Lehre

 

Aktuell:


Wintersemester 2016/17

Seminar BA VM 1, 2, 3 MA GM 1, 2, 3 Mod. Mag.: VM 1b, 2a, 2b, 3a, 5 MA Ästhetik: MA AE 2.1

Hegels Theorie des Geistes: Subjekt, Gesellschaft, Kunst

Do 10:00-12:00, SH 4.101

„Geist“ ist der Grundbegriff von Hegels Philosophie. Das Seminar soll erkunden, was damit gemeint ist. Hegels Grundgedanke besagt, daß begriffliche Vollzüge – also solche, die durch das Verwenden von Begriffen konstituiert sind (Fühlen, Denken, Wollen, Sprechen, Handeln usw.) – wesentlich Momente in einer prozessualen Totalität sind. Diesen Gedanken wird das Seminar zunächst erkunden. Dabei sollen insbesondere Hegels Überlegungen zur Logik der Selbstentfremdung des Geistes diskutiert werden. Der zweite Teil des Seminars wird sodann drei Grundformen des Geistes betrachten: die subjektive, die soziale (oder objektive) und die Kunst (als absoluter Geist). Wie verwirklicht sich in ihnen die Struktur des Geistes in jeweils unterschiedlicher Weise und wie verhalten sich diese zueinander?

Literatur:

Hegel, Vorlesungen über die Ästhetik, Bd. I

Hegel, Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften, Bd. III

Sommersemester 2014

Vorlesung (Mag. (mod.), LA: VM 1b, 3a, 3b; MA: GM 1, 3 SPM 1, 2)
Kritische Theorie des Rechts
Do. 10-12:00; HZ 15

Die Veranstaltung fragt nach dem Spezifischen des modernen Rechts. Sie wird der Frage nachgehen, wie sich im Recht der modernen Gesellschaft die Grundparadoxie allen Rechts zwischen Gerechtigkeit und Gewalt in spezifischer Weise neu darstellt. Dabei wird sie von der Annahme ausgehen, daß sich diese Frage nur durch eine genaue Analyse der Form des modernen Rechts beantworten läßt und daß dafür die Operation der Selbstreflexion des Rechts und die Figur der (subjektiven) Rechte eine zentrale Rolle spielen.

Von dort her sollen u.a. die folgenden Fragen diskutiert werden: Wie rekonfiguriert das moderne Recht das Verhältnis von Norm und Natur? Worin besteht die Selbstreflexion des Rechts und wie bringt sie die Form der (subjektiven) Rechte hervor? Wie sind die subjektivierenden Effekte des Rechts zu verstehen? Und wie wird dadurch der Zusammenhang von Recht und Herrschaft (insbesondere von juridischem und ökonomischem Subjekt) in der bürgerlichen Gesellschaft bestimmt? Wie ist der politische Akt der Revolution zu verstehen, der das moderne Recht der Rechte hervorgebracht hat? Und wie kann eine erneute Revolution dieses Rechts gedacht werden?

Neben den klassischen Texten (von Hobbes bis Hegel) sind die Autoren, die v.a. diskutiert werden: Giorgio Agamben, Michel Foucault, Jürgen Habermas, Georg Jellinek, Karl Marx, Friedrich Nietzsche, Leo Strauss, Max Weber.

Seminar (Mag. (mod.), VM 1b, 5; LA VM 1b; MA: GM 1 SPM 1, 2)
Drei Kunstwerkaufsätze: Benjamin – Heidegger – Panofsky (zus. mit Prof. Axel Honneth und Prof. Martin Seel)
Do. 12-14:00; HZ 9

Mitte der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts haben Walter Benjamin, Martin Heidegger und Erwin Panofsky gleichzeitig und von gänzlich verschiedenen Voraussetzungen aus Abhandlungen über den Begriff des Kunstwerks verfasst, die den Stand der Kunst in der Moderne reflektieren: In ihnen wird grundlegend verhandelt, was die Kunst überhaupt sein kann, nachdem die Ordnungen der Repräsentationen zerfallen sind. Das tun sie durch eine radikale Befragung der Grundkategorien der bürgerlichen Ästhetik seit dem 18. Jahrhundert, die zu einer – je ganz unterschiedlichen – Neuverortung der Kunst im Spannungsfeld von Erkenntnis, Politik und Ethik führt. Das Seminar wird die drei Abhandlungen in ihrer Argumentation rekonstruieren und kontrastiv diskutieren.

Walter Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, Stuttgart 2011.
Martin Heidegger, Der Ursprung des Kunstwerkes, Stuttgart 1986.
Erwin Panofsky, Stil und Medium im Film, in: ders., Die ideologischen Vorläufer des Rolls-Royce-Kühlers & Stil und Medium im Film, Frankfurt/M. 1993, 17-48.


Forschungskolloquium
Do. 17-21:00, 14tägl; EXC

Die Veranstaltung dient der Diskussion eigener Forschungsarbeiten von Teilnehmern und Gästen sowie grundlegender philosophischer Neuerscheinungen.

Die Veranstaltung wendet sich an fortgeschrittene Studierende und Doktoranden. Die Veranstaltung kann nur nach Voranmeldung besucht werden.



Vergangene Semester:

Sommersemester 2013


Hauptseminar (VM 1b, 3a, 3b; VM 1, 3)
Demokratie und Kapitalismus
Do. 10-12:00; NG 2.731

Das komplexe Verhältnis zwischen Demokratie und Kapitalismus läßt sich nicht auf die Frage danach reduzieren, wie sich eine spezifische Gestalt der Wirtschaft (die spezifisch modern ist) zu einer spezifischen Gestalt der Politik (deren Möglichkeit unter modernen Bedingungen fraglich ist) verhält. „Demokratie“ und „Kapitalismus“ stehen vielmehr für zwei spannungsvoll aufeinander bezogene Formen der Subjektivität. Die Frage nach „Demokratie“ und „Kapitalismus“ soll in diesem Seminar mithin als die Frage nach der gespaltenen Subjektivität der Moderne oder als die Frage nach dem „Willen“ diskutiert werden.

Den Ausgangspunkt der Seminardiskussion bilden die Figuren des Citoyen und des Bourgeois, in denen die Sozialphilosophie in der Formierungsphase der Moderne diesen Gegensatz theoretisiert hat (Rousseau, Hegel, Constant, Marx). Die Aufgabe des Seminars besteht darin, durch die Lektüre späterer Autoren (wie etwa Arendt, Durkheim, Foucault, Nietzsche, Rancière, Simmel) eine kritische Diskussion dieses Dualismus zu führen.

Zur Vorbereitung empfohlen:
Giorgio Agamben u.a., Demokratie. Eine Debatte, Suhrkamp 2012.
Juliane Rebentisch, Die Kunst der Freiheit. Zur Dialektik demokratischer Existenz, Berlin: Suhrkamp 2012.

Hauptseminar (VM 1b, 5; VM 1, 2)
Ästhetik II: Wagner und die Ästhetik der Moderne (zus. mit Axel Honneth)
Do. 12-14:00; NG 731

„Durch Wagner redet die Modernität ihre intimste Sprache: sie verbirgt weder ihr Gutes, noch ihr Böses, sie hat alle Scham vor sich verlernt.“ – Dieser Satz Nietzsches hält fest, welche unvergleichliche Rolle Wagners Denken und Werk seit Baudelaire für die Diskussion um die Ästhetik der Moderne gespielt hat. Das gilt gerade deshalb, wie Nietzsche feststellt, weil sich in Wagner das Gute und das Böse der Modernität, ihre Freiheit und ihre Gewalt, zugleich und in ihrem Zusammenhang zeigen. In der kritischen Auseinandersetzung mit Wagner geht es um die Paradoxien der Moderne und die zweideutige Rolle, die die Kunst darin spielt. Spätestens mit Wagner hat die idealistische Idee der Kunst als eines „dritten, fröhlichen Reichs des Spiels und des Scheins“ (Schiller) ihre politische und gesellschaftliche Unschuld verloren.

Das Seminar soll diesen Fragen durch die Lektüre von Wagners Schriften und wichtiger Stationen ihrer kritischen Rezeption (u.a. Baudelaire, Nietzsche, Mann, Adorno, Lacoue-Labarthe, Badiou) nachgehen.

Oberseminar (VM 1b, 2a, 2b, 5)
Form (zus. m. Eva Geulen)
Do. 17-20:00; Cas 1.811

Form ist der fundamentale Ordnungsbegriff der metaphysischen Tradition. Das Oberseminar soll die Geschichte dieses Begriffs dort aufgreifen, wo – das bezeichnet die Wende zur Moderne – die Form vom Verfahren her neu begriffen wird: Form bezeichnet nun, wie mit einer Materie verfahren wird. Das bringt den Begriff des Subjekts und seiner Freiheit ins Spiel, und eine der Fragen des Oberseminars wird es sein, wie eng (und wie genau) dieser Zusammenhang von Form, Verfahren, Subjekt und Freiheit zu verstehen ist. Diskutiert wird dies an klassischen Texten aus der Theorie des Geistes und der Kunst seit dem 18. Jahrhundert (u. a. Moritz, Schiller, Hegel) und ihrer kritischen Rezeption im 20. Jahrhundert.

Teilnahme nach Voranmeldung bei den Veranstaltern.


Wintersemester 2012/13

Hauptseminar (VM 1b, 3a, 3b; VM 1 und 3)
Naturrecht und Vernunftrecht

Do. 10-12:00; IG 457

Das neuzeitliche Rechtsdenken setzt damit ein, die Rechtsordnung statt auf die „natürliche Vernunft“ auf einen freiwilligen Vertrag zu gründen. Dieser Vertrag wird so verstanden, daß darin die Einzelnen ihre "natürlichen" Rechte, die sie vorstaatlich haben, aufgeben. Das Seminar soll in seiner ersten Hälfte erkunden, wie diese Idee bei Hobbes (Leviathan) und Spinoza (Theologisch-politischer Traktat) im Detail verstanden wird. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Frage, wie die Rechtsordnung durch ihre vertragsförmige Gründung zugleich instrumentell auf die Idee natürlicher Rechte zurückbezogen wird. Es ist zu untersuchen, inwiefern dieser Bezug des rechtskonstituierenden Vertrags auf die natürlichen Rechte eine grundlegende Neubestimmung der Verhältnisse von Normativität und Natur, von Gesetzen und "Interessen" und dadurch zugleich von Staat und (bürgerlicher, kapitalistischer) Gesellschaft impliziert.
In der zweiten Hälfte des Seminars soll sodann an ausgewählten Passagen die Kritik betrachtet werden, die Kant (Metaphysik der Sitten) und Hegel (Grundlinien der Philosophie des Rechts) an der vertragstheoretischen Gründungsfigur geübt haben.
An ihre Stelle tritt bei Kant und Hegel die Kraft praktischer Vernunft. Eine wesentliche Frage lautet, welche Konsequenzen die vernunftrechtliche Begründung des Rechts für die Idee „natürlicher“ Rechte haben muß.
Zur Einführung in die Problemstellung des Seminars ist die Lektüre von Leo Strauss, Hobbes' politische Wissenschaft, Kap. 8, hilfreich.

Kolloquium
Do. 17-20:00 (14 tägl); IG 457

Die Veranstaltung dient der Diskussion eigener Forschungsarbeiten von Teilnehmern und Gästen sowie grundlegender philosophischer Neuerscheinungen.

Die Veranstaltung wendet sich an fortgeschrittene Studierende und Doktoranden. Die Veranstaltung kann nur nach Voranmeldung besucht werden.



Sommersemester 2012

Hauptseminar (zus. mit Axel Honneth und Martin Seel) (VM 1b, 5; BA VM 1, 3)
Ästhetik I: Hegel
Do. 12-14:00; Cas 1.811 (31.05. HZ 12)

Ziel des Seminars ist eine intensive Lektüre ausgewählter Partien von G.W.F. Hegels Vorlesungen über die Ästhetik, vor allem der Einleitung und des ersten Teils, aber mit Exkursen auch in zentrale Partien seiner Theorie der Kunstepochen sowie einzelner Künste. Leitmotiv der Diskussionen im Seminar wird die Frage nach der Produktivität der Hegelschen Kunstphilosophie für eine Theorie auch und gerade der gegenwärtigen Kunst sein, sowie nach deren Verhältnis zur Philosophie und anderen Reflexionsformen der menschlichen Kultur und Gesellschaft.

Literatur: G.W.F.Hegel, Vorlesungen über die Ästhetik, 3 Bde., Frankfurt/M. 1986 (stw 613-615).

Prüfungsform: Hausarbeit (20 S.)

 

Kolloquium
Do. 18-22:00 (14 tägl), IG 0.454

Die Veranstaltung dient der Diskussion eigener Forschungsarbeiten von Teilnehmern und Gästen sowie grundlegender philosophischer Neuerscheinungen.

Die Veranstaltung wendet sich an fortgeschrittene Studierende und Doktoranden. Die Veranstaltung kann nur nach Voranmeldung besucht werden.


Wintersemester 2011/12

Hauptseminar (zus. mit Dirk Setton) (VM 2a, 2b, 3a)
Hegels Phänomenologie des Geistes, Teil 2: Geist
Do. 10-12:00; IG 1.411

Die Veranstaltung ist der zweite Teil des Hauptseminars zu Hegels „Phänomenologie des Geistes", das im Sommersemester 2011 begonnen wurde und nun fortgesetzt wird. Das Projekt der „Phänomenologie" besteht darin, den „Weg des natürlichen Bewusstseins" darzustellen, „das zum wahren Wissen dringt". Im vergangenen Semester ging es darum, die ersten vier Kapitel des Buches, in denen Hegel den Weg der „Seele" zum „Selbstbewusstsein" beschreibt, nachzuvollziehen und zu diskutieren. In diesem Semester widmen wir uns zentralen Passagen aus den verbleibenden Kapiteln V-VIII, wobei das Hauptaugenmerk dem Schritt gilt, der vom Selbstbewusstsein zum Geist führt. Was heißt es für die „Seele" oder das „natürliche" Selbstverständnis des erkennenden Bewusstseins, dass es sich „zum Geist läutert, indem es durch die vollständige Erfahrung seiner selbst zur Kenntnis desjenigen gelangt, was es an sich selbst ist"? - Für die Teilnahme an diesem Seminar ist der Besuch des ersten Teils der Veranstaltung nicht obligatorisch- aber er ist sicherlich sehr von Vorteil.

Zur Einführung und Vorbereitung:
Köhler, D. und O. Pöggeler (Hg.): Hegel, Phänomenologie des Geistes (Reihe „Klassiker Auslegen"), Berlin 2006.
Siep, Ludwig: Der Weg der Phänomenologie des Geistes. Ein einführender Kommentar zu Hegels »Differenzschrift« und »Phänomenologie des Geistes«, Frankfurt a.M. 2000.
Taylor, Charles: Hegel, Frankfurt a.M. 1983, Teil II.
Vieweg, K. und W. Welsch (Hg.): Hegels Phänomenologie des Geistes. Ein kooperativer Kommentar zu einem Schlüsselwerk der Moderne, Frankfurt a.M. 2008.

 

Hauptseminar (zus. mit Martin Seel) (VM 1b, 2b, 3b)
Die Macht der Gewohnheit
Do. 12-14:00; IG NG 731

Der Begriff der Gewohnheit spielt in unterschiedlichen Bereichen der Philosophie eine oft unauffällige, manchmal aber auch auffällige Rolle. Schließlich ist es ein wesentliches Charakteristikum der "zweiten Natur" des Menschen, von Gewohnheiten beherrscht zu werden, von denen er in seiner Lebens- und seiner politischen Praxis nicht nur getragen, sondern auch behindert und gefesselt werden kann. Ziel des Seminars ist es einerseits, sich der Prominenz der Gewohnheit in der theoretischen und praktischen Philosophie sowie in der Ästhetik zu vergewissern. Andererseits soll - mit einem Schwerpunkt in der sozialphilosophischen Diskussion - erörtert werden, ob und wie sich die unumgängliche "Macht der Gewohnheit" mit den Ansprüchen auf individuelle und politische Freiheit verträgt.

W. Benjamin, Gewohnheit und Aufmerksamkeit, in: ders., Denkbilder, in: ders., Gesammelte Schriften, Bd. IV.1, hg. v. T. Rexroth, Frankfurt/M. 1972, 407f.
Th. Bernhard, Die Macht der Gewohnheit. Komödie, Frankfurt/M. 1974.
G.W.F Hegel, Anthropologie, in: ders., Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften, 3. Teil, Erste Abteilung, Abschnitt A (§§ 388-411).
Martin Hartmann, Gewohnheit, in: ders., Die Kreativität der Gewohnheit. Grundzüge einer pragmatistischen Demokratietheorie, Frankfurt/M. 2003, Kap. 6, 147-194.

 

Kolloquium: Derrida jetzt!
Di. 18-22:00 (14 tägl), IG 457

Das Kolloquium hat im Wintersemester einen thematischen Schwerpunkt. Er liegt in der Frage, wie wir heute - jetzt - mit den Texten und Argumenten von Jacques Derridas philosophischer Dekonstruktion umgehen können oder sollten. Dabei geht es nicht darum, Derrida im Blick auf gegenwärtige Diskussionen zu aktualisieren - eher umgekehrt. Auf die Frage „Kann sich Derridas Dekonstruktivismus weiterentwickeln und Anschluß an zeitgenössische Debatten in der Philosophie finden?" hat Alexander García Düttmann in einem Interview in Information Philosophie geantwortet: „Man kann sich auch fragen, ob sich manche ‚zeitgenössischen Debatten in der Philosophie' weiterentwickeln und Anschluß an die Dekonstruktion finden werden!"
Diese Fragen sollen in den wesentlichen Bereichen der Derridaschen Philosophie - wie Philosophie der Sprache und des Begriffs, Ethik, Rechts- und Politische Philosophie, Ästhetik und Kunstphilosophie - unter anderem durch die Zusammenstellung von Texten aus verschiedenen Epochen seines Denkens untersucht werden. Die Teilnahme am Kolloquium verlangt daher die Bereitschaft zu ausgedehnter Lektüre.

Die Veranstaltung wendet sich an fortgeschrittene Studierende und Doktoranden. Die Veranstaltung kann nur nach Voranmeldung (bitte bis 30.9.2011) besucht werden.

 


Sommersemester 2011

Basismodul 3 (BM 3)
Einführung in die Praktische Philosophie
Di. 16-18:00, Cas 823 und Mi. 10-12:00, HZ 6

Das Basismodul besteht aus einer wöchentlichen vierstündigen Vorlesung und einem wöchentlichen zweistündigen Tutorium. Die Vorlesung bietet eine Einführung in die Grundbegriffe der Praktischen Philosophie.

Gegenstand der Praktischen Philosophie sind die Welt- und Selbstverhältnisse des handelnden (und leidenden) Menschen. Die Veranstaltung dient der einführenden Darstellung und Diskussion für deren Verständnis grundlegender Begriffe. Dazu gehören - unter anderen - der Begriff der Handlung und die Frage, wie Handlungen identifiziert, beschrieben, verstanden und erklärt werden; der Begriff des (praktischen) Subjekts und die Frage, wie dessen Fähigkeiten, Gefühle, Absichten und Bewertungen zu verstehen sind; der Begriff des Guten und die Frage, in welcher Weise und nach welchen Gesichtspunkten Handlungen und Subjekte bewertet werden; der Begriff der Politik und die Frage, wie Subjekte ihr Leben gemeinsam regeln können.

Das Tutorium dient u.a. der ersten Einübung eines eigenständigen Umgangs mit grundlegenden Texten der Praktischen Philosophie.

Voraussetzungen für die Teilnahme: HRZ-account.

Voraussetzung für den Modulabschluss: (1) Regelmäßige Teilnahme am Tutorium und ausreichende Bearbeitung der im Tutorium gestellten Aufgaben. (2) Bestandene Klausur.

Anmeldung bis: 17.6.2011 - Rücktritt bis: 8.7.2011 - Klausurtermin: Sa (!) 16.7.2011, 10-14h, Wiederholungs- / Nachklausur: 8.8.2011, 10-14h

 

Kolloquium
Di. 18-22:00 (14 tägl), IG 4.401

Die Veranstaltung dient der Diskussion eigener Forschungsarbeiten von Teilnehmern und Gästen sowie grundlegender philosophischer Neuerscheinungen. Der inhaltliche Schwerpunkt wird im Sommersemester auf dem Begriff des Gesetzes, insbesondere als symbolisches und praktisches Gesetz, liegen.

Die Veranstaltung wendet sich an fortgeschrittene Studierende und Doktoranden. Eine Voranmeldung ist erforderlich.

 


Wintersemester 2010/2011

Hauptseminar (zusammen mit Prof. Peukert) (VM 1b, VM 3a, VM 3b)
Subjektive Rechte: Geschichte, Theorie, Kritik
Do. 10:00-12:00; IG 4.301

Das subjektive Recht ist seit langem ein zentraler Begriff der deutschen Rechtstheorie. In Kooperation mit Prof. Dr. Alexander Peukert sollen Theorien des subjektiven Rechts aus juristischer und philosophischer Sicht erörtert werden. Ziel ist es, Beiträge zur Theorie der subjektiven Rechte zu rekonstruieren, diese in einen geistesgeschichtlichen Kontext zu stellen und auf dieser Basis einer kritischen Analyse zu unterziehen. Dabei wird der Schwerpunkt auf subjektiven Privatrechten liegen. Wie wurden und werden jene systematisiert, wie werden sie begründet? Welche Funktionen werden relativen und absoluten Privatrechten zugeschrieben? Werden die Privatrechte zu den Grund- und Menschenrechten in Beziehung gesetzt? Welche philosophische Position unterliegt der jeweiligen Analyse? Es wird erwartet, dass die Teilnehmer den für die jeweilige Sitzung vorgesehenen Text vorab gelesen haben und sich aktiv an der Diskussion der oben genannten Fragen beteiligen.

 

Kolloquium (Anmeldung erforderlich)
Do. 17:00-21:00 (14. tägl.); Jur 102


Sommersemester 2010

Prof. Menke nimmt im SoSe ein Forschungsfreisemester wahr und wird in der Lehre von Prof. David Owen vertreten.


Wintersemester 2009/10

Oberseminar (zus. mit Thomas Khurana)
Paradoxien der Autonomie
Do. 10-12:00, IG 3.301

Das Oberseminar setzt sich mit zeitgenössischen Behandlungen der Figur der Autonomie auseinander. Es setzt bei den Formulierungen eines Paradoxes der Selbstgesetzgebung an, das an der Kantischen Konzeption der Autonomie unter anderem von Terry Pinkard und Robert Pippin nachgezeichnet worden ist: In der Fassung von Freiheit als Autonomie ist eine Spannung zwischen dem Subjekt als ungebundenem Autor und dem Subjekt als gebundenem Unterworfenem des Gesetzes impliziert, die sich besonders an dem Akt oder Moment der Selbstgebung oder -unterwerfung zeigt: Wenn Autonomie eine radikale Form der Selbst-Bestimmung meint, so scheint ein Moment oder Akt gedacht werden zu müssen, in dem das Subjekt sich sein Gesetz selbst gibt, ohne schon von einem Gesetz oder Grund bestimmt zu sein. Ein solcher gesetzloser, grundloser Moment oder Akt, der zur Begründung der Freiheit als Selbst-Bestimmung nötig erscheint, kann zugleich aber nicht als frei im Sinne der Autonomie – des Gebundenseins durch das eigene Gesetz – gedacht werden: »The paradox is that we seem to be both required not to have an antecedent reason for the legislation and to have such a reason« (Pinkard). Das Kolloquium will in einem ersten Schritt die verschiedenen Weisen diskutieren, in denen dieses Paradox genauer aufgefasst werden kann. In einem zweiten Zug soll der Vorschlag untersucht werden, das Paradox dadurch aufzulösen, dass Autonomie in Termini sozialer Teilhabe gedacht wird: nicht als die Selbstbestimmung eines einzelnen vernünftigen Subjekts, das sich in Bestimmendes und Bestimmtes aufspalten muss, sondern als sozial artikulierten Prozess der Selbstbestimmung. In einem dritten Schritt gilt es danach zu fragen, wie man die Vorstellung sozialer Teilhabe komplizieren muss, wenn es sich um die Teilnahme an einer selbstbestimmten Ordnung handelt. Dabei wird sich die Frage stellen, ob und wie in der Struktur sozialer Teilhabe das Paradox der Autonomie in verwandelter Form wieder auftaucht und wirksam bleibt.

Einführende Lektüre: Terry Pinkard, German Philosophy 1760-1860: The Legacy of Idealism, Cambridge UP 2002, S. 45-65, S. 224-233.

 


Sommersemester 2009

Hauptseminar (VM 1b, 3b)
Sittlichkeit: Hegel und Nietzsche
Di 14-16:00; NM 111

 

Oberseminar (VM 3a, 3b) (zus. mit Juliane Rebentisch)
Theorien des Politischen
Di. 16-19:00 (14 tägl.), Jur 616

Die Veranstaltung soll in konzentrierter Form Grundpositionen der gegenwärtigen Theorie des Politischen diskutieren. Dabei sollen Texte von Agamben, Badiou, Balibar, Butler, Geuss, Mouffe, Rancière mit älteren Positionen zum Thema konfrontiert werden. Zu den systematischen Fragen, die dabei erörtert werden sollen, gehören das Verständnis von Demokratie und Gleichheit sowie das Verhältnis von politischer Ordnung und Tat bzw. Ereignis.

Die Veranstaltung richtet sich an fortgeschrittene Studierende des Hauptstudiums, Magistranden sowie Doktoranden.