Neuer Senckenbergischer Arzneipflanzengarten

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Herzlich Willkommen

Sie sind herzlich eingeladen, immer wieder einmal den virtuellen Arzneipflanzengarten zu besuchen oder aber durch den realen Neuen Senckenbergischen Arzneipflanzengarten zu spazieren. Wo Sie den realen Garten finden, zeigt Ihnen die kleine Anfahrtskizze. Mittlerweile ist ein zweiter Arzneipflanzengarten am Campus Riedberg entstanden, der ebenfalls einen Besuch lohnt.


Aroma

Aroma

Aroma

Aromapflanzen wirken überwiegend wegen der enthaltenen ätherischen Öle „aromatisch“ (z.B. Rosmarin). Daneben finden sich schwefelhaltige Verbindungen (z.B. Knoblauch), die ebenfalls eine würzige Komponente zeigen. Allgemein werden die Küchenkräuter kurz vor der Blüte geerntet. Will man sie trocknen, so werden sie in kleine, lockere Bündel gebunden und in einem luftigen, zugigen Raum aufgehängt. Sie dürfen in der Regel nicht in der Sonne oder auf einer Darre getrocknet werden, da hierbei die Aromastoffe verloren gehen.

Atemwege

Atemwege

Atemwege

Alle Jahre wieder kommen in der kalten Jahreszeit die Erkältungskrankheiten. Das Immunsystem wird mit den allgegenwärtigen Viren nicht mehr fertig und man bekommt Husten, Schnupfen und eventuell Fieber. Bevor es soweit kommt, kann man mit geeigneten Arzneipflanzen die körpereigenen Abwehrkäfte stärken. Hier bieten sich vorrangig Hagebuttenschalen und der Presssaft aus frischem Sonnenhutkraut an. Auch Extrakte aus der Kap-Pelargonie werden meistens sehr früh eingenommen, obwohl sie eigentlich eher bei bereits vorhandenen bakteriellen Infekten helfen sollen.

Blutkreislauf

Blutkreislauf

Blutkreislauf

Ganz selbstverständlich erwartet jeder von uns von seinem Herzen, dass es 80 bis 90 Jahre lang, 24 Stunden am Tag, pro Minute ca. 4,5 bis 5 Liter Blut durch den Körper pumpt, damit alle Organe gut mit Sauerstoff und anderen wichtigen Substanzen versorgt werden. Und für den Fall, dass wir uns anstrengen, soll es „gefälligst auch mal mehr tun“. Leider wird diese Pumpleistung irgendwann einmal schwächer oder unregelmäßig, so dass nach Medikamenten gegriffen werden muss.

Durchfall

Durchfall

Durchfall

Akute Durchfallerkrankungen treten als Folge von Magenverstimmungen, Diätwechsel, Klima-Umstellung oder durch den Genuss verderbender Nahrungsmittel auf, wobei Kinder besonders betroffen sind. Durch den Einsatz von Arzneipflanzen sollen die gereizte Darmschleimhaut vor mechanischen und bakteriellen Angriffen geschützt und die Selbstheilungsvorgänge gefördert werden.

Entzündung

Entz  ndung

Entzündung

Auslöser von Entzündungen sind im Wesentlichen mechanische Reize, wie Fremdkörper, Druck und Verletzungen oder andere physikalische Faktoren, wie Wärme, Kälte, UV-Licht sowie chemische Stoffe, Mikroorganismen und Insekten, ferner krankhafte Stoffwechselprodukte. Der Vorgang der Entzündung wird mit der Endung „-itis“ gekennzeichnet. Bei leichteren Entzündungen im Rachenraum, Gastrointestinaltrakt und in den Gelenken (Rheuma) sowie bei entzündlichen Haut- und Schleimhauterkrankungen setzt man gerne Arzneipflanzen ein.

Gewürz/Aroma

Gew  rz

Gewürz/Aroma

Der Gehalt von ätherischen Ölen (z.B. Basilikum) oder schwefelhaltigen Verbindungen (z.B. Knoblauch) macht Pflanzen zu so genannten „Aromapflanzen“, die überwiegend für die Küche und seltener (volks-)medizinisch gebraucht werden. Volksmedizinisch werden die Aromapflanzen dann meistens bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Bekannt ist auch die so genannte Aromatherapie, bei der Pflanzen wie Lavendel, Minze und Rosmarin verwendet werden, die beruhigend und krampflösend wirken und deshalb an anderer Stelle im Arzneipflanzengarten stehen.

Gifte

Gifte

Gifte

Giftpflanzen sind gefährlich, wenn der Geschmacks- oder Geruchssinn die Gefahr nicht erkennen lässt; sie sind wenig gefährlich, wenn sie bitter schmecken oder ein abstoßendes Aroma verströmen. Unter diesem Aspekt sind die stark giftigen Fingerhutblätter weniger bedrohlich als die stark giftigen, kaum bitteren Herbstzeitlosenblätter. Risikoreich sind ferner Pflanzen mit Giften, die unkontrolliert die Haut durchdringen können, wie die Blätter vom Riesenbärenklau.

Harnwege

Harnwege

Harnwege

Die Nieren trennen vom Körper nicht mehr benötigte Stoffwechselprodukte aus dem Blut ab. Die Endprodukte werden über die Blase mit dem Harn ausgeschieden. Nieren und Blase arbeiten störungsfrei, solange sie gut durchspült werden. Wird allerdings zu wenig Harn gebildet, steigt der Gehalt an Abfallstoffen. Diese lösen sich zuweilen nicht mehr richtig im Harn, können auskristallisieren und als Nierengrieß oder Nierensteine in Erscheinung treten.

Krämpfe

Kr  mpfe

Krämpfe

Arzneipflanzen mit ausschließlich auf die Indikation Krampflösung ausgerichteten Eigenschaften sind selten. Bilsenkraut und Tollkirsche sind Beispiele dafür. Die in diesen Pflanzen vorkommenden Alkaloide sind für den Effekt verantwortlich, entfalten aber auch erhebliche zusätzliche Wirkungen (beide Pflanzen sind wegen der Alkaloide stark giftig). Aus diesem Grund ist die Dosierung heikel und die Pflanzen können nur eingeschränkt — vor allem bei Gallenkrämpfen — eingesetzt werden.

Nerven

Nerven

Nerven

Der Alltag erfordert häufig „Starke Nerven“. Steigt der Stress, äußert sich das nicht selten in Nervosität, Schlafstörungen und Unruhe; dazu können dann noch Niedergeschlagenheit und die Angst kommen, dass man „das Ganze nicht mehr schafft“.

Reinstoffe

Reinstoffe

Reinstoffe

Arzneipflanzen haben ihre speziellen Wirkprinzipien. Nicht immer kennt man die wirksamen Substanzen, weshalb bestimmte Auszüge — im einfachsten Fall Teeaufgüsse — verwendet werden. In einigen, hier gezeigten Fällen, sind die wirksamen Inhaltsstoffe bekannt und in der Pflanze so stark angereichert, dass nicht mehr die Arzneipflanze, sondern der aus ihr gewonnene Naturstoff arzneilich verwendet wird.

Verdauung

Verdauung

Verdauung

Ganz selbstverständlich beziehen wir tagtäglich unsere Energie aus der aufgenommenen Nahrung. Was dabei unsere Verdauungsorgane leisten, verdeutlicht man sich erst dann, wenn sie nicht mehr so funktionieren, wie sie sollen, wenn wir nicht mehr die Energie bekommen, die wir brauchen, oder wenn der Verdauungsprozess nur noch mit Beschwerden abläuft. Die Natur stellt hier eine große Zahl von Pflanzen als Helfer zur Verfügung, von denen einige bei Verdauungsstörungen helfen.

Verstopfung

Verstopfung

Verstopfung

„Wir bewegen uns zu wenig und ernähren uns nicht richtig.“ Wie oft ist dieser Satz im Zusammenhang mit Übergewicht zu hören. Ein anderer, direkt dadurch bedingter Effekt ist eine Verstopfung (Obstipation). Hier muss man nicht sofort zum Abführmittel greifen, sondern kann dem Missstand oft schon allein dadurch abhelfen, dass man auf eine entsprechend ballaststoffreichere Nahrung umstellt. Eine einfach zu ergreifende Maßnahme ist zum Beispiel der sog. „Früchtetee“.


Im Jahr 2005 reifte der Gedanke, einen neuen Arzneipflanzengarten innerhalb des Botanischen Gartens Frankfurt anzulegen. Die alten Arzneipflanzenbeete waren nicht mehr attraktiv, die benachbarten Gehölze beeinträchtigten das Wachstum der Arzneipflanzen und die Anordnung der Pflanzen nach Inhaltsstoffklassen verlangte zumindest bei weniger informierten Besuchern nach Erklärungen, die allerdings nicht zur Verfügung standen. Dazu kam, dass durch die Neuordnung der Systematischen Abteilung innerhalb des Botanischen Gartens eine etwas zentraler liegende Fläche von ca. 1200 m2 frei wurde, die sich als neuer Standort anbot. Relativ schnell fand sich eine engagierte Gruppe bestehend aus Prof. Theo Dingermann, Prof. em. Georg Schneider, Dr. Ilse Zündorf (alle Institut für Pharmazeutische Biologie), Prof. Georg Zizka (Institut für Ökologie, Evolution und Diversität), Prof. Christian Winter (Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaften) und Manfred Wessel (Technischer Leiter des Botanischen Gartens), die die anfängliche Idee realisierte. Und mit Prof. Michael Popp, Inhaber der BIONORICA AG konnte ein großzügiger Sponsor gewonnen werden, der die Finanzierung der Neuanlage initial sicherstellte.

Auf den nachfolgenden Seiten können Sie alle Texte nachlesen, die Sie vielleicht schon auf den Schildern im Garten gesehen und gelesen haben. Um Fachbegriffe - vor allem Inhaltsstoffe -  zu erklären, haben wir uns entschlossen, diese Begriffe mit Wikipedia zu verlinken, wohl wissend, dass sich diese Enzyklopädie in kontinuierlicher Bearbeitung befindet. Speziellere Fachbegriffe, deren Verlinkung zu Wikipedia (noch) nicht möglich war, lassen sich in geeigneten Lehr- oder Nachschlagewerken wie z.B. "Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen" finden.
Auch die systematische Einteilung der Pflanzen befindet sich durch neuere Methoden und Erkenntnisse ständig im Umbruch. Wir versuchen, die Änderungen hier auf der Homepage immer zu aktualisieren. Hier bietet Wikipedia ebenfalls unter http://de.wikipedia.org/wiki/Systematik_der_Bedecktsamer eine Möglichkeit, sich zu informieren.

Wir, Prof. Theo Dingermann, Prof. em. Georg Schneider und Dr. Ilse Zündorf, laden Sie nun zu einem Rundgang durch den Arzneipflanzengarten ein und möchten Ihnen noch einen kleinen Hinweis geben, wie man unserer Meinung nach den Arzneipflanzengarten erleben kann.