Islamische Archäologie und Kunstgeschichte
(Abteilung I)

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Islamische Archäologie umfasst das Studium der materiellen Kultur von Gesellschaften, die vor allem im Raum Südwestasien und Nordafrika gelebt haben, und behandelt einen Zeitraum ab dem 7. bis zum frühen 20. Jh. nach Christus. Dabei wird im Wesentlichen die materielle Kultur des moslemischen Glaubens, sondern der gesellschaftlichen Gruppen betrachtet, die unter moslemischer Herrschaft gelebt haben bzw. die vorwiegend durch den moslemischen Glauben geprägt waren.

Islamische Archäologen untersuchen dabei nicht nur große Städte wie Fustat in Ägypten oder Córdoba in Spanien, sondern auch kleinere Siedlungen, Dörfer, Camps oder Befestigungen und Burgen sowie auch ganze Landschaften. Die Spannbreite der Funde und Befunde reicht dabei von Gefäßen (aus Ton, Glas, Stein oder Metall), über Münzen und Geräte, Werkzeuge, Öfen und bis hin zu Landwirtschaft und landwirtschaftlichen Produkten. Eine wichtige Rolle spielen natürlich auch Architektur (von Moscheen, Häusern, Bädern, Brunnen, Aquädukten) und Bestattungssitten aber auch Texte, vor allem als Inschriften auf Mauern oder Objekten.

In vielen Fällen ist die Archäologie die einzige Zeugin für das tägliche Leben der Menschen und erlaubt einen Zugang religiösen Vorstellungen oder politischen Entwicklungen, die erst viel später in schriftlichen Quellen erscheinen. Die Islamische Archäologie trägt so vor allem zu unserem Wissen um die Anfänge der historischen Entwicklung moslemisch geprägter Gesellschaften bei, ihrer sozialen Organisation, ihren Netzwerken und technologischen Fähigkeiten.


Islamic Archaeology is the study of material culture for societies who lived mainly in west Asia and North Africa from the 7th to the early 20th century CE. It relates to the material culture of the Muslim faith as well as of communities living in regions under Muslim rulers or with a majority of Muslim believers.

Islamic archaeologists study big cities such as Fustat in Egypt or Córdoba in Spain along with villages, farms, seasonal camps, castles, and landscapes. The finds they investigate include vessels (from clay, glass, stone, or metal), tools and coins, kilns, agriculture and food remains, architecture (mosques, houses, bathhouses, wells or aqueducts) and human burials, as well as texts on walls or vessels.

In most cases, the archaeology is the only witness for the daily life of people and to their religious rituals. In some cases, it is the only witness for political processes which are known from much later sources. Islamic archaeology thus contributes to the historical knowledge of the beginning of Islam and of different regimes, of the ways various communities lived together, of their social networks and of their technologies.

Personen

Personen

Professoren

 

Jun.-Prof. Dr. Hagit Nol

 

Junior Professorin für Islamische Archäologie und Kunstgeschichte

Raum 5.516

Tel: 069/798-32292
H.Nol@em.uni-frankfurt.de 

Sprechstunde: Di. 10:30-12 Uhr


Sekretariat


  Dr. Heike Richter   

Sekretariat

Raum 5.553

Tel.: 069/798 32313
Fax: 069/798 32314
arch.institut@uni-frankfurt.de

Öffnungszeiten: 
Mo-Do: 08:30-12:30 Uhr



Privatdozenten

  PD Dr. Martina Müller-Wiener  

Privatdozentin der Islamischen Archöologie und Kunstgeschichte

Mueller-Wiener@em.uni-frankfurt.de



Wissenschaftliche Mitarbeiter / Lehrbeauftragte

  Dr. Anne Mollenhauer  

Wissenschaftliche Mitarbeiterin / PostDoc der Islamischen Archäologie und Kunstgeschichte

annemollenhauer@yahoo.com


  Dr. Fateme Rahmati  

Wissenschaftliche Koordinatorin des DAAD-Projekts "Aesthetic Approaches"

Raum 5.518

Tel: 069/798-32291
Rahmati@em.uni-frankfurt.de 

Sprechzeiten: nach Vereinbarung



Bildstelle

  Birgitta Schödel  

Bildstelle, Photographin

Raum 0.513

Tel.: 069/798-33220
Fax: 069/798-32314
schoedel@em.uni-frankfurt.de


 

Sascha Biedermann B.A.

 

Bildstelle, DV-Koordination

Raum 0.515

Tel.: 069/798-33216
Fax: 069/798-32314
s.biedermann@em.uni-frankfurt.de

Sammlungen

Sammlungen

Die Altorientalische Sammlung

Die Abteilung Vorderasiatische Archäologie im Institut für Archäologische Wissenschaften verfügt dank eigener Ausgrabungen im Vorderen Orient, Schenkungen und mehrerer umfangreicher Dauerleihgaben Dritter über eine Sammlung von rund 1.200 überwiegend originalen Objekten aus den altorientalischen Kulturen, darunter vor allem Keramik, Bronzen, Glasobjekte sowie eine große Anzahl archäologischer Fundobjekte aus Nordsyrien. Diese teils noch unbearbeiteten Funde bieten vielfältiges Material für Qualifikationsarbeiten und Forschungsprojekte. Sie finden außerdem Einsatz in der Lehre, erlauben sie doch die unmittelbare Anschauung, die für die archäologische Ausbildung unerlässlich ist. Ein kleiner Teil der Sammlung ist im Ausstellungsraum des Institutes im IG-Farbenhaus ausgestellt und kann nach Absprache mit dem Sammlungsverantwortlichen besichtigt werden.

Mit der Verlegung des „Seminars für Vorderasiatische Kunst und Bauforschung“ von Marburg nach Frankfurt am Main kam der Grundstock einer 1943 begründeten Lehrsammlung hierher, die Funde aus verschiedenen deutschen Ausgrabungen umfasste: Ktesiphon am Tigris, Assur, Babylon und Uruk. Unter den jüngeren Zuwächsen aus Kunsthandel und Sammlerbeständen ist eine umfangreiche Privatsammlung anatolischer und westiranischer Objekte, die dem Lehrstuhl für „Archäologie und Kulturgeschichte des Vorderen Orients“ in den 1990er Jahren als Dauerleihgabe überlassen wurde. Vertreten sind unter anderem tiergestaltige Bronzeanhänger und Bronzewaffen aus Luristan, gravierte Bronzebleche aus Urartu, Tongefäße und Terrakotten. Das bedeutendste Objekt ist eine große sitzende Frauenfigur aus Terrakotta aus der Hacilar-Kultur (circa 5700 v. Chr.) mit rotweißer Streifenbemalung und eingelegten Obsidianaugen. Farbig glasierte islamische Gefäße und Kacheln bilden die zeitlich jüngsten Stücke unter den Originalen.

Im Zuge des seit 1996 am Institut angesiedelten Grabungsprojektes von Tell Chuera/Syrien wurde die Sammlung um Grabungsunterlagen, Tagebücher, Fotografien und Kleinfunde aus den früheren Tell Chuera-Grabungen Anton Moortgats (1897–1977) bereichert.

Als Studiensammlung sind die Objekte in einem durch den Förderverein ENKI e.V. großzügig ausgestatteten Raum im 7. Obergeschoss des IG-Farben-Hauses untergebracht und nach Anmeldung zu besichtigen.

 

Kontakt

Prof. Dr. Dirk Wicke
Tel.: (069) 798-32317
wicke@em.uni-frankfurt.de
https://www.uni-frankfurt.de/80911445/Sammlungen
Öffnungszeiten: bei öffentlichen Führungen und nach Vereinbarung


Literatur

•J. Becker, Die Sammlung Vorderasiatischer Antiken, in: M. Herfort-Koch – U. Mandel – U. Schädler (Hgg.), Begegnungen. Frankfurt und die Antike. Frankfurt a.M. (1994) 401-408.
•J.-W. Meyer, Kulturen am Rande Mesopotamiens. Von West-Kleinasien bis zum Kaspischen Meer. Frankfurter Archäologische Schriften 8. Wiesbaden (2009).
•M. Gärtner, Archäologie auf dem Dachboden, in: UniReport 2/19 (2019), Seite 14 – 15.