meine Entschlossenheit und Strebsamkeit daran, etwas, dass ich einmal angefangen habe auf jeden Fall zu Ende zu bringen. Mit der Zeit habe ich jedoch verstanden, dass das doch keine beste Ansicht war. Man sollte auch den Mut haben mit etwas, dass nicht super klappt, aufzuhören und einen neuen Start zu machen aber niemals aufzugeben :-) Zum Glück habe ich später auch die Aspekte meines Faches entdeckt, die mir große Freude bereiteten und ich sehr gerne gemacht habe. Das ist ja auch der Grund, warum ich heute noch im IT-Bereich arbeite. Mir gefällt es vor allem mich ständig mit neuen Problemen zu konfrontieren und mich niemals in einem monotonen Arbeitsalltag langweilen zu müssen. Ich bin einfach ein lösungsorientierter Mensch und bin sehr glücklich, dies in allen Freiheiten in meinem Beruf ausüben zu können.

Wenn ich mein Studium noch einmal von vorne beginnen könnte, hätte ich auf jeden Fall zuerst eine Ausbildung gemacht. Insbesondere bei den Fächern, wo sehr viel theoretisch angegangen wird, hilft es sehr viel alles zunächst praktisch zu erlernen. Und ich hätte während des Studiums auf jeden Fall mehr in meinem Gebiet gearbeitet - auch wenn es sich um einen Minijob handelt - oder zumindest ein Praktikum gemacht. Das ist für den künftigen Arbeitseinstieg auch sehr wichtig. Denn die Arbeitgeber bevorzugen die erfahrenen Personen. Die unerfahrenen haben in der Arbeitswelt wenig Chancen. Meine Eltern haben mich zwar während meines Studiums viel unterstützt aber ich wollte ihnen auch nicht viel Last bereiten. Deswegen habe ich mein ganzes Studium lang gearbeitet, nur bedauerlicherweise nicht unbedingt in meinem Bereich.

Meine erste Erfahrung in IT war allerdings in einem Verein, wo ich ein Praktikum im Bereich „web-basierten Datenbanken“ gemacht habe. Meine große Liebe für Programmierung habe ich auch da entwickelt. Aus diesem Grund bestand mein Wunsch darin, meine Diplomarbeit über ein Thema zu schreiben, wo ich Datenbanken und Programmierung kombinieren könnte. Deswegen habe ich sie extern an einem Software-Unternehmen geschrieben, was mich im Sinne des praktischen Wissens sehr bereichert hat. Mein Thema war die Bereitstellung und Transformation medizinischer Gerätedaten für ein OLAP-System.

Liebe internationale Studierende, überlegt bitte am Anfang sehr gut, was ihr am besten studieren könntet. Ja, es ist nicht das wichtigste, womit man viel Geld verdient, sondern wie man glücklich sein und Leistung bringen kann. Ich meine, es ist eine Tatsache, dass die Menschen sich ihre Fähigkeiten und Interessen erst später in ihrem Leben entwickeln und bei der Berufsauswahl anfänglich meistens die Geld- und Vakanz-Faktoren in erster Linie im Auge behalten. In Wirklichkeit aber sind diese Faktoren allein nur vorübergehend zufriedenstellend. Ob man sie überhaupt erreichen kann ohne eine innere Ruhe und Freude, ist natürlich eine andere Frage. Deshalb lege ich viel Wert darauf, dass einem bewusst ist, dass wir diese Welt zusammen teilen und ihr etwas schulden. Erst wenn wir das, was wir tun, gerne tun, indem wir unsere innere Kraft einsetzen, dann können wir unseren Beitrag an das Leben leisten.

Ihr habt eure eigene Welten, Kulturen und Glauben. Das könnt ihr auch behalten und dennoch erfolgreich und akzeptiert werden, nur dann, wenn ihr Selbstrespekt und Respekt für alle anderen habt. Ohne Vorurteile und Ängste ist das Leben süßer. Ein Türkischer Gelehrter Bediüzzaman Said Nursi sagte: „Wer mit guter Absicht hinschaut, der sieht das Schöne. Wer das Schöne sieht, der denkt das Schöne. Und wer das Schöne denkt, der genießt auch das Leben.“

"Wenn ich mein Studium noch einmal von vorne beginnen könnte, wäre ich vielleicht aktiver was Netzwerken angeht."

Nach meinem Bachelor der Informatik in meiner Heimatstadt habe ich mich eher in Richtung Wirtschaftsinformatik bzw. Aufbau von Grundkenntnissen in den Wirtschaftswissenschaften orientiert. Ich hatte schon seit längerem geplant meinen Master im Ausland zu machen und Deutschland wäre jedenfalls die erste Wahl, da ich Deutsch schon an der Schule gelernt hatte. Es war nicht einfach eine Hochschule zu finden, wo ein Master der Wirtschaftsinformatik für Informatiker angeboten wurde, die Goethe Uni hatte aber den perfekten Studiengang für mich, deswegen habe ich mich für Frankfurt entschieden.

Im ersten Semester hatte ich sehr viel zu tun, da ich ein paar Auflagen vom Bachelor zusätzlich bestehen musste. Die Vorlesungen haben mir sehr gefallen, besonders "Grundlagen der VWL", die interessant strukturiert und erstklassig vorgetragen wurde. Ich konnte trotzdem erste Eindrücke von der Stadt sammeln und erste Freundschaften knüpfen. Letzteres war ziemlich schwierig, da die meisten Kurse Wahlpflichtmodule waren und ich keine ständigen Kommilitonen hatte.

Am Ende meines ersten Semesters habe ich alle Klausuren mit sehr guten Noten bestanden und gleichzeitig meinen ersten Teilzeitjob gefunden, worauf ich sehr stolz war. Als Bachelor war es mir sehr wichtig schon erste praktische Erfahrungen zu sammeln und das wurde durch meine Werkstudententätigkeit zu Realität.

Meine größte Herausforderung war die Erstellung meiner Masterarbeit, nachdem ich alle anderen Module abgeschlossen hatte. Es waren persönlich schwierige Zeiten und mir fehlte teilweise die Motivation. Ich war der Überzeugung dass das schwierigste hinter mir lag und ich hatte bestimmt unterschätzt, wie viel Arbeit in diesen 6 Monaten und knapp 80 Seiten steckte. Obwohl ich rechtzeitig angefangen habe und der Zeitdruck nicht vorhanden war, gab es Tage an denen ich gar nicht wollte, an anderen viel mir nichts Neues auf. Das Feedback meines Mentors war zwar stets gut, aber kurz vor Ablauf der Frist war ich dermaßen erschöpft, dass ich es gerade noch über die Linie geschafft habe.

Wenn ich mein Studium noch einmal von vorne beginnen könnte, wäre ich vielleicht aktiver was Netzwerken angeht. Als Student war ich jederzeit sehr beschäftigt und dachte oft "OK, das reicht für heute/diese Woche/dieses Semester". Ich habe später festgestellt, dass man durchs Zusammensein mit Unbekannten sehr viel Energie auftankt und dass das einen positiven Effekt auf die Produktivität haben könnte.

Für den Berufseinstieg habe ich meinen Job auf den üblichen Wegen - über Online-Jobbörsen, gefunden. Besonders hilfreich waren meine ersten Erfahrungen, sowie der Besuch einiger Jobmessen auf dem Campus Westend. Da konnte man sich mit Vertretern der Finanz- und IT-Branche austauschen, deswegen waren mir viele Firmen bei der Jobsuche schon bekannt. Solche Veranstaltungen kann ich nur empfehlen, obwohl diese am Anfang stressig sein mögen, weil man noch nicht ganz genau weiß, was einer nach dem Studium machen möchte. Von großer Hilfe war auch mein sehr gutes Arbeitszeugnis aus der Werkstudentenzeit. Ich war 2 Jahre (4 Semester) in der IT-Abteilung einer großen Bank als Werkstudent tätig. Als studentische Hilfskraft konnte und durfte ich nicht direkt an der Weiterentwicklung der produktiven Systeme teilnehmen. Trotzdem habe ich Test- und Hilfswerkzeuge mitentwickelt, technische Dokumentation erstellt, die Unternehmensstruktur kennengelernt und den Umgang mit Kollegen und externen Geschäftspartnern zum ersten Mal trainiert. Die dort erworbenen Kenntnisse waren beim Berufseinstieg Gold wert und haben dazu beigetragen, dass ich ohne größere Schwierigkeiten meine Probezeit bestanden habe.

Mein Rat für internationale Studierende: Wenn das Studium gut geplant und realistisch strukturiert ist, kommt man viel einfacher in schwierigen Momenten durch. Man muss außerdem keine Angst haben neu anzufangen, wenn es einfach in dem zuerst gewählten Studiengang nicht klappt. Viele Bekannte von mir wussten mit 18 noch nicht, wo ihre Interessen liegen. Die internationalen Studenten sollten immer Fragen stellen. Es ist jedem klar, dass sie das Ausbildungssystem, sowie auch den Studentenalltag in Deutschland nicht von Anfang an perfekt kennen. Das hilft unglaublich viel in den ersten Monaten, als man sich noch nicht komplett adaptiert hat.

"Mathematik ist das Beste"

Das Studium an der Goethe-Universität wurde mir von einem Bekannten empfohlen. Da ich das Studienkolleg der Goethe-Uni besucht habe, habe ich nun an der Uni weiter gemacht (Bachelor und Master).

Beim ersten Semester der Mathematik an der Uni war die Herausforderung die Sprache. Nicht nur die generelle deutsche Sprache (da ich nicht fit war) sondern auch die mathematische Sprache. Aber ich wollte nichts anderes Studieren, Mathematik ist das Beste.

Mein Tiefpunkt war als ich die erste Klausur nicht bestanden habe. Ich war bisschen enttäuscht. Ich habe aber trotzdem nie daran gedacht, das Studium in Deutschland abzubrechen. Ich wusste von Anfang an, ich werde es schaffen und habe ans Ziel angestrebt.

Ein besonderer Erfolg im Studium war dann für mich, dass ich innerhalb einem Semester 7 Vorlesungen geschafft und auch alle bestanden habe beim ersten Versuch. Damit habe ich die Zeit gewonnen, 8 Monaten lang bei Commerzbank ein Praktikum / Projekt zu machen.

Meinen ersten Job nach dem Studium habe ich durch einen Bekannten im Unternehmen bekommen. Ich wurde von ihm empfohlen. Schwierigkeiten gab bei mir fast gar nicht. Es war schnell und einfach. Vom Gespräch bis zum Erhalten des Arbeitsvertrags wurde innenhalb zwei Wochen erledigt.

Was würden Sie internationalen Studierenden der Goethe-Universität gerne mit auf den Weg geben? Ich kann gerne die Studierenden bei meiner Unternehmen vorstellen ;-)

" Die Goethe-Universität ist die beste Uni die ich kenne"

In der Absicht mein Wissen zu vertiefen und auch aus familiären Gründen bin ich nach meinem Bachelor in meiner Heimat nach Deutschland gekommen. Ich habe einen Bachelor in Biologie absolviert und an der Goethe Uni gab es die Gelegenheit ein neues Fach zu studieren, nämlich Biophysik. Es ist natürlich etwas anders als Biologie insofern, dass es Biologie und Physik kombiniert und ich war neugierig und begeistert. Diese Gelegenheit habe ich genutzt und begann so mein Masterstudiengang an der Goethe Uni Frankfurt.

Tja, das erste Semester, wie kann man das vergessen: Es war zuerst im Winter, es war mir noch nie im Leben so kalt gewesen. Vor allem war ich ein bisschen verwirrt, denn ich hatte drei Nachholungsfächer, da ich von einem Biologiestudiengang kam, und keiner wusste genau was im Masterstudiengang Biophysik als Fächer zu machen sind. Man sollte sich nach seinem Interesse was aufsuchen und diese Tatsache war für mich eine Herausforderung. Zum Glück habe ich allmählich verstanden was zu tun war und ich habe es dann getan.

Was mir während meines Studiums am meisten gefehlt hat war die Betreuung des Fachbereiches, denn ich musste nicht nur studieren, ich musste auch selber auf mich aufpassen, und alles was Studium angeht solo machen. Ich erinnere mich noch an dieser Zeit als ich eine Stelle für die Masterarbeit suchte, es war chaotisch ich habe mich an meinen Fachbereich gewendet und auch da keine Hilfe gekriegt. Ich musste hin und her suchen und nebenbei auch jobben.

Eine weitere Herausforderung war, dass ich fast 4 Monate nach einer Praktikumsstelle gesucht habe und während diese Zeit dachte ich, ich kriege bestimmt keins. Ich war deprimiert und wusste nur, dass ich nicht aufgeben darf, denn ich habe meine Familie in der Heimat, die alles auf mich gesetzt hat.

Der Erfolg oder Höhepunkt war als ich mein erstes Praktikum im Institut of Biochemistry dann doch bekommen hatte. Danach dachte ich mir ich gebe mein Bestes, damit alles wie geschmiert läuft. Das habe ich getan und danach bekam ich sogar eine 1. Ein zweites Praktikum war am Institut für Biowissenschaft in Frankfurt und danach in Langen im Paul Ehrlich Institut. Während diesen Praktika habe ich viel, viel gelernt, nicht nur Fachwissen, sondern auch wie man mit Leuten von verschiedenen Horizonten umgeht, und wie man ordentlich, diszipliniert und zielstrebig arbeitet.

Allen internationalen Studierenden der Goethe-Universität möchte ich gerne sagen: Die Goethe-Universität ist die beste Uni die ich kenne, nicht nur weil ich da studiert habe, sondern auch wegen der Ausstattung und vor allem das „Multikulti“. Der Weg wird nicht leicht sein, glaubt mir, aber wenn man sich mit viel Mut, Motivation und Engagement ausrüstet hat man schon viel bessere Chancen. Euch wünsche ich noch viel Mut und vor allem viel Erfolg!

"...even though it is hard to so something, it is so much fun conquering it"

I wanted to study in Germany because it has had a long reputation for excellence in fundamental sciences. The biggest revolutions in 20th century physics came from Germany and I wanted to learn in that atmosphere so that I could become a better researcher. I chose Frankfurt because it is a big city and having lived in big cities my whole life, I felt it would not be difficult to adapt to. Also, the university offered the Master’s course in English, which was helpful and the way the program was scheduled placed more emphasis on learning than chasing high grades. This was particularly attractive for me.

The best memories I have of Frankfurt in my first semester are of the library at the Riedberg campus. I had come determined to do well and learn, and the library was cozy and had good opening hours, with all the books I needed. I particularly remember feeling that people are very polite and helpful in the country. I made some good friends and I did not feel homesick at all. While I did not explore Frankfurt at all during this period (I didn’t even know about the beautiful riverside), it was one of the most productive period of my life.

When I started my Master degree, I soon found out that the level of topics taught here was much higher than my bachelor degree had prepared me for. But I didn’t think for one minute about quitting. I devoted time to learning the background for the courses I was taking in the university, then learned what the professor had taught in the lectures during the time I was learning the background - and then within a few months, I could understand everything that was taught and was able to ask intelligent questions. I even managed to do well in my exams, which showed me that even though it is hard to do something, it is so much fun conquering it.

During my third semester, I started working on my Master Thesis. I was salivating at the thought of doing original research and I felt like I was well prepared to dive deep. After some initial success, I found out that whatever I had done until now was in the wrong direction and I had to start all over again from a better idea. This was a big setback as one develops a certain attachment with his own work and defends it vehemently, even though all rationality points to the fact that it’s wrong. I felt that I was not good enough to become a physicist and I was wondering if I had been delusional about my preparedness. Things went better from there on and I did manage to find the right path, but that was a real low point in my professional life.

Initially, I missed the comfort of my country where you could hire someone to cook your meals, clean your house and wash your clothes. I came here with no cooking skills and had to learn fast to survive. This time was consuming and exhausting sometimes but it was a valuable life lesson that you need to personally do all your chores.

If I had to do it all over again, I would put more effort in learning Deutsch as it would help me make local friends. I would have loved to volunteer and participate in more university events and I would’ve spent more time exploring different areas in Frankfurt.

I once volunteered to show the university to incoming students from high school. We discussed about career plans, the university’s main areas, university life, managing work and studies and taking them to a lecture they were interested in. It was a wonderful experience to talk to young students and share my experience with them. Even though I did not speak much Deutsch, I was surprised to see they spoke English very well.

"An sich selbst zu glauben ist nicht immer einfach, das war mit Abstand der größte Erfolg."

Das Studium in Deutschland hat einen sehr guten Ruf und war das einzige Land wo man sogar das Medizinstudium ohne hohe Studiengebühren erfolgreich absolviert konnte.  Die erste Zulassung zum Besuch eines Studienkollegs erhielt ich von der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Nach Abschluss des 1-jährigen Kurses begann das spannende Uni-Leben mit dem schönsten Studiengang der Welt.

Der Ernst begann im Oktober 2009. Der Hörsaal voller Studenten, Videoübertragung im  Nebenraum bei Platzmangel. Anatomie war das einzige Fach, welches die Begeisterung angehender Ärzte über das gesamte Semester aufrechterhalten konnte. Die anderen Fächer waren nur Nebensache. Nach dem Motto ''Anfangs gut, alles gut'' wurde von Woche zu Woche fleißig gelernt. Das war eine harte Zeit. Aber es war auch eine Zeit, in der ich die ersten entscheidenden Schritte gemacht habe. Vieles zum ersten Mal erlebt, die erste Leiche, erste Verzweiflung und die ersten schlaflosen Nächte. Die erste Leiche vergisst man nie.

Mein Ziel war es, alle Prüfungen im ersten Anlauf zu bestehen. Zum Glück lief alles nach Plan. Das Lernen machte Spaß. Man darf nie vergessen, dass Noten nicht primär entscheidend sind. Als Arzt gibt es viele andere Qualifikationen, die wesentlich wichtiger sind.

Medizin in der Regelstudienzeit zu absolvieren war einer meiner größten Erfolge. An sich selbst zu glauben ist nicht immer einfach, das war mit Abstand der größte Erfolg. Außerdem habe ich während meines Studiums die Möglichkeit gehabt als Stationshilfe im Krankenhaus zu arbeiten. Dadurch konnte ich nicht nur mein Studium finanzieren, sondern auch viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Zu nennen wäre hier insbesondere die Abläufe im Krankenhaus, Arzt-Patienten-Kommunikation und der Umgang mit medizinischen Geräten.

Wenn ich auf mein Studium zurück blicke, realisiere ich, dass ich vieles falsch gemacht habe. Zum Beispiel das Lernen in Gruppen habe ich sehr spät entdeckt. Ich kann es nur empfehlen. Jeder hat Ideen und viele brauchen Ideen! Somit kann man gemeinsam ein Problem schneller und effizienter lösen. Außerdem stellt für uns die deutsche Sprache als ein großes Hindernis dar. Somit ist das Gruppenlernen ein gezieltes Training für jede mündliche Prüfung. Sprache lernt man schließlich nur durch Sprechen.

Der Berufseinstieg war problemlos. Zwar nicht in der gewünschten Stadt aber dafür im guten Krankenhaus. Man kann nicht alles haben im Leben. Ich habe ca. 4 Wochen nach meinem Examen angefangen zu arbeiten. Es ist empfehlenswert ein paar Monaten freinehmen, um sich auszuruhen. Für mich war eine längere Pause  finanziell schlecht machbar gewesen.

Mein Rat für internationale Studierende: Aller Anfang ist schwer. Bitte sucht euch  eine passende Lerngruppe, die anderen bringen immer wieder neues Wissen ins Gespräch. Bitte lasst euch auch nicht durch das Tempo anderer irritieren, denn jeder Mensch ist anders, anders begabt und anders disponiert. Auch das Scheitern ist Teil des Erfolgs. Studieren in fremder Sprache ist nicht einfach. Alles braucht im Leben seine Zeit, die Sprache auch. Ich denke deutsche Sprache zu lernen ist auch eine Leistung, worauf ihr stolz sein könnt.  Am Ende des Studiums werdet ihr froh sein, dass ihr von diesem großartigen Bildungssystem sehr profitiert habt. Frankfurt ist eine tolle multikulti Stadt. Studieren  an der Goethe-Universität und leben in Frankfurt ist  wirklich eine einmalige Erfahrung.   Genießt eure Studienzeit, lebt euch aus und vergisst nie warum ihr nach Deutschland gekommen seid.


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Susan Kazi

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Theodor-W.-Adorno-Platz 6 

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Aktuelle Veranstaltungen

Ehemalige internationale Studierende berichten über ihre persönliche Karriereplanung im Studium und den anschließenden Berufseinstieg. Sie informieren darüber, wie man gezielt nach Stellen sucht, die perfekten Bewerbungsunterlagen zusammenstellt oder die Stärken internationaler Studierender im Bewerbungsprozess hervorhebt.