Veranstaltungen und Konferenzen

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Auf Peters Spuren. Ein Abend für und mit Peter Stephan Jungk

Buber petersspuren feb27

Organisiert und mit einem Vortrag von Martin J. Kudla

Herzliche Eindladung zu zwei Präsentation des von Martin J. Kudla herausgegebenen Sammelbandes „Tracking Peter. Zum 70. Geburtstag von Peter Stephan Jungk“ am 27. und 28. Februar 2024 in München und Salzburg. Organisiert wurden beide Buchvorstellungen vom Buber-Rosenzweig-Institut gemeinsam mit dem Jüdischen Gemeindezentrum München sowie mit dem Literaturarchiv Salzburg.

Dienstag, 27. Februar 2024, 19 Uhr
Jüdisches Gemeindezentrum, St. Jakobs-Platz 18, 80331 München
Anmeldung erbeten unter karten@ikg-m.de
https://www.ikg-m.de/auf-peters-spuren-ein-abend-fuer-und-mit-peter-stephan-jungk/

>Ankündigung

Mittwoch, 28. Februar 2024, 19 Uhr
Edmundsburg, Europasaal, Mönchsberg 2, 5020 Salzburg
Weitere Informationen unter: literaturarchiv@plus.ac.at
https://www.plus.ac.at/literaturarchiv-salzburg/news-events-social-media/veranstaltungen/


Buber-Rosenzweig-Vorlesung für jüdische Geistesgeschichte und Philosophie

Buber buber rosenzweig lecture24

Dr. Karma Ben Johanan (The Hebrew University, Jerusalem): Christian Ambivalence and the Current Antisemitism Debate

Donnerstag, 15. Februar 2024, 18.15 Uhr, Campus Westend Casino-Gebäude 1.801

[English follows]

Eine Veranstaltung des Buber-Rosenzweig-Instituts für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart, in Kooperation mit dem Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und dem Forschungsverbund „Dynamiken des Religiösen: Konstellationen der ‚Nachbarschaft‘ in Judentum, Christentum und Islam“.

Die Frage „Was ist Antisemitismus?“ ist heute so aktuell wie eh und je. Sie steht im Zentrum der brisantesten politischen Konflikte unserer Zeit. Interessanterweise spielt die Religion, insbesondere die christliche Religion, in den gegenwärtigen Debatten über Verbreitung, Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus nur eine untergeordnete Rolle. In ihrem Vortrag wird Dr. Karma Ben Johanan die derzeitigen politischen Diskussionen in säkularen Kontexten über die Definition von Antisemitismus mit der christlichen Tradition und ihrer Ambivalenz gegenüber Juden*Jüdinnen und Judentum in Verbindung bringen. Sie wird anregen, die gegenwärtigen Debatten als Rekonfigurationen traditioneller innerchristlicher Spannungen in Bezug auf die jüdischen Schriften, die jüdische Geschichte und die jüdische Hermeneutik in der westlichen Gesellschaft nach 1945 zu verstehen. Dahinter steht die These, dass die öffentliche Kontroverse über die Frage, was Antisemitismus ist, eng mit dem ambivalenten christlichen Verständnis der Juden*Jüdinnen als Teil des christlichen (und insbesondere des westlichen) Selbst und der Wahrnehmung der Juden*Jüdinnen als die Anderen des Christentums zusammenhängt.

Bio

Dr. Karma Ben-Johanan promovierte an der Universität Tel Aviv, erhielt ein Fulbright-Stipendium an der University of California, Berkeley, sowie ein Postdoktorandenstipendium an der Polonsky Academy for Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences am Van Leer Jerusalem Institute in Jerusalem. Außerdem forschte und lehrte Ben Johanan an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, an der Fondazione per le Scienze Religiose Giovanni XXIII in Bologna und am Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg. Ihre erste akademische Berufung erhielt sie in Berlin als Inhaberin des ersten Lehrstuhls für jüdisch-christliche Beziehungen an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität. Im Jahr 2022 wechselte sie an die Fakultät für vergleichende Religionswissenschaft an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Hebräischen Universität und lehrt dort modernes Christentum und jüdisch-christliche Beziehungen.

Ben-Johanans Buch, Jacob’s Younger Brother: Christian-Jewish Relations after Vatican II wurde in hebräischer Sprache von der Tel Aviv University Press (2020) veröffentlicht, eine englische Version erschien 2022 bei der Harvard University Press. Das Buch wurde 2021 mit dem Shazar Prize for Research in Jewish History und 2023 mit dem Polonsky Prize for Creativity and Originality in the Humanistic Disciplines ausgezeichnet und war 2023 Finalist sowohl bei den National Jewish Book Awards als auch bei den Association of American Publishers Prose Awards. Darüber hinaus wurden Ben-Johanans Forschungsbeiträge im Jahr 2023 mit dem renommierten Dan-David-Preis, dem weltweit bedeutendsten Geschichtspreis, gewürdigt.

English:

The lecture is organized by the Buber-Rosenzweig-Institute for Modern and Contemporary Jewish Intellectual and Cultural History, in cooperation with the “Deutscher Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit” und the research hub „Dynamics of Religion: Constellations of ‘Neigborhood in Judaism, Christianity, and Islam“.

The question “what is antisemitism” is today as charged as ever. It stands at the center of the most volatile political conflicts of our time. Interestingly, the place of religion, and more specifically, of the Christian religion, in current debates about antisemitism’s scope, history and present, is all but marginal. In her lecture, Dr. Ben Johanan will connect these ongoing political and secular debates on the definition of antisemitism to the Christian tradition and to its ambivalence towards Jews. She will suggest examining contemporary debates as reconfigurations of traditional inner Christian tensions concerning Jewish Scriptures, Jewish history, and Jewish hermeneutics, within the post-1945 Western society. She will argue that the public controversy on “what is antisemitism” is closely related to the ambivalent Christian fluctuation between viewing the Jews as part and parcel of the Christian (and particularly the Western) Self, and between viewing them as Christianity’s Others.

Bio

Dr. Karma Ben-Johanan completed a PhD degree at Tel Aviv University, a Fulbright Scholarship at the University of California, Berkeley, and a postdoctoral fellowship at the Polonsky Academy for Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences at the Van Leer Jerusalem Institute. Additionally, Ben Johanan engaged in research and held teaching positions at the Pontifical Gregorian University in Rome, the Fondazione per le Scienze Religiose Giovanni XXIII in Bologna, and the Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg. She assumed her first academic appointment in Berlin, as the inaugural Chair of Jewish-Christian Relations at the Humboldt University’s Faculty of Theology. In 2022, she joined the Department of Comparative Religion at Hebrew University’s Faculty of Humanities, teaching modern Christianity and Jewish-Christian relations.

Ben-Johanan’s book, Jacob’s Younger Brother: Christian-Jewish Relations after Vatican II, was published by Tel Aviv University Press (2020) with an English version by Harvard University Press (2022). The book won the Shazar Prize for Research in Jewish History in 2021, the Polonsky Prize for Creativity and Originality in the Humanistic Disciplines in 2023, and was a finalist in both the National Jewish Book Awards and the Association of American Publishers Prose Awards in 2023. Additionally, Ben-Johanan’s research contributions have been honored by the prestigious Dan David Prize, the world’s largest history prize, in 2023.

>Plakat


Die Bibliothek des Philosophen Franz Rosenzweig. Eine Spurensuche nach Tunesien.

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Online Veranstaltung

Dr. Julia Schneidawind wird an dem Abend ihre Dissertation „Schicksale und ihre Bücher. Deutsch-jüdische Privatbibliotheken zwischen Jerusalem, Tunis und Los Angeles“ (2023) vorstellen. Darin hat sie auch intensiv das kaum bekannte Schicksal der Privatbibliothek des Philosophen Franz Rosenzweig erforscht.

* Wie setzen sich die über 3.000 Bücher zusammen?
* Wie gelangten sie 1940 nach Tunis?
* Wie sind sie dort erhalten und zugänglich?
* Wie werden sie vor Ort und in der Forschung benutzt?

Über diese und andere Fragen werden Dr. Torsten Lattki, Studienleiter beim Deutschen Koordinierungsrat und Prof. Dr. Christian Wiese, Leiter des Buber-Rosenzweig-Instituts mit Julia Schneidawind sprechen. Anhand der Geschichte der Bibliothek Rosenzweigs wird die Referentin auch exemplarisch aufzeigen, wie Privatsammlungen aus jüdischem Besitz nach der Machtübertragung auf die Nationalsozialisten 1933 über die Welt verstreut wurden und dort zum Teil bis heute erhalten geblieben sind. Folgt man den Spuren der Sammlungen von Stefan Zweig, Lion Feuchtwanger und anderen von ihrem Entstehungskontext bis an ihre gegenwärtigen Verwahrungsorte, ergeben sich wichtige Erkenntnisse über Bedeutung und Nachwirken deutsch-jüdischen Büchererbes heute in unterschiedlichen geographischen Räumen und historischen Kontexten.

Eine gemeinsame Veranstaltung von:

  • Deutscher Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
  • Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistesgeschichte der Moderne und Gegenwart

Dr. Julia Schneidawind ist Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie studierte Geschichte und Vergleichende Kultur- und Religionswissenschaften und wurde 2022 an der LMU München mit der Arbeit „Schicksale und ihre Bücher“ promoviert, die mit dem Eduard-Duckesz-Preis 2023 ausgezeichnet wurde. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen: Deutsch-Jüdische Geschichte der Neuzeit, Migrationsforschung im 19. und 20. Jahrhundert, Materielle Kultur, Provenienzforschung, Jüdische Geschichte Australiens und Ozeaniens. Bis 2022 arbeitete sie an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen des Projekts „Judentum in Bayern“. Zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Sammelbänden.

>Zur Anmeldung


Auf Peters Spuren. Ein Abend für und mit Peter Stephan Jungk

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Organisiert und mit einem Vortrag von Martin J. Kudla.

Im Rahmen der Veranstaltung wird auch der von Martin J. Kudla herausgegebene Sammelband übergeben.

Es ist an der Zeit, das vielfältige Werk und Wirken Peter Stephan Jungks in den Blick zu nehmen und zu würdigen. Der Schriftsteller, Drehbuchautor, Filmemacher und Übersetzer schuf mit seinen weltläufigen Erzählungen ein vielgelobtes Werk entlang der Grenzen von Autobiographie und Fiktion. Zwischen Los Angeles, Wien, Berlin, Salzburg, Jerusalem und Paris entstanden „Dachüberdemkopflosigkeitsgeschichten“, Biographien, Dokumentarfilme und Essays im Spannungsfeld der Fragen nach seiner jüdischen Herkunft, der Suche nach Heimat, einer beständigen Unruhe wie auch den Diskrepanzen zwischen dem inneren Erleben und der entfremdeten äußeren Wirklichkeit.

Nach einer Einführung und einigen persönlichen und literarischen Annäherungen von Freunden und Bekannten wird Peter Stephan Jungk in einem Gespräch Rede und Antwort stehen. Es folgt eine exklusive Lesung aus dem Manuskript seines neuen Romans, „Die Wandlungen des David Baum“, und die Übergabe des Sammelbandes zu Ehren seines 70. Geburtstags in feierlichem Rahmen.

Die Veranstaltung wird auf Deutsch durchgeführt.

Veranstalter:

  • Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart an der Goethe Universität Frankfurt am Main
  • maison heinrich heine, Paris

Mit freundlicher Unterstützung von:

Forum Culturel Autrichien

>Ankündigungs-Link


Jüdisch-christliche Nachbarschaften. Dimensionen sozialer, politischer, kultureller und wirtschaftlicher Interaktion

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Internationale Konferenz

12.-14. November 2023

Die Forschung zur jüdisch-christlichen und jüdisch-nichtjüdischen Beziehungsgeschichte hat sich lange Zeit auf die gegenseitigen Wahrnehmungen von Jüd:innen und Christ:innen bzw. Nichtjüd:innen konzentriert. Erst in den vergangenen Jahren sind die vielfältigen Formen direkter Interaktion stärker in den Fokus gerückt. Die Konferenz widmet sich diesen Interaktionen und fragt danach, wie das Zusammenleben konkret ausgesehen hat, wie Fremdheit und Nähe hergestellt und erlebt wurden, wo und wie Grenzen errichtet worden sind und unter welchen Bedingungen diese Grenzen überschritten werden konnten. Sie untersucht dafür Fälle vom Mittelalter über die Frühe Neuzeit bis zum 19. und 20. Jahrhundert, und sie vergleicht regionale hessische mit überregionalen und europäischen Perspektiven.

Veranstalter:

Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland

Institut für christlich-jüdische Studien und Beziehungen, Augustana-Hochschule Neuendettelsau

Förderer:

Hessisches Kultusministerium

Ort:

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude

>Konferenzprogramm

>Plakat


Veranstaltungsreihe des Buber-Rosenzweig-Instituts

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Sichtbarkeit: Voraussetzung des Erinners. Neue Forschungen zum NS-Mordlager Sobibor

Mitte der 2000er-Jahre widmeten sich zwei Archäologen, Yoram Haimi aus Israel und Wojtek Mazurek aus Polen, einer archäologischen Untersuchung des NS-Vernichtungslagers Sobibor. Ort und Gestalt der nationalsozialistischen Verbrechen von Sobibor wurden von den beteiligten Tätern bereits in ihrer Konzeption auf deren Verschleierung hin ausgewählt. Da das Lager Sobibor nie als Arbeitslager, sondern als bloße Mordstätte angelegt wurde, haben nur wenige Betroffene überlebt, die von den dort verübten Verbrechen berichten konnten. Erst die Arbeit der beiden Archäologen und einige neu erschienene historische Studien machten es möglich, diesem Ort mehr Präsenz in gegenwärtigen Auseinandersetzungen mit der Shoah zu verleihen. Entgegen der Täterintention war es den Archäologen sogar möglich, vermittels aufgelesener Gegenstände die Namen einzelner Ermordeter dem Vergessen zu entreißen — unter anderem durch den Fund des Geburtsamuletts von Karolina Cohn, einem Mädchen aus Frankfurt am Main.

Mit Blick auf die Herausforderung für Erinnerungsarbeit, die mit einer zunehmenden historischen Distanz notwendig einhergeht, zeigt dieser Fall, dass die Praxis der Erinnerung immer ein aktives Arbeiten gegen die Intention der NS-Täter beinhalten muss, die Individualität und Lebenswelt der ermordeten Jüdinnen_Juden mit ihnen spurlos verschwinden zu lassen. Anstatt allein danach zu fragen, wie das bisher Erarbeitete erhalten werden kann, muss Erinnerungsarbeit deshalb grundsätzlich als eine nie abzuschließende Aktivität verstanden werden, in der gesellschaftliches Bewusstsein und historiografische Forschung ineinandergreifen. Mit einer Vortragsreihe sind die Studierenden der Goethe-Universität und die Stadtöffentlichkeit Frankfurts eingeladen, sich in diesem Sinne am Projekt Erinnerungsarbeit zu beteiligen.

Mit freundlicher Unterstützung durch

  • Hessische Landeszentrale für politische Bildung
  • GRADE Center RuTh
  • asta Uni FFM

Programm und Termine


5. Antisemitismus-Werkstattgespräche

Buber werkstattgespra che 23 11 23

Aufklärung und immer wieder Aufklärung!

ABSAGE

5. Antisemitismus-Werkstattgespräche, 23.11.2023, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Aufklärung und immer wieder Aufklärung! Die Abwehrarbeit des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (1893-1938) und heutige Strategien gegen Antisemitismus

Das Massaker der Hamas am 7.10.2023 in Israel und die darauf folgende Welle des Antisemitismus auch hier in Deutschland machen es unmöglich, die Veranstaltung in der geplanten Form durchzuführen. Die Sicherheitslage, insbesondere für jüdische und israelische  Teilnehmer:innen, hat sich deutlich verschärft, aber auch die Themen und Räume, über die und in denen diskutiert wird, verändern sich. Wir haben uns deshalb dazu entschieden, die 5. Werkstattgespräche Antisemitismus vom 23.11.2023 in das Frühjahr 2024 zu verschieben und thematisch neu zu justieren. Zu gegebener Zeit werden wir über Datum und Ort informieren.


Bad Homburg Conference

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Flucht und Migration: Herausforderungen für Religionen und (post)säkulare Gesellschaften

Das Buber-Rosenzweig-Institut und die Martin-Buber-Professur sind an der Veranstaltung der diesjährigen "Bad Homburg Conference" am 12./13. September 2023 beteiligt. Unter dem Titel "Flucht und Migration: Herausforderungen für Religionen und (post)säkulare Gesellschaften" geht die Tagung historischen, politischen, soziologischen, ethischen und theologischen Fragen des Umgangs mit den Implikationen und Folgen von Flucht und Migration für gegenwärtige multireligiöse Gesellschaften nach. Dabei spielen die Erinnerung an jüdische Flucht- und Migrationserfahrungen im 20. Jahrhundert und die Frage nach der Bedeutung der gegenwärtigen Herausforderungen für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland und Europa eine bedeutsame Rolle.

>Programmbroschüre


The Dynamics of Religious Interaction

Buber programm workshop tel aviv june 2023

Early Career Conference

Vom 18.-20. Juni 2023 findet in Tel Aviv die jährliche Early Career Conference "The Dynamics of Interreligious Interaction" statt, veranstaltet vom Buber-Rosenzweig-Institut und dem Frankfurt-Tel Aviv Center for the Study of Religious and Interreligious Dynamics in Kooperation mit der Cambridge University und der University of Notre Dame. Promovierende und PostDocs der beteiligten Universitäten diskutieren in diesem internen Workshop ihre Forschungsprojekte im Bereich der religiösen Interaktion zwischen Judentum, Christentum und Islam von der Antike bis in die Gegenwart in einem interdisziplinären und interreligiösen Kontext.

>Programm


Jüdischer Orientalismus zwischen Kolonialismus und De-Kolonialismus: Perspektiven und Debatten

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Vortrag von Prof. Yossef Schwartz (Tel Aviv University / Jochen Hückmann-Stiftungsgastprofessur für Forschungsexzellenz an der Goethe-Universität Frankfurt)

Donnerstag, 01. Juni 2023, 18.15 Uhr, Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Foyer PA-Gebäude

Schon seit dem Mittelalter nahmen jüdische Intellektuelle einen besonderen Platz in den arabisch-islamischen und europäisch-christlichen Kulturräumen zwischen Ost und West, Islam und Christentum, orientalischen und europäischen Sprachen ein. In der Moderne entwickelten sich diese komplexen Beziehungen weiter, und zwar sowohl als zentraler, innerjüdischer Identitätskomplex als auch als Teil des europäischen, christlichen Bildes von Juden als den Anderen. Dies zeigt sich insbesondere an der philologischen, kulturellen und politischen Entwicklung des Konzepts der „Semiten“ als kulturelle und rassen-ethnische Kategorie. Mit der Herausbildung Nordafrikas und des Nahen Osten als den Hauptgebieten des europäischen Kolonialismus entwickelte sich die jüdische ambivalente Positionierung im Bereich der akademischen Forschung (Orientalistik und Judaistik), Philanthropie und Mission, wie auch Geo-Politik. Der Vortrag richtet den Blick auf die ambivalente Rolle, die jüdische Intellektuelle als hybride Entitäten zwischen europäisch-christlichen und orientalischen Kulturen spiel(t)en, und zwar im Spiegel ihrer dramatischen Transformationen – von Abraham Geigers Auffassung des historischen Verhältnisses von Judentum und Islam über Franz Rosenzweigs Kritik des Islam bis hin zu den kulturellen Konflikten in der gegenwärtigen israelischen Gesellschaft.

Yossef Schwartz ist Professor für mittelalterliche und frühneuzeitliche Geistesgeschichte am Cohn Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas an der Tel Aviv University. Im Sommersemester 2023 hat er eine Jochen-Hückmann-Stiftungsgastprofessur für Forschungsexzellenz an der Goethe-Universität inne und lehrt im Kontext des Buber-Rosenzweig-Instituts am Fachbereich Evangelische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt sowie des Forschungsverbunds „Dynamiken des Religiösen“. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen widmet er sich u.a. dem Thema des Wissens- und Kulturtransfers zwischen Judentum, Christentum und Islam im Mittelalter, aber auch der Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne. Derzeit erforscht er moderne historiographische Interpretationen philosophischer Traditionen im Judentum.

Veranstalter:

Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart
Frankfurt-Tel Aviv Center for the Study of Religious and Interreligious Dynamics
Forschungsverbund „Dynamiken des Religiösen“

Anschließend findet ein Empfang im Foyer des PA-Gebäudes statt.

>Plakat


„The Angels: Poetry and Government, in the Name of Heaven"

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Vortrag von Prof. Galili Shahar (Tel Aviv University):

10. Mai 2023, 18:15 Uhr, Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Hörsaalzentrum 13. 

The angels are among the ancient protagonists of world literature. They are known for their enterprises as messengers, heralds of prophecies from heaven, who serve many tasks at the divine court, as priests and ministers, officers, and warriors. They also carry different responsibilities as jurists, scribers, and clerks and as scholars of mysteries – the secrets of creation and revelation. The angels are administrators, serving a divine government. However, at certain hours the angels gather in great choruses for singing and blessing – hymns, psalms, songs of lament and kedusha.

The lecture discusses the double vocation of the angels – as ministers and poets, and reviews their major liturgical tasks, pointing at the diversities of poetical genres and vocal modes of expression they hold in their singing, asking about the a-tonalities, noises, and ruptures of silence.

Galili Shahar is professor of Comparative literature and German studies at Tel Aviv University. His work is dedicated to research and teaching of German, Jewish and Hebrew literatures and classical Persian literature. His publications include books on Goethe, Kafka and Celan as well as articles on Walter Benjamin, Gershom Scholem, Franz Rosenzweig, Erich Auerbach, S. Y. Agnon and others. In the years 2013-2020 he served as the director of the Minerva Institute for German History at the Tel Aviv University. In 2020 he was appointed as the head of the School of Cultural Studies. Since 2019 he also serves as the chairman of the Leo Baeck Institute Jerusalem.

Veranstalter:

Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart

Frankfurt-Tel Aviv Center for the Study of Religious and Interreligious Dynamics

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