Im Projektmodul setzen Sie sich in einem problemorientierten Lernsetting selbst mit dem Semesterthema "Transfer und Transformation" (s.u.) auseinander. Sie entwickeln in kleinen Projektgruppen mit zwei Fachlehrenden unterschiedlicher Disziplinen eine differenzierte, praxisorientierte Sicht auf selbstgewählte Aspekte dieses Themas und die verschiedenen disziplinären Herangehensweisen.
In integrierten Tutorien werden grundlegende Arbeitsmethoden und Theorien vermittelt und in die verschiedenen Aspekte des Projektmanagements eingeführt. Regelmäßige Reflexionseinheiten fördern diesen praxisorientierten Lernforschungsprozess.
Die Ausgestaltung und Durchführung des Forschungsprojekts und seine Präsentation obliegt Ihnen, unter Anleitung und Hilfestellung durch die Fachlehrenden und TutorInnen.
Lt. Studienordnung hat das Projektmodul 180h Workload. Diesen Workload verbringen Sie mit 2 SWS in den jeweiligen Projektsitzungen, mit 2 SWS in den dazugehörigen Tutorien oder in Selbstlern- und Gruppenarbeitsphasen (nicht zu allen Seminaren gehört ein Tutorium).
Für den Abschluss des Modulteils ist eine Zwischenpräsentation des Projektstands innerhalb des Semesters, eine Abschlusspräsentation in der Gruppe am 17. Juli sowie ein Projektbericht (ca. 3 Seiten/5.000 Zeichen) notwendig.
Die Einschreibung in die Projekte erfolgt im Vorfeld des Semesters – Sie werden von der Koordination zu Terminen und Fristen informiert.
Die Präsentation der Projekte findet am 17. Juli 2026 statt.
Informationen und Termine zu den Projekten finden Sie im LSF.
Reisende, Religion und Restitution in Rapa Nui – die Osterinsel als Objekt kolonialer Aneignung
Als abgelegenster Ort der Welt war die Osterinsel, die seit 1888 zu Chile gehört, Opfer verschiedener kolonialer Besitznahmen, Expeditionen zur Versklavung ihrer Bewohner, missionarischer Bestrebungen und vielfach Objekt ethnologischer Forschung. Mit ihren gigantischen Steinfiguren (den Moais) sowie der Rongo-Rongo-Schrift, die sie von anderen Inseln Polynesiens unterscheidet, gilt sie bis heute als „rätselhaft“ und „magisch“ und ist – nicht zuletzt deshalb – ein beliebtes touristisches Ziel.
Wir werden uns im Seminar anhand von Reiseberichten, Dokumentarfilmen, einem Videointerview mit einem Regisseur, sowie einem Museumsbesuch mit Kultur und Religion der Osterinsel auseinandersetzen. Dabei wird es zugleich um grundlegende Fragen von Kolonialismus, ethnologischer Forschung (die immer auch die Konstruktion von Alterität beinhaltet) und Aneignung kultureller und religiöser Objekte gehen, die heute in europäischen Museen ausgestellt sind, sowie die damit verbundenen Forderungen nach Restitution. Aus den erarbeiteten Inhalten wird schließlich ein gemeinsames (audio)visuelles Projekt erstellt.
Organisatorische Hinweise
Seminarleitung:
Dr. Karen Genschow (FB 10, Romanistik), Genschow@em.uni-frankfurt.de
Zeit: Montag, 10–14h (Blocktermine)
Termine: 20.4., 4.5., 18.5., 8.6., 22.6., 29.6., 6.7.
Raum: Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 103
Tutorin: Robyn Handel
Termin & Raum Tutorium: Do., 14–16h (wöchentlich), Seminarhaus SH 4.109
Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=425810&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung
Lesen und dazu_schreiben. Geschichte(n) des Lesens, Deutens und Kommentierens
Lesen ist in der Literaturwissenschaft nur auf den ersten Blick eine selbstverständliche Tätig- und Fertigkeit. Sicher lesen wir, und besten Fall fragen wir uns auch, wie wir lesen, aber dennoch: Das Lesen als solches, in seiner heutigen Form also, wird selten auf seine Gewordenheit befragt. Dabei sind wir von den Zeugnissen der historischen Gewordenheit des Lesens tagtäglich umgeben: Die Stille in der Bibliothek und ihre Kataloge, handliche Taschenbücher, große Schmuckbücher zur Auslage und das beharrliche Bestehen der Schriftrollen, wie z. B. der Torah-Rollen, die Abstände zwischen Wörtern und die Zeichensetzung in vielen Schriftsystemen – sie alle verraten uns etwas über die Geschichte des Lesens.
Dieser Geschichte und den für uns heute selbstverständlichen Begleitern des Lesens, nämlich des Deutens und Kommentierens will sich dieses Seminar widmen. Es will versuchen, gestützt auf Geschichtsschreibungen und (Literatur)Theorien des Lesens, diese Geschichte am Material entlang zu entwickeln. Hierfür werden wir neben Auszügen aus besagten Geschichtsschreibungen und theoretischen Versuchen über das Lesen auch Texte der Weltliteratur auf das Lesen hin befragen. Dabei spannen wir den Bogen von Tanach und Talmud bis zu jüngster Unterhaltungsliteratur und Buchkunst. Nicht zuletzt will das Seminar dazu einladen, selbst eine Praxis des Lesens, Deutens und Kommentierens zu finden, die das Lesen als solches reflektiert und sichtbar macht.
Organisatorische Hinweise
Seminarleitung:
Mandy Gratz (FB 10, Allgemeine und vergleiche Literaturwissenschaft), gratz@em.uni-frankfurt.de
Termine/Räume (Blocktermine):
Fr., 17.4.: (9–12h): IG-Farben-Haus - IG 0.251
Sa., 25.4. (9–16h): IG-Farben-Haus – IG 1.411
Sa., 9.5. (9–16h): IG-Farben-Haus – IG 1.411
Sa., 30.5. (9–16h): IG-Farben-Haus – IG 1.411
Sa., 13.6. (9–16h): IG-Farben-Haus – IG 1.411
Tutorin: Mariia Bobokhonova
Termin & Raum Tutorium: Die Tutorien zum Seminar finden im Rahmen der o.g. Termine statt, d.h. an allen Samstagen im Anschluss an die Seminarsitzungen.
Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=419199&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung
Wie klingt Mehrsprachigkeit? Perspektiven auf soziale Dimensionen sprachlicher Praxis
Im Rahmen dieses Seminars beschäftigen wir uns mit Mehrsprachigkeit als alltäglicher gesellschaftlicher Praxis. Ausgehend von unseren eigenen Erfahrungen mit Sprache nähern wir uns mithilfe kleiner Übungen und wissenschaftlicher Texte der Frage, wie Mehrsprachigkeit praktiziert, erlebt und gesellschaftlich bewertet wird. Darüber hinaus führen wir gemeinsam eine kleine Erhebung auf dem Universitätscampus zum Thema Mehrsprachigkeit durch.
Organisatorische Hinweise
Seminarleitung:
Dr. Judit Tavakoli (FB 08, Ethnologie), j.tavakoli@em.uni-frankfurt.de
Julian Hasche (FB 09, Empirische Sprachwissenschaften), julian.hasche@gmail.com
Zeit: Dienstag, 10–14h (Blocktermine)
Termine: 21.4., 5.5., 19.5, 2.6., 16.6.
Raum: Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 103
Tutorin: Aniela Szejda
Termine: Dienstag, 10–14h 28.4., 12.5., 26.5., 9.6., 23.6. (Blocktermine)
Raum Tutorium: Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 103
Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=423663&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung
Schöpfung vs. Evolution – Einführung in den Kreationismus
Die Erde ist erst 6000 Jahre alt? Eine Evolution der Arten hat nie stattgefunden? Dinosaurier sind niemals ausgestorben und leben noch heute? Solche und ähnliche Fragen beschäftigen die bis zu 9000 Menschen, die den kreationistischen Themenpark "Ark Encounter" in Form einer 155 Meter langen hölzernen Arche täglich besuchen. In diesem Museum im US-Bundesstaat Kentucky positioniert sich der Kreationismus scharf gegen gemeinhin etablierte Theorien der Evolutionsforschung und beruft sich in Bezug auf die Entstehung der Erde und der Arten hauptsächlich auf die verschiedenen Schöpfungs-Narrative in der Bibel.
In diesem Seminar lernen wir einerseits die Grundlagen des biblischen Schöpfungsmythos, als auch der biologischen Evolutionsforschung nach Charles Darwin kennen und beschäftigen uns auf dieser Basis mit der historischen Entwicklung des Kreationismus und dessen verschiedenen Spielarten. Ein großer Fokus wird auf der Auseinandersetzung mit den vermittelnden und medialen Strategien der heutigen Bewegung liegen: kreationistische Akteur*innen geben Biologie-Bücher für den Schulunterricht heraus, produzieren massenhaft Videos und Podcasts und engagieren sich – auch in Deutschland – zunehmend in bildungspolitischen Debatten.
Nicht zuletzt interessiert uns, wie heutige theologische, wissenschaftliche Diskurse in Bezug auf Evolution und biblische Schöpfung geführt werden.
Organisatorische Hinweise
Seminarleitung:
Benno Herr, M.A. (FB06, Religionswissenschaft), be.herr@em.uni-frankfurt.de
Termin: Mo., 14–16h (wöchentlich, ab 13.4.)
Raum: IG-Farben-Nebengebäude - NG 701
Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=415888&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung
Klimagerechtigkeit
Im ersten Teil des Seminars befassen wir uns aus einer sozialgeographischen Perspektive mit verschiedenen Verständnissen und Konzepten von Klimagerechtigkeit und arbeiten dabei zentrale Elemente, Begrifflichkeiten und gesellschaftstheoretische Prämissen heraus. Darauf aufbauend wenden wir uns Aktivitäten und Debatten um Klimaschutz, Klimaanpassung und Klimagerechtigkeit in Frankfurt am Main zu. In den Blick rücken klimapolitische Programme und Instrumente von Stadtpolitik und -verwaltung in Frankfurt sowie Aktivitäten zivilgesellschaftlicher Akteure und Initiativen.
Organisatorische Hinweise
Seminarleitung:
Dr. Claudia Wucherpfennig (FB 11, Humangeographie)
Zeit: Donnerstag, 16–18h, ab 16. April (wöchentlich)
Raum: Seminarhaus SH – SH 4.104
Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=413847&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung
Im Fokus des Seminars steht die Osterinsel als paradigmatischer Fall von kolonialer Aneignung. Als abgelegenster Ort der Welt war die Insel, die seit 1888 zu Chile gehört, Opfer verschiedener kolonialer Besitznahmen, Expeditionen zur Versklavung ihrer Bewohner, missionarischer Bestrebungen und zugleich immer auch Objekt ethnologischer Forschung. Mit ihren gigantischen Steinfiguren (den Moais) sowie der Rongo-Rongo-Schrift, die sie von anderen Inseln Polynesiens unterscheidet, gilt sie bis heute als „rätselhaft“ und „magisch“ und ist – nicht zuletzt deshalb – ein beliebtes touristisches Ziel.
Anhand von Reiseberichten, Dokumentarfilmen, einem Videointerview mit einem Regisseur, sowie einem Museumsbesuch werden wir im Seminar grundlegende Fragen von Kolonialismus, ethnologischer Forschung (die immer auch die Konstruktion von Alterität beinhaltet) und Aneignung kultureller und religiöser Objekte, die heute in europäischen Museen ausgestellt sind, sowie die damit verbundenen Forderungen nach Restitution besprechen und aus den erarbeiteten Inhalten ein gemeinsames (audio)visuelles Projekt erstellen.
Organisatorische Hinweise
Seminarleitung:
Dr. Karen Genschow (FB 10, Romanistik), Genschow@em.uni-frankfurt.de
Benno Herr (FB 06, Religionswissenschaft), be.herr@em.uni-frankfurt.de
Zeit: Donnerstag, 10–14h
Termine: 24.4.; 15.5.; 22.5.; 5.6.; 12.6.; 26.6.; 17.7.
Raum: Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 120
Tutor*innen: Robyn Handel und Elizabeth Schierhold
Termin & Raum Tutorium: Mittwoch, 10–12, Campus Westend, Seminarhaus SH – SH 1.109
Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=405498&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung
Organisatorische Hinweise
Seminarleitung:
Prof.'in Dr. Britta Baumert (FB07, Kath. Theologie), b.baumert@em.uni-frankfurt.de
Termin: Do., 16– 18h (wöchentlich ab dem 16.4., bis zum 11.6.)
Raum: IG-Farben-Nebengebäude – NG 1.731
Sondertermin: Di., 7.7., 9–16h, Raum: SH 3.102
Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=414957&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung
GO-Praxisprojekt 2026: Extremwetter
Das Praxisprojekt ist ein interdisziplinäres Projektmodul, das neben akademischen Schlüsselkompetenzen und Teamkompetenzen in die Grundlagen des Projektmanagements vermittelt.
Eingebettet in ein Aufgabenszenario erleben die Teilnehmenden Forschungsalltag und Projektarbeit aus erster Hand. Zu diesem Zweck arbeiten Studierenden in zufällig zusammengestellten Teams und grenzen im Rahmen des Aufgabenszenarios ihre Projektaufgabe selbstständig ein.
Das Praxisprojekt 2026 startet mit einer Kick-Off-Konferenz am Freitag, dem 10.04.2026, von 10:00 bis 15:00 Uhr. Neben Kennenlernen der Teams steht an diesem Termin Brainstorming zur Projektaufgabe an, die anschließend von den Gruppen eigenständig eingegrenzt wird.
Ab Dienstag, den 14.04.26, finden wöchentliche Projekttreffen von 12:00 bis 13:00 Uhr statt. Ziel dieser Treffen ist es, den Projektfortschritt zu präsentieren und evtl. Schwierigkeiten gruppenübergreifend zu diskutieren. Darüber hinaus beinhalten die Treffen Impulsen zu Teamwork, Kommunikation-Techniken und Projektmanagement.
Alle Team präsentieren am 28.04. ihren groben Projektplan (Roadmap) in Form eines 2 Minuten Projekt-Pitchs. Anschließend stehen den Teams 10 Wochen Bearbeitungszeit zur Verfügung. Am 14.07. endet das Praxisprojekt mit der Abschlusskonferenz, in der alle Teams Ihre Projekte präsentieren.
Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=416282&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung
Im Fokus des Seminars steht die Osterinsel als
paradigmatischer Fall von kolonialer Aneignung. Als abgelegenster Ort der Welt
war die Insel, die seit 1888 zu Chile gehört, Opfer verschiedener kolonialer
Besitznahmen, Expeditionen zur Versklavung ihrer Bewohner, missionarischer
Bestrebungen und zugleich immer auch Objekt ethnologischer Forschung. Mit ihren
gigantischen Steinfiguren (den Moais) sowie der Rongo-Rongo-Schrift, die sie
von anderen Inseln Polynesiens unterscheidet, gilt sie bis heute als „rätselhaft“
und „magisch“ und ist – nicht zuletzt deshalb – ein beliebtes touristisches
Ziel.
Anhand von Reiseberichten, Dokumentarfilmen, einem Videointerview mit einem Regisseur, sowie einem Museumsbesuch werden wir im Seminar grundlegende Fragen von Kolonialismus, ethnologischer Forschung (die immer auch die Konstruktion von Alterität beinhaltet) und Aneignung kultureller und religiöser Objekte, die heute in europäischen Museen ausgestellt sind, sowie die damit verbundenen Forderungen nach Restitution besprechen und aus den erarbeiteten Inhalten ein gemeinsames (audio)visuelles Projekt erstellen.
Organisatorische Hinweise
Seminarleitung:
Dr. Karen Genschow (FB 10, Romanistik), Genschow@em.uni-frankfurt.de
Benno Herr (FB 06, Religionswissenschaft), be.herr@em.uni-frankfurt.de
Zeit: Donnerstag, 10–14h
Termine: 24.4.; 15.5.; 22.5.; 5.6.; 12.6.; 26.6.; 17.7.
Raum: Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 120
Tutor*innen: Robyn Handel und Elizabeth Schierhold
Termin & Raum Tutorium: Mittwoch, 10–12, Campus Westend, Seminarhaus SH – SH 1.109
Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=405498&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung
Im Seminar werden wir uns diesen Fragen aus philosophischer und sportsoziologischer Sicht widmen. Dazu lesen wir wissenschaftliche Texte aus beiden Fachrichtungen und analysieren diese in gemeinsamer Diskussion.
Organisatorische Hinweise
Seminarleitung:
Bettina Bredereck (FB 05, Sportwissenschaft), bredereck@sport.uni-frankfurt.de
Dr. Martin Eldracher (FB 08, Philosophie), martin-eldracher@web.de
Zeit: Donnerstag, 12–16h
Termine: 24.4.; 8.5.; 15.5.; 22.5.; 5.6.; 12.6.; 26.6.; 3.7.; 10.7.; 17.7.
Raum: Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 102
Tutor*innen: Julia Heinrich, Ida Hornung
Termin & Raum Tutorium: Dienstag, 12–14h, Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 102
Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=405495&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung
„Das Universale verkomplizieren“ – Übersetzung, Universalismuskritik und Politische Theorien der Differenz
Übersetzen bedeutet einen Bezug zu etwas Anderem, vielleicht gänzlich fremd Erscheinenden, herzustellen. Wir übersetzen für gewöhnlich Texte, die wir nicht selbst verfasst haben, aus einer Sprache in eine andere, aus einem sozio-kulturellen und historischen Kontext in einen anderen. Übersetzen ist daher eine Form des Dialogs, der Auseinandersetzung und Zwiesprache, eine Art und Weise mit Differenz(en) umzugehen. Dadurch berührt das Übersetzen auch immer politische und ethische Fragen, denn diese Bezugnahme kann sehr unterschiedliche Formen annehmen: „Die Beziehung zum Anderen hat viele Namen: Abstoßung, Sklaverei, Kolonialisierung, Nächstenliebe, Akkulturation, Integration. Aufnahme, Gastfreundschaft, Öffnung, Gegenseitigkeit, Erfindungsreichtum“*, schreibt Barbara Cassin in ihrem Band Éloge de la traduction – Compliquer l'universel (Lobrede auf die Übersetzung – Das Universale verkomplizieren). Sie knüpft hier an einige Leitideen des von ihr geleiteten Wörterbuchprojekts Vocabulaire européen des philosophies – Dictionnaire des intraduisibles (Das europäische Vokabular der Philosophien – Ein Wörterbuch der Unübersetzbaren) an, das ein emphatischer Einsatz für die Übersetzung in der europäischen Geistesgeschichte ist und dabei philosophische Ansätze kritisiert, die vornehmlich um die Bildung möglichst allgemeingültiger, universaler, Begriffe bemüht sind, aber denen die Sprachenvielfalt entweder gleichgültig oder gar ein Ärgernis ist. Doch was heißt das genau, dass Übersetzen eine Denk- und Sprachpraxis ist, die das Universale „verkompliziert“? Wann ist das Übersetzen eine öffnende, pluralisierende Geste, die komplexe Zusammenhänge greifbar machen kann, wann eine der simplifizierenden Aneignung, Appropriation und Assimilation, wie es z.B. Gayatri Chakravorty Spivak und Tiphaine Samoyault in ihren Ansätzen deutlich stärker hervorheben? Diesen Fragen wollen wir im Seminar nachgehen und mit zeitgenössischen politischen und universalismus-kritischen Theorien verbinden. Hier werden wir uns, vor allem unter Rückgriff auf Autor:innen wie Sandra Harding, Elisabeth Grosz und Linda Alcoff für die epistemische, unter Bezugnahme auf Étienne Balibar und Jacques Rancière für die politisch-normative und mithilfe von Frantz Fanon für die geschichtsphilosophischen Universalismuskritiken interessieren.
Bei Fragen zum Seminar melden Sie sich gerne bei Larissa Krampert (krampert@em.uni-frankfurt.de) und Lea Gekle (lea.gekle@u-picardie.fr) per Mail an. Sobald wir Ihre Kontaktdaten erhalten haben, melden wir uns rechtzeitig mit allen weiteren Informationen zum Blockseminar und lassen Ihnen die Texte, die wir gemeinsam lesen wollen, zukommen.
* Barbara Cassin: «entre», in: dies.: Die Unübersetzbaren – Drei Essays. S. 86.
Organisatorische Hinweise
Seminarleitung:
Larissa Krampert (FB 10, Allgemeine und vergleiche Literaturwissenschaft), krampert@em.uni-frankfurt.de
Dr. Lea Gekle (Philosophie, Université de Picardie Jules Verne), lea.gekle@u-picardie.fr
Termine/Räume:
28.4. (10–14h) Casino – Cas 1.812
14.6. (10–14h) Seminarhaus SH – SH 3.102
16.6. (10–18h) IG-Farben-Nebengebäude – NG 2.701
17.6. (10–14h) IG-Farben-Nebengebäude – NG 2.701
Zoom-Sitzung 1: tba
Zoom-Sitzung 2: tba
Tutor*innen: Caroline Antony, Nils Tegethoff
Termin & Raum Tutorium: wird in der ersten Seminarsitzung bekannt gegeben.
Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=405996&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung
Heilige Texte
Im Mittelpunkt dieses interdisziplinären Seminars steht die dynamische Wechselwirkung zwischen religiösen Traditionen und kulturellen Ausdrucksformen. Dabei wollen wir insbesondere zwei thematische Schwerpunkte bearbeiten: Zum einen widmen wir uns theologischen Perspektiven und beleuchten die Frage nach „Heiligen Texten“ im Kontext biblischer und parabiblischer Schriften sowie ihrer Resonanz innerhalb des Christentums und Judentums. Zentrale Bedeutung kommt dabei dem Begriff des „Heiligen“ zu, der mit grundlegenden theologischen Fragestellungen – etwa aus den Bereichen Bibeltheologie, Hermeneutik, Ethik sowie der modernen Rezeption – verknüpft wird. Zum anderen untersuchen wir kulturhistorische Verflechtungen: Welche Spuren hinterlassen heilige Texte in der Literatur, Philosophie und Kunst? Wie finden sich jüdisch-christliche Motive in europäischen Erzähltraditionen wieder – und wie spiegeln sie sich in gesellschaftlichen Diskursen? Das Seminar verfolgt das Ziel, ein grundlegendes Verständnis religiöser Texthermeneutik zu entwickeln und den transkulturellen Dialog zwischen Sakraltexten und säkularer Hochkultur zu erkunden. Darüber hinaus soll die Rolle heiliger Texte in historischen wie gegenwärtigen Diskursen kritisch reflektiert werden. Im Rahmen des Seminars stellen sich zentrale Fragen: Auf welche Weise lassen sich heilige Texte für sich wandelnde Lebenswelten aktualisieren und relevant halten? In welchen Prozessen wird einem Text Heiligkeit zugeschrieben – und an welchen Kriterien wird diese festgemacht? Wie kann die Spannung zwischen Pluralität und Einheit in den Schriften produktiv bearbeitet werden? Und schließlich: Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Adressat:innen in Bezug auf Rezeption und Vermittlung?
Organisatorische Hinweise
Seminarleitung:
Dr. Martin Nitsche (FB 07, Kath. Theologie/Altes Testament), nitsche@em.uni-frankfurt.de
Mike Rottmann (FB 06, Germanistische Literaturwissenschaft/Jüdische Studien), rottmann@em.uni-frankfurt.de
Zeit: Mittwoch, 10–12h (wöchentlich)
Termine: 30.4.; 7.5.; 14.5.; 21.5.; 28.5.; 11.6.; 18.6.; 25.6.; 2.7.; 9.7.; 16.7.
Raum: Campus Westend, SH 1.106
Tutorin: Clara Berndt
Termin & Raum Tutorium: tba
Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=395141&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung
Erinnerung im Wandel. Gedenken zwischen Politik und Pädagogisierung
Im Projektseminar befassen wir uns mit Erinnerungspolitik seit 1945. Dabei blicken wir auf die Veränderungen, denen der Umgang mit der NS-Geschichte im Laufe der Jahrzehnte unterlag. Fragen, die uns beschäftigen sind: Wie wurden die Verbrechen zu welchem Zeitpunkt thematisiert und was waren Gründe dafür? Welche politische Bedeutung hat die Erinnerung? Welche strukturellen Veränderungen lassen sich im historischen Verlauf der Erinnerung feststellen? Welche Initiativen, Proteste und politischen Bewegungen führten zu einer Auseinandersetzung? Welche Widerstände gab es gegen eine Erinnerung? Und welche Forderungen oder auch Hoffnungen gingen mit der Thematisierung der Verbrechen und dem Gedenken an sie einher?
Der Frankfurter Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno verfasste gerade mit seinem Artikel „Erziehung nach Auschwitz“ und der darin formulierten Forderung, „daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung“ einen geradezu paradigmatischen Text, auf den sich auch heute noch viele Diskussionen beziehen. Diesen werden wir, neben anderen, im Seminar gemeinsam lesen.
Auf dieser Basis einer ersten theoretischen Annäherung werden wir uns mit der Gedenkkultur in Frankfurt beschäftigen. In Kleingruppen werden Sie unterschiedliche Gedenkorte in Frankfurt besuchen und ihre Beobachtungen dokumentieren und analysieren. Ihre Ergebnisse präsentieren Sie dann im Seminar, wo wir ihre unterschiedlichen Beobachtungen gemeinsam weiter diskutieren und vor dem Hintergrund der vorher erarbeiteten inhaltlichen Grundlagen einordnen.
Organisatorische Hinweise
Seminarleitung:
Dr. Daniel Keil, daniel.keil@posteo.de
Dr. Katharina Rhein, katha.rhein@mailbox.org
Termine:
24.4. (14–16h, online)
09.5. (10–14h) Raum tba
23.6. (10–18h) tba
24.6. (10–18h) tba
tba (online)
Tutor*innen: N.N.
Termin & Raum Tutorium: tba
Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=408236&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung
während Gültigkeit
Das interdisziplinäre Projektseminar befasst sich mit Praxen und Kulturzeugnissen (Bildlichkeit, Klang, Speisegebote, Materialität…) in Judentum, Christentum und Islam, die in einer zunehmend säkularen Gesellschaft häufig fremd erscheinen. Ausgehend von der eigenen sinnlichen Wahrnehmung soll ein kulturanalytisch reflektierter Zugang zum Thema eingeübt und die identitätsstiftende Funktion dieser Praxen für religiöse Gemeinschaften diskutiert werden. Dabei gilt es vor allem die Dimension von sozialer Zugehörigkeit und Fremdheitserfahrungen in den Blick zu nehmen. Neben religionswissenschaftlichen werden kultur- und geschichtswissenschaftliche Perspektiven des wissenschaftlichen Arbeitens erprobt. Erfahrungen in diesen oder verwandten Disziplinen sind für das Tutorium hilfreich.
Schreibende Reisende. Identität und Alterität aus literaturwissenschaftlichen und ethnologischen Perspektiven (Arbeitstitel)
Ziel des Blockseminars ist es, Literaturwissenschaften und Ethnologie sowie ihre Methoden in ihren Grundzügen vorzustellen. Mit einem regionalen Schwerpunkt auf ‚den Amerikas‘ werden wir uns mit textuellen Darstellungen des „Eigenen“ und des „Fremden“ sowie ihrer Rolle für unsere Gegenwart auseinandersetzen.Dazu werden wir im monatlichen Blockseminar wissenschaftliche Texte lesen und diskutieren. Wichtig ist aber auch, den Praxisbezug unseres Themas nicht aus den Augen zu verlieren. Gerade die Tutorien sollen hier die effektive Verbindung von Theorie und Praxis abrunden. Ein seminarbegleitendes Abschlussprojekt wird die wissenschaftliche Auseinandersetzung aufnehmen und mediale Konstruktionsmuster dekonstruieren.
Hier geht es zu den Projektarbeiten 2022 (Passwortgeschützt)

Die Revolutionen der Jahre 2010 und 2011 in den Ländern Nordafrikas und Westasiens waren mit großen Hoffnungen auf Veränderung der Lebensumstände der Menschen verbunden. Nach mehr als zehn Jahren ist heute klar, dass die meisten Revolutionen vorerst zum Stillstand gekommen sind: Autoritäre Strukturen bleiben erhalten, Staaten zerfallen, neue nicht-staatliche Akteure, die ihr Handeln mit einer ultra-konservativen Lesart des Islams legitimieren, treten vermehrt in Erscheinung und über allem schweben die geostrategischen Interessen externer Akteure.
Während die Menschen vor Ort ihre Aufstände als Revolutionen feierten, sich in sozialen Bewegungen und Netzwerken organisierten, herrschte in hiesigen Diskursen zwar Anteilnahme und Begeisterung, zugleich jedoch auch Überraschung über die gesellschaftliche Dynamik angeblich verkrusteter Gesellschaften, die seit Jahrzehnten unter autoritären Strukturen leiden. Es dauerte nicht lange, da wurde diese Begeisterung mit der Angst vor einem „Arabischen Herbst“ und einer „Islamisierung“ der Aufstände konterkariert.
Dieses Seminar will einen Einstieg in die Regionalforschung geben und zugleich wichtige Konzepte der Sozialwissenschaften einführen. Dabei will es die Komplexitäten der sozio-politischen Realität dieser wichtigen Region reflektierend in die Analyse einbeziehen und etablierte, eurozentrische Narrative über den „Nahen Osten“, „den Islam“, die angebliche Demokratieunfähigkeit dieser Staaten etc. einreißen. Dazu ist es notwendig, die historische Gewordenheit staatlicher Strukturen, (zivil)gesellschaftlicher Entwicklungen sowie internationaler Interessen zusammen zu denken.
Wichtiges Element dieses Seminars wird deshalb eine kontinuierliche Arbeit am Begriff sein, das Hinterfragen scheinbar unverrückbarer Wahrheiten über die „orientalischen Anderen“ und die Frage nach Möglichkeiten der Veränderung.








Schreibende Reisende. Identität und Alterität aus literaturwissenschaftlichen und ethnologischen Perspektiven (Arbeitstitel)
Ziel des
Seminars ist es Literaturwissenschaften und Ethnologie sowie ihre Methoden in
ihren Grundzügen vorzustellen und einen ersten Blick auf interdisziplinäre
Synergien und Schnittstellen zu werfen. Mit einem regionalen Schwerpunkt auf ‚den
Amerikas' werden wir uns mit textuellen Darstellungen des „Eigenen“ und des „Fremden“
und ihrer Rolle im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext auseinandersetzen.
Zu den zentralen
thematischen Achsen, die wir im Laufe des Semesters betrachten wollen, gehören:
Reiseliteratur im Laufe der Zeit; Ethnologie und Tourismus; Mobilität und
Ethnographie als literarische Mittel; Fortschreibung von Exotisierung und Machtverhältnissen;
Inszenierung von sozialen Kategorisierungen und ihre Überschneidungen, …
In den
wöchentlichen Seminarsitzungen (online) sind neben Textdiskussionen und Inputs der
Dozentinnen auch Gruppen- und Reflexionsaufgaben geplant. Ab Mitte des
Semesters entwickeln wir ein Konzept für einen Blog, der am Ende des Semesters als
Seminar-Output online zugänglich werden soll. Die Beiträge für den Blog können
divers und entlang der Interessenschwerpunkte der Studierenden entworfen werden,
haben aber den Anspruch, die Inhalte, Diskussionen und Reflexionen der
Veranstaltung widerzuspiegeln. Im Rahmen des Tutoriums wird es Raum zur
Entwicklung und Umsetzung der einzelnen Beiträge geben.
Die Seminarbibliographie besteht aus deutsch- und englischsprachigen Texten. Eine Affinität für oder Kenntnisse von romanischen Sprachen, insbes. Französisch und Spanisch, sind keine Voraussetzung für die Teilnahme, aber sehr willkommen.

Materialität und Kultur. Wie aus Dingen Wissen über Gesellschaften entsteht. Archäologische und ethnologische Analysen (nicht nur) von Objekten aus Sammlungen der Goethe Universität
Form und Beschaffenheit von Artefakten beinhalten wichtige Aussagen darüber, welche Bedeutung und Funktion in vergangener Zeit oder heute diese Objekte hatten oder haben. Eine genaue Betrachtung materieller Dinge zeigt Merkmale und Spuren, die übersetzt werden müssen, damit sie dem heutigen Betrachter verständlich werden.
Durch die Interpretation der Objekte ist es möglich, vieles über alltägliche Handlungsweisen, Formen des Umgangs und Bewertungen dieser Objekte herauszufinden. Hierfür haben Ethnologie wie Archäologie eigene Methoden entwickelt, die im Projektseminar vermittelt werden. Dafür werden ausgewählte Sammlungsobjekte bereitgestellt, an denen diese Methoden erprobt und die Aussagekraft von Dingen für das Leben von Menschen in Vergangenheit und Gegenwart erkundet werden soll. Zudem werden auch Dinge aus der Lebenswelt der Seminarteilnehmer betrachtet und interpretiert.
Sie werden als Projektarbeit die Aufgabe erhalten, selbst einen Kurzfilm zu einem Objekt der Wahl aus Ihrer eigenen Lebenswelt zu erstellen.
Als Subjekte sind wir alle verwoben mit der Welt. Gerade in der Philosophie setzen sich viele mit dem Phänomen auseinander, das wir als denken bezeichnen, wird sich gefragt, was den Geist ausmacht. Doch welche Rolle spielt der Körper? Können wir uns als körperlose Wesen denken? Gibt es überhaupt Grenzen zwischen Körper und Geist? Wie wichtig ist der Körper, in einer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen Sport betreiben, sich fit halten wollen? Wer oder was wird dort trainiert? In der Sportsoziologie kann der Körper nicht ignoriert werden, denn Sport ist Körperlichkeit. Was macht uns dann nun eigentlich aus im Alltag? Der Geist? Der Körper? Beides? Wie sprechen wir zur Welt? Mit Worten? Gesten? Unserer Kleidung?
Sprechende Körper, ihre Verwobenheit mit dem Geist und ihre Verbindungen zur Welt stehen im Mittelpunkt unseres Projektes. Dabei werden wir philosophische und sportsoziologische Texte lesen und miteinander diskutieren
WissensKulturen – Kulturelle Praktiken der Übersetzung in der Wissensgesellschaft
• Wie wird Wissen vermittelt? Was wird weitergegeben, was aussortiert?
• Wer verhandelt oder entscheidet, was sich in Diskursen und Debatten als Allgemeinwissen etabliert?
• Welche Rolle spielt die Wissenschaft und mit wem arbeitet sie zusammen?
• Wie können verschiedene Praktiken der Übersetzung aussehen? Wie unterscheiden sie sich voneinander und warum?
• Was bedeutet es in einer Wissensgesellschaft zu leben, in der Fakten und Rationalität eine leitende Rolle spielen?
• Welche Bedeutung kommt anderen Formen von Wissensbildung und -verbreitung zu?
• Inwieweit ermöglicht oder hemmt Übersetzung Veränderung in der Gesellschaft?
Der West-östliche Divan gehört zum dichterisches Alterswerk Goethes. Etwa in den Jahren 1814-20 hatte er sich einem unerhörten und ungewöhnlichen Experiment ausgesetzt, indem er sich einerseits Wissensbestände der Orientalistik aneignete und diese schließlich dichterisch nachahmte, oder sich dazu dialogisch in Beziehung setzte. Da er selbst die Sprachen Arabisch und Persisch nicht beherrschte, musste er sich mit Übersetzungen auseinandersetzen. Dazu gehören Koran-Übersetzungen oder die Dichtungen des persischen Dichters Hafis.
Im Jahr 2000 wurde durch den Atmosphärenchemiker Paul J. Crutzen und
den Biologen Eugene F. Stoermer die These vorgelegt, dass mit dem Beginn
der industriellen Revolution gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein neues
geologisches Zeitalter angebrochen sei: das Anthropozän. Der Mensch hat
demnach einen solch tiefgreifenden und zeitlich nachhaltigen Einfluss
auf die Natur genommen, dass damit ein erdgeschichtlicher Wendepunkt
überschritten wurde, dessen Spuren in einer geologischen Skalierung
einzuordnen sind. Neben den jahrtausendealten Veränderungen von
Landschaften durch Urbarmachung und Ressourcenabbau, der anwachsenden
Erdbevölkerung und der Domestikation von Tieren und Pflanzen, hat
insbesondere die Verbrennung von fossilen Brennstoffen, der rasant
zunehmende Ausstoß von Gasen wie Kohlenstoffdioxid und Methan in die
Erdatmosphäre, einen Punkt erreicht, an dem sich die Grenze zwischen
Mensch und Natur nicht einfach verschiebt, sondern es immer schwieriger
wird, eine solche Unterscheidung überhaupt zu treffen. In einer
widersprüchlichen Kippbewegung scheinen die Gestaltung und Beherrschung
der Natur einen Punkt erreicht zu haben, an dem die menschliche
Lebensform in der Vielgestalt ihrer Hervorbringungen und objektiven
Veräußerungen selbst als geologischer Faktor erscheint, der sich auf den
ganzen Erdball auswirkt.
Das Seminar bietet eine orientierende
Annäherung an verschiedene theoretische Bestimmungen des
Anthropozän-Begriffs und geht dabei der Frage nach, wie sich zentrale
Vorstellungen von Kultur und Natur, von Zeitlichkeit und Geschichte
verändern, wenn sie im Zusammenhang einer geologischen Skalierung
betrachtet werden. Vor diesem Hintergrund setzt sich die Veranstaltung
einerseits mit literarischen und künstlerischen Positionen auseinander,
andererseits sollen durch Vorträge von externen Gästen Perspektiven auf
die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche Forschung zum
Anthropozän aufgezeigt werden.
10 Jahre 'Arabischer Frühling':
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf Protestbewegungen,
Generationenverhältnisse, Klasse und Gender Nordafrika und Westasien
(NAWA) seit 2011
Das Seminar beschäftigt sich mit Protestbewegungen in Nordafrika und
Westasien dem sogenannten “Arabischen Frühling". Dieser bietet sich aus
verschiedenen Gründen als Beispiel für das Semesterthema Lost in
Translation? an, nicht zuletzt, weil die Sozial- und
Regionalwissenschaften im Jahr 2011 von den Ereignissen vollkommen
überrascht wurden. Bis dahin interpretierten viele Fachleute die
autoritären Regime in der Region Nordafrika-Westasien (NAWA) als
weitgehend “stabil", obwohl es viele soziale Missstände gab. Wurde hier
etwas missverstanden oder falsch übersetzt? Oder spiegelt die
Überraschung in der Forschung lediglich die Überraschung der Menschen
vor Ort, die ja oft selbst von der Eigendynamik der Ereignisse
überwältigt wurden? In welchem Maße kann Wissenschaft die Möglichkeit
derartiger Ereignisse überhaupt voraussehen? Weitere Fragen, die sich
hier anschließen: Wie genau kam autoritäre Herrschaft in den jeweiligen
Ländern in die Krise? Was sind soziale Bewegungen und wie können sie so
plötzlich und auch unter widrigsten Bedingungen entstehen? Eine weitere
Frage stellt der Begriff “Arabischer Frühling" selbst - für das
Selbstverständnis der Menschen vor Ort spielte er zunächst kaum eine
Rolle, sie nannten ihre Proteste in der Regel anders. Mit welchen
Erwartungen wird der Begriff benutzt? Warum wurden im Globalen Norden
nicht einfach die Selbstbezeichnungen der Bewegungen vor Ort übersetzt?
Anhand
früherer und gegenwärtiger Protestbewegungen in der NAWA-Region möchten
wir einen groben Überblick über die sozialen und politischen
Verhältnisse vorgeben, und gemeinsam diskutieren, wie man sie kritisch,
reflektiert und wissenschaftlich erfassen kann, aber auch wo die Grenzen
wissenschaftlicher „Übersetzung“ der Realität in Daten, Modelle und
Theorien liegen.
Das Seminar arbeitet mit einer akteurszentrierten
Perspektive, die anstrebt, die unterschiedlichen Gründe und Motive für
die Beteiligung zu verstehen und sie differenziert zu analysieren.
Aktivist*in¬nen haben bestimmte politische und soziale Ziele in der
Gesellschaft und sich aus diesem Grund der Revolution zugewandt. Sie
üben Macht aus und ihr politisches Engagement hat Auswirkungen auf die
verschiedenen Ebenen der Gesellschaft. Dieses möchten wir beleuchten,
indem wir die Forschung aufgreifen und weiterführen.
In
vergleichender Länderanalyse lassen sich die Ergebnisse jedoch teilweise
generalisieren und schließlich Fragen für den deutschen Diskurs
eröffnen. Die Forschungsperspektiven sind interdisziplinär auf die
Gebiete Politikwissenschaft, Soziologie, Islamwissenschaft,
Partizipationsforschung und Gender Studies angelegt. Vorausgesetzt
werden gute Englischkenntnisse, und die Bereitschaft, selbst auf
Englisch und Deutsch zu recherchieren und Referate zu halten.
Studierende können Referate zu konzeptuellen Themen oder zu
Länderbeispielen halten. Diese können sie im Rahmen des Oberthemas frei
wählen, in Absprache mit den Dozent*innen (im April, vor dem ersten
Block im Juni).
Vorschläge für Referatsthemen, allerdings können
Studierende selbst ein Thema ihrer Wünschen selbst wählen und mit den
Dozent*innen in Mai besprechen.
Konzepte
● Politische Systeme der arabischen Länder.
● Soziale Bewegungen und Soziale Bewegungsforschung
● Frauenbewegung
● Jugend, Generationenverhältnisse, politische Sozialisation
● Islamismus und islamistische Bewegungen
● Autoritarismus und Demokratisierung
● Die Region NAWA – grober Überblick und vergleichende Analyse: Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Ländern
Länderbeispiele (Vorschläge, wichtig: unterschiedliche Regimetypen!):
● Ägypten
● Tunesien
● Marokko
● Syrien
● Algerien
● Sudan
● Iran