Ringvorlesung "Was ist Universität?"

Ringvorlesung "Was ist Universität?"

An der Uni ankommen – ins Studium einsteigen!

Icon-Geistes-Sozialwiss-Hochschulmodul

In dieser Ringvorlesung beschäftigen sich externe Expertinnen und Experten sowie Lehrende unterschiedlicher geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer der Goethe-Universität mit der Frage „Was ist Universität?“.

Die Institution Universität wird aus unterschiedlichen (Fach-)Perspektiven kritisch beleuchtet und in ihrem Verhältnis zur (Stadt-/Gesamt-)Gesellschaft thematisiert. Sie erfahren so die Universität in ihren u.a. aktuellen, historischen, räumlichen und gesellschaftlichen Verschränkungen und können so selbst Ihren studentischen "Lebensraum" besser perspektivieren. Dazu verfassen Sie als Teil Ihres Portfolios im Hochschulmodul einen gleichnamigen, kurzen Essay. Ein Reader mit Lesematerial unterstützt Sie dabei.

ToDo (Anforderungen Studienordnung)

Lt. Studienordnung hat der Modulteil Ringvorlesung "Was ist Universität" 1 SWS, die Sie mit dem Besuch der Vorlesung zu den unten stehenden Terminen verbringen.

Für den Abschluss des Modulteils ist ein schriftlicher dreiseitiger Essay (ca. 5.000 Zeichen) mit dem Titel "Was ist Universität?" als Artefakt Ihres EPortfolios (OLAT) notwendig. Im Modulteil "Literale Kompetenzen und Wissenschaftliches Arbeiten" werden Sie bei dieser Schreibaufgabe unterstützt.

Termine/Programm und Formate 

Montags, 16-18Uhr, Start in der ersten Semesterwoche

Sie werden automatisch in den OLAT-Kurs der Veranstaltung eingetragen, dort finden Sie alle weiteren Informationen.


Die Universität als atmosphärisches Raumgefüge

Es gibt nicht nur den dreidimensionalen Raum mit Ecken und Kanten und einem quantifizierbaren Volumen. Mit geradezu „umwölkender“ Eindrucksmacht sind Räume auch sinnlich gegenwärtig und im Medium der Gefühle spürbar. Welche Bedeutung haben atmosphärische Raumqualitäten für das Befinden in Hörsälen, Seminarräumen, Treppenhäusern, Mensen … und noch den Sanitäranlagen einer Universität?

Geisteswissenschaften als Teil der Universität

Warum studieren Sie geisteswissenschaftliche Fächer? Weil Sie etwas können oder wissen wollen, weil Sie etwas lernen wollen, weil sie das, was Sie können und lernen, für etwas gebrauchen können? Mein Vortrag soll diese Fragen mit einer Geschichte der sogenannten Geisteswissenschaften seit ihrer Entstehung nachvollziehen und dabei die Geschichte der geisteswissenschaftlichen Fächer an der Universität Frankfurt in groben Zügen darstellen. Dabei sollen in aktueller Perspektive einige historische und systematische Aspekte diskutiert werden, die auf einen Unterschied im wissenschaftlichen Arbeiten in den Fächern der Geisteswissenschaften und dem Arbeiten in anderen Fächern hinauslaufen.

Die Idee der Universität - Die Entwicklung der Universität im Spannungsfeld von Bildungsideal, Ausbildungsziel und Forschung

Nicht erst heute sind Universitäten eine Reformbaustelle. Seit mindestens 200 Jahren wird über die Stellung der Universität in Staat und Gesellschaft, ihre Funktion und Aufgabe diskutiert. Soll hier in erster Linie für bestimmte Berufe ausgebildet werden? Sind sie vor allem Orte der zweckfreien Forschung? Oder Ort der Bildung und des ungestörten Nachdenkens? Stehen sie in unmittelbarer gesellschaftlicher Verantwortung und arbeiten an der Lösung der großen gesellschaftlichen Fragen?
In der Vorlesung werden programmatische Texte zur Universität vorgestellt und die Entwicklungslinien der Institution ausgehend von den Bildungsreformen des frühen 19. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert aufgezeigt.

Exzellenz, Bologna, Projekt – oder: Hürden der ‚unbedingten Universität'

Exzellenz, Bologna, Projekt – oder: Hürden der ‚unbedingten Universität'
In einer leidenschaftlichen Streitschrift für die Zukunft der Universität schlug der französische Philosoph Jacques Derrida vor einigen Jahren vor, dieser den Namen einer „unbedingten Universität“ zu geben. Sein bis heute aktueller Essay verdeutlichte dabei, dass dieser aus heutigen Sicht utopischen Universität in der Gegenwart eine durch viele Bedingungen eingeschränkte Institution gegenübersteht. Sie entspricht nur noch bedingt dem, was mit der Universität einmal verbunden und mit ihrer modernen Gründung versprochen wurde.
In meinem Vortrag möchte ich skizzieren, was es heißen könnte, aller Hürden zum Trotz heute an der Utopie einer „unbedingten Universität“ festzuhalten. Dabei werde ich auch konkret über das Fach, das ich selbst in Forschung und Lehre vertrete, sprechen, über die Theaterwissenschaft.

Universität als Bürger*innenrecht

Selbst wenn der Patriarch der Familie Cornelia Goethe, der Schwester des Namensgebers der Goethe-Universität, das Studieren gestattet hätte, es wäre ihr nicht möglich gewesen. Frauen war das Studium an deutschen Universitäten bis 1908 verwehrt. Heute haben sie immens aufgeholt. Im Wintersemester 2018/19 lag der Frauenanteil an der GU unter Studierenden bei 56,9 % und unter Professor*innen bei 27,3 %. Ist damit die Öffnung der Hochschule gelungen? Der Vortrag beleuchtet historische Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen der Universität im Lichte von Diversität und Chancengleichheit.

Das Versprechen der digitalen Bildung und die Rolle der Hochschule


Die Corona-Pandemie hat es deutlich offenbart: Die Digitalisierung ist in Deutschland angekommen und hat wesentlich dazu beigetragen, dass in vielen gesellschaftlichen Bereichen der Betrieb auch unter sehr erschwerten Bedingungen weitergeführt werden konnte. Auch im Hochschulbereich konnte die Lehre “überraschend gut" mit digitalen Mitteln weitergeführt werden. Daran soll sich auch nach der Pandemie nichts ändern. Von der Politik wird deutlich signalisiert, dass es nun endlich Zeit ist, die Versprechen der digitalen Bildung (Individualisierung, Chancengerechtigkeit) einzulösen. Aber was bedeutet das für die Hochschule? Mit dieser Frage setzt sich der Vortrag auseinander und unternimmt den Versuch, Hochschule unter den aktuellen Bedingungen anders zu denken.

Die Goethe-Universität - eine kritische (Zwischen)Bilanz

Kontakt


Dr. Johanna Scheel

Koordinatorin
Orientierungsstudium Geistes- und Sozialwissenschaften

Campus Westend | Casino 1.813 
Nina-Rubinstein-Weg 1
60323 Frankfurt am Main

Telefon +49 (0)69 798 32943

scheel@em.uni-frankfurt.de

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