Mehr als 90 Jahre nach der
Machtübernahme durch die Nazis, mehr als 85 Jahre nach dem Beginn der
organisierten wirtschaftlichen Enteignung der europäischen Juden mit dem
Novemberpogrom und mehr als 75 Jahre nach der Gründung der Bundesrepublik
Deutschland sind die Profite der Nazizeit noch immer der Kern der deutschen
Wirtschaftsmacht und die kulturellen Hinterlassenschaften der Nazis prägen noch
immer in erschreckendem Maße den Alltag der deutschen Gesellschaft.
Das
argumentiert Zachary Gallant in seinem neu erschienenen Buch „Entnazifiziert
Euch: Wider den Mythos der Vergangenheitsbewältigung“. In Gesprächen über und
Lesungen aus dem Buch werden der Autor und die Sozialanthropologin
Catherine Whittaker über die weitreichenden Auswirkungen des Versagens bei der
Entnazifizierung auf die heutige Zivilgesellschaft diskutieren und darüber, was
wir dagegen tun können.
Zachary Gallant berichtete
als Journalist über Politik und Korruption in den USA und auf dem Balkan. Er
ist Jude mit deutschen Wurzeln und lebt seit 2012 in Deutschland, wo er mit
Unterstützung der Europäischen Kommission und des Bundesamts für Migration und
Flüchtlinge zahlreiche Projekte zu Flüchtlingshilfe, interkultureller
Verständigung und Klimagerechtigkeit durchgeführt und organisiert hat.
Catherine Whittaker
ist Professorin und Geschäftsführende Direktorin am Institut für Ethnologie an
der GU. Sie forscht unter anderem zu Gewalt, Diskriminierung und Sicherheit.
Organisation und Ansprechperson: Prof Dr. Catherine Whittaker, whittaker@em.uni-frankfurt.de
Datum und Uhrzeit: 27.11.2024, 16:00 - 18:00 Uhr
Ort: Campus Westend, Casino, Cas.1.801
Der Vortrag entfällt leider.
Veranstaltung der Reihe "Diversität und Diskurs: Antisemitismus. Erinnerungskultur. Demokratie - Interdisziplinäre Perspektiven"
Vortrag von Dr. habil. Klaus Holz, Autor und Antisemitismusforscher
Datum und Uhrzeit: 26.11.2024, entfällt
Ort: Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 9
Für viele in Deutschland lebende Menschen of Color und
Menschen mit Migrationsgeschichte gehören Rassismus und rassistische
Diskriminierung zum Alltag. Das Spektrum der Rassismuserfahrungen reicht von
rassistischen Sprüchen, Witzen und Kommentaren, bis hin zu rassistischen
Beleidigungen und Übergegriffen oder rassistischer Andersbehandlung und
Benachteiligung. Diese Erfahrungen sind schmerzvoll und/oder auch gewohnte
„Normalität" und sie schränken Menschen of Color auf vielen Ebenen ein.
Oft fühlen sich Betroffene auch ohnmächtig und alleine mit ihren Erfahrungen.
Menschen machen Rassismuserfahrungen aufgrund ihrer
Hautfarbe, ihrer ethnischen, kulturellen oder religiösen Herkunft und
Zugehörigkeit, ihres Namens oder ihrer Sprache. Unser Blick im Workshop richtet
sich auf die Gesamtheit und zugleich Verschiedenheiten unserer Erfahrungen. Wir
entwickeln gemeinsam wohltuende und wirkungsvolle Handlungs- und
Widerstandsstrategien. Dabei nutzen wir unterschiedliche Methoden und Übungen aus
der Empowerment-Arbeit.
Çığır Özyurt-Güneş
ist 1983 in
Berlin geboren. In seiner Jugend hat er selbst an einigen Musik- und
Theaterprojekten teilgenommen. Als Schüler hat er mit Jugendarbeit in
Schöneberg begonnen. Nach seinem Zivildienst in dem Kinderheim „Nesin-Stiftung“
in der Türkei, hat er Theater gespielt und als Regieassistent bei der
Jugendtheaterwerkstatt Berlin-Moabit gearbeitet. Nach erfolgreichen gemeinsamen
Projekten mit der JTW hat er gemeinsam mit dem Kollektiv das JugendtheaterBüro
Berlin, heute Theater X, gegründet und dort Regie von vielen
Jugendtheaterproduktionen geführt und die musikalische Leitung übernommen. Die
Arbeit des Theater X hat besonders das Empowerment von jungen Menschen,
vornehmlich of Color, im Fokus. Während dessen studierte er Soziale Arbeit
(B.A.) und anschließend Theaterpädagogik (M.A.). Er arbeitete unter anderem
freischaffend an Projekten für das Gorki Theater und das Grips Theater. Von
2017 bis 2019 arbeitete er als Bildungsreferent bei der Bundesvereinigung für kulturelle
Kinder- und Jugendbildung (BKJ). Jetzt leitet er die offene Jugendeinrichtung
„LAIV“ der Lebenswelt gGmbH in Berlin-Reinickendorf. Des Weiteren ist er seit
vielen Jahren Musiker und Aktivist und setzt sich auch in diesen Feldern mit
Antidiskriminierung und Empowerment auseinander.
Nurêy Özer
Nurêy Özer
ist Beraterin, Coachin und Expertin in der diversitätsbewussten,
diskriminierungssensiblen und macht- kritischen Organisationsentwicklung und
Prozessbegleitung. Sie konzipiert und führt Empowerment Räume. Sie arbeitet aus
einer queer Feministischen Haltung und versucht dekoloniales Wissen
und Methodiken anzuwenden.
Organisation:
Büro für Chancengerechtigkeit
Datum und Uhrzeit: 22.11.2024, 13:30 Uhr bis 19:30 Uhr
Ort: Campus Westend, SKW-Gebäude, Teil C, 05.C112
Anmerkungen:
Der Workshop ist auf max. 15 Personen begrenzt. Bitte um Anmeldung bei Dr. Thuy
Loan Nguyen, ThuyL.Nguyen@em.uni-frankfurt.de
Nächsten Termine:
Die Treffen finden jeweils von 10:00 bis 11:30 Uhr im SKW-Gebäude in den Räumlichkeiten des Büro für Chancengerechtigkeit (5.Etage) statt, Raum 05.C112.
Weitere Informationen hier. Kommt gerne ohne vorherige Anmeldung vorbei.Souveräner Umgang mit Grenzüberschreitungen und Machtmissbrauch
In einer Welt, in der Frauen* oft mit Dominanzverhalten und Grenzüberschreitungen konfrontiert werden, ist es wichtig, ein starkes Mindset zu entwickeln. Die Workshop-Reihe "Starke Frauen*" bietet Reflexionsmöglichkeiten und handlungsorientierte Strategien, um selbstbewusst auftreten und eigene Grenzen klar kommunizieren zu können.
Im Workshop Souveräner Umgang mit Grenzüberschreitungen und Machtverhalten geht es darum, wie Frauen unangenehmen Situationen meistern können. Dominanzverhalten, sexistische und rassistische Grenzüberschreitungen sind häufige Herausforderungen im beruflichen und privaten Alltag. Diese Konfrontationen führen oft zu Unsicherheiten, Hilflosigkeit, Frust oder auch Wut. Der Workshop bietet Strategien und Techniken, um diese Herausforderungen selbstbewusst zu bewältigen.
Datum: 20.11.2024, 9:00 – 16:00 Uhr
Veranstaltungsort: wird noch bekannt gegeben
Format: Präsenz Workshop
Zielgruppe: Alle sich als weiblich identifizierenden Mitarbeiter*innen der Goethe Universität
Referentin: Silke Gorges, Stark durchs Leben
Anmeldung bis zum 13.11.2024 über DFN: Starke Frauen* | DFN-Terminplaner
Für Rückfragen erreichen Sie uns unter training.gleichstellung@uni-frankfurt.de
Wie kann Diversität in der Hochschullehre aktiv gefördert und Diskriminierung unterbunden werden? Was trägt zu einer inklusiven, respektvollen Lernatmosphäre bei? Wo steckt Diskriminierung in den digitalen Werkzeugen, die wir nutzen? Welche Rolle spielen unterbewusste Vorurteile im Lehrkontext? Wie können wir Fehler vergebend aufarbeiten?
Lorenz Narku Laing, Professor für Rassismusforschung an der EvH Bochum und Gründer der Diversityberatung Vielfaltsprojekte GmbH, gibt Antworten auf diese Fragen und viele weitere in einem reflexiven und diskursiven Workshopformat für Lehrende.
Trainer*in: Prof. Dr. Lorenz Narku Laing
Datum und Uhrzeit: 20.11.2024, 10:00 - 15:00 Uhr
Ort: Campus Westend, Normative Ordnungen, 5.01
Organisation: Normative Ordnungen
Ansprechperson: Amadeus Ulrich, ulrich@normativeorders.net und Felix Kämper, kaemper@em.uni-frankfurt.de
Rassismus ist ein Problem. Niemand will ein*e Rassist:in sein und dennoch hält sich Rassismus in unserer Gesellschaft hartnäckig. Welchen unbewussten Beitrag leisten wir alltäglich zur Aufrechterhaltung von rassistischer Normalität? Wie können wir dem politischen Rassismus in unserer Gesellschaft begegnen? Und welche Rolle haben Hochschulen als Produktionsorte von Wissen?
Lorenz Narku Laing, Professor für Rassismusforschung
an der EvH Bochum und Gründer der Diversityberatung Vielfaltsprojekte GmbH,
entwickelt in seinem Vortrag neue Perspektiven auf Rassismus und Antirassismus.
Dabei will er nicht nur informieren, sondern auch unterhaltsam sein. Professor
Laing lädt ein, sich gemeinsam auf eine antirassistische Reise für das Wohl
unserer Gesellschaft zu begeben, fußend auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.
Dr. Lorenz Narku Laing ist Professor für Rassismusforschung an der EvH Bochum und Gründer der Diversityberatung Vielfaltsprojekte GmbH. Er berät u.a. DAX-Konzerne, Theater, Bundesministerien und führende NGOs zu Diskriminierung. Im Jahr 2023 wurde er für seine Arbeit mit dem German Diversity Award geehrt und im Jahr 2021 mit dem Best Teaching Award der Zeppelin Universität.
Der Diversitytrainer wirkt
weiterhin u.a. als Beirat des Bochumer Zentrum für Disability Studies, Mitglied
der Präsidialversammlung des Ev. Kirchentags, Vertrauensdozent der
Hans-Böckler-Stiftung, Beirat der Fachzeitschrift Diversity in Wirtschaft und
Recht und als Mitglied der Expert:innenkommission Antirassismus berät er das
Bundeskanzleramt. Prof. Laing engagiert sich mit seinem preisgekrönten Projekt
„Sport gestaltet Vielfalt“ gegen Diskriminierung im Sport. Er ist
Senior Fellow von Humanity in Action e.V., New Bridge Fellow der Atlantik-Brücke
und war „Leader of Tomorrow“ beim St. Gallen Symposium. Er promovierte in Politischer Theorie am
Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der LMU München, hat einen
Master der Zeppelin Universität in Politik- und Verwaltungswissenschaft und
studierte Soziologie, Philosophie und Jura an der Goethe-Universität Frankfurt.
Datum und Uhrzeit: 20.11.2024, 18:00 - 20:00 Uhr
Ort: Campus Westend, Normative Ordnungen, EG.01
Organisation: Normative Ordnungen
Ansprechperson: Amadeus Ulrich, ulrich@normativeorders.net und Felix Kämper, kaemper@em.uni-frankfurt.de
Veranstaltung der Reihe "Diversität und Diskurs: Antisemitismus. Erinnerungskultur. Demokratie - Interdisziplinäre Perspektiven"
Vortrag von David Nossen, Bundesgerichtshof Karlsruhe
Datum und Uhrzeit: 19.11.2024, 18 - 20 Uhr
Ort: Campus Westend, Hörsaalzentrum. HZ9