Studierende erleben die ersten Wochen des Semesters als überfordernd. Zur Mitte des Semesters zeigt sich das im Nachlassen von Motivation und dem vermehrten Abbruch von Lehrveranstaltungen. Gerade zu Beginn des Semesters gibt es viele neue Eindrücke, Aufgaben und Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Oft bleibt das ein oder andere liegen und Texte werden nur noch schnell vor der nächsten Sitzung überflogen. Insbesondere die Studierenden des
Goethe-Orientierungsstudiums Geistes und Sozialwissenschaften müssen sich im ersten Semester mit den
neuen Anforderungen im Studium zurechtfinden und sich zudem für ihr persönliches Studienfach entscheiden. In der Reflexionswoche bekommen sie die Möglichkeit, die eigenen Fertig- und Fähigkeiten zu reflektieren und neue Kontakte zu Mitstudierenden zu knüpfen.
Die Reflexionswoche bietet einen Raum, um in der Mitte des Semesters kurz auf „Pause“ zu drücken. Dies bietet die Möglichkeit, sich mit sich selbst und der individuellen Arbeitsweise an der Universität auseinanderzusetzen. Dabei können zudem neue Methoden ausprobiert werden, die für das weitere Studium hilfreich sein können. Dadurch sollen die Studierenden das Gefühl der Überforderung abbauen und gleichzeitig ihre Studienmotivation wiederfinden.
In diesem Raum – der sowohl während der Reflexionswoche in Präsenz als auch dauerhaft digital zugänglich ist – werden Unterstützungs- und Reflexionspakete zum Selbststudium angeboten. Aus den verschiedenen Themenbereichen wählen die Studierenden individuell das aus, was sie in ihrer momentanen Studienphase benötigen. Um sie dabei zu unterstützen, gibt es eine Orientierungsreflexion, die ihnen helfen soll, die passenden Reflexionspakete zu finden. In der Präsenzveranstaltung zur Semestermitte können sie außerdem ihre Fragen und Erfahrungen mit Begleiter*innen der Reflexionswoche sowie mit anderen Studierenden teilen und ins Gespräch kommen. Daneben wird die Möglichkeit gegeben, eigene Baustellen und Arbeiten mitzubringen, die sich im Semester angehäuft haben, um diese in einer Denk-, Reflexions-, und Arbeitsatmosphäre unter Mitstudierenden anzugehen. Online stehen die Reflexionspakete über OLAT dauerhaft zur Verfügung.
Der Nachhaltigkeitsgedanke spiegelt sich in der Förderung der individuellen Reflexionsfähigkeit der Studierenden in der Eingangsphase ihres Studiums wieder. Diese Kernkompetenz früh zu stärken, schafft die Grundlage für ein selbstwirksames und aktives Studium und wirkt damit weit über die Studieneingangsphase hinaus.
Mehrwert für die Fächer und Studierende anderer Fachbereiche:
Langfristiges Ziel ist es, ein nachhaltiges Angebot für alle Studierenden der Goethe-Uni in der Studieneingangsphase zu etablieren. Daher ist die Reflexionswoche ab dem WiSe 23/24 für alle Studierende der Goethe-Universität geöffnet.
Der OLAT-Kurs mit den erarbeiteten Materialien bleibt zudem über die Projektlaufzeit hinweg für Studierende, Lehrende und andere Interessierte offen. Die Reflexionspakete werden, zusammen mit einer begleitenden Handreichung, den Fachlehrenden und Instituten zur Implementierung in die eigene Lehre bzw. die eigenen Angebote zur Verfügung gestellt und so über das Goethe-Orientierungsstudium hinaus für alle Studierenden nutzbar gemacht. Vorbereitend dazu wurden die vorhandenen Reflexionspakete in einem Workshop im Rahmen des Lehrlabors des Zentrums Geisteswissenschaften am 08.11.2023 vorgestellt und gemeinsam weitere Themengebiete identifiziert. Auf diese Weise konnte das Angebot noch besser an die Bedarfe der Studierenden und Lehrenden angepasst werden.
Haben Sie noch weitere Fragen oder möchten Sie gerne wissen, wie Sie Reflexionseinheiten in Ihre Lehre implementieren können? Melden Sie sich gerne bei uns. Wir freuen uns schon jetzt darauf, von Ihnen zu hören!