Projekt

Projektmodul

Jetzt wird geforscht!

Icon-Geistes-Sozialwiss-Projektmodul

Im Projektmodul setzen Sie sich in einem problemorientierten Lernsetting selbst mit dem Semesterthema "Transfer und Transformation" (s.u.) auseinander. Sie entwickeln in kleinen Projektgruppen mit zwei Fachlehrenden unterschiedlicher Disziplinen eine differenzierte, praxisorientierte Sicht auf selbstgewählte Aspekte dieses Themas und die verschiedenen disziplinären Herangehensweisen.
In integrierten Tutorien werden grundlegende Arbeitsmethoden und Theorien vermittelt und in die verschiedenen Aspekte des Projektmanagements eingeführt. Regelmäßige Reflexionseinheiten fördern diesen praxisorientierten Lernforschungsprozess.
Die Ausgestaltung und Durchführung des Forschungsprojekts und seine Präsentation obliegt Ihnen, unter Anleitung und Hilfestellung durch die Fachlehrenden und TutorInnen.

ToDo (Anforderung Studienordnung)

Lt. Studienordnung hat das Projektmodul 180h Workload. Diesen Workload verbringen Sie mit 2 SWS in den jeweiligen Projektsitzungen, mit 2 SWS in den dazugehörigen Tutorien oder in Selbstlern- und Gruppenarbeitsphasen (nicht zu allen Seminaren gehört ein Tutorium). 

Für den Abschluss des Modulteils ist eine Zwischenpräsentation des Projektstands innerhalb des Semesters, eine Abschlusspräsentation in der Gruppe am 17. Juli sowie ein Projektbericht (ca. 3 Seiten/5.000 Zeichen) notwendig.

Die Einschreibung in die Projekte erfolgt im Vorfeld des Semesters – Sie werden von der Koordination zu Terminen und Fristen informiert.

Die Präsentation der Projekte findet am 17. Juli 2026 statt. 

Anmeldung/Einschreibung: 
Bitte melden Sie sich bei einem der Projekte bis zum

1. April 2026 an. Infos hierzu erhalten Sie via E-Mail. 

Informationen und Termine zu den Projekten finden Sie im LSF.

Projekte 2026

Reisende, Religion und Restitution in Rapa Nui – die Osterinsel als Objekt kolonialer Aneignung 

Als abgelegenster Ort der Welt war die Osterinsel, die seit 1888 zu Chile gehört, Opfer verschiedener kolonialer Besitznahmen, Expeditionen zur Versklavung ihrer Bewohner, missionarischer Bestrebungen und vielfach Objekt ethnologischer Forschung. Mit ihren gigantischen Steinfiguren (den Moais) sowie der Rongo-Rongo-Schrift, die sie von anderen Inseln Polynesiens unterscheidet, gilt sie bis heute als „rätselhaft“ und „magisch“ und ist – nicht zuletzt deshalb – ein beliebtes touristisches Ziel. 

Wir werden uns im Seminar anhand von Reiseberichten, Dokumentarfilmen, einem Videointerview mit einem Regisseur, sowie einem Museumsbesuch mit Kultur und Religion der Osterinsel auseinandersetzen. Dabei wird es zugleich um grundlegende Fragen von Kolonialismus, ethnologischer Forschung (die immer auch die Konstruktion von Alterität beinhaltet) und Aneignung kultureller und religiöser Objekte gehen, die heute in europäischen Museen ausgestellt sind, sowie die damit verbundenen Forderungen nach Restitution. Aus den erarbeiteten Inhalten wird schließlich ein gemeinsames (audio)visuelles Projekt erstellt. 

Organisatorische Hinweise

Seminarleitung:

Dr. Karen Genschow (FB 10, Romanistik), Genschow@em.uni-frankfurt.de                            

Zeit: Montag, 10–14h (Blocktermine)  
Termine: 20.4., 4.5., 18.5., 8.6., 22.6., 29.6., 6.7.
Raum: Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 103  

Tutorin: Robyn Handel   
Termin & Raum Tutorium: Do., 14–16h (wöchentlich), Seminarhaus SH 4.109

Eintrag im Vorlesungsverzeichnis: 
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=425810&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

Wem gehört der Körper?

Jeder Mensch hat einen Körper. Doch die Unterschiede, wie Einzelne über ihren Körper verfügen können, auf welche Weise sie sich bewegen und wo Gefahr droht, sind groß. Während Männern auf selbstverständliche Weise zugesprochen wird, über ihren Körper zu verfügen, und ihren körperlichen Bedürfnissen Gewicht beigemessen wird, müssen Frauen nach wie vor um körperliche Selbstbestimmung kämpfen. Zwischen Körpern existieren also Hierarchien. Körper sind in Produktions- und Reproduktionsmechanismen eingebunden. Was bedeutet der Körper für Einzelne, was bedeutet er für eine Gesellschaft? Wie ist zu verstehen, dass der Mensch fühlen kann und dies auch körperlich zu spüren scheint? Was ist, wenn ein Mensch denkt und mit seinem Körper handelt?

Im Seminar werden wir uns diesen Fragen aus philosophischer und sportsoziologischer Sicht widmen. Dazu lesen wir wissenschaftliche Texte aus beiden Fachrichtungen und analysieren diese in gemeinsamer Diskussion.

Organisatorische Hinweise

Seminarleitung:
Bettina Bredereck (FB 05, Sportwissenschaft), bredereck@sport.uni-frankfurt.de    
Dr. Martin Eldracher (FB 08, Philosophie), martin-eldracher@web.de

Zeit: Donnerstag, 14–18h (Blocktermine)
Termine: ab dem 16.4. Die folgenden Einzeltermine werden in der ersten Seminarsitzung bekannt gegeben.
Raum: Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 102    

Tutorium: Ida Hornung  
Termin & Raum Tutorium: Do., 14–18h, Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 102 (Hinweis: Das Tutorium findet im Wechsel mit den Seminarsitzungen statt; Studierende, die an Seminar + Tutorium teilnehmen, sollten sich den Termin [Do., 14–18h] grundsätzlich freihalten).


Lesen und dazu_schreiben. Geschichte(n) des Lesens, Deutens und Kommentierens

Lesen ist in der Literaturwissenschaft nur auf den ersten Blick eine selbstverständliche Tätig- und Fertigkeit. Sicher lesen wir, und besten Fall fragen wir uns auch, wie wir lesen, aber dennoch: Das Lesen als solches, in seiner heutigen Form also, wird selten auf seine Gewordenheit befragt. Dabei sind wir von den Zeugnissen der historischen Gewordenheit des Lesens tagtäglich umgeben: Die Stille in der Bibliothek und ihre Kataloge, handliche Taschenbücher, große Schmuckbücher zur Auslage und das beharrliche Bestehen der Schriftrollen, wie z. B. der Torah-Rollen, die Abstände zwischen Wörtern und die Zeichensetzung in vielen Schriftsystemen – sie alle verraten uns etwas über die Geschichte des Lesens. 
Dieser Geschichte und den für uns heute selbstverständlichen Begleitern des Lesens, nämlich des Deutens und Kommentierens will sich dieses Seminar widmen. Es will versuchen, gestützt auf Geschichtsschreibungen und (Literatur)Theorien des Lesens, diese Geschichte am Material entlang zu entwickeln. Hierfür werden wir neben Auszügen aus besagten Geschichtsschreibungen und theoretischen Versuchen über das Lesen auch Texte der Weltliteratur auf das Lesen hin befragen. Dabei spannen wir den Bogen von Tanach und Talmud bis zu jüngster Unterhaltungsliteratur und Buchkunst. Nicht zuletzt will das Seminar dazu einladen, selbst eine Praxis des Lesens, Deutens und Kommentierens zu finden, die das Lesen als solches reflektiert und sichtbar macht. 

Organisatorische Hinweise

Seminarleitung:
Mandy Gratz (FB 10, Allgemeine und vergleiche Literaturwissenschaft), gratz@em.uni-frankfurt.de

Termine/Räume (Blocktermine):
Fr., 17.4.: (9–12h): IG-Farben-Haus - IG 0.251 
Sa., 25.4. (9–16h): IG-Farben-Haus – IG 1.411
Sa., 9.5. (9–16h): IG-Farben-Haus – IG 1.411
Sa., 30.5. (9–16h): IG-Farben-Haus – IG 1.411
Sa., 13.6. (9–16h): IG-Farben-Haus  IG 1.411

Tutorin: Mariia Bobokhonova     
Termin & Raum Tutorium: Die Tutorien zum Seminar finden im Rahmen der o.g. Termine statt, d.h. an allen Samstagen im Anschluss an die Seminarsitzungen.

Eintrag im Vorlesungsverzeichnis: 
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=419199&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

Wie klingt Mehrsprachigkeit? Perspektiven auf soziale Dimensionen sprachlicher Praxis

Im Rahmen dieses Seminars beschäftigen wir uns mit Mehrsprachigkeit als alltäglicher gesellschaftlicher Praxis. Ausgehend von unseren eigenen Erfahrungen mit Sprache nähern wir uns mithilfe kleiner Übungen und wissenschaftlicher Texte der Frage, wie Mehrsprachigkeit praktiziert, erlebt und gesellschaftlich bewertet wird. Darüber hinaus führen wir gemeinsam eine kleine Erhebung auf dem Universitätscampus zum Thema Mehrsprachigkeit durch.

Organisatorische Hinweise

Seminarleitung:
Dr. Judit Tavakoli (FB 08, Ethnologie),  j.tavakoli@em.uni-frankfurt.de  
Julian Hasche (FB 09, Empirische Sprachwissenschaften), julian.hasche@gmail.com   

Zeit: Dienstag, 10–14h (Blocktermine)  
Termine: 21.4., 5.5., 19.5, 2.6., 16.6.
Raum: Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 103 

Tutorin: Aniela Szejda
Termine: Dienstag, 10–14h 28.4., 12.5., 26.5., 9.6., 23.6. (Blocktermine)  
Raum Tutorium: Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 103 


Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=423663&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

Schöpfung vs. Evolution – Einführung in den Kreationismus

Die Erde ist erst 6000 Jahre alt? Eine Evolution der Arten hat nie stattgefunden? Dinosaurier sind niemals ausgestorben und leben noch heute? Solche und ähnliche Fragen beschäftigen die bis zu 9000 Menschen, die den kreationistischen Themenpark "Ark Encounter" in Form einer 155 Meter langen hölzernen Arche täglich besuchen. In diesem Museum im US-Bundesstaat Kentucky positioniert sich der Kreationismus scharf gegen gemeinhin etablierte Theorien der Evolutionsforschung und beruft sich in Bezug auf die Entstehung der Erde und der Arten hauptsächlich auf die verschiedenen Schöpfungs-Narrative in der Bibel.   

In diesem Seminar lernen wir einerseits die Grundlagen des biblischen Schöpfungsmythos, als auch der biologischen Evolutionsforschung nach Charles Darwin kennen und beschäftigen uns auf dieser Basis mit der historischen Entwicklung des Kreationismus und dessen verschiedenen Spielarten. Ein großer Fokus wird auf der Auseinandersetzung mit den vermittelnden und medialen Strategien der heutigen Bewegung liegen: kreationistische Akteur*innen geben Biologie-Bücher für den Schulunterricht heraus, produzieren massenhaft Videos und Podcasts und engagieren sich – auch in Deutschland – zunehmend in bildungspolitischen Debatten.   

Nicht zuletzt interessiert uns, wie heutige theologische, wissenschaftliche Diskurse in Bezug auf Evolution und biblische Schöpfung geführt werden.

Organisatorische Hinweise

Seminarleitung:
Benno Herr, M.A. (FB06, Religionswissenschaft), be.herr@em.uni-frankfurt.de

Termin: Mo., 14–16h (wöchentlich, ab 13.4.)
Raum: IG-Farben-Nebengebäude - NG 701

Eintrag im Vorlesungsverzeichnis: 
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=415888&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

Klimagerechtigkeit

Im ersten Teil des Seminars befassen wir uns aus einer sozialgeographischen Perspektive mit verschiedenen Verständnissen und Konzepten von Klimagerechtigkeit und arbeiten dabei zentrale Elemente, Begrifflichkeiten und gesellschaftstheoretische Prämissen heraus. Darauf aufbauend wenden wir uns Aktivitäten und Debatten um Klimaschutz, Klimaanpassung und Klimagerechtigkeit in Frankfurt am Main zu. In den Blick rücken klimapolitische Programme und Instrumente von Stadtpolitik und -verwaltung in Frankfurt sowie Aktivitäten zivilgesellschaftlicher Akteure und Initiativen.

Organisatorische Hinweise

Seminarleitung:

Dr. Claudia Wucherpfennig (FB 11, Humangeographie)                          

Zeit: Donnerstag, 16–18h, ab 16. April (wöchentlich)  
Raum: Seminarhaus SH – SH 4.104

Eintrag im Vorlesungsverzeichnis: 
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=413847&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

Box

Projekte 2025

Tab Gruppe
Gültigkeitsbox

während Gültigkeit

Überschrift

Hier geht es zu den Projektarbeiten 2022 (Passwortgeschützt)

Projektseminare von 2022

Tab Gruppe
Umgang mit Tod und Trauer 


Organisatorische Hinweise

Seminarleitung:
Prof.'in Dr. Britta Baumert (FB07, Kath. Theologie), b.baumert@em.uni-frankfurt.de

Termin: Do., 16– 18h (wöchentlich ab dem 16.4., bis zum 11.6.)
Raum: IG-Farben-Nebengebäude – NG 1.731
Sondertermin: Di., 7.7., 9–16h, Raum: SH 3.102

Eintrag im Vorlesungsverzeichnis: 
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=414957&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

GO-Praxisprojekt 2026: Extremwetter 

Das Praxisprojekt ist ein interdisziplinäres Projektmodul, das neben akademischen Schlüsselkompetenzen und Teamkompetenzen in die Grundlagen des Projektmanagements vermittelt.

Eingebettet in ein Aufgabenszenario erleben die Teilnehmenden Forschungsalltag und Projektarbeit aus erster Hand. Zu diesem Zweck arbeiten Studierenden in zufällig zusammengestellten Teams und grenzen im Rahmen des Aufgabenszenarios ihre Projektaufgabe selbstständig ein. 

Das Praxisprojekt 2026 startet mit einer Kick-Off-Konferenz am Freitag, dem 10.04.2026, von 10:00 bis 15:00 Uhr. Neben Kennenlernen der Teams steht an diesem Termin Brainstorming zur Projektaufgabe an, die anschließend von den Gruppen eigenständig eingegrenzt wird. 

Ab Dienstag, den 14.04.26, finden wöchentliche Projekttreffen von 12:00 bis 13:00 Uhr statt. Ziel dieser Treffen ist es, den Projektfortschritt zu präsentieren und evtl. Schwierigkeiten gruppenübergreifend zu diskutieren. Darüber hinaus beinhalten die Treffen Impulsen zu Teamwork, Kommunikation-Techniken und Projektmanagement. 

Alle Team präsentieren am 28.04. ihren groben Projektplan (Roadmap) in Form eines 2 Minuten Projekt-Pitchs. Anschließend stehen den Teams 10 Wochen Bearbeitungszeit zur Verfügung. Am 14.07. endet das Praxisprojekt mit der Abschlusskonferenz, in der alle Teams Ihre Projekte präsentieren.  

Eintrag im Vorlesungsverzeichnis: 
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=416282&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

​Projekte 2025

Reisende, Religion und Restitution in Rapa Nui – kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die Osterinsel

Im Fokus des Seminars steht die Osterinsel als paradigmatischer Fall von kolonialer Aneignung. Als abgelegenster Ort der Welt war die Insel, die seit 1888 zu Chile gehört, Opfer verschiedener kolonialer Besitznahmen, Expeditionen zur Versklavung ihrer Bewohner, missionarischer Bestrebungen und zugleich immer auch Objekt ethnologischer Forschung. Mit ihren gigantischen Steinfiguren (den Moais) sowie der Rongo-Rongo-Schrift, die sie von anderen Inseln Polynesiens unterscheidet, gilt sie bis heute als „rätselhaft“ und „magisch“ und ist – nicht zuletzt deshalb – ein beliebtes touristisches Ziel.

Anhand von Reiseberichten, Dokumentarfilmen, einem Videointerview mit einem Regisseur, sowie einem Museumsbesuch werden wir im Seminar grundlegende Fragen von Kolonialismus, ethnologischer Forschung (die immer auch die Konstruktion von Alterität beinhaltet) und Aneignung kultureller und religiöser Objekte, die heute in europäischen Museen ausgestellt sind, sowie die damit verbundenen Forderungen nach Restitution besprechen und aus den erarbeiteten Inhalten ein gemeinsames (audio)visuelles Projekt erstellen.

Organisatorische Hinweise

Seminarleitung:
Dr. Karen Genschow (FB 10, Romanistik), Genschow@em.uni-frankfurt.de                                
Benno Herr (FB 06, Religionswissenschaft), be.herr@em.uni-frankfurt.de                                       

Zeit: Donnerstag, 10–14h   
Termine: 24.4.; 15.5.; 22.5.; 5.6.; 12.6.; 26.6.; 17.7.    
Raum: Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 120   

Tutor*innen: Robyn Handel und Elizabeth Schierhold      
Termin & Raum Tutorium: Mittwoch, 10–12, Campus Westend, Seminarhaus SH – SH 1.109

Eintrag im Vorlesungsverzeichnis: 
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=405498&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

Transformative Körper: Haben, Sein und Werden 
Jeder Mensch hat einen Körper. Ohne ihn ist menschliches Leben nicht denkbar. Mit unserem Körper treten wir der Welt gegenüber. Er ist Teil unseres Seins, scheint vom Geist getrennt zu sein und ist doch mit ihm verwoben. Was also ist der Körper? Wie können seine Grenzen beschrieben werden? Auf welche Weise ist er Veränderungen unterworfen? Oder selbst Antrieb stetigen Wandels? 

Im Seminar werden wir uns diesen Fragen aus philosophischer und sportsoziologischer Sicht widmen. Dazu lesen wir wissenschaftliche Texte aus beiden Fachrichtungen und analysieren diese in gemeinsamer Diskussion. 

Organisatorische Hinweise

Seminarleitung:
Bettina Bredereck (FB 05, Sportwissenschaft), bredereck@sport.uni-frankfurt.de    
Dr. Martin Eldracher (FB 08, Philosophie), martin-eldracher@web.de

Zeit: Donnerstag, 12–16h
Termine: 24.4.; 8.5.; 15.5.; 22.5.; 5.6.; 12.6.; 26.6.; 3.7.; 10.7.; 17.7.  
Raum: Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 102    

Tutor*innen: Julia Heinrich, Ida Hornung  
Termin & Raum Tutorium: Dienstag, 12–14h, Campus Bockenheim, Neue Mensa – NM 102 

Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=405495&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

„Das Universale verkomplizieren“ – Übersetzung, Universalismuskritik und Politische Theorien der Differenz

Übersetzen bedeutet einen Bezug zu etwas Anderem, vielleicht gänzlich fremd Erscheinenden, herzustellen. Wir übersetzen für gewöhnlich Texte, die wir nicht selbst verfasst haben, aus einer Sprache in eine andere, aus einem sozio-kulturellen und historischen Kontext in einen anderen. Übersetzen ist daher eine Form des Dialogs, der Auseinandersetzung und Zwiesprache, eine Art und Weise mit Differenz(en) umzugehen. Dadurch berührt das Übersetzen auch immer politische und ethische Fragen, denn diese Bezugnahme kann sehr unterschiedliche Formen annehmen: „Die Beziehung zum Anderen hat viele Namen: Abstoßung, Sklaverei, Kolonialisierung, Nächstenliebe, Akkulturation, Integration. Aufnahme, Gastfreundschaft, Öffnung, Gegenseitigkeit, Erfindungsreichtum“*, schreibt Barbara Cassin in ihrem Band Éloge de la traduction – Compliquer l'universel (Lobrede auf die Übersetzung – Das Universale verkomplizieren). Sie knüpft hier an einige Leitideen des von ihr geleiteten Wörterbuchprojekts Vocabulaire européen des philosophies – Dictionnaire des intraduisibles (Das europäische Vokabular der Philosophien – Ein Wörterbuch der Unübersetzbaren) an, das ein emphatischer Einsatz für die Übersetzung in der europäischen Geistesgeschichte ist und dabei philosophische Ansätze kritisiert, die vornehmlich um die Bildung möglichst allgemeingültiger, universaler, Begriffe bemüht sind, aber denen die Sprachenvielfalt entweder gleichgültig oder gar ein Ärgernis ist. Doch was heißt das genau, dass Übersetzen eine Denk- und Sprachpraxis ist, die das Universale „verkompliziert“? Wann ist das Übersetzen eine öffnende, pluralisierende Geste, die komplexe Zusammenhänge greifbar machen kann, wann eine der simplifizierenden Aneignung, Appropriation und Assimilation, wie es z.B. Gayatri Chakravorty Spivak und Tiphaine Samoyault in ihren Ansätzen deutlich stärker hervorheben? Diesen Fragen wollen wir im Seminar nachgehen und mit zeitgenössischen politischen und universalismus-kritischen Theorien verbinden. Hier werden wir uns, vor allem unter Rückgriff auf Autor:innen wie Sandra Harding, Elisabeth Grosz und Linda Alcoff für die epistemische, unter Bezugnahme auf Étienne Balibar und Jacques Rancière für die politisch-normative und mithilfe von Frantz Fanon für die geschichtsphilosophischen Universalismuskritiken interessieren. 

Bei Fragen zum Seminar melden Sie sich gerne bei Larissa Krampert (krampert@em.uni-frankfurt.de) und Lea Gekle (lea.gekle@u-picardie.fr) per Mail an. Sobald wir Ihre Kontaktdaten erhalten haben, melden wir uns rechtzeitig mit allen weiteren Informationen zum Blockseminar und lassen Ihnen die Texte, die wir gemeinsam lesen wollen, zukommen.

* Barbara Cassin: «entre», in: dies.: Die Unübersetzbaren – Drei Essays. S. 86.

Organisatorische Hinweise

Seminarleitung:
Larissa Krampert (FB 10, Allgemeine und vergleiche Literaturwissenschaft),     krampert@em.uni-frankfurt.de     
Dr. Lea Gekle (Philosophie, Université de Picardie Jules Verne), lea.gekle@u-picardie.fr

Termine/Räume:  
28.4. (10–14h) Casino – Cas 1.812    
14.6. (10–14h) Seminarhaus SH – SH 3.102    
16.6. (10–18h) IG-Farben-Nebengebäude – NG 2.701    
17.6. (10–14h) IG-Farben-Nebengebäude – NG 2.701    
Zoom-Sitzung 1: tba 
Zoom-Sitzung 2: tba  

Tutor*innen: Caroline Antony, Nils Tegethoff    
Termin & Raum Tutorium: wird in der ersten Seminarsitzung bekannt gegeben. 

Eintrag im Vorlesungsverzeichnis: 
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=405996&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

Heilige Texte

Im Mittelpunkt dieses interdisziplinären Seminars steht die dynamische Wechselwirkung zwischen religiösen Traditionen und kulturellen Ausdrucksformen. Dabei wollen wir insbesondere zwei thematische Schwerpunkte bearbeiten: Zum einen widmen wir uns theologischen Perspektiven und beleuchten die Frage nach „Heiligen Texten“ im Kontext biblischer und parabiblischer Schriften sowie ihrer Resonanz innerhalb des Christentums und Judentums. Zentrale Bedeutung kommt dabei dem Begriff des „Heiligen“ zu, der mit grundlegenden theologischen Fragestellungen – etwa aus den Bereichen Bibeltheologie, Hermeneutik, Ethik sowie der modernen Rezeption – verknüpft wird. Zum anderen untersuchen wir kulturhistorische Verflechtungen: Welche Spuren hinterlassen heilige Texte in der Literatur, Philosophie und Kunst? Wie finden sich jüdisch-christliche Motive in europäischen Erzähltraditionen wieder – und wie spiegeln sie sich in gesellschaftlichen Diskursen? Das Seminar verfolgt das Ziel, ein grundlegendes Verständnis religiöser Texthermeneutik zu entwickeln und den transkulturellen Dialog zwischen Sakraltexten und säkularer Hochkultur zu erkunden. Darüber hinaus soll die Rolle heiliger Texte in historischen wie gegenwärtigen Diskursen kritisch reflektiert werden. Im Rahmen des Seminars stellen sich zentrale Fragen: Auf welche Weise lassen sich heilige Texte für sich wandelnde Lebenswelten aktualisieren und relevant halten? In welchen Prozessen wird einem Text Heiligkeit zugeschrieben – und an welchen Kriterien wird diese festgemacht? Wie kann die Spannung zwischen Pluralität und Einheit in den Schriften produktiv bearbeitet werden? Und schließlich: Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Adressat:innen in Bezug auf Rezeption und Vermittlung?

Organisatorische Hinweise

Seminarleitung:
Dr. Martin Nitsche (FB 07, Kath. Theologie/Altes Testament), nitsche@em.uni-frankfurt.de   
Mike Rottmann (FB 06, Germanistische Literaturwissenschaft/Jüdische Studien), rottmann@em.uni-frankfurt.de    

Zeit: Mittwoch, 10–12h (wöchentlich)
Termine: 30.4.; 7.5.; 14.5.; 21.5.; 28.5.; 11.6.; 18.6.; 25.6.; 2.7.; 9.7.; 16.7.    
Raum: Campus Westend, SH 1.106    

Tutorin: Clara Berndt  
Termin & Raum Tutorium: tba 

Eintrag im Vorlesungsverzeichnis:
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=395141&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

Erinnerung im Wandel. Gedenken zwischen Politik und Pädagogisierung

Im Projektseminar befassen wir uns mit Erinnerungspolitik seit 1945. Dabei blicken wir auf die Veränderungen, denen der Umgang mit der NS-Geschichte im Laufe der Jahrzehnte unterlag. Fragen, die uns beschäftigen sind: Wie wurden die Verbrechen zu welchem Zeitpunkt thematisiert und was waren Gründe dafür? Welche politische Bedeutung hat die Erinnerung? Welche strukturellen Veränderungen lassen sich im historischen Verlauf der Erinnerung feststellen? Welche Initiativen, Proteste und politischen Bewegungen führten zu einer Auseinandersetzung? Welche Widerstände gab es gegen eine Erinnerung?  Und welche Forderungen oder auch Hoffnungen gingen mit der Thematisierung der Verbrechen und dem Gedenken an sie einher?

Der Frankfurter Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno verfasste gerade mit seinem Artikel „Erziehung nach Auschwitz“ und der darin formulierten Forderung, „daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung“ einen geradezu paradigmatischen Text, auf den sich auch heute noch viele Diskussionen beziehen. Diesen werden wir, neben anderen, im Seminar gemeinsam lesen.

Auf dieser Basis einer ersten theoretischen Annäherung werden wir uns mit der Gedenkkultur in Frankfurt beschäftigen. In Kleingruppen werden Sie unterschiedliche Gedenkorte in Frankfurt besuchen und ihre Beobachtungen dokumentieren und analysieren. Ihre Ergebnisse präsentieren Sie dann im Seminar, wo wir ihre unterschiedlichen Beobachtungen gemeinsam weiter diskutieren und vor dem Hintergrund der vorher erarbeiteten inhaltlichen Grundlagen einordnen.

Organisatorische Hinweise

Seminarleitung:
Dr. Daniel Keil, daniel.keil@posteo.de
Dr. Katharina Rhein, katha.rhein@mailbox.org

Termine:
24.4. (14–16h, online)
09.5. (10–14h) Raum tba
23.6. (10–18h) tba
24.6. (10–18h) tba
tba (online)

Tutor*innen: N.N.
Termin & Raum Tutorium: tba

Eintrag im Vorlesungsverzeichnis: 
https://qis.server.uni-frankfurt.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=408236&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

während Gültigkeit

​Projekte 2023

Grenzen des Selbst
Wer bin ich? Wer sind die anderen um mich herum? Inwiefern bedingen wir uns gegenseitig? Gäbe es mich, wenn es die anderen nicht gäbe? Und bin auch ich ihre Voraussetzung? Welche Bedeutung hat es dabei, dass ich ein körperliches Wesen bin und mit diesem Körper zu anderen in Kontakt trete? Wo liegen die Grenzen meines Körpers?
In der Verbindung von philosophischer und sportsoziologischer Perspektive werden wir in unserem Seminar Antworten auf die oben genannten Fragen zu finden versuchen. Dabei wird im Mittelpunkt stehen, zu diskutieren, wo die Grenzen des eigenen Selbst liegen und wo die der anderen. Zudem werden wir uns damit auseinandersetzen, wie Körper entstehen und in welchem Zusammenhang das verkörperte Selbst mit der Gesellschaft steht, von deren Normen und Verboten es beeinflusst ist.
Im Seminar werden wir wöchentlich wissenschaftliche Texte lesen, dann besprechen und mit Beispielen aus dem Alltag in Verbindung bringen. Das Tutorium wird die Gelegenheit bieten, begonnene Diskussionen noch vertiefend weiterzuführen. Den Abschluss bildet ein Projekt, in dem eine eigene wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem verkörperten Selbst in (post)modernen Gesellschaften begonnen werden kann.
Sinn und Sinnlichkeit. Religiöse Kulturen entdecken, erfahren, erforschen.

Das interdisziplinäre Projektseminar befasst sich mit Praxen und Kulturzeugnissen (Bildlichkeit, Klang, Speisegebote, Materialität…) in Judentum, Christentum und Islam, die in einer zunehmend säkularen Gesellschaft häufig fremd erscheinen. Ausgehend von der eigenen sinnlichen Wahrnehmung soll ein kulturanalytisch reflektierter Zugang zum Thema eingeübt und die identitätsstiftende Funktion dieser Praxen für religiöse Gemeinschaften diskutiert werden. Dabei gilt es vor allem die Dimension von sozialer Zugehörigkeit und Fremdheitserfahrungen in den Blick zu nehmen. Neben religionswissenschaftlichen werden kultur- und geschichtswissenschaftliche Perspektiven des wissenschaftlichen Arbeitens erprobt. Erfahrungen in diesen oder verwandten Disziplinen sind für das Tutorium hilfreich.

Schreibende Reisende. Identität und Alterität aus literaturwissenschaftlichen und ethnologischen Perspektiven (Arbeitstitel)

Ziel des Blockseminars ist es, Literaturwissenschaften und Ethnologie sowie ihre Methoden in ihren Grundzügen vorzustellen. Mit einem regionalen Schwerpunkt auf ‚den Amerikas‘ werden wir uns mit textuellen Darstellungen des „Eigenen“ und des „Fremden“ sowie ihrer Rolle für unsere Gegenwart auseinandersetzen.
Ausgehend von impulsgebenden Reisetexten, wie dem Bordtagebuch von Kolumbus, „Berichten“ über Kannibalen und die allmähliche Technisierung des Reisens um die Welt, werden wir thematische Bezüge zum 20. und 21. Jahrhundert herstellen sowie uns mit ethnologischen Ansätzen und Denkweisen beschäftigen.
Zu den Fragestellungen, die wir im Laufe des Semesters erörtern, gehören: Wie wandelt sich Reiseliteratur im Laufe der Zeit? Was ist eine Ethnologie des Reisens? Was ist Ethnographie und kann sie als literarische Form gelten? Wie werden Exotisierung und Machtverhältnisse in Reiseliteratur bis heute fortgeschrieben? Wie kommen Imaginarien des „Anderen“ zustande? Wie identifiziert und analysiert man die Inszenierung von sozialen Kategorisierungen und ihren Überschneidungen?
Für die drei Blocktermine des Seminars (21./22. April, 26./27. Mai, 16./17. Juni) sind Textdiskussionen und neben Inputs der Dozentinnen auch Gruppen- und Reflexionsaufgaben geplant. Ab Mitte des Semesters entwickeln wir ein Konzept für einen Blog, der am Ende des Semesters als Seminar-Output online zugänglich gemacht werden soll. Die Beiträge für den Blog können divers und entlang der Interessenschwerpunkte der Studierenden entworfen werden. Im Rahmen des Tutoriums wird es Raum zur Entwicklung, Umsetzung und Gegenlektüre der einzelnen Beiträge geben.
Das Seminarcorpus besteht aus deutsch- und englischsprachigen Texten. Gute Lektürekenntnisse des Englischen sind daher Voraussetzung für die Teilnahme am Kurs. Eine Affinität zu romanischen Sprachen, v. a. Französisch und Spanisch, ist keine Voraussetzung für die Teilnahme, aber sehr willkommen. 
"Im Spannungsfeld der Selbst- und Fremdreferenz - mediale Konstruktionsmuster islamischer und osteuropäischer Räume."
Die Aussage von Niklas Luhmann, dass „alles, was wir über die Welt wissen durch die Massenmedien vermittelt ist“ soll der Leitstern unseres interdisziplinären Projektseminares werden. Um uns dieser Aussage anzunehmen, gilt es erst einmal ganz erkenntnistheoretisch zu klären was denn überhaupt Wissen ist und wer dieses „wir“ sein soll, das dann darüber verfügt. Die Konstruktion des „wir“ fördert ganz im Sinne der Oszillation von Selbst- und Fremdreferenz einen Gegenpart – das „andere“. Und diese Konstruktionsmuster kann man medienwissenschaftlich analysieren. Dabei werden wir im Seminar immer wieder auf verschiendene Wissensstrukturen, wie Vorurteile und Stereotype, treffen, welche ganz im Sinne Luhmanns eine Reduktion von Komplexität aufzeigen oder ganz im Sinne von Foucault Zeichen eines hegemonialen Diskureses sind.

Dazu werden wir im monatlichen Blockseminar wissenschaftliche Texte lesen und diskutieren. Wichtig ist aber auch, den Praxisbezug unseres Themas nicht aus den Augen zu verlieren. Gerade die Tutorien sollen hier die effektive Verbindung von Theorie und Praxis abrunden. Ein seminarbegleitendes Abschlussprojekt wird die wissenschaftliche Auseinandersetzung aufnehmen und mediale Konstruktionsmuster dekonstruieren.

Wir freuen uns auf ein spannendes Seminar
Postmigrantische Perspektiven auf Geschlechterverhältnisse 
In unserem Projektseminar wollen wir aus ethnologischer und soziologischer Perspektive eine kritische Sichtweise auf Migration einnehmen, die sich von hegemonialen Diskursen unterscheidet. Das heißt, wir verlassen die engen Konzepte von Ein- und Auswanderung, Integration und Identität und orientieren uns an der migrationsgesellschaftlichen Realität sowie den Erfahrungen migrierter bzw. migrantisierter Menschen selbst. Dabei verfolgen wir einen intersektionale Zugang, wobei wir den Fokus auf Geschlechterverhältnisse legen. Ziel ist, sich dieses Thema empirisch zu erschließen: Dafür wird in Arbeitsgruppen eine praxisorientierte Sicht auf einen selbstgewählten Aspekt des Seminarthemas entwickelt und dann gemeinsam im Feld erforscht. Die Ergebnisse sollen dann am Ende des Semesters im Rahmen einer Ausstellung präsentiert werden.
Die großen Fragen des Lebens in den Medien 
Ein wichtiger Teil der menschlichen Lebensrealität ist es, sich mit den großen, grundlegenden Fragen zu beschäftigen. Medien bilden diese Realität ab: Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Was ist der Sinn des Lebens? Alle Religionen stellen sich diese grundlegenden Fragen. Wir untersuchen menschliche Grenzerfahrungen aus theologischer Perspektive und den Umgang damit in verschiedenen Medien wie Film, Werbung, Gaming und Social Media.

Hier geht es zu den Projektarbeiten 2022 (Passwortgeschützt)

Projektseminare von 2022

Kult oder Kunst? Religion(en) im Museum
Ist eine russische Ikone ein Kunstwerk oder ein Kultgegenstand? Entweiht man ein Ritualobjekt durch eine Ausstellung im Museum oder besitzen religiöse Objekte eine unantastbare sakrale Aura? Wie wird Religion genutzt, um im Museum Narrative vom Eigenen und Fremden zu erzeugen?
Mit solchen und ähnlichen Fragen werden wir uns im Laufe des Semesters in die Frankfurter Museumslandschaft stürzen. Jeder Themenblock (u.a. Kult-Ästhetik, religiöse Identität, koloniales Erbe) wird mit einer Exkursion in eine passende Ausstellung abgeschlossen. Als persönliches Projekt wählen die Studierenden ihr „Lieblingsobjekt“, das sie in seinen Facetten erforschen und zum Abschluss des Semesters präsentieren



Einführung in die vgl. Nordafrika- und Westasien-Forschung: Staat, Zivilgesellschaft und internationale Akteure - Selbst- und Fremdkonstruktionen einer geopolitisch wichtigen Region

Die Revolutionen der Jahre 2010 und 2011 in den Ländern Nordafrikas und Westasiens waren mit großen Hoffnungen auf Veränderung der Lebensumstände der Menschen verbunden. Nach mehr als zehn Jahren ist heute klar, dass die meisten Revolutionen vorerst zum Stillstand gekommen sind: Autoritäre Strukturen bleiben erhalten, Staaten zerfallen, neue nicht-staatliche Akteure, die ihr Handeln mit einer ultra-konservativen Lesart des Islams legitimieren, treten vermehrt in Erscheinung und über allem schweben die geostrategischen Interessen externer Akteure.

Während die Menschen vor Ort ihre Aufstände als Revolutionen feierten, sich in sozialen Bewegungen und Netzwerken organisierten, herrschte in hiesigen Diskursen zwar Anteilnahme und Begeisterung, zugleich jedoch auch Überraschung über die gesellschaftliche Dynamik angeblich verkrusteter Gesellschaften, die seit Jahrzehnten unter autoritären Strukturen leiden. Es dauerte nicht lange, da wurde diese Begeisterung mit der Angst vor einem „Arabischen Herbst“ und einer „Islamisierung“ der Aufstände konterkariert.

Dieses Seminar will einen Einstieg in die Regionalforschung geben und zugleich wichtige Konzepte der Sozialwissenschaften einführen. Dabei will es die Komplexitäten der sozio-politischen Realität dieser wichtigen Region reflektierend in die Analyse einbeziehen und etablierte, eurozentrische Narrative über den „Nahen Osten“, „den Islam, die angebliche Demokratieunfähigkeit dieser Staaten etc. einreißen. Dazu ist es notwendig, die historische Gewordenheit staatlicher Strukturen, (zivil)gesellschaftlicher Entwicklungen sowie internationaler Interessen zusammen zu denken.

Wichtiges Element dieses Seminars wird deshalb eine kontinuierliche Arbeit am Begriff sein, das Hinterfragen scheinbar unverrückbarer Wahrheiten über die „orientalischen Anderen“ und die Frage nach Möglichkeiten der Veränderung.




Grenzen des Selbst
Wer bin ich? Wer sind die anderen um mich herum? Inwiefern bedingen wir uns gegenseitig? Gäbe es mich, wenn es die anderen nicht gäbe? Und bin auch ich ihre Voraussetzung? Welche Bedeutung hat es dabei, dass ich ein körperliches Wesen bin und mit diesem Körper zu anderen in Kontakt trete? Wo liegen die Grenzen meines Körpers?
In der Verbindung von philosophischer und sportsoziologischer Perspektive werden wir in unserem Seminar Antworten auf die oben genannten Fragen zu finden versuchen. Dabei wird im Mittelpunkt stehen, zu diskutieren, wo die Grenzen des eigenen Selbst liegen und wo die der anderen. Zudem werden wir uns damit auseinandersetzen, wie Körper entstehen und in welchem Zusammenhang das verkörperte Selbst mit der Gesellschaft steht, von deren Normen und Verboten es beeinflusst ist.
Im Seminar werden wir wöchentlich wissenschaftliche Texte lesen, dann besprechen und mit Beispielen aus dem Alltag in Verbindung bringen. Das Tutorium wird die Gelegenheit bieten, begonnene Diskussionen noch vertiefend weiterzuführen. Den Abschluss bildet ein Projekt, in dem eine eigene wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem verkörperten Selbst in (post)modernen Gesellschaften begonnen werden kann.


Grenzen des Selbst
Wer bin ich? Wer sind die anderen um mich herum? Inwiefern bedingen wir uns gegenseitig? Gäbe es mich, wenn es die anderen nicht gäbe? Und bin auch ich ihre Voraussetzung? Welche Bedeutung hat es dabei, dass ich ein körperliches Wesen bin und mit diesem Körper zu anderen in Kontakt trete? Wo liegen die Grenzen meines Körpers?
In der Verbindung von philosophischer und sportsoziologischer Perspektive werden wir in unserem Seminar Antworten auf die oben genannten Fragen zu finden versuchen. Dabei wird im Mittelpunkt stehen, zu diskutieren, wo die Grenzen des eigenen Selbst liegen und wo die der anderen. Zudem werden wir uns damit auseinandersetzen, wie Körper entstehen und in welchem Zusammenhang das verkörperte Selbst mit der Gesellschaft steht, von deren Normen und Verboten es beeinflusst ist.
Im Seminar werden wir wöchentlich wissenschaftliche Texte lesen, dann besprechen und mit Beispielen aus dem Alltag in Verbindung bringen. Das Tutorium wird die Gelegenheit bieten, begonnene Diskussionen noch vertiefend weiterzuführen. Den Abschluss bildet ein Projekt, in dem eine eigene wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem verkörperten Selbst in (post)modernen Gesellschaften begonnen werden kann.


Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Kolonialismus und Rassismus? Wie hängt Rassismus mit Sprache, Wissen und Macht zusammen? Wo begegnen wir Rassismus im täglichen Leben? Diese Fragen stehen im Projektseminar im Vordergrund und schärfen den Blick auf alltäglich gezogene Dichotomien zwischen dem vermeintlich ‚Eigenem und Fremden' hin zu einer strukturellen Betrachtung von Ungleichheiten und Machtverhältnissen. Nach der historischen und globalen Einbettung des Themas werfen wir den Blick auf postkolonialen Widerstand in Städten, rassistische und eurozentrische Inhalte im Bildungssystem, kritische Weißseinsforschung sowie Repräsentation von Schwarzen Menschen und People of Color in Deutschland.







Schreibende Reisende. Identität und Alterität aus literaturwissenschaftlichen und ethnologischen Perspektiven (Arbeitstitel)

Ziel des Seminars ist es Literaturwissenschaften und Ethnologie sowie ihre Methoden in ihren Grundzügen vorzustellen und einen ersten Blick auf interdisziplinäre Synergien und Schnittstellen zu werfen. Mit einem regionalen Schwerpunkt auf ‚den Amerikas' werden wir uns mit textuellen Darstellungen des „Eigenen“ und des „Fremden“ und ihrer Rolle im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext auseinandersetzen.

Zu den zentralen thematischen Achsen, die wir im Laufe des Semesters betrachten wollen, gehören: Reiseliteratur im Laufe der Zeit; Ethnologie und Tourismus; Mobilität und Ethnographie als literarische Mittel; Fortschreibung von Exotisierung und Machtverhältnissen; Inszenierung von sozialen Kategorisierungen und ihre Überschneidungen, …

In den wöchentlichen Seminarsitzungen (online) sind neben Textdiskussionen und Inputs der Dozentinnen auch Gruppen- und Reflexionsaufgaben geplant. Ab Mitte des Semesters entwickeln wir ein Konzept für einen Blog, der am Ende des Semesters als Seminar-Output online zugänglich werden soll. Die Beiträge für den Blog können divers und entlang der Interessenschwerpunkte der Studierenden entworfen werden, haben aber den Anspruch, die Inhalte, Diskussionen und Reflexionen der Veranstaltung widerzuspiegeln. Im Rahmen des Tutoriums wird es Raum zur Entwicklung und Umsetzung der einzelnen Beiträge geben.

Die Seminarbibliographie besteht aus deutsch- und englischsprachigen Texten. Eine Affinität für oder Kenntnisse von romanischen Sprachen, insbes. Französisch und Spanisch, sind keine Voraussetzung für die Teilnahme, aber sehr willkommen.


Gemischt, mehrfach, trans, bio: Was bedeutet Identität im Migrationsland Deutschland?
Nach den USA ist Deutschland weltweit das Land mit der größten Zahl an Einwohner*innen, die entweder selbst oder deren Eltern im Ausland geboren wurden. Zirka ein Viertel der Bevölkerung hat, in Beamtendeutsch gesprochen, einen "Migrationshintergrund". Doch die Idee, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, ist noch relativ neu und wirft viele kontrovers diskutierte Fragen auf. Oftmals fehlen uns die richtigen Worte, oder wir schweigen lieber ganz, bevor wir in ein Fettnäpfchen treten. Wenn ein Mensch die deutsche Staatsbürgerschaft annimmt, ist er*sie dann wirklich deutsch? Ab wann gilt jemand als "biodeutsch"? Sind beispielsweise Deutschtürk*innen deutsch UND türkisch, deutsch ODER türkisch, oder sind sie etwas Anderes, etwa "neudeutsch", "gemischt", "transnational"? Und darf man so etwas überhaupt fragen--ist das noch "politically correct" oder schon diskriminierend?
In diesem Projektseminar wollen wir der Frage auf den Grund gehen, was für Identitäten in Deutschland lebende Menschen haben wollen und haben dürfen. Und umgekehrt, wie im Fall Albert Einstein, was es bedeutet, deutsche Identität zu verweigern. Dazu werden wir in den diversesten Städten Deutschlands--Offenbach und Frankfurt--auf eine gemeinsame Spurensuche gehen. Auf unseren Streifzügen werden wir Straßenumfrage- und Fotografietechniken erproben sowie Experteninterviews führen und systematische Beobachtungen durchführen. Außerdem werden wir gemeinsam einen Wortschatz erarbeiten, um unsere Beobachtungen in Worte fassen zu können. Begriffe wie Identitätspolitik, Rassismus, Mikroaggressionen, Intersektionalität, Nationalismus, Assimilierung, Zugehörigkeit (cultural citizenship), Dominanzgesellschaft und Leitkultur werden wir kritisch unter die Lupe nehmen. Dabei werden wir sowohl Auszüge aus wissenschaftlichen Texten (z.B. Hannah Arendt, Origins of Totalitarianism) als auch popkulturelle Quellen (z.B. Identitti von Mithu Sanyal) verwenden und gemeinsam versuchen, einen solidarischen, toleranten und respektvollen Gesprächsraum zu schaffen.


Projekte aus dem Sommersemester 2021


Materialität und Kultur


Materialität und Kultur. Wie aus Dingen Wissen über Gesellschaften entsteht. Archäologische und ethnologische Analysen (nicht nur) von Objekten aus Sammlungen der Goethe Universität

Form und Beschaffenheit von Artefakten beinhalten wichtige Aussagen darüber, welche Bedeutung und Funktion in vergangener Zeit oder heute diese Objekte hatten oder haben. Eine genaue Betrachtung materieller Dinge zeigt Merkmale und Spuren, die übersetzt werden müssen, damit sie dem heutigen Betrachter verständlich werden.

Durch die Interpretation der Objekte ist es möglich, vieles über alltägliche Handlungsweisen, Formen des Umgangs und Bewertungen dieser Objekte herauszufinden. Hierfür haben Ethnologie wie Archäologie eigene Methoden entwickelt, die im Projektseminar vermittelt werden. Dafür werden ausgewählte Sammlungsobjekte bereitgestellt, an denen diese Methoden erprobt und die Aussagekraft von Dingen für das Leben von Menschen in Vergangenheit und Gegenwart erkundet werden soll. Zudem werden auch Dinge aus der Lebenswelt der Seminarteilnehmer betrachtet und interpretiert.

Sie werden als Projektarbeit die Aufgabe erhalten, selbst einen Kurzfilm zu einem Objekt der Wahl aus Ihrer eigenen Lebenswelt zu erstellen.

Sprechende Körper


Als Subjekte sind wir alle verwoben mit der Welt. Gerade in der Philosophie setzen sich viele mit dem Phänomen auseinander, das wir als denken bezeichnen, wird sich gefragt, was den Geist ausmacht. Doch welche Rolle spielt der Körper? Können wir uns als körperlose Wesen denken? Gibt es überhaupt Grenzen zwischen Körper und Geist? Wie wichtig ist der Körper, in einer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen Sport betreiben, sich fit halten wollen? Wer oder was wird dort trainiert? In der Sportsoziologie kann der Körper nicht ignoriert werden, denn Sport ist Körperlichkeit. Was macht uns dann nun eigentlich aus im Alltag? Der Geist? Der Körper? Beides? Wie sprechen wir zur Welt? Mit Worten? Gesten? Unserer Kleidung?

Sprechende Körper, ihre Verwobenheit mit dem Geist und ihre Verbindungen zur Welt stehen im Mittelpunkt unseres Projektes. Dabei werden wir philosophische und sportsoziologische Texte lesen und miteinander diskutieren

WissensKulturen


WissensKulturen – Kulturelle Praktiken der Übersetzung in der Wissensgesellschaft

• Wie wird Wissen vermittelt? Was wird weitergegeben, was aussortiert? 

• Wer verhandelt oder entscheidet, was sich in Diskursen und Debatten als Allgemeinwissen etabliert?

• Welche Rolle spielt die Wissenschaft und mit wem arbeitet sie zusammen? 

• Wie können verschiedene Praktiken der Übersetzung aussehen? Wie unterscheiden sie sich voneinander und warum? 

• Was bedeutet es in einer Wissensgesellschaft zu leben, in der Fakten und Rationalität eine leitende Rolle spielen?

• Welche Bedeutung kommt anderen Formen von Wissensbildung und -verbreitung zu?

• Inwieweit ermöglicht oder hemmt Übersetzung Veränderung in der Gesellschaft?

Über-Setzen von West nach Ost in Goethes Divan


Der West-östliche Divan gehört zum dichterisches Alterswerk Goethes. Etwa in den Jahren 1814-20 hatte er sich  einem unerhörten und ungewöhnlichen Experiment ausgesetzt, indem er sich einerseits Wissensbestände der Orientalistik aneignete und diese schließlich dichterisch nachahmte, oder sich dazu dialogisch in Beziehung setzte. Da er selbst die Sprachen Arabisch und Persisch nicht beherrschte, musste er sich mit Übersetzungen auseinandersetzen. Dazu gehören Koran-Übersetzungen oder die Dichtungen des persischen Dichters Hafis. 

Im Projekt geht es darum, die Methoden, Verfahren und Positionen kennenzulernen, mit denen Goethe sich dem Orient annähert, wie er von West nach Ost übersetzt oder auch warum und auf welche Weise er sich zeitweise sogar als Muslim beschreibt. Es geht um fremde und eigne Texte, um die fremde und die eigne Sprache (und Schrift), die Frage nach der Differenz von Dichtung und Religion, sowie um die nach der Bedeutung von Inspiration.

Lost in the Anthropocene

Im Jahr 2000 wurde durch den Atmosphärenchemiker Paul J. Crutzen und den Biologen Eugene F. Stoermer die These vorgelegt, dass mit dem Beginn der industriellen Revolution gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein neues geologisches Zeitalter angebrochen sei: das Anthropozän. Der Mensch hat demnach einen solch tiefgreifenden und zeitlich nachhaltigen Einfluss auf die Natur genommen, dass damit ein erdgeschichtlicher Wendepunkt überschritten wurde, dessen Spuren in einer geologischen Skalierung einzuordnen sind. Neben den jahrtausendealten Veränderungen von Landschaften durch Urbarmachung und Ressourcenabbau, der anwachsenden Erdbevölkerung und der Domestikation von Tieren und Pflanzen, hat insbesondere die Verbrennung von fossilen Brennstoffen, der rasant zunehmende Ausstoß von Gasen wie Kohlenstoffdioxid und Methan in die Erdatmosphäre, einen Punkt erreicht, an dem sich die Grenze zwischen Mensch und Natur nicht einfach verschiebt, sondern es immer schwieriger wird, eine solche Unterscheidung überhaupt zu treffen. In einer widersprüchlichen Kippbewegung scheinen die Gestaltung und Beherrschung der Natur einen Punkt erreicht zu haben, an dem die menschliche Lebensform in der Vielgestalt ihrer Hervorbringungen und objektiven Veräußerungen selbst als geologischer Faktor erscheint, der sich auf den ganzen Erdball auswirkt.
Das Seminar bietet eine orientierende Annäherung an verschiedene theoretische Bestimmungen des Anthropozän-Begriffs und geht dabei der Frage nach, wie sich zentrale Vorstellungen von Kultur und Natur, von Zeitlichkeit und Geschichte verändern, wenn sie im Zusammenhang einer geologischen Skalierung betrachtet werden. Vor diesem Hintergrund setzt sich die Veranstaltung einerseits mit literarischen und künstlerischen Positionen auseinander, andererseits sollen durch Vorträge von externen Gästen Perspektiven auf die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche Forschung zum Anthropozän aufgezeigt werden.


10 Jahre 'Arabischer Frühling'

10 Jahre 'Arabischer Frühling': Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf Protestbewegungen, Generationenverhältnisse, Klasse und Gender Nordafrika und Westasien (NAWA) seit 2011

Das Seminar beschäftigt sich mit Protestbewegungen in Nordafrika und Westasien dem sogenannten “Arabischen Frühling". Dieser bietet sich aus verschiedenen Gründen als Beispiel für das Semesterthema Lost in Translation? an, nicht zuletzt, weil die Sozial- und Regionalwissenschaften im Jahr 2011 von den Ereignissen vollkommen überrascht wurden. Bis dahin interpretierten viele Fachleute die autoritären Regime in der Region Nordafrika-Westasien (NAWA) als weitgehend “stabil", obwohl es viele soziale Missstände gab. Wurde hier etwas missverstanden oder falsch übersetzt? Oder spiegelt die Überraschung in der Forschung lediglich die Überraschung der Menschen vor Ort, die ja oft selbst von der Eigendynamik der Ereignisse überwältigt wurden? In welchem Maße kann Wissenschaft die Möglichkeit derartiger Ereignisse überhaupt voraussehen? Weitere Fragen, die sich hier anschließen: Wie genau kam autoritäre Herrschaft in den jeweiligen Ländern in die Krise? Was sind soziale Bewegungen und wie können sie so plötzlich und auch unter widrigsten Bedingungen entstehen? Eine weitere Frage stellt der Begriff “Arabischer Frühling" selbst - für das Selbstverständnis der Menschen vor Ort spielte er zunächst kaum eine Rolle, sie nannten ihre Proteste in der Regel anders. Mit welchen Erwartungen wird der Begriff benutzt? Warum wurden im Globalen Norden nicht einfach die Selbstbezeichnungen der Bewegungen vor Ort übersetzt?
Anhand früherer und gegenwärtiger Protestbewegungen in der NAWA-Region möchten wir einen groben Überblick über die sozialen und politischen Verhältnisse vorgeben, und gemeinsam diskutieren, wie man sie kritisch, reflektiert und wissenschaftlich erfassen kann, aber auch wo die Grenzen wissenschaftlicher „Übersetzung“ der Realität in Daten, Modelle und Theorien liegen.
Das Seminar arbeitet mit einer akteurszentrierten Perspektive, die anstrebt, die unterschiedlichen Gründe und Motive für die Beteiligung zu verstehen und sie differenziert zu analysieren. Aktivist*in¬nen haben bestimmte politische und soziale Ziele in der Gesellschaft und sich aus diesem Grund der Revolution zugewandt. Sie üben Macht aus und ihr politisches Engagement hat Auswirkungen auf die verschiedenen Ebenen der Gesellschaft. Dieses möchten wir beleuchten, indem wir die Forschung aufgreifen und weiterführen.
In vergleichender Länderanalyse lassen sich die Ergebnisse jedoch teilweise generalisieren und schließlich Fragen für den deutschen Diskurs eröffnen. Die Forschungsperspektiven sind interdisziplinär auf die Gebiete Politikwissenschaft, Soziologie, Islamwissenschaft, Partizipationsforschung und Gender Studies angelegt. Vorausgesetzt werden gute Englischkenntnisse, und die Bereitschaft, selbst auf Englisch und Deutsch zu recherchieren und Referate zu halten. Studierende können Referate zu konzeptuellen Themen oder zu Länderbeispielen halten. Diese können sie im Rahmen des Oberthemas frei wählen, in Absprache mit den Dozent*innen (im April, vor dem ersten Block im Juni).  
Vorschläge für Referatsthemen, allerdings können Studierende selbst ein Thema ihrer Wünschen selbst wählen und mit den Dozent*innen in Mai besprechen.
Konzepte
●    Politische Systeme der arabischen Länder.
●    Soziale Bewegungen und Soziale Bewegungsforschung
●    Frauenbewegung
●    Jugend, Generationenverhältnisse, politische Sozialisation
●    Islamismus und islamistische Bewegungen
●    Autoritarismus und Demokratisierung
●    Die Region NAWA – grober Überblick und vergleichende Analyse: Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Ländern

Länderbeispiele (Vorschläge, wichtig: unterschiedliche Regimetypen!):
●    Ägypten
●    Tunesien
●    Marokko
●    Syrien
●    Algerien
●    Sudan
●    Iran